Freitag, 27. Juni 2014

Rezension zu "Silber: Das zweite Buch der Träume" von Kerstin Gier



Verlag: FJB (Juni 2014)
Originaltitel: -
Übersetzer: -
Reihe: Band 2/3, ab ca. 14 J.
Ausführung: Hardcover/SU, 416 S.
ISBN: 978-3841421678
19,99 € [D]

Genre: Urban Fantasy

© Cover - und Zitatrechte: Fischer FJB


Das Thema
Nach den vorangegangenen Ereignissen wollte Liv das aktive Träumen eigentlich sein lassen und sich nicht mehr im Traumkorridor herumtreiben. Die Jungs-Clique hat sich zerstreut. Jasper weilt im Ausland, Arthur und Liv gehen sich aus dem Weg und Grayson ist vollkommen dagegen aktiv zu träumen oder andere im Traum zu bespitzeln. Dennoch kann es Liv nicht lassen und trifft sich mit ihrem Freund Henry fast jede Nacht in ihren Träumen. Doch Liv fühlt sich hier immer häufiger beobachtet und verfolgt. Als dann noch der seltsame Senator Tod auftaucht und Livs Schwester Mia plötzlich schlafwandelt, scheint das alles kein harmloser Zufall mehr zu sein.

Die Rezension

Der Anfang: Charles hatte es mir wirklich nicht schwergemacht, seine Tür zu finden: Sie war mit einem lebensgroßen Foto von ihm selber bedruckt, breit grinsend in einem blütenweisen Kittel, auf dessen Brusttasche "Dr. med. dent. Charles Spencer" stand, und darunter: "Der Beste, den Sie für Ihre Zähne bekommen können.

Wenn man ein Buch gelesen hat, das so viel Lesespaß brachte wie "Silber: Das erste Buch der Träume", bei dem herzlicher Humor, gemixt mit Spannung, einfach das gewisse Etwas ausmachten, steht der Nachfolgeband ganz oben auf der persönlichen Leseliste. "Silber: Das zweite Buch der Träume" enttäuscht nicht. Im Allgemeinen liest es sich zwar wie ein typischer Mittelband, glänzt aber seinerseits mit einem gewissen Etwas - nicht silbern, aber Türkis!

Die Handlung startet nicht lange nach den Ereignissen in Band 1. Doch die Situation ist anders und der Leser muss einige neue Umstände akzeptieren. Zwar gibt es ein Wiedersehen mit allen bekannten und unbekannten (Secrecy!) Charakteren - bis auf Jasper, der ist das komplette Buch über im Ausland -, doch ein großer Hauptbestandteil der Geschichte hat sich geändert. Die "Clique der schönen Jungs" besteht nicht mehr in ihrer ursprünglichen Form. Schade eigentlich, doch unumgänglich, wenn man den Werdegang der Story überblickt.
Auch hier wird diese ganz spezielle Art von Kerstin Giers Humor großgeschrieben. Man ist oft am Schmunzeln und einige Aktionen sind so lustig, dass man über Seiten hinweg permanent grinst. Insgesamt ist "Das zweite Buch der Träume" jedoch etwas sparsamer mit dem Humor als der Vorgängerband. Die Herzlichkeit zwischen den Zeilen beeindruckt auch hier und bringt einen großen Wohlfühlcharakter ins Buch.

Juristisch betrachtet, war es natürlich ein Diebstahl, aber diese Sorte fellgefütterte Trappermützen mit Ohrenklappen, die ich Charles entwendet hatte, stand nur den wenigsten Menschen gut. Die meisten sahen darin aus wie unterbelichtete Schafe, [...], also hatte ich ihm im Grunde sogar einen Gefallen getan. Hoffentlich kam nur niemand in mein Zimmer und sah mich mit der dämlichen Mütze im Bett liegen. - S. 10

"Es hat gerade erst begonnen" waren Anabels Abschlussworte im ersten Buch der Träume. Damit stieg die Neugierde auf die Ereignisse im zweiten Buch fast ins Unermessliche. So ist es etwas verwunderlich, dass die Handlung über die komplette erste Hälfte auf kein bestimmtes Ziel zusteuert. Man begleitet die sympathische und sehr menschlich gestaltete Liv durch ihren Alltag und erlebt mit ihr allerhand Lustiges und auch Kurioses. Gerade das macht Spaß und das Buch wird auch so zum Pageturner. Erst in der zweiten Hälfte deutet sich an, in welche Richtung die Geschichte gehen könnte. Ein richtiger oder brachialer Höhepunkt fehlt aber auch hier.

Wer sich seine Gedanken um den Bösewicht dieser Geschichte gemacht hat, könnte überrascht werden. Denn in diese Richtung gehen die Gedanken sicherlich nicht sofort. Einige Erklärungen für das Verhalten gewisser Personen lässt die Autorin noch offen und auch das Rätselraten um die geheimnisvolle Secrecy bleibt in vollem Gange.
Wem die Traumwelt in der vorigen Geschichte zu abstrakt oder wenig greifbar war, kann sich hier freuen. Sie fügt sich exakt in die Handlung ein. Ganz am Ende bekommt man nochmals eine genaue und augenzwinkernde Erklärung, wie das mit dem Traumkorridor und den Türen "funktioniert". Herrlich!

Das persönliche Fazit
Die Silber-Gold-Wortspiele zu dieser Reihe sind ja bekannt und bieten sich geradezu an. Silber steht drauf, Gold ist drin traf auf den ersten Band zu, ist jetzt aber zweitrangig. "Silber: Das zweite Buch der Träume" ist Türkis - wunderschön Türkis! Und ganz unabhängig davon, dass dies meine persönliche Lieblingsfarbe ist, ist das Buch eine klare Empfehlung. Trotz kleiner Kritikpunkte ist auch "Das zweite Buch der Träume" ein echter Seitenmagnet. Liv ist einmalig authentisch und ihr Charakter, samt Familie, liest sich wieder einmal direkt ins Herz. Der Abschlussband wird ein Höhepunkt 2015 ... denn es hat gerade erst begonnen. Dream on - 4 Sterne!

