Freitag, 29. August 2014

High Five - 5 Sätze/5 Adjektive zu "Bevor die Nacht geht" von Patrycja Spychalski



cbt (Juli 2014),
Klappenbroschur, 288 Seiten,
14,99 € [D]


Als Kim und Jacob sich an einem ganz normalen Samstagmorgen in der Berliner S-Bahn treffen, ist es Liebe auf den ersten Blick! Eigentlich wollte Kim nur einkaufen, doch als Jacob ihr erzählt, dass er Berlin nicht leiden kann, überredet sie ihn, mit ihr zu kommen - quer durch die Stadt, an all ihre Lieblingsorte. Jacob soll sich in Berlin verlieben ... und vielleicht auch in sie. Doch für Jacob ist es der letzte Tag, bevor er am nächsten Morgen für ein Jahr weggeht. Obwohl es hoffnungslos ist, folgt er diesem Mädchen, das sich so unerwartet in sein Herz gemogelt hat, durch Straßen, Parks und Cafés ... Einen Tag und eine Nacht haben sie - und jede Sekunde mit Kim pulsiert vor Leben, wie Berlin selbst. (Text-, Cover und Zitatquelle: cbt Verlag)


"[...] Es ist wahrscheinlich egal, wo man ist, wenn man mit der richtigen Person da ist." - Jacob, S. 261


5 zusammenfassende Sätze/Punkte zum Buch

  1. Ich würde gar nicht sagen, dass es Liebe auf den ersten Blick zwischen Kim und Jacob ist, wie uns der Klappentext hier im Vorfeld schon verrät. Faszination trifft es wohl eher. Jacob fällt Kim dadurch auf, dass er nicht, wie alle in der U-Bahn, auf seinem Smartphone herumtippt, sondern nachdenklich aus dem Fenster sieht. Und auch Kim erregt Jacobs Aufmerksamkeit. Auf eine nicht sofort offensichtliche Art, wirkt sie auf ihn anziehend. Als Kim Jacob dann anspricht und ihm anbietet, ihm Berlin so zu zeigen, wie sie es sieht, kann er gar nicht anderes, als mit diesem fremden Mädchen auszusteigen. Und dass, obwohl am nächsten Morgen sein Flug nach Brasilien feststeht.
  2. Mit Kim und Jacob hat Patrycja Spychalski zwei Herzenscharaktere geschaffen. Kim, ein typisches Berliner Mädel, aus nicht einfachen Verhältnissen, das eine ganz schön große Klappe hat, sehr mutig scheint und manchmal sogar etwas nervt. Ihr gegenüber steht der ruhige, sorgsame und nachdenkliche Jacob, aus besten sozialen Verhältnissen, aber nicht glücklich im Leben. Er möchte ausbrechen, woanders hin, sich nützlich machen. Genau darum hat er für sich ein Auslandsjahr in Brasilien organisiert.
  3. Kim liebt "ihr" Berlin, Jacob konnte sich nie so recht mit der Stadt anfreunden. Wer die deutsche Hauptstadt schon einmal für ein paar Tage besucht hat, kann beide Sichtweisen verstehen. Und auch ortsfremden Lesern präsentiert die Autorin ein Bild der Stadt, das man so schnell nicht wieder vergisst. Ohne allzu sehr auszuschweifen, werden Orte, deren Eigenheiten, Besonderheiten und manche Begegnung mit Personen so in Szene gesetzt, dass ein völlig klares Bild von Kims und Jacobs Umfeld entsteht - und es ist sehr treffend! Der eine oder andere könnte nach dem Lesen Reisepläne schmieden.
  4. Die Geschichte und die Art, wie Jacob und Kim zueinander finden, sind sehr zauberhaft. Es gibt viele herzliche Momente, aber auch Frust und Hinterfragung. Es ist keine plumpe Annäherung, vielmehr ein vorsichtiges und auch sehr romantisches Herantasten. Dabei ist beiden die Anziehungskraft des jeweils anderen voll bewusst. Durch die abwechselnden Erzählperspektiven bekommt man einen guten Eindruck der Gefühle, die in beiden brodeln.
  5. Sobald das Ende naht, ist klar, was man sich für Kim und Jacob wünscht. Einfach wird es den beiden nicht gemacht. Vor allem Kims Weg, bzw. Vorschlag, mit dem Thema umzugehen, ist etwas befremdlich und auch naiv. Das merkt Kim aber selbst. Dabei ist ihr Zukunftswunsch offensichtlich. Doch das letzte Wort ist am Ende nicht gesprochen, Jacob darf man hier nicht unterschätzen. Total süß! Besser könnte der Schluss nicht gewählt sein.

5 Adjektive, die mir spontan zum Buch einfallen

herzlich-beherzt, spontan, dynamisch, gedankenvoll und feinsinnig-romantisch



Zusammengefasst vom Fazitbär:
Patrycja Spychalski hat es wieder einmal geschafft mich für ein Buch zu vereinnahmen. Ich war entzückt - wirklich - und weiß schon, warum ich unter Garantie zu jedem neuen Werk der Autorin greife. Die persönliche Begeisterung für Berlin hat Frau Spychalski zwischen die Zeilen geschrieben. Doch das ist noch lange nicht alles. Wie auch ihre anderen Werke, hat "Bevor die Nacht geht" eine eigene Natürlichkeit, ist nicht gekünstelt oder überdramatisiert. Gerade das macht die Lovestory so echt, herzlich und romantisch.
Ein Hauptstadt-Roadtrip, der begeistert!


© Damaris liest.

Montag, 25. August 2014

Rezension zu "Die Vernichteten" von Ursula Poznanski



Verlag: Loewe (Juli 2014)
Originaltitel: -
Übersetzer: -
Reihe: Band 3/3, ab ca. 14-17 J.
Ausführung: Hardcover/SU, 528 S.
ISBN: 978-3785575482
18,95 € [D]

Genre: Dystopie

© Cover- und Zitatrechte: Loewe Verlag


Das Thema
Ria kennt nun das schreckliche Geheimnis über ihre Herkunft. Ebenso, dass sie und viele ihrer Sphärenfreunde tickende Zeitbomben sind. Nur Quirin, der Bewahrer vom Clan der Schwarzdornen, kann für eine Lösung des Problems sorgen, doch er weigert sich. Zu allem Übel wird im Clan auch noch ein Komplott gegen Ria und ihre Freunde geschmiedet und sie werden aus der Stadt unter der Stadt vertrieben. Ohne Nahrung und warme Kleindung, in einem Gebiet mit vielen Feinden, sind die Überlebenschancen gering. Aber Ria gibt nicht auf, sie möchte ihre Freunde nicht im Stich lassen. Dabei entdecken sie eine neue Verschwörung. Etwas, das alle bisherigen Erkenntnisse bei Weitem übertrifft.

