Freitag, 30. Mai 2014

"Stigmata: Nichts bleibt verborgen" von Beatrix Gurian - ganz NEU bei Arena



Schon bei meinem Neuerscheinungsbeitrag für Juni - Auf die Wunschliste! - ist mir "Stigmata" speziell aufgefallen. Das Cover ist sehr besonders gestaltet und die Inhaltsbeschreibung verspricht ein nervenaufreibendes und gruseliges Leseerlebnis. Bei mir steht es mittlerweile ganz oben auf der Wunschliste, darum stelle ich es heute noch einmal im Detail vor. 


Beatrix Gurian
Stigmata - Nichts bleibt verborgen

384 Seiten, ab ca. 14 Jahren,
ISBN: 978-3-401-06999-9
Hardcover m. Schutzumschlag,
Silberdruck und Lesebändchen,
mit 14 Fotos von Erol Gurian

16,99 € [D], erscheint Mai/Juni 2014

Inhalt:
Kurz nach dem Tod ihrer Mutter erhält Emma von einem unbekannten Absender eine alte Schwarz-Weiß-Fotografie, die ein Kleinkind zeigt. Dem Foto beigefügt ist die rätselhafte Aufforderung, die Mörder ihrer Mutter zu suchen. Angeblich soll Emma die Täter in einem Jugendcamp finden, das in einem abgelegenen Schloss in den Bergen stattfindet. Dort stößt sie immer wieder auf unheimliche Fotografien aus der Vergangenheit des Schlosses. Und auch in der Gegenwart häufen sich die mysteriösen Zwischenfälle …

Eine spannend erzählte Geschichte mit verquickten Handlungssträngen vor dem realen und intensiv recherchierten Hintergrund der Erziehung in christlichen Kinderheimen Ende des 20. Jahrhunderts. Mit 14 meisterhaft-gruseligen Fotos von Erol Gurian. (Text- und Coverrechte: Arena Verlag)


Seid ihr auch schon so neugierig wie ich?
Hier geht's zur LESEPROBE - Ui, ich würde am liebsten sofort weiterlesen!



Mittwoch, 28. Mai 2014

Rezension zu "Zwei in einem Zelt" von Annette Roeder



Verlag: Fischer Sauerländer (April 2014)
Originaltitel: -
Übersetzer: -
Reihe: - , ab ca. 14-16 J.
Ausführung: Hardcover, 272 S.
ISBN: 978-3737350679
12,99 € [D]

Genre: Jugendbuch

© Cover- und Zitatrechte: Fischer Sauerländer


Das Thema
Leo (von seiner Tante auch gerne "Bub" genannt) ist glücklich. Seit genau sieben Stunden ist er mit seiner Angebeteten Leah zusammen (das hofft Leo zumindest). Schließlich schmachtet er sie seit über vier Jahren an. Zugegeben, Leah war nicht mehr ganz nüchtern als sie Leo gefragt hat, ob sie direkt nach einer Party noch Zelten gehen wollen, aber Leo kommt diesem Wunsch natürlich sofort nach. Spontan werden Zelt, Gaskocher und eine Geburtstagsüberraschung für Leah zusammengepackt und auf geht's nach Italien. Was die Traumfrau allerdings noch nicht weiß ... auch Leos Schwester Nele und Großtante Nanni (immerhin schon 90 Jahre alt) sind mit von der Partie. Wird er trotzdem Leahs Herz restlos erobern können?

Die Rezension

Der Anfang: Kurz nach Kufstein beginnt Dante zu kotzen. Noch klingt von der Rückbank nur ein kehliges Keuchen - doch ich kenne ihn: In ein paar Sekunden [...] haben wir den Salat. Vielmehr: Die Suppe.

"Zwei in einem Zelt" - das klingt nach Urlaub, Sommer und Liebe. Genau das darf man auch vom Buch erwarten (nur vielleicht etwas anders als gedacht). Der Klappentext liest sich lustig und so stellt man sich auf ein lockeres, humorvolles Jugendbuch ein. Wieder richtig. Doch auch hier wird man überrascht, positiv. Leos Campingurlaub mit seiner Angebeteten, samt Anhang, gehört zu den witzigsten und warmherzigsten Jugendbüchern seit langer Zeit.