Aufmachung 5 / 5
Handlung: 3,5 / 5
Charaktere: 4 / 5
Lesespaß: 4,5 / 5
Preis/Leistung: 4,5 / 5

© Damaris Metzger, damarisliest.de



Reiheninfo Silber-Trilogie: 

Band 2 - "Silber: Das zweite Buch der Träume"

Mittwoch, 25. Juni 2014

Auf die Wunschliste! - Neuerscheinungen im Juli 2014

Der Juli wird voll - voller Buchneuerscheinungen. Beim Stöbern durch die Verlagsvorschauen war ich begeistert und konnte mich dementsprechend kaum bremsen. Als sich dann am Ende herausstellte, dass die ausgewählten Wunschlistenbücher diesen Beitrag sprengen würden, hieß es selektieren und Entscheidungen treffen. Welche der ausgesuchten Bücher müssen gelesen werden? Welche nur vielleicht? Sind Wackelkandidaten dabei, die nicht unbedingt auf die Wunschliste gehören? Es ist fast unmöglich hier objektiv zu entscheiden. 14 Bücher blieben übrig. Bei diesen heißt es jetzt aber definitiv: Ab auf die Wunschliste!


Fanatasy - Dystopien

(erhalte genaue Buchinfos mit einem Klick auf das jeweilige Cover)



Legend: Berstende Sterne von Marie Lu ... steht bei mir ganz oben auf der Leseliste! Der Vorgängerband "Schwelender Sturm" hat mich sehr begeistert und emotional mitgenommen. Von Englischlesern habe ich für den finalen Band dasselbe gehört. Ich bibbere! ("Legend: Schwelender Sturm"-Rezension)
Die Vernichteten von Ursula Poznanski ... ist ein weiterer Trilogieabschluss. Die Vorgänger waren beide absolut genial und gehören einfach zu den besten deutschsprachigen Dystopien! ("Die Verschworenen"-Rezension)
Shadow World: Kampf der Seelen von Melissa Marr ... habe ich durch Steffi entdeckt. Die Story interessiert mich total. Sie klingt nach Urban Fantasy mit Dystopie-Touch (?). Der Nachteil - es ist ein Reihenauftakt und der 2. Band ist auf Englisch noch nicht mal geschrieben.


Schicksal - Spannung - Historisch

(erhalte genaue Buchinfos mit einem Klick auf das jeweilige Cover)



Perfekt ist jetzt von Tim Tharp ... handelt von Sutter, der anscheinend nichts braucht als eine Menge Alkohol, um gut drauf zu sein. Dass er dadurch nichts auf die Reihe bekommt, stört ihn nicht sonderlich. Bis er sich in Aimee verliebt.
Der Sommer als Chad ging und Daisy kam von Jennifer Gooch Hummer ... spricht schon von Titel und Gestaltung an. Dahinter verbirgt sich ein Buch über Schicksalsbewältigung und die Auseinandersetzung mit Krankheit oder dem Sterben.
Im dunklen Licht der Tage von Lydia Syson ... ist ein historischer Liebesroman, der im spanischen Bürgerkrieg spielt. Er wird vom Verlag mit dem Lesegefühl von "Der englische Patient" verglichen.



Jenseits der blauen Grenze von Dorit Linke ... erzählt von Hanna und Adreas, die im DDR von 1989 ins Visir der Staatsmacht geraden sind. Ihre einzige Chance auf ein selbstbestimmtes Leben liegt in der Flucht über die Ostsee. Fünfzig Kilometer Wasser trennen sie von der Freiheit ...
Zertrennlich von Saskia Sarginson ... ist die Geschichte zweier Schwestern, die früher alles verband und die jetzt, fünfzehn Jahre später, anscheinend nichts mehr gemeinsam haben. Was ist passiert, in jenem Sommer?


Romane - Lovestorys - Sommerbücher

(erhalte genaue Buchinfos mit einem Klick auf das jeweilige Cover)



Bird und ich und der Sommer, in dem ich fliegen lernte von Crystal Chan ... bestätigt mal wieder, dass lange Buchtitel gerade in sind. Jewel lebt mit ihrer Multikulti-Familie auf dem Land. Als ihr Vertrauen missbraucht wird, lernt sie, dass man über manche Dinge nicht schweigen darf.
Bevor die Nacht geht von Patrycja Spychalski ... ist für mich ein Muss-Buch, weil ich bisher alle Bücher der Autorin verschlungen und geliebt habe. Kim und Jacob machen eine Nacht lang einen Berlin-Trip, bevor Jacob am nächsten Tag für ein Jahr weggeht. ("Ich würde dich so gerne küssen"-High Five)
Wo ein bisschen Zeit ist ... von Emil Ostrovski ... wurde mir sehr ans Herz gelegt. Und mit Erfolg, denn das Buch sprang mich sofort an. Drei Teenager und ein Baby, in einem Roadmovie-Roman, auf der Flucht vor der Polizei. Klingt total crazy, aber auch herzlich. Muss ich lesen!



Glücksdrachenzeit von Katrin Zipse ... sieht so hübsch aus, mit dieser rot-weiß-gepunkteten Optik. Nellie macht sich auf, um ihren Bruder, der nach Frankreich abgehauen ist, zu holen. Doch ob der sich so ohne Weiteres abholen lässt?
Lieder eines Sommers von Cath Crowley ... ist mal wieder ein lustmachendes Sommerbuch. Jeden Sommer verbringt Charlie bei ihrem Großvater auf dem Land. Seit Jahren versucht sie eine Freundschaft zu der mürrischen Rose aufzubauen.
Im freien Fall oder wie ich mich in eine Pappfigur verliebte von Jessica Park ... wurde in den USA ein E-Book-Bestseller. Die Geschichte klingt, alleine wegen des Titels, so herrlich lustig verrückt und warmherzig.


Gut, das reicht jetzt aber auch. Ich glaube ich buche mir jetzt täglich zwei Lesestunden mehr. Wahnsinn, wie viele tolle Bücher im Juli erscheinen. Das ein oder andere wird sicher auch bald bei euch landen, oder?


Auf die Wunschliste!