Die Rezension

Der Anfang: Wir sehen sie kaum in der Dunkelheit, sie sind Schatten zwischen dem Flackern der Fackeln. Aber wir hören sie. Ein kühler Wind trägt ihre Stimmen und ihr Lachen bis zu unserem Versteck.

Mit "Die Vernichteten" schließt sich der Kreis um Ria, ihre Gefährten und eine zerstörte Welt, in der eine Hälfte der Bevölkerung in warmen, sicheren Sphären/Glaskuppeln wohnt, während die verwilderten Außenbewohner um Sicherheit und das blanke Überleben kämpfen müssen. Zurecht dürfen in diesen Abschlussband der Eleria-Trilogie die allerhöchsten Erwartungen gelegen werden. Die beiden Vorgänger gehören zum Besten, was deutschsprachige Autoren im Jugendbuchgenre Dystopie hervorbringen können. Die Reihe begann spannend und ideenreich, entwickelte sich danach unheimlich raffiniert und unerwartet. Jetzt endet sie in einem nervenaufreibenden und mitreißenden Finale. Komplett empfehlenswert!

Nein, ich kann die Dinge nicht einfach laufen lassen, als gingen sie mich nichts an. Und ich werde kein Leben verschenken, das ich retten kann. - S. 244

"Die Vernichteten" startet genau am Endpunkt des Vorgängerbandes. Ria ist zum Dornenclan zurückgekehrt, lebt mit Tycho aber weiterhin versteckt unter der Stadt. Währenddessen halten sich Aurelio und Dantorian immer noch in der Sphäre Vienna 2 auf. Schutz bekommt Ria von Sandor, ihre Beziehung, die sich während der Geschichte angenehm im Hintergrund hält, halten sie nach wie vor geheim. Dass Ria noch keine Gelegenheit hatte mit Aurelio zu reden, belastet sie sehr. Ihre Zuflucht wird jäh beendet, als sie von einigen Mitgliedern des Dornenclans beschuldigt werden, ein Verbrechen verübt zu haben. Sie werden vom Clan ausgestoßen.

Es ist eine Menge Konfliktpotenzial, das Ursula Poznanski in ihren Abschlussband streut. Fast schon schonungslos wird mit den Protagonisten hier verfahren. Nicht nur die Angst ums eigene Überleben lastet auf Ria, zusätzlich muss sie fast ständig schlimme und unerwartete Entdeckungen machen. Diese belasten dann ihr Gewissen oder ihre Gefühlswelt. Umso mehr fühlt man mit der taffen Hauptprotagonistin, die auch hier die Geschichte komplett in der Ich-Form (Präsens) erzählt. Ria ist einfach klasse! Es gibt Situationen, da überlegt sie, sich aus allem rauszuhalten und ihr Leben einfach und zufrieden zu leben. Gleichzeitig fühlt sie sich ihren Freunden und Mitmenschen aber so verbunden, dass sie alles daransetzt, um so viele Menschen zu retten wie möglich.

[...] und nun, da die Lösung buchstäblich vor mir liegt, möchte ich mich vor ihr verstecken. Es kann keine Kleinigkeit sein, wenn das Weitererzählen mit dem Tod bestraft wird, und ich weiß nicht, wie viele Wahrheiten ich noch vertragen kann. Einmal Gehörtes lässt sich nicht wieder ungehört machen. - S. 403

Es ist sehr viel, was Ria und ihre Begleiter in diesem Buch erleben. Die Autorin gibt ihnen kaum die Möglichkeit sich längere Zeit auszuruhen, da steht schon wieder eine neue Entdeckung an, mit unabdingbaren Folgen für das weitere Handeln. Und obwohl der Leser viel verarbeiten und auch etwas mitdenken muss, wirkt die Handlung niemals gehetzt, eher konstant spannend und zuverlässig mitreißend.
Das Ende des Vorgängerbandes, "Die Verschworenen", ist kaum zu toppen. Mit voller Wucht und einem riesigen Aha-Effekt prasselte es auf einen ein. Im Abschlussband gibt es dieses End-Erlebnis in etwas abgeschwächter Form. Das macht es aber nicht weniger überraschend. Spielte Ursula Poznanski bisher mit Gut und Böse, und ließ zwischen Schwarz und Weiß durchaus Graustufen zu, weiß man hier am Ende ganz genau, wer für die große Misere der Menschheit dieser Geschichte verantwortlich ist. Dass aber die unterdrückte Personengruppe nicht immer korrekt gehandelt hat, ist unbestritten.

Das persönliche Fazit
Mit "Die Vernichteten" schließt Ursula Poznanski die Eleria-Trilogie meisterlich ab. Jedes Buch der Reihe ist formvollendet, ohne Schwächen oder Qualitätseinbrüche. Für mich als Leserin ist es selten und besonders erfreulich, dass eine Trilogie nach einem fulminanten Start, über den Mittelteil, bis hin zum Ende, so konstant erstklassig bleibt. Die Charaktere sind wahnsinnig gut gestaltet, wachsen nicht selten sehr ans Herz. Die Handlung könnte nicht ausgefeilter sein. Sie ist spannend, trickreich und unheimlich raffiniert. Am Ende fühlt man sich als Leser zufrieden, inklusive aller Nuancen ... und auch etwas verwöhnt. 5 Sterne!

Aufmachung: 4 / 5
Handlung: 4,5 / 5
Charaktere: 4,5 / 5
Lesespaß: 5 / 5
Preis/Leistung: 5 / 5

© Damaris Metzger, damarisliest.de






Reiheninfo Eleria-Trilogie:

Band 3 "Die Vernichteten"

Sonntag, 24. August 2014

Auf die Wunschliste! - Neuerscheinungen im September 2014

Im September wird es erfahrungsgemäß sehr voll auf dem Buchmarkt. Kurz vor der Frankfurter Buchmesse erscheinen viele tolle Neuerscheinungen - so auch bei den Jugend- und All Age-Büchern. 15 Bücher, die ich unbedingt lesen muss, haben es auf meine Liste geschafft. Bei ihnen heißt es jetzt: Ab auf die Wunschliste!


Fantasy - Dystopie - Sci-Fi

(erhalte genau Buchinfos mit einem Klick auf das jeweilige Cover)



Die Seiten der Welt von Kai Meyer ... wird schon darum gelesen, weil es das neueste Buch von Kai Meyer ist! Die Arkadien-Trilogie gehört zu meinen Lieblingen und auch "Asche & Phönix" ist genial! In seinem neuen Werk entführt uns der Autor in eine Welt der Bücher. Lesemuss!
Angelfire: Der letzte Kampf der Feuergöttin von Courtney Allison Moulton ... YESSS! Endlich! Zugegeben, das Cover und auch der Untertitel sind so gar nicht meine. Aber Band 1 und 2 der Angelfire-Trilogie waren einfach so genial, dass Band 3 von mir absolut sehnlichst erwartet wird. Wem Bücher mit viel Dämonen-Action und einer knisternden Jugendlovestory gefallen, sollte hier reinlesen.
Wer die Lilie träumt von Maggie Stiefvater ... ist der zweite Teil der Raven Boys-Tetralogie. Band 1 "Wen der Rabe ruft" war so außergewöhnlich und gut, dass ich es kaum abwarten kann, Band 2 zu lesen. Typisch Maggie Stiefvater eben.



Vogelherz von Katherine Catmull ... spricht mich nicht nur wegen des märchenhaften Covers an. Auch die Geschichte soll voller Märchen, bezaubernder Sprache und phantasievoller Details sein.
Queen of Clouds: Die Wolkentürme von Susanne Gerdom ... spielt im Luxus der Wolkentürme und in den unterdrückten Schluchten. Mit ihrem letzten Roman "Dracyr" konnte mich die Autorin so sehr begeistern, dass ihr neuestes Jugendbuch für mich Pflicht ist.
Wer weiß, was morgen mit uns ist von Ann Brashares ... macht mich neugierig, weil ich noch kein Buch der Autorin gelesen habe. Das Buch hat ein Sci-Fi-Thema, was man auf den ersten Blick gar nicht vermuten würde.


Romane - Liebe - Spannung

(erhalte genaue Buchinfos mit einem Klick auf das jeweilige Cover)



Das Blubbern von Glück von Barry Jonsberg ... bringt mich immer zum Lachen, weil ich beim Titel zu allererst an Ankas Geblubber denke. Die Geschichte handelt von einer 12-Jährigen, die die ganze Welt glücklich machen will. So schön!
Atemnot von Ilsa J. Bick ... scheint mir ein Drama zu sein. Richtig einordnen kann ich das Buch nicht. Der Klappentext macht aber so neugierig. Von der Autorin stammt außerdem die brutal-strange Ashes-Reihe. Ich bin so gespannt ...
Die Unwahrscheinlichkeit von Liebe von A.J. Betts ... handelt von der Liebe zwischen Zac und Mia, die unter normalen Umständen niemals möglich gewesen wäre. Beide haben die Diagnose Krebs.



Alle meine Leben von Sarah Wylie ... ist ein Krebsbuch. Diesen begegnet man gerade an allen Ecken und Enden und mich fasziniert immer, wie unterschiedlich die Autoren dieses Thema aufgreifen. Meist sehr berührend, jeder auf eine andere Art.
Du oder sie oder beide von Maike Stein ... scheint mir eine Mysterygeschichte zu sein, die auf einer Internatsinsel spielt. Geschichten mit Zwillingen/Schwestern mag ich schon immer.
In deinem Licht und Schatten von Louisa Reid ... hat ein klasse-düsteres Cover und spricht mich schon deswegen an. In dem Familiendrama geht es um zwei unterschiedliche Schwestern, die in einem Elternhaus leben, in dem Kälte und Gewalt regiert. Bis eine der Mädchen den Ausbruch wagt ... und die andere zurücklässt.



Über uns das Meer von Sabine Giebken ... reizt mich nicht nur wegen des herrlichen Designs. Es geht um Lou, die beim Apnoetauchen an ihre Grenzen geht. Dabei begleitet sie Angel, der nicht nur des Risikos wegen in die Tiefe taucht. Er scheint etwas zu suchen.
Echt von Christoph Scheuring ... handelt von Albert, der Abschiede sammelt. Jeden Tag fotografiert er am Bahnhof Unmengen von Trennungen und Tränen. Auf diesen Bildern findet er die Menschen viel wahrhaftiger als sonst. Dann lernt er Kati kennen.
Dreizehn Wünsche für einen Sommer von Morgan Matson ... steht auf der WuLi, weil ich "Amy on the Summer Road" gelesen und geliebt habe. "Vergiss den Sommer nicht" ist ein weiteres, gelobtes Sommerbuch der Autorin.


Ich bin mir ganz sicher, dass einige auch im September ihre Wunschliste erweitern werden. Die Auswahl ist für Büchersüchtige, wie immer, zum Dahinschmelzen. Verratet mir doch, welche Bücher euch besonders ansprechen.


Auf die Wunschliste!

Freitag, 22. August 2014

Doppel-Review zu "Sannah & Ham" von Tom Ellen und Lucy Ivison



Chicken House (August 2014),
Klappenbroschur, 400 Seiten,
14,99 € [D]


Genau einen Sommer lang brauchen Hannah und Sam, um ein echtes Liebespaar zu werden. Dabei ist bereits die erste Begegnung für beide unvergesslich. Wer verliebt sich schon auf dem Klo? Aber bevor das Schicksal sie endlich zueinander führt, müssen sie peinliche Situationen überstehen und die gutgemeinten, aber hirnrissigen Ratschläge ihrer Freunde umsetzen. Und dann können sie sich – hurra! - vom schrecklichsten aller schrecklichen Albträume verabschieden: womöglich NIEMALS ihre Jungfräulichkeit zu verlieren. (Cover-, Text- und Zitatquelle: Chicken House im Carlsen Verlag)



Ein Buch - zwei Perspektiven - zwei Meinungen

"Sannah & Ham" ist aus zwei Perspektiven erzählt, nämlich der von Hannah und Sam. Wir, Asaviel und Damaris, dachten uns, dass wir die zwei Hauptprotagonisten hier einfach noch etwas weiter erzählen lassen. Sie sollen bei ihrer lustig-schrägen Story selbst zu Wort kommen. Eine Abschlussmeinung gibt es natürlich dann auch noch von uns.