Montag, 23. Juni 2014

Rezension zu "Stigmata: Nichts bleibt verborgen" von Beatrix Gurian



Verlag: Arena (Mai 2014)
Originaltitel: -
Übersetzer: -
Reihe: - , ab ca. 14-17 J.
Ausführung: Hardcover/SU, 384 S.
ISBN: 978-3401069999
16,99 € [D]

Genre: Mystery Thriller

© Cover- und Zitatrechte: Arena Verlag


Das Thema
Nachdem ihre Mutter tödlich verunglückt ist, ist Emma vor Trauer komplett aus der Bahn geworfen. Sie möchte keinen Kontakt zur Außenwelt und verkriecht sich in der kleinen Wohnung. Bis sie eines Tages ein rätselhaftes Päckchen mit einem alten Fotoalbum und einer Aufforderung erhält: Wenn du wissen willst, wer die Mörder deiner Mutter sind, dann meldest du dich an.
Emma kann kaum glauben, dass jemand ihre sanftmütige Mutter umgebracht haben könnte. Trotzdem meldet sie sich bei dem Elite-Jugendcamp an und trifft sich mit den anderen Teilnehmern in einem alten, gruseligen Jagdschloss in den Bergen Bayerns. Bald werden die Ereignisse dort immer mysteriöser und Emma weiß nicht, welcher der Teilnehmer ein falsches Spiel spielt.

Die Rezension

Der Anfang: Sie versteckte den Brief in ihrer Rocktasche und eilte in ihr Büro im oberen Stockwert, von dem aus sie einen guten Überblick über das Gelände hatte und jede Drückebergerin sofort entdecken konnte.

Viele Jugendbücher stechen schon optisch aus der breiten Masse heraus und "Stigmata: Nichts bleibt verborgen" ist darunter ein echtes Sahnestück. Schon der Einband verspricht ein mysteriöses und gruseliges Leseerlebnis und auch das Innenleben des Buches ist prächtig. Der verschnörkelte Zweifarbdruck, optische Seitenhervorhebungen und die vielen gruseligen Fotos, die die Geschichte in regelmäßigen Abständen untermalen, sind eine wahre Augenweide. Zu Anfang gleich ein Tipp: Die Fotos nicht vorher anschauen, sondern mit der Geschichte genießen und sich gruseln.

Ich beiße die Zähne zusammen, ignoriere den Rucksack, der mit jedem Kilometer schwerer auf meinem schweißnassen Rücken lastet, ich ignoriere die Blasen, die sich an meinen Füßen gebildet haben, und ganz sicher ignoriere ich den inneren Schweinehund, der mich ständig in Versuchung führen will, auszuruhen, in das dunkle Tal hinunterzustarren und loszuheulen. Ich habe genug geweint, nun muss ich wissen, was hier gespielt wird. - Emma, S. 12

Emma ist völlig vor den Kopf gestoßen, dass jemand ihre Mutter umgebracht hat, scheint einfach nicht im Bereich des Möglichen. Schon während der ersten Tage nach dem Unfall hatten sich zwar einige Dinge angedeutet, die Emma komisch vorkamen, doch die Sanftmut und Freundlichkeit ihrer Mutter schließen für Emma einen Mord komplett aus. Umso bestimmter möchte sie der Sache auf den Grund gehen. Der Leser erlebt hier ein Mädchen, das zwar verletzlich und voller Trauer ist, in vielen Situationen aber über sich hinauswächst.

Während Emma die Geschehnisse im Jagdschloss in der Gegenwart erlebt, erzählt sie einiges, das sich in der Zeit nach dem Unfall ihrer Mutter ereignet hat, in der Vergangenheit. So erhält man mit der Zeit ein vollständiges Bild ihrer Beweggründe, der mysteriösen Sache auf den Grund zu gehen. Zusätzlich erzählt die Autorin einige schaurige Szenen, die sich viel früher abgespielt haben und bei denen man erst mit der Zeit konkret benennen kann, wie sie mit Emmas Geschichte zusammenhängen. Gerade die Blicke in die Vergangenheit sind sehr befremdlich, oft fanatisch und schlimm ... und fesseln darum ganz besonders stark.

Die von Anfang an gruselige und bedrohliche Atmosphäre in "Stigmata: Nichts bleibt verborgen", hält das Buch bis zum Ende. Man möchte ab Beginn wissen, wie die Situationen zusammenhängen. Die Verknüpfung einer erdachten Geschichte mit den mancherorts religiös-fanatischen Wertvorstellungen aus der Kinderzeit von Emmas Mutter sind sehr beklemmend. Hier hat die Autorin hervorragend recherchiert und eine ebenso mysteriöse wie glaubwürdige Geschichte geschrieben.

Viel zu schnell ist man am Ende angelangt, man verschlingt das Buch geradezu. Einige Erlebnisse im Jagdschloss hätten eventuell noch intensiver dargestellt werden können oder es hätte noch mehre Aufgaben für Emma und die anderen Jugendlichen auf dem Programm stehen können. Die dortige Zeit erscheint recht kurz. Obwohl sich die Dinge am Ende überschlagen, besitzt das Buch einen vollständigen und auflösenden Schluss. Wunderbar, wenn es gelingt den Leser an einigen Stellen in die Irre zu führen. Überraschungen sind dann vorprogrammiert.

Das persönliche Fazit
"Stigmata: Nichts bleibt verborgen" ist ein überaus beachtenswerter Mystery Thriller, nicht nur für Jugendliche, sondern für alle Leser, die sich in einer beklemmenden und düsteren Atmosphäre gruseln wollen. Die Gestaltung des Buches und vor allem die Fotos waren für mich ein echtes Highlight. Sie unterstützen die Geschichte auf ihre ganz eigene Art und ich habe nicht nur einmal geschaudert. Die Vorfälle im Jagdschloss kommen sehr schnell zum Ende und auch zur Auflösung, doch dank der umfangreichen Sichtweisen aus der Vergangenheit ist der Schluss rund und gut. Ein unheimlicher Einzelband, bei dem echtes Gänsehautfeeling aufkommt. 4 Sterne!

Aufmachung: 5 / 5
Handlung: 4 / 5
Charaktere: 4 / 5
Lesespaß: 4,5 / 5
Preis/Leistung: 4,5 / 5

© Damaris Metzger, damarisliest.de



Donnerstag, 19. Juni 2014

Rezension zu "Bezwungen" von Teri Terry


Verlag: Coppenrath (Juni 2014)
Originaltitel: Shattered
Übersetzer: Petra Knese
Reihe: Band 3/3, ab ca. 14-17 J.
Ausführung: Hardcover/SU, 376 S.
ISBN: 978-3649611851
17,95 € [D]

Genre: Dystopie

© Cover- und Zitatrechte: Coppenrath Verlag


Das Thema
Nachdem Kyla bei einem Anschlag von Nico nur knapp mit dem Leben davongekommen ist, muss sie sich bei Freunden verstecken und ihr Aussehen ändern, um von den Regierungsterroristen und auch den Lordern nicht mehr erkannt zu werden. Doch warum propagieren die Lorder schon kurze Zeit später ihren Tod?
Kylas MIA-Freunde habe ihre Mutter ausfindig gemacht und sie beschließt, unter falscher Identität nach Keswick zu reisen, an den Ort ihrer Kindheit, zu einer Mutter, an die sie sich nicht mehr erinnert. Dort hofft sie, die letzten Puzzleteile ihres gelöschten Lebens zu sammeln und endlich herauszufinden, wer sie wirklich ist. Auch in Keswick ist nicht alles wie erwartet und Kyla muss schlimme Entdeckungen machen. Und wird sie Ben, der in einem Ausbildungslager für Lorder-Agenten trainiert wird, jemals wiedersehen?

Die Rezension

Der Anfang: Von außen macht es nicht viel her. Aber so ist es ja oft. Gerade bei Menschen kann der äußere Eindruck täuschen, und man käme nie darauf, was insgeheim in ihnen vorgeht.

Innerhalb eines Jahres veröffentlichte der Coppenrath Verlag die komplette Gelöscht-Trilogie. Wunderbar für viele Leser, da zwischen den einzelnen Titeln nicht, wie so oft üblich, ein Abstand von einem Jahr lag. Die dystopische Geschichte beeindruckte bisher durch ihre ruhige Eindringlichkeit, ihre Spannung und das erschreckend realistische Setting in England. Mit "Bezwungen" ist nun der finale Band erschienen. Ein Abschlussband, der die Reihe schlüssig und sehr folgerichtig beendet.

Mitunter ist es besser, unwissend zu bleiben denn sonst ändern sich die Dinge, und Veränderung ist nicht immer gut. Die ganze Zeit hatte ich alles darangesetzt zu erfahren, wer ich bin woher ich komme und warum ich geslatet wurde. - S. 48

Im direkten Vergleich zum Endes des Vorgängerbandes "Zersplittert", beginnt "Bezwungen" ruhig und fast schon gelassen. Dieses Lesegefühl bleibt über das erste komplette Drittel des Buches erhalten. Jedoch ist Kylas Reise zum Ort ihrer Kindheit und die dortigen Entdeckungen keinesfalls langweilig. Wieder einmal fesselt die Geschichte durch ihre eindringliche Art. Manche Erlebnisse berühren stark, bzw. gehen sehr tief.
Auch im abschließenden Verlauf ist "Bezwungen" kein Actionband. Hier sind es vielmehr die überraschenden Wendungen, einige harte Schockmomente und die folgerichtige Auflösung, die den Leser an den Seiten kleben lassen.

Kyla ist im Laufe der Trilogie zu einer beispielgebenden Protagonistin geworden. Sie handelt immer überlegt, was nicht gefahrlos bedeutet, aber ihre Entscheidungen sind jederzeit nachvollziehbar. Durch die gewählte Sprachform, Kyla erzählt die Geschichte in der Gegenwart (Ich-Form), ist man sehr nahe am Geschehen und an den Gefühlen der Hauptprotagonistin. So ist es auch absolut verständlich, dass es ihr sehr wichtig ist, die letzten Rätsel ihrer Erinnerungslücken aufzudecken und ihre Herkunft vollständig zu klären.

Alle sind auf der Suche nach jemandem oder etwas. Nach dem Teil, das ihnen zur Vollendung fehlt. Warum sollte es bei mir anders sein? - S. 362

Teri Terry bindet viele Personen in ihre Handlung ein, einige auch nur sehr kurz und ohne viel Hintergrundwissen. Hier ist es von Vorteil, ein gutes Gedächtnis zu haben oder die einzelnen Bücher kurz aufeinanderfolgend zu lesen. Waren in Band 2 noch sehr viele Männerbekanntschaften um Kyla ein großes Thema, ist dieser Punkt im Abschlussband wieder sehr übersichtlich gehalten. Trotzdem muss man sich bei einigen Szenen gut konzentrieren. Manche Dinge geschehen sehr schnell und unerwartet, bzw. werden erzählt, anstatt dass der Leser diese "live" miterlebt. Wäre hier jede einzelne Aktion detailliert ausgeführt worden, hätte die Autorin sicherlich noch ein weiteres Buch dranhängen können.

Die wohl größte Überraschung erfolgt, natürlich ohne zu verraten warum, seitens Ben. Es ist selten, dass ein Autor die Liebesgeschichte so angenehm in den Hintergrund rückt, sie aber trotzdem oft präsent ist und große Auswirkungen auf Kylas Leben hat. Gerade in dieser Hinsicht wird die Geschichte ungewöhnlich und nicht wie erwartet beendet. Für das Dystopie-Genre ist der gewählte Weg aber sehr begründet und logisch. Einfach vorbildlich!

Das persönliche Fazit
Wieder ist eine Trilogie beendet und für mich gehört sie zu denen, die man gelesen haben sollte. Unbedingt! Kleine Kritikpunkte sind eher allgemeiner Natur und schmälern das besondere Lesegefühl keineswegs. "Bezwungen" beendet die Reihe sehr gekonnt, einprägsam und zielbewusst. Die düstere Zukunftsvision von Teri Terry zeigt beispielhaft, dass es völlig unlogisch wäre, diese Art von Geschichte mit einem Friede-Freude-Eierkuchen-Ende aufzulösen. Trotzdem ist man am Ende zufrieden und entlässt die Charaktere mit dem Gefühl der Hoffnung. Erzwungene Kritik ist ausgeschlossen, erbauliche 4 Sterne von mir.