Die Review

Gut, dann fange ich also mal an. Hallo, ich heiße Hannah, bin 18 Jahre alt und bin der Star des Buches "Sannah & Ham". Nein, Quatsch! Als Star würde ich mich ganz und gar nicht bezeichnen, denn besonders hübsch oder gar schön, finde ich mich überhaupt nicht. Außerdem habe ich ein riesengroßes Problem. In meinem 18-jährigen Dasein hatte ich noch nie Sex. Nicht das kleinste Bisschen. Und ihr könnt mir glauben, das nagt an meinem Selbstbewusstsein. Dabei ist es nicht mal so, als wären meine drei besten Freundinnen alle total erfahren. In unserer Viererclique bin ich nicht das einzige Mädchen, das noch mit keinem Jungen geschlafen hat. Aber warum wird dann bei mir so ein Drama daraus gemacht? Vor allem von Stella, der offensichtlichen (und etwas bitchigen) Queen unserer Clique. Sie schmeißt nämlich eine Party und genau da soll es passieren. Ich werde Sex haben, mit Freddie - den ich eigentlich, denke ich mal, wahrscheinlich, ganz gerne mag. Doch dann kommt es anders. Ich begegne Sam ... auf dem Klo!

Ja, Sam. Das bin ich und der Sommer sollte perfekt werden. Die Abschlussprüfungen waren geschrieben. Das war UNSER Sommer. Leider hat schon das mit der Schulbuchverbrennung nicht so gut geklappt. Aber Partys und Frauen sollten nun im Mittelpunkt stehen. Und natürlich wollte ich auf keinen Fall als Jungfrau aufs College nach Cambridge gehen - wobei das eh nichts wird. Ich bin mir sicher, dass ich Französisch total versemmelt habe. Meine besten Freunde sehen das total locker, die wollen auch nicht nach Cambridge. Genauso ist es mit Frauen. Ich habe Jo geliebt. Also zumindest habe ich sie gewollt - glaube ich zumindest. Die hat mich abserviert. Klar, ich bin so der Normalo-Typ. Da ist nichts Besonderes an mir. Außer vielleicht, dass ich keinen Facebook-Account habe. Mit Chris kann ich zum Beispiel gar nicht mithalten. Von der Party bei Stella hab ich eigentlich nur wenig erwartet, aber dann habe ich das Ribena-Mädchen auf dem Klo getroffen. Ich hab sie nur so genannt, weil wir ein richtig gutes Gespräch über Ribena hatten - dort auf dem Klo - und ich ihren Namen nicht kannte. Ein Mädchen, mit dem man reden konnte, ohne dass man sich blöd vorkommt oder ständig überlegen muss, was man jetzt sagt. Tolles Gefühl! Bis klar war, dass sie mit diesem Freddie schlafen würde … War ja klar. Es gab immer einen Freddie …

"Meine Oma sagt immer, dass man nie einen Mann heiraten soll, der braune Anzüge trägt, einen Bart hat oder eine Brille braucht."
Sam lachte. Und ich wurde noch roter. Ich hatte ihm gerade klargemacht, dass er ein genetischer Unfall war. Dabei wollte ich eigentlich nur sagen: "Du bist so süß und ich glaube, du bist der eine für mich."
- Hannah, S. 237/238

Unsere beiden Autoren sind privat wahrscheinlich sehr lustig. So kommt es mir zumindest vor. Sie lassen Sam und mich von einer peinlichen, witzigen und haarsträubenden Situation in die nächste stolpern. Obwohl mir das alles andere als angenehm ist, konnte ich Damaris die ganze Zeit grinsen sehen (und pro Kapitel hat sie mindestens ein Mal laut gelacht). Danke schön! Wir freuen uns, dass wir so prima zu ihrer Erheiterung beigetragen haben. Vom Stil her könnte man meinen, dass sich die Leser bei unserer Geschichte in einer amerikanischen Komödie befinden. Falsch, Sam und ich leben in London. Unsere Geschichte verweilt aber nicht nur dort. Wir sind viel mit unseren Freunden unterwegs und besuchen ein großes Festival, etwa im Stil von Woodstock.
Sam und mir werden in diesem Sommer nicht nur ein paar Steinchen in den Weg gelegen, nein, es sind ganze Felsbrocken! Manches davon möchte ich möglichst schnell vergessen. Eines ist jedoch sicher: Dieser Sommer wird für mich unvergesslich bleiben. Ich denke Sam geht es genau so. Ob ich, oder wir beide, am Ende des Sommers noch Jungfrau sind, müsst ihr selbst nachlesen. Wir würden uns freuen, wenn wir euch in unserer Geschichte treffen. Ehrlich!

Eine Komödie? Was mich angeht, grenzt es ja teilweise schon an Slapstick oder zumindest an eine Sitcom. Ich muss ehrlich sagen, dass ich fast alles falsch gemacht habe, was man so falsch machen kann. Aber hey, das gehört ja zum Erwachsenwerden dazu oder? Und das haben unsere Autoren echt gut hinbekommen. Gar nicht so einfach richtig auf Papier zu bannen, wie sich das Erwachsenwerden anfühlt. Mit all den großen und kleinen Krisen, die für euch Leser bestimmt lustig sind und für uns, die wir es erleben, eher tragisch. Aber ja, ich gebe Hannah recht. Es war ein unglaublicher Sommer, der nach einem holprigen Start und vielen Umwegen in der Mitte, doch noch unvergesslich und rückblickend gut geworden ist. Das mit der Jungfräulichkeit - nun ja. Ich habe mal gehört, dass der Gentleman dazu schweigen sollte.

Und letztendlich geht es beim Entjungfertwerden weniger um einen selbst als um die anderen. Hauptsache, man kann allen erzählen, dass man es gemacht hat, damit das erledigt ist und man endlich loslegen kann. Und zwar richtig.
- Sam, S. 153


Das Fazit

Asaviels Resümee: Eine erfrischend ehrliche und direkte Geschichte haben die beiden Autoren Tom Ellen und Lucy Ivison hier auf das Papier gebracht. Mir ist die Geschichte an manchen Stellen etwas zu platt gewesen. Sie konnte mich nicht mitreißen und restlos begeistern, blieb dabei trotzdem eine nette und leichte Sommerlektüre. Hier werden tatsächlich die großen und kleinen Probleme der jungen Erwachsenen aufgezeigt, die mit den Jahren so schnell in Vergessenheit geraten, aber in dem Alter die Welt bedeuten. (Erster) Sex, Freundschaften, die (berufliche) Zukunft, die eigene Identität. Hier wurde mein Blick wieder geschärft für die Bedürfnisse und Probleme der Jugendlichen.
So wird in diese süße, teils kitschige und immer wieder amüsante Liebesgeschichte das wahre Leben verpackt.