Aufmachung: 4 / 5
Handlung: 4 / 5
Charaktere: 4,5 / 5
Lesespaß: 4,5 / 5
Preis/Leistung: 4 / 5

© Damaris Metzger, damarisliest.de



Reiheninfo Gelöscht-Trilogie:

Band 1 - "Gelöscht"
Band 2 - "Zersplittert"
Band 3 - "Bezwungen"

Montag, 16. Juni 2014

Review zu "Einer da oben hasst mich" von Hollis Seamon



cbt (Mai 2014),
Hardcover/SU, 256 Seiten,
14,99 € [D]


Eigentlich ist der 17-jährige Richard ein ganz normaler Teenager - doch er hat Krebs und verbringt die letzten Tage seines Lebens in einem Sterbehospiz. Trotz dieses "Einer-da-oben-hasst-mich-Syndroms", wie Richard es selbst nennt, hat er seinen Lebensmut nicht verloren und tut alles dafür, so viel wie möglich aus der ihm verbleibenden Zeit zu machen: Sei es, sich Privatsphäre zu verschaffen, wo es eigentlich keine gibt, zu Halloween verkleidet durch die Straßen zu fahren oder die Nähe der 15-jährigen und ebenfalls sterbenskranken Sylvie zu suchen ... (Text-, Cover- und Zitatrechte: cbt Verlag)


Niemand - und ich meine wirklich niemand - kann es ertragen, wenn Kinder sterben. Aber wir tun es, das ist nun mal Fakt. Also warum der Sache nicht ins Gesicht sehen? Früher oder später müssen ja alle mal sterben - und manche eben früher. Ende der Durchsage. - S. 10/11


Meine Meinung
"Einer da oben hasst mich" gehört bei den Jugendbüchern in die Sparte "harte Kost". Die Geschichte begleitet einen Jugendlichen in den letzten Tagen, bzw. Wochen, seines Lebens. Richie hat Krebs im Endstadium und liegt in einem Hospiz. Hier werden nur Kinder aufgenommen, deren Diagnose lautet, dass sie weniger als vier Wochen leben werden. Darum ist "Einer da oben hasst mich" auch kein Buch, bei dem man ein Happy End oder einen angenehmen Ausgang erwartet. Es hat von Anfang an etwas Endgültiges. Dennoch ist es absolut zu empfehlen, Richie im Hospiz zu begleiten. Die Geschichte wird in vielerlei Hinsicht anderes sein, als man erwartet. 

Schon mit der ersten Seite fällt einem einem die sehr jugendlich gehaltene Sprache auf. Sie zeigt Richard als das, was er ist. Ein normaler Jugendlicher, mit Wünschen und Gedanken, die fast alle 17-Jährigen haben. Mit dem einzigen Unterschied, dass ihm sehr wohl bewusst ist, wie kurz seine verbleibende Lebenserwartung ist. Zum einen hat er sich damit abgefunden, dass er bald sterben wird, zum anderen merkt man Richie auch eine leise und ganz natürliche Verbitterung an. Indem er seine Krankheit EDOHM-Syndrom oder Einer-Da-Oben-Hasst-Mich-Syndrom nennt, wird unterschwellig klar, wem er die Schuld an seiner Situation gibt. Das zeigt sich auch an seiner Abneigung den Geistlichen gegenüber, die die Kinder im Hospiz besuchen.

"Ich habe das Einer-Da-Oben-Hasst-Mich-Syndrom." Ich finde, diese Diagnose bringt auf den Punkt, was davon zu halten ist, wenn ich, Sylvie und andere in unserem Alter an einem Ort wie diesem enden und etwas hinter sich haben, das in unseren Grabreden bald ungefähr so klingt: "... ein mutiger Kampf gegen ... (bitte die jeweilige Krankheit einsetzen)."
Wie soll man unser Problem sonst in Worte fassen? EDOHM trifft es meiner Meinung nach verflucht noch mal am besten. - S. 16

Trotzdem hat Richie in seinen letzten Tagen noch etwas, das man Lebensmut nennt. Er macht Späße Streiche und eigenmächtige Unternehmungen, die den Krankenhausalltag ganz schön aufwirbeln und durcheinander bringen. Er hat lustige, komische und dramatische Begegnungen, die mit der Zeit ein rundes Gesamtbild ergeben und einige Dinge anders darstellen, als man sie anfangs noch gesehen hat.
Etwas überrascht war ich von der Tatsache, dass die Autorin der Sexualität einen sehr großen Stellenwert im Buch zuschreibt. Das erwartet man einfach nicht in diesem Ausmaß, wenn man eine Geschichte über todkranke Kinder liest. Andererseits ist Richie auch ein normaler Jugendlicher und hat Emotionen und Wünsche, die jedes andere Kind ein seinem Alter auch hat. Darum ist dieser Part plausibel. 

"Einer da oben hasst mich" ist kein Buch, das von andauernder Traurigkeit beherrscht wird. Hier drücken andere Bücher eindeutig mehr auf die Tränendrüse. Trotzdem sind einige Szenen sehr dramatisch und hart, berühren oder entsetzen. Manche Situationen, denen Richie ausgesetzt ist, und die vor allem sein direktes Umfeld im Hospiz zeigen, muss man erst mal sacken lassen. Verstehen wird man sie erst später. Hier zeigt die Autorin sehr anschaulich, dass jeder Mensch anders mit der Diagnose umgeht, dass sein Kind oder Angehöriger nicht mehr lange leben wird.
Mit dem unausweichlichen Ende hat man dann doch einen dicken Klos im Hals. Hier wird man noch lange seinen Gedanken nachhängen. Aber wie sagt Richard so treffend: Es ist wirklich in Ordnung.

Fazit
Man könnte sagen, diese Geschichte ist wie erwartet, aber dann auch wieder komplett anders. Ich erlebte mit Richard einiges, das ich mir für das Buch niemals so ausgemalt hätte. "Einer da oben hasst mich" drückt Emotionen in ganz eigenen Maßstäben aus, ist zwar nicht direkt schwierig, aber manchmal etwas eigenartig. Einen Gesamtüberblick muss man sich nach und nach zusammensetzen, dann geht das Buch aber sehr tief. Für Liebhaber besonderer Bücher und solche, die gerne dieses Genre lesen, absolut zu empfehlen.

© Damaris Metzger, damarisliest.de

Samstag, 14. Juni 2014

High Five - 5 Sätze/5 Adjektive zu "Der eine Kuss von dir" von Patrycja Spychalski



cbt (Januar 2014), Band 2,
Taschenbuch, 256 Seiten,
7,99 € [D]


Frieda hat ihre Eltern ewig bekniet und endlich ist es so weit: Sie darf die Band BlackBirds auf ihrer Sommertour als Kamerafrau begleiten, um die schönsten, wildesten Momente dieser Reise festzuhalten. Milo, der charismatische, undurchsichtige Sänger, hat sie dazu eingeladen. Frieda ist nach Jeffers Verschwinden nicht bereit, sich neu zu verlieben, doch sie spürt auch diese heftige Spannung zwischen ihnen. Als sie sich auf Milo einlässt, weiß sie nicht, ob es die richtige Entscheidung war - denn da ist auch noch Linda, bald schon so etwas wie eine Freundin, aber auch Milos größtes Geheimnis ... (Text-, Cover- und Zitatquelle: cbt Verlag)


Wer hätte gedacht, dass es keine zwei Tage braucht, um kompliziert zu werden? - S. 45


5 zusammenfassende Sätze/Punkte zum Buch

  1. "Der eine Kuss von dir" ist die indirekte Fortsetzung von "Ich würde dich so gerne küssen", einem meiner persönlichen Highlights. Indirekt darum, weil man jedes Buch für sich alleine lesen kann. Jetzt, nach dem Lesen, empfinde ich es allerdings als Vorteil, wenn man das erste Buch auch gelesen hat. Hauptprotagonistin Frieda macht sich in "Der eine Kuss von dir" manche Gedanken über Situationen, die sie in ihrer ersten Geschichte erlebt hat. Kennt man ihre Situation von damals, sind diese Gedanken plausibler einzuordnen.
  2. Patrycja Spychalski versteht es, ihre Geschichte zu verpacken, wie sie das Leben schreiben könnte. Hier ist nichts künstlich oder unrealistisch. Das fängt schon bei der Sprache an. Die jungen Erwachsenen reden oft, wie ihnen der Mund gewachsen ist und haben viele typische Verhaltensmuster und Unsicherheiten, die dieses Alter mit sich bringt. Manch ein Leser wird sich hier wiederkennen oder gedanklich gerne in seine Jugendzeit zurückreisen.
  3. Frieda hatte bei ihrer Geschichte mit Jeffer mit einigem Gefühlschaos zu kämpfen und auch jetzt, auf Tour mit der Band BlackBirds, stolpert sie über viele zwischenmenschliche und verwirrende Entwicklungen. Das liegt natürlich an Milo, dem Sänger der BlackBirds. Mit seiner charismatischen Art wirkt er auf Frieda sehr anziehend und sexy, seine Unverbindlichkeit und Undurchsichtigkeit machen ihr aber schon sehr bald zu schaffen.
  4. Die Geschichte beschreibt den Touralltag der Band und katapultiert Frieda gleichermaßen in alltägliche, schöne, nicht so schöne und anstrengende Situationen. Sie reift und zieht ihre Konsequenzen aus mancher Erfahrung. Der Umgang mit Sexualität ist im Buch offen thematisiert, man spürt diese romantisch-kribbelige Spannung zwischen Frieda und Milo. Dennoch ist diese nicht so ausgeprägt, wie noch in "Ich würde dich so gerne küssen". Wenn man die Geschichte in ihrer Gesamtheit sieht, hat die Autorin dies wahrscheinlich genau so beabsichtigt.
  5. Ich habe mir während des Lesens einige Gedanken gemacht, wie Frieda die Zeit mit der Band und Milo verkraftet und welche Entscheidungen sie für ihr Leben trifft. Vom Ende war ich wieder total und sehr positiv überrascht. Hier muss man Frieda für ihrer Realitätssinn und ihre Weitsicht bewundern, denn sie hat sich genau richtig entschieden. Auch "Der eine Kuss von dir" ist für sich abgeschlossen. Aber das Ende bietet viel Raum für Spekulationen und eine Fortsetzung würde sich geradezu anbieten.

5 Adjektive, die mir spontan zum Buch einfallen

authentisch, unerwartet, jugendlich-schmökerig, musisch und wild


Zusammengefasst vom Fazitbär:
"Der eine Kuss von dir" hat mir wieder einmal gezeigt, welche Bücher mich vollkommen erreichen können. Ich hatte eine schöne und turbulente Zeit mit Frieda und der Band, bin aber trotzdem froh, dass ich das indirekte Vorgängerbuch "Ich würde dich so gerne küssen" gelesen habe. Dadurch konnte ich mich nach wie vor gut in die Hauptprotagonistin hineinversetzen und verstehe ihre Entscheidungen in diesem Buch komplett. Das Ende hätte ich so gar nicht (mehr) erwartet, war zum einen selig-erfreut und gleichzeitig aber völlig auf dem Boden der Tatsachen. Bitte unbedingt mehr von Frieda!


© by Damaris liest.

Donnerstag, 5. Juni 2014

Buchzugänge vs. Buchabgänge vs. Geflüster im Mai 2014

Der Mai ist vorbei und es ist Zeit für etwas Statistik und ggf. auch Geflüster.
Gerade fällt mir auf, dass ich mit meinen pro Monat gelesenen Bücher immer unter 10 liege. Meist so 8 oder 9. Das sind zwar einige, aber ich wundere mich trotzdem, da ich zeitweise locker bis zu 14 Bücher im Monat gelesen habe, immer über 10. Eine direkte Erklärung habe ich nicht, außer, dass unser Umzug noch nachwirkt. Zu tun gibt es immer eine Menge.

Ende April hatte ich mich zu Project 10 Books angemeldet. Dabei geht es darum, 10 Bücher vom SuB festzulegen, die gelesen sein müssen, bevor wieder neue hinzukommen dürfen. Normalerweise bin ich bei solchen persönlichen Challenges immer sehr standhaft, aber diesmal - schon jetzt verloren! Auf ganzer Linie. Ich habe munter Bücher gekauft und getauscht. Und Buchgeschenke gab's auch. Wenigstens sind schon 5 der 10 Bücher gelesen. Mir geht es jetzt bei der Challenge einfach darum, die ausgesuchten 10 Bücher zu lesen. Es sind nämlich auch einige "Altlasten" dabei.

Pfingsten steht vor der Türe und Vanessa von Glitzerfees Buchtempel hatte die tolle Idee über Pfingsten einen Blogger-Kommentiermarathon zu machen. Finde ich super! Denn wie oft liest man tolle Beiträge und huscht weiter, ohne Kommentar oder Rückmeldung. Kommentieren ist zwar keinesfalls Pflicht, aber ich finde, man schätzt so auch die Arbeit, die sich BloggerInnen mit Beiträgen oder Rezensionen machen. Warum das nicht einfach kurz schriftlich mitteilen? Ich bin jedenfalls dabei und stöbere meine Blogliste durch.
Die Veranstaltung wurde von Vanessa über Facebook erstellt und jeder ist dazu natürlich herzlich eingeladen. HIER gehts zum FB-Event.