Damaris' Resümee: "Sannah & Ham" ist klasse! Mein erster Gedanke zum Buch, war, dass ich hier tatsächlich in einer waschechten Teenie-Komödie gelandet bin. Ich habe fast permanent geschmunzelt. Und es ist genau diese Art von Büchern, denen es unter Garantie gelingt, mich zu begeistern. Locker und fetzig zu lesen, total lustig - und eine ernste Seite findet man auch. Wie unverblümt und direkt in diesem Jugendbuch über das Thema Sex gesprochen wurde, fand ich erfrischend und, äh, sehr natürlich.
Etwas überrascht war ich, wie am Ende eine Differenz zwischen Hannah und ihrer Freundin Stella gelöst wurde. Ich persönlich hätte mir hier, im Sinne von Hannah, etwas mehr Ehrlichkeit gewünscht, vor allem, weil es sonst im Buch sehr direkt zugeht. Wahrscheinlich zeigt genau diese Situation, dass im Leben nicht alles glatt oder nach Plan läuft.
Die Lovestory von Hanna und Sam ist zuckersüß-verrückt, sehr lustig und herrlich romantisch - Sannah & Ham eben. Lesen!

© Damaris Metzger, damarisliest.de & Asaviel, asaviels.blogspot.de

Samstag, 16. August 2014

Special-Gewinnspiel zur "Nachtlilien"-Trilogie



Unser Special zur Nachtlilien-Trilogie ist bereits vorbei. Aber das Beste folgt bekanntlich zum Schluss. Wir freuen und ganz besonders, dass wir mit "Nachtlilien", "Lilienwinter" und "Winterdrachen" drei weitere Leser glücklich machen können und bedanken uns hier bei der Autorin Siri Lindberg.


Gewinne eines von 3 signierten Buchpaketen,
bestehend aus der kompletten Nachtlilien-Trilogie!



Die Gewinnpakete bestehen aus den Taschenbüchern (das Cover von Bd. 1 kann evtl. abweichen) und jedes Buch ist von der Autorin signiert!


Die Teilnahme ist einfach. Beantworte die Fragen im folgenden Gewinnspielformular. TIPP: Du findest alle Antworten in den einzelnen Special-Beiträgen. Diese sind am Ende des Gewinnspiels verlinkt und du kannst sie noch einmal aufrufen, falls du bei den Fragen Hilfe benötigst.

ACHTUNG: Den Gewinnspielbeitrag findest du auf jedem der 4 Blogs, die das Nachtlilien-Special organisiert haben (nicht auf dem Youtube-Kanal, das war technisch leider nicht möglich). Du kannst auf jedem Blog 1x teilnehmen - also insgesamt 4x das Formular ausfüllen. So erhöhst du deine Chancen auf eines der drei Buchpakete. Schummeln ist nicht erlaubt. Wer mehr als diese 4 x teilnimmt, wird komplett aus dem Gewinnspiel entfernt!



Das Gewinnspiel ist beendet und wurde ausgelost. 
Jeweils eine komplette Ausgabe der Nachtlilien-Trilogie (signiert!) haben gewonnen: 

Pauline B.
Isabel H.
Yvonne R.




Die GewinnerInnen erhalten eine E-Mail. VIELEN DANK an alle für die Teilnahme, eure tollen Antworten und das Interesse an unserem Buch-Special.



Alle Blog-Beiträge des Nachtlilien-Specials im Überblick:

Damaris liest. - Die Trilogie im Überblick
Sheerisans Bücheruniversum - Das Autoreninterview
TheBookLook - Die magischen Geschöpfe Quendas (Youtube)
LenaBo's Blog - Wallpaper zum Download
Das Kleingedruckte: Jeder kann mitmachen. Wenn ihr unter 18 Jahre alt seid, benötigt ihr für die Teilnahme das Einverständnis eurer Eltern. JEDER DARF 1x AUF JEDEM VERLINKTEN BLOG TEILNEHMEN, INSGESAMT ALSO 4x! ACHTUNG: WER MEHR ALS DIESE 4x TEILNIMMT, WIRD VOM GEWINNSPIEL AUSGESCHLOSSEN. Die Gewinner werden nach Ablauf des Gewinnspiels per E-Mail benachrichtigt und hier im Beitrag genannt. Die Gewinnpakete werden nur an eine deutsche Postadresse geschickt. E-Mail-Adressen und genannte Versandadressen werden sofort nach Beendigung gelöscht. Reine Gewinnspielblogs sind von der Teilnahme ausgeschlossen. Die Auslosung erfolgt über Random.org. Teilnahmeschluss ist Samstag, der 23.08.2014

Donnerstag, 14. August 2014

Review zu "Glücksdrachenzeit" von Katrin Zipse



Magellan (Juli 2014),
Hardcover/SU, 272 Seiten,
16,95 € [D]


Ihr älterer Bruder Kolja ist Nellies Ein und Alles. Gemeinsam trotzen sie der ganzen Welt - zumindest war das einmal so. Jetzt aber ist Kolja nach Frankreich abgehauen, und Nellie beschließt, dass sie was unternehmen muss. Sie macht sich auf, um ihren Bruder nach Hause zu holen. Unterwegs trifft sie die zauberhafte Miss Wedlock, die neben geheimnisvollen Plastiktüten auch noch eine traumatische Vergangenheit mit sich herumschleppt, und den ganz und gar hinreißenden Elias. In Miss Wedlocks pfefferminzgrünem Oldtimer düsen sie nach Avignon, wo sie nicht nur auf einen störrischen Kolja, sondern auch auf eine ganze Horde Drogendealer stoßen ... (Cover-, Text- und Zitatrechte: Magellan Verlag)


Okay. Es kommt, wie es kommt. Und dann reagiert man eben. Aber nicht vorher. Vorher nie. - S. 10


Meine Meinung
"Glücksdrachenzeit" hat nicht nur einen ungewöhnlichen und lustigen Titel, auch die Optik ist zum Knuddeln. Außen und innen, komplett ansprechend! Gleich zu Anfang fragte ich mich, ob der herzliche Buchtitel wohl einen Bezug zur Geschichte herstellt. Ja, das tut er. Und ich kann jetzt schon verraten, dass mich die Geschichte ab Beginn vereinnahmte, zwischendurch überraschte und am Ende atemlos und zufrieden zurückließ. So ist "Glücksdrachenzeit" für mich das perfekte Gesamtpaket. Gestaltung top - Geschichte meisterhaft!