Meine Buchzugänge vom Mai 2014 - 9 Bücher:




Zeitsplitter: Die Jägerin habe ich bei Welttag des Buches bei Sarahs Welt der Bücher gewonnen. Jippie! Ich höre nur gute Meinungen zum Buch und freue mich total über diesen Gewinn und aufs Lesen.
Schon gelesen und rezensiert ist Eines Tages, Baby. Ich liebe die Texte von Julia Engelmann. Sie treffen einfach den Nerv der Zeit und ich habe das Büchlein auch schon als Geschenk gekauft.
Herz verspielt und Die Welt, wie wir sie kannten sind Tauschticket-Bücher. Simone Elkeles neuer Roman ist ein Musst-Read und um die Dystopie schleiche ich schon eine ganze Weile rum.
Anfang Mai ging ein neuer Kinder- und Jugendbuchverlag an den Start. Schaut euch Magellan - den Verlag mit dem Wal unbedingt mal an (HIER habe ich ihn vorgestellt). Das neue Programm sieht so klasse aus! Der Verlag überraschte mich mit gleich drei Büchern. Das Kinderbuch Als Opapi das Denken vergaß habe ich schon gelesen, vorgestellt wird es im Juli. Auf Bird und ich und der Sommer, in dem ich fliegen lernte und auf Glücksdrachenzeit freue ich mich schon total.
Bei einem Einkaufbummel wanderten noch zwei Reihenfortsetzungen in den Einkaufskorb. Mystic City: Tage des Verrats ist der zweite Band einer Trilogie und Firelight: Leuchtendes Herz ein Trilogie-Abschlussband. Endlich bei mir!


Buchabgänge - gelesen habe ich im Mai 9 Bücher: 




Ach wie gut, dass niemand weiß von Alexa Hennig von Lange ... ist eine jugendliche Bad Boy-Lovestory mit viel Drama und Kitsch. Ich fand es anfangs superklasse, war dann aber mit jeder Seite mehr genervt von den vielen schwülstigen Phrasen und dem Verhalten der Hauptprotagonistin. (meine "Ach wie gut, ..."-Rezension gibt's hier)
Die Bestimmung: Tödliche Wahrheit von Veronica Roth ... musste ich sofort lesen, nachdem ich den Kinofilm zu Band 1 gesehen hatte. Damit war ich perfekt aufgefrischt und fand auch Band 2 absolut spitze!
Toter Sommer von Kat Rosenfield ... ist ein schwergewichtiger, dramatischer Sommerthriller, der mich ganz schön forderte, mir aber auch sehr gut gefiel. Die Atmosphäre ist wunderbar ausgearbeitet. (meine "Toter Sommer"-Review gibt's hier)
Die Bestimmung: Letzte Entscheidung von Veronica Roth ... wird mir sehr lange im Gedächtnis bleiben. Der Trilogie-Abschluss ist hart und die Autorin beweist großen Mut und Konsequenz. Trotz aller Kritik empfinde ich das Buch als erstklassig! (meine "Die Bestimmung: Letzte Entscheidung"-Rezension gibt's hier)



Eines Tages, Baby von Julia Engelmann ... ist ein Gedichtband mit den Texten der Autorin, deren Poetry Slam "One Day" millionenfach geklickt wurde. Das Büchlein ist wunderbar und zum immer wieder Lesen. Ich habe ständig mit dem Kopf genickt. (meine "Eines Tages, Baby"-Review gibt's hier)
Das Lied der Träumerin von Tanya Stewner ... wurde mir mehrfach empfohlen und ich verstehe auch, dass es durchaus gefallen kann. Mir erschien die Message am Ende grenzwertig und hart und mit der Protagonistin, und ihrer Art, Dinge auszulegen, hatte ich große Mühe. (mein "Das Lied der Träumerin"-Kurzspot gibt's hier)
Zwei in einem Zelt von Annette Roeder ... ist ein Lesemuss für alle, die jugendliche, humorvolle Sommergeschichte lieben! So witzig. So warmherzig. Ich liebe es! (meine "Zwei in einem Zelt"-Rezension gibt's hier)



Liberty Bell: Das Mädchen aus den Wäldern von Johanna Rosen ... wird von vielen Lesern als sonderbar empfunden und das trifft auch zu. Das Buch ist am Anfang nicht einfach zu lesen, entwickelt aber einen großen Sog und wird unheimlich ergreifend und spannend. Das Thema, das hier behandelt wird ist schlimm. Mir geht es jetzt noch nach. 
Als Opapi das Denken vergaß von Uticha Marmon ... ist ein Kinderbuch und behandelt auf einfühlsame und herzliche Weise das Thema Demenz. Ein wichtiges Thema, denn wir alle können Bekannten oder Verwandte haben, die sich mit der Zeit nicht mehr gut erinnern können. (meine "Als Opapi das Denke vergaß"-Review gibt's hier)


Highlights: "Die Bestimmung: Tödliche Wahrheit" und "Letzte Entscheidung" nahmen mich beide sehr gefangen, haben mich bestürzt und klingen jetzt noch nach. Für mich klare Monatshighlights! "Zwei in einem Zelt" habe ich komplett genossen. Ein wunderbares Wohlfühlbuch und zudem so lustig und warmherzig. Ich werde es garantiert wieder lesen.

Lowlights: Es fing zwar gut an, aber nach einiger Zeit wurde es einfach zu viel. Die Bad Boy-Thematik von "Ach wie gut, dass niemand weiß" gefällt sicher vielen jüngeren Leserinnen. Mir beinhaltete das Buch zu viel Kitsch und künstliches Drama. Das naive Verhalten und die ständigen inneren Monologe der Hauptprotagonistin waren eine Geduldsprobe. Schade! Es gibt weitaus bessere Storys in diesem Genre.