Die Geschichte beginnt damit, dass sich Kolja eines nachts von Hauptprotagonistin Nellie verabschiedet, um für unbestimmt Zeit abzuhauen. Er verlässt die Familie, weil er das Gefühl hat, nicht der Sohn zu sein, den die Eltern wollten, der zu ihnen passt. Nellie fällt in ein tiefes Loch, denn schon immer waren es ihr Bruder und sie, die zusammenhielten. Die Eltern waren dabei zweitrangig. Schon hier gewinnt man den Eindruck, dass innerhalb von Nellies Familie etwas gehörig schief läuft, dass sich die Familie auseinandergelebt hat oder etwas vorgefallen ist, dass diese unsichtbaren Mauern zwischen Kindern und Eltern geschaffen hat. Während des Buches erhält man immer mehr Einblick, und hat am Ende ein vollständiges Bild der Situation.

Nellie beschließt also, ihrem Bruder nachzutrampen. Sie hat zu Hause sonst keine Bezugsperson, fühlt sich einsam und von den Freundinnen und Klassenkameraden geschnitten. Sie schnappt sich Jackson, ihren Hund, und begibt sich auf Spurensuche, immer in Koljas Richtung.

In dieser Nacht sitze ich mit einem wildfremden Jungen auf der Bordsteinkante einer Autobahnraststätte, und es gibt keinen Ort, an dem ich lieber wäre. Denn diese Nacht ist eine Zaubernacht im Niemandsland. Sogar für jemanden der nicht an Magie glaubt. - S. 110

Wen das Buch noch nicht von Anfang an mit seinem auffallenden und speziellen Stil begeisterte (wie mich!), der ist spätestens ab Nellies Aufbruch gefesselt. Was sie erlebt ist abwechslungsreich, bedrohlich, lustig, kurios, herzlich und spannend. Auf unter 300 Seiten gelingt der Autorin ein Meisterstück. Dabei ist nicht jede Person im Buch bis aufs kleinste Detail beschrieben und ausgearbeitet. Sie passen alle perfekt ins Gesamtbild und bereichern den Roman auf ihre ganz eigene Art.
Neben der Hauptgeschichte und den kurzen Rückblenden, die zum Ende hin Nellies Familiensituation verdeutlichen, gibt es noch kurze, hervorgehobene Passagen, die mit einer anderen Person der Erzählung zu tun haben. Zuerst kann man den Inhalt nicht zuordnen, die Auflösung ging mir persönlich sehr nahe und ich habe genau diese Passagen an Ende nochmals zusammenhängend gelesen.

"Glücksdrachenzeit" besitzt ein spannendes und aufwühlendes Finale, dass ich nach den vorangegangenen Erlebnissen gar nicht mehr erwartet hätte. Einige Familienprobleme bleiben offen, doch man hat die Gewissheit, dass Nellie ihre einschneidende Vergangenheit aufarbeiten konnte. Am Ende darf auch noch das Schicksal mitspielen und macht in der Gesamtsicht das Buch perfekt.

Fazit
Ich lese wirklich viel und vieles gefällt mir! Und dann gibt es da noch diese Bücher, die nicht nur äußerlich zucker sind (hey, Rot/Weiß-gepunktet!), sondern deren Inhalt mich so verzückt, dass mein Herz vor Freude hüpft. "Glücksdrachenzeit" hat einen einzigartigen Stil, die Geschichte ein unvergessliche und ergreifende Handschrift. Dieses gewisse Etwas, das dieses Buch erstklassig macht. Am Ende möchte man es, mit der Kenntnis, die man während des Lesens erlangt, sofort noch mal von vorne lesen. Lieblingsbuchstatus!

© Damaris Metzger, damarisliest.de

Montag, 11. August 2014

Nachtlilien, Lilienwinter und Winterdrachen - Das Trilogie-Special - Tag 1



Vanessa, Marie, Gwen, Lena und ich sind Fans eines tollen Buches - "Nachtlilien"! Kenner der High Fantasy-Geschichte werden bestätigen, dass das Buch etwas ganz Besonderes ist. Das alleine wäre ein Grund ihm ein Special zu widmen. Doch jetzt wurden mit "Lilienwinter" und "Winterdrachen" gleich zwei Fortsetzungen veröffentlicht, die den ehemaligen Einzelband zur Trilogie erweiterten. Unsere Freude darüber war riesig! Wir packen die Gelegenheit beim Schopf und stellen euch die komplette Trilogie etwas genauer vor.



Die Bildhauerin Jerusha erfährt eines Tages von ihrer Großmutter, dass auf allen Frauen ihres Clans ein Fluch lastet. Er zwingt sie, ihre Männer oder Geliebten zu verraten und verletzen, sei es durch Untreue, Mord oder Verrat. Dieser Fluch hat schon viel Leid über die Familie gebracht. Weil Jerusha verlobt ist und ihr weiteres Leben davon abhängt, will sie den Fluch unbedingt rückgängig machen. Sie begibt sich auf eine gefährliche Spurensuche durch das Land und trifft dabei auf den Krieger Kiéran, der selbst mit einem schlimmen Schicksal zu kämpfen hat. Jerusha ahnt nicht, wie lange und schonungslos ihre Reise sein wird.

  

v.l.n.r. Hardcover, Taschenbuch, E-Book (neu)




Genau das soll hier nicht verraten werden. Wo bliebe denn dann der Spaß?! Auch wenn "Nachtlilien" ursprünglich ein Einzelband war, geht es mit Jerusha und Kiéran weiter. Und glaubt mir, nach den wunderbaren ersten Band WILL man unbedingt weiterlesen. In "Lilienwinter" und "Winterdrachen" begleitet man die beiden bei einem pikanten Auftrag. Es wird spannend, lustig, kriegerisch und magisch!

 

erhältlich als Hardcover, Taschenbuch und E-Book




Alle drei Bücher sind eine High Fantasy-Geschichte. Das heißt, sie spielen in einem imaginären Land mit eigenen Gesetzen und Gebräuchen. Dazu kommen magische Dinge, Personen und Geschöpfe, die den Reiz des High Fantasy-Genres ausmachen.
Die Trilogie, vor allem Band 1 ist umfangreich. Aber im Gegensatz zu vielen Bücher dieses Genres ist die die Nachtlilien-Trilogie nicht kompliziert oder gar schwierig. Eine moderne (nicht altertümliche) Sprache macht die Geschichten zu einem mitreißenden High Fantasy-Spaß.






Das war mein erster Überblick in unserem 5-tägigen Special. Schon morgen geht es bei Vanessa und Sheerisans Bücheruniversum weiter. Wir haben spannende Infos und schöne Gimmicks für euch!

Habt ihr Fragen zur Trilogie oder einem der Bücher im Speziellen? Dann schreibt mir gerne eine E-Mail, einen Kommentar zu diesem Beitrag oder verwendet das Kontaktformular am Ende der Seite.


Alle Stationen unseres Specials im Überblick:

11.8. - Damaris liest. - Die Trilogie im Überblick
12.8. - Sheerisans Bücheruniversum - Das Autoreninterview
13.8. - TheBookLook - Die magischen Geschöpfe Quendas
14.8. - LenaBo's Blog - Wallpaper zum Download
15.8. - Wortmalerei - Die 10 besten Gründe diese Trilogie zu lesen

16.8. - Gewinnspiel auf allen Blogs



  

Sonntag, 10. August 2014

Rezension zu "Zertrennlich" von Saskia Sarginson



Verlag: script5 (Juli 2014)
Originaltitel: The Twins
Übersetzer: Jessika Komina und Sandra Knuffinke
Reihe: -
Ausführung: Hardcover/SU, 416 S.
ISBN: 978-3839001523
18,95 € [D]

Genre: Schicksalsroman

© Cover- und Zitatrecht: script5 Verlag


Das Thema
Isolte und Viola Love leben in London. Sie sind Zwillinge, tragen nicht nur den entsprechenden Nachnamen, sondern sind als Kinder ein Herz und eine Seele. Unzertrennlich. Doch dann ist etwas geschehen, in jenem Sommer, als die beiden zwölf Jahre alt waren. Etwas, das nur der war Anfang von einem großen Unglück. Ein tiefer Graben entstand in der Vertrautheit der Zwillinge, sie wurden zertrennlich.
Während Isolte in London eine erfolgreiche Modereporterin ist, hungert sich Viola zu Tode und liegt in einem Krankenhaus. Als Isolte die Gelegenheit bekommt, an den Ort ihrer Kindheit zu reisen, drängt besonders die kranke Viola darauf. Vielleicht ist das für beide die Chance, die Vergangenheit aufzuarbeiten.

Die Rezension

Der Anfang: Wir sind nicht immer Zwillinge gewesen. Früher waren wir ein einziger Mensch.

Zwillingen haftet eine besondere Verbindung an. Oft wie ein Band, durch das der jeweils andere Gefühle oder Befinden wahrnehmen kann. Auch Schwesternliebe geht meist sehr tief. Gerade diese beiden Personengruppen wird "Zertrennlich" stark ansprechen. Will man doch unbedingt wissen, was es war, das die Kindheit der Schwestern Isolte und Viola durcheinanderwirbelte und schlussendlich dafür sorgte, dass in dieser Einheit ein Bruch entstand. Lesern von Familienschicksalen kann dieser nachdrückliche Roman besonders ans Herz gelegt werden.

Aber es sind immer die Menschen, die wir lieben, denen wir am meisten wehtun.
- S. 305

"Zertrennlich" folgt einer ganz eigenen Erzählweise. Hier wird nicht nur die jeweilige Sicht der beiden Schwestern wiedergeben (in der Ich- und personalen Form), auch wechselt der Schauplatz zwischen dem Jetzt, der frühen Vergangenheit und der Zeit nach dem einscheidenden Erlebnis ab. Die Kapitel sind zwar in Abschnitte unterteilt, man benötigt aber pro Abschnitt kurze Zeit, um zu erfassen, wo in der Geschichte man sich gerade befindet. Mit der Zeit weiß man aber sehr gut, woran man die Zeitepochen erkennen kann. Diese Form ist bei Romanen zwar nicht gewöhnlich, hat aber durchaus ihren ganz eigenen Reiz.

Viola und Isolte sind komplett unterschiedliche Charaktere. Sie haben schon in der Kindheit Eigenheiten, die sie aneinander stören. Trotzdem ist da dieses Band, das beide fest zusammenschweißt. Erst in besagtem Sommer kommt es zu diesem Riss, der die jungen Frauen bis über das Erwachsenwerden hinaus begleitet. Vor allem Viola will sich nie anpassen. Während ihre Schwester erfolgreich wird, rutscht sie unweigerlich in die Magersucht.
Interessant sind nicht nur die Erzählungen im Heute/Jetzt (Isolte hat einen erfolgreichen Beruf, Viola liegt komplett abgemagert im Krankenhaus). Es sind vor allem die Dinge in der Kindheit, die familiären Bedingungen und Bekanntschaften der Zwillinge, die für Aufruhr beim Leser sorgen.

Eine leichte Bö zupft die Blätter von den Bäumen und lässt sie durch die Luft trudeln.
"Wusstest du", sagt sie, "dass man ein Jahr Glück hat, wenn man ein fallendes Blatt fängt?" - S. 388

Mit "Zertrennlich" hat Saskia Sarginson keinen einfachen Roman geschrieben. Es benötigt kurze Zeit, bis es der melancholischen Geschichte gelingt, den Leser bei der Stange zu halten. Danach übt das Buch eine unwiderstehliche Anziehungskraft aus. Viele Gefühle der Zwillinge gehen tief und über allem schwebt die eine Sache, das schlimme Ereignis, das noch folgen wird. Wie gravierend die Auflösung dann ist, liegt im Ermessen des einzelnen Lesers. Die Folgen für die Mädchen sind aber furchtbar.
Zum Glück endet das Buch mit einem echten Silberstreif am Horizont. Nicht problemfrei, aber hoffnungsvoll und zufriedenstellend.

Das persönliche Fazit
"Zertrennlich" trennt wahrscheinlich die Lesermeinung. Während einige bei dem Buch in Richtung Thriller denken, ist es eher ein Schicksalsbuch, verbunden mit einem Familiendrama und einer sehr speziellen Kindheitsgeschichte. Es ist einer Geschichte, zu der nicht jeder Zugang finden wird. Das Lesen braucht Zeit, es kein Lese-Ich-Nebenbei-Buch. Obwohl man anfangs die Fäden der Handlung zuordnen muss, hat das Buch seine Wirkung bei mir nicht verfehlt und mich während der Lesestunden sehr vereinnahmt. Die Folgen aus den Kindheitsereignissen der Schwestern gehen sehr zu Herzen und die tragende Melancholie, durchzogen mit Erfahrungen, Rückschlägen, aber auch Freude, hat mir die Geschichte nahe gebracht. 4 Sterne.


Aufmachung: 4 / 5
Handlung: 4 / 5
Charaktere: 4 / 5
Lesespaß: 3,5 / 5
Preis/Leistung: 4 / 5

© Damaris Metzger, damarisliest.de



Montag, 4. August 2014

Buchzugänge vs. Buchabgänge vs. Geflüster im Juli 2014

Ab nächste Woche beginnen die Sommerferien, sprich Familienzeit. Bis dahin habe noch einiges zu tun.