Dienstag, 3. Juni 2014

Rezension zu "Die Bestimmung: Letzte Entscheidung" von Veronica Roth



Verlag: cbt (März 2014)
Originaltitel: Allegiant
Übersetzer: Petra Koob-Pawis und Michaela Link
Reihe: Band 3/3, ab ca. 14 J.
Ausführung: Hardcover/SU, 512 S.
ISBN: 978-3570161579
17,99 € [D]

Genre: Dystopie

© Cover- und Zitatrechte: cbt Verlag


Das Thema
Die Fraktionen wurden zerschlagen und Tobias Mutter Evelyn möchte mit ihrer Armee von Fraktionslosen ein neues Herrschaftssystem aufbauen. Währenddessen zieht es Tris und Tobias hinter den Zaun. Sie wollen wissen, was sich außerhalb der Stadtgrenze befindet. Unerwartete Hilfe bekommen sie von den Getreuen, einer Gruppierung, die die alten Zustände der Stadt, samt den Fraktionen, wieder herstellen möchten.
Also machen sich Tris und Tobias - zusammen mit einigen Begleitern - auf, um das Leben außerhalb des Zauns zu erkunden. Doch was sie hier entdecken, entpuppt sich als die größte Lüge überhaupt und droht ihr Weltbild komplett zu zerstören.

Die Rezension

Der Anfang: Ich gehe in meiner Zelle im Hauptquartier der Ken auf und ab, ihre Worte hallen mir noch in den Ohren.

Mit einem riesigen Cliffhanger endete der Vorgängerband "Die Bestimmung: Tödliche Wahrheit". Schon hier erfuhr der Leser einiges, das er wahrscheinlich nicht erwartet oder sich komplett anders ausgemalt hätte. Zu komplex sind die Verstrickungen innerhalb der Stadtgrenze. Und jetzt soll die Geschichte außerhalb davon fortgeführt werden? Auch hier werden viele Entwicklung auf einen zukommen, die man sich für diesen Abschlussband sicher anders vorgestellt hätte. Dennoch ist es perfekt so!

Zu allererst fällt einem bei diesem Band ein ungewohnter Perspektivenwechsel auf. Hat die Autorin Veronica Roth für die beiden Vorgängerbände noch Tris als Ich-Erzählerin gewählt, ist die Geschichte hier zwischen ihr und Tobias aufgeteilt (ebenso in der Ich-Form/Präsens). Nachdem man das Buch gelesen hat, wird schnell klar, warum die Autorin diesen Weg gewählt hat. Für die Geschichte ist diese Erzählform sehr vorteilhaft. Man hat zwar die beiden Hauptpersonen schon gründlich kennengelernt, bekommt hier aber nochmals einen besonders tiefen Einblick in ihre Gedanken und Gefühle.

Ich will mit eigenen Augen sehen, was hinter dem Zaun ist. - Tris, S. 11

Andererseits drängt alles in mir danach, diese Stadt zu verlassen, und ich fühle mich wie ein Tier, das sich mit aller Macht aus einer Falle zu befreien versucht. - Tobias, S. 16

Tris und Tobias (alias Four) sind beides Charaktere, die sich nicht mit der Ist-Situation zufrieden geben. Es drängt sie nach mehr. Dazu, das "große Ganze" zu begreifen und vor allem die Welt außerhalb der Stadtgrenze zu erforschen. Tobias hat während der kompletten Geschichte die größte Wandlung durchgemacht. Vom Ferox-Ausbilder Four wurde er zu dem jungen Mann Tobias. Damit hat sich nicht nur auch sein Charakter, sondern auch der Einblick in seine Gefühlswelt geändert.
Tris und Tobias sind sehr stur und beide nicht fehlerlos, was vor allem für Tris schwer zu akzeptieren ist. Das zieht sie einerseits zueinander hin, sorgt aber andererseits auch für eine Menge Konfliktpotenzial. Genau wie im Vorgängerband streiten die beiden hier viel. Trotzdem bleibt immer wieder einer Erkenntnis der Zusammengehörigkeit.

Ich habe mich in ihn verliebt. Aber ich bleibe nicht gedankenlos und automatisch bei ihm, als hätte ich keine Alternative. Ich bleibe bei ihm, weil ich mich dafür entscheide - jeden Tag, wenn ich die Augen aufschlage, jeden Tag, wenn wir uns in Lügen verstricken, streiten oder enttäuschen. Ich entscheide mich immer wieder aufs Neue für ihn, und er entscheidet sich für mich. - Tris, S. 365

Obwohl das Buch über Längen eher ruhig und konflikbelastet ist, versprechen viele überraschende Situationen und Entwicklungen Spannung pur. Die Handlung ist nach wie vor komplex, auch hier muss man sich viele Namen und Zusammenhänge merken. Einige Erkenntnisse sind ungeheuerlich und man kann die Anspannung verstehen, die sich unweigerlich über Tris und Tobias legt.
Wie schon in den Vorgängerbänden ist die Gewaltdarstellung im Buch hoch und die Autorin wählt niemals den schonenden und einfachen Weg. Tris und Tobias erfahren eindeutig mehr Trauer als Freude.
Das Ende gehört wohl zu den konsequentesten in diesem Genre, kommt bei genauerer Betrachtung aber nicht völlig unerwartet. Der Mut von Veronica Roth zahlt sich aus. "Die Bestimmung" endet eindrücklich, aber hoffnungsvoll und wirkt noch lange, lange nach.

Das persönliche Fazit
"Die Bestimmung: Letzte Entscheidung" macht mir persönlich die Entscheidung leicht. Der Trilogieabschluss ist erstklassig und stellt die komplette Reihe ganz nach oben aufs Bewertungstreppchen. Ungeachtet aller Kritik, bzgl. Ende und Logik, ist das Buch perfekt geschrieben, geht emotional tief und die Charaktere sind bemerkenswert ausgearbeitet. Mit dem Ende beweist Veronica Roth großen Mut und Konsequenz. Damit liegt sie genau richtig! Jedes andere Ende hätte nicht zur Geschichte gepasst, wäre weichgespült und unpassend gewesen. "Die Bestimmung" muss man lesen! 5 Sterne.

Aufmachung: 4 /5
Handlung: 4,5 / 5
Charaktere: 5 / 5
Lesespaß: 5 / 5
Preis/Leistung: 4,5 / 5

© Damaris Metzger, damarisliest.de



Reiheninfo Die Bestimmung-Trilogie:

Band 1 - Die Bestimmung
Band 2 - Tödliche Wahrheit
Band 3 - Letzte Entscheidung

Sonntag, 1. Juni 2014

Buchisches Statement #12


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