Gerade bin ich mit einigen Bloggerinnen und einer Vloggerin in der Vorbereitung für eine Vorstellung der Nachtlilien-Trilogie, einer tollen High Fantasy-Reihe, bei der der erste Band lange Zeit als Einzelband konzipiert war. Jetzt hat die Autorin gleich zwei Fortsetzungen veröffentlicht. Seid gespannt.
Zusammen mit meiner befreundeten Bloggerin Asaviel (Asaviels Bücher-Allerlei) lese ich im August eine Neuerscheinung des Chicken House Verlags. Dazu gibt es dann von uns beiden eine Doppelrezension zum Buch. Bin schon gespannt, was uns so einfällt.
Dann folgen noch einige aktuelle Rezensionen im August, ich schreibe einen externen News-Beitrag und durchstöbere die Neuerscheinungen der Verlage für September. Das reicht dann auch.

Im Juli habe ich drei Sommergewinnspiele veranstaltet und drei Neuerscheinungen, vier Schicksalsbücher und die komplette Harry Potter-Reihe als Hardcover verlost (-> nein, ich gebe meine eigene Reihe natürlich nicht her - hatte das Glück, einige Bände doppelt zu besitzen und habe den Rest ergänzt, um die komplette Reihe zu verlosen).
Die Aktionen haben mir viel Spaß gemacht und das Interesse war groß. Leider musste ich beim Harry Potter-Gewinnspiel so viele Schummler wie noch nie aussortieren, die sich durch Mehrfach- oder regelwidrige Teilnahme disqualifizierten. Schade um die vertane Chance, aber hier soll es ehrlich zugehen.


Meine Buchzugänge vom Juli 2014 - 7 Bücher:




Das wirst du bereuen ist nicht mehr auf dem Foto. Ich habe es bei den Schicksalsbüchern meines Sommergewinnspieles verlost. 

Der Juli war ein absoluter Loewe Verlag-Neuerscheinungsmonat. Darum sind hier auch gleich drei Bücher auf meinen SuB gewandert (zwei davon bereits gelesen). Legend: Berstende Sterne und Die Vernichteten, beides Trilogieabschlüsse, und der Einzelband Zertrennlich.

Wenn ihr uns findet habe mir ertauscht. Freue mich nach den vielen postiven Stimmen ganz besonders darauf. Sehr anspruchsvoll-verrück war Wo ein bisschen Zeit ist ... und Skylark: Der eiserne Wald ist ein Reihenbeginn, der bereits im Juni erschien und von vielen sehnsüchtig erwartet wurde. 


Buchabgänge - gelesen habe ich im Juli 9 Bücher:




Ich gegen dich von Jenny Downham ... gehörte zu den ältesten Büchern auf meinem SuB. Ich frage mich, warum? Denn die Story war wirklicht gut. Sehr problembelastet, sehr echt.
Firelight: Leuchtendes Herz von Sophie Jordan ... ist der Abschluss der Firelight-Trilogie und schon eine Weile auf dem Markt. Gekauft habe ich mir das Buch erst kürzlich. Der Abschluss hat mich zwar nicht so begeistert, wie noch Band 1 und 2, war aber sehr gut zu lesen und endetet, wie von mir erhofft.
Das wist du bereuen von Amanda Maciel ... wurde unter den Buch-Bloggern heiß diskutiert. Bei einigen kam das Buch, das das Thema Mobbing aus der Sicht der Tätet aufgreift, überhaupt nicht an, andere fanden es sehr erschreckend. Ich zähle mich zu Letzteren. (meine "Das wirst du bereuen"-Rezension gibt's hier)



Lilienwinter von Siri Lindberg ... ist der zweite Teil der Nachtlilien-Trilogie. Band 1 gehört zu meinen absoluten Lieblingsbüchern und es war einfach super, wieder in die High Fantasy-Welt von Quenda zurückzukehren. (meine "Lilienwinter"-Rezension gibt's hier)
Legend: Berstende Sterne von Marie Lu ... hat, wie auch schon seine Vorgänger, einen sehr opulenten Untertitel. Er passt aber, denn die gesamte Trilogie ist ein Muss und gehört zu den besten ihres Genres. (meine "Legend: Berstende Sterne"-Rezension gibt's hier)
Skylark: der eiserne Wald von Meagan Spooner ... wurde von mir heiß erwartet, konnte mich aber nicht wie gewünscht erreichen. Die Idee ist klasse. Die Umsetzung eher weniger. Trotz viel Handlung erschien mir das Buch manchmal etwas zäh. (meine "Skylark: Der eiserne Wald"-Review gibt's hier)



Legend: Das Prequel von Marie Lu ... ist eine Short-Story zur Legend-Trilogie und spielt drei Jahre vor Band 1. Day und June erzählen jeweils eine Geschichte aus ihrem Leben. Day, als 12-Jähriger, berichtet vom harten Überlebenskampf auf der Straße. June beginnt als jüngstes Mädchen, ebenfalls mit zwölf, ihr Studium an der Drake Universität. Große Klasse!
Winterdrachen von Siri Lindberg ... schließt die Nachtlilien-Trilogie ab. Es war gleichzeitig schön, erneut mit Jerusha und Kiéran zu reisen und in den Kampf zu ziehen und traurig, dass es so schnell wieder vorbei war. (meine "Winterdrachen"-Rezension gibt's hier)
Wo ein bisschen Zeit ist ... von Emil Ostrovski ... hat mich im Juli am meisten herausgefordert. Die Story zählt für mich zur Hochliteratur des Jugendbuchs. So viel (schwierige) Philosophie hatte ich nicht erwartet. Trotzdem lohnt sich das Buch. Es ist verrückt-roadtripmäßig-anders ... und eben sehr, sehr philosophisch. (meine "Wo ein bisschen Zeit ist ..."-Review gibt's hier)


Highlights: Ganz klar war "Legend: Berstende Sterne" mein Highlight im Juli. Der Trilogie-Abschluss ist wunderbar. Damit gehört die Legend-Reihe zu den besten Jugenddystopien.

Lowlights: Von "Skylark: Der eiserne Wald" hatte ich mir mehr erwartet. Der Genremix war toll, aber die Handlung recht zäh, obwohl sehr viel passiert. Gegen Ende schaffte es das Buch, mein Interesse für Band 2 zu wecken. Priorität hat die Fortsetzung aber nicht.