Leo, der Ich-Erzähler der Geschichte, ist ein obersympathisches Goldstück und ein hoffnungsloser Romantiker. Er schwärmt schon seit Ewigkeiten für seine Traumfrau Leah und jetzt, da die beiden so etwas wie zusammen sind, drehen sich seine kompletten Gedanken darum, wie er Leah glücklich- und es ihr recht machen kann. Sehr unsicher ist er bei der Sache, wie Leah es aufnehmen wird, dass Schwester und Tante mit zum Zelten kommen. Als Leser tut er einem schnell leid, denn man erfährt ziemlich bald, aus welchem Holz die Traumfrau geschnitzt ist. Hier hat man Leo gegenüber einen echten Vorteil, im Laufe des Buches wird er noch einige Lektionen lernen. Einen festen Platz im Leserherz hat er aber von Anfang bis Ende.

Nun öffnet die Königin die samtigen Lippen ... und verkündet ihre Entscheidung: "Scheiß drauf, was soll's. Wir ziehen das jetzt durch."
Ich zerfließe in Millionen - ach, was sage ich: in Milliarden einzelner Glücksmoleküle. Sie empfindet genau wie ich: Hauptsache, wir sind zusammen!
"Hauptsache, weg von zu Hause!" sagt Leah und hebt ihre Mundwinkel zu einem Lächeln, für das Da Vinci die Mona Lisa übermalt hätte. - S. 20

Der Humor im Buch ist erstklassig. Sehr jugendlich frisch und unbedarft, man ist ständig am schmunzeln und lachen. Alleine die Geschichte ist schon lustig und dazu kommt dann noch eine gute Portion Situationskomik. Ab Beginn wird es turbulent, wirklich lustig und sehr herzlich. Die humorvolle Geschichte verbindet die Autorin mit einem herrlich Sommer- und Campingfeeling. Ja, genau so! denkt man des Öfteren und erkennt sich in manchen Situationen sogar wieder (vor allem, wenn man gerne Campen geht).
Eine schöne und lustige Besonderheit sind ins Schriftbild eingefügte Sprechblasen und die zeitweilige "Einmischung" der 90-jährigen Tante Nanni. Diese erzählt dem Leser, dass sie das Buch ja eigentlich nur Korrektur liest, hat aber während Leos Erzählperspektive allerlei Gründe sind dazwischenzudrängen.

Die eigentliche Geschichte in "Zwei in einem Zelt" endet nach etwa 210 Seiten, ist damit recht kurz, aber ein wahrer Pageturner und ein echtes Wohlfühlbuch. Sie hat genau die richtige Länge und wird zu einem guten Ende gebracht. Es folgt diverses Bonusmaterial (genau wie bei einer DVD), welches direkt mit der Handlung zu tun hat. Eine tolle Idee!
Trotz des Wohlfühlcharakters und der humorvoll-turbulenten Geschichte, wird im Buch eine ernstes, geschichtliches Thema aufgegriffen. Das gelingt super! So spricht die Handlung nicht nur das Herz an, sondern offenbart auch einen Part, der zum Nachdenken und Erinnern einlädt.

Das persönliche Fazit
"Zwei in einem Zelt" hat meine Erwartungen nicht nur komplett erfüllt, sie wurden sogar noch übertroffen. Zum einen bekam ich eine humorvolle, turbulente Sommer(love)story präsentiert, die herrlich anrührt und dem Buch durch einige Besonderheiten das gewisse Etwas verleiht. Zum anderen gehört "Zwei in einem Zelt" zu den warmherzigsten Jugendbüchern seit langem. Leo ist ein wunderbarer Charakter! Zum Glück erkennen das am Ende auch die anderen Buchcharaktere und ich konnte ihnen vollkommen zustimmen. Ich habe viel gelacht, geschmunzelt und war gerührt. Ein Buch, das man lückenlos genießen kann. 5 Sommer-Sterne!

Aufmachung: 4 /5
Handlung: 5 / 5
Charaktere: 4,5 / 5
Lesespaß: 5 / 5
Preis/Leistung: 4,5 / 5

© Damaris Metzger, damarisliest.de

Dienstag, 27. Mai 2014

Neu und beachtenswert! Magellan - Der Verlag mit dem Wal

  


Im Mai 2014 hat ein neuer Verlag das Licht der Verlagswelt erblickt. "Magellan - Der Verlag mit dem Wal" ist in Bamberg zu Hause und auf Kinder- und Jugendbücher spezialisiert. Genau das Genre, mit dem sich Damaris liest. am häufigsten beschäftigt. Dazu ist der Verlag konzernunabhängig, das heißt vollkommen eigenständig, kein Imprint und ohne Anschluss an einen Großverlag oder eine Unternehmensgruppe. Wie aufregend! Und für mich sofort ein Grund auf der Verlagshomepage auf Stöbertour zu gehen ... und mich augenblicklich in die ersten Bücher von Magellan zu verlieben!

Zuerst fällt mir auf den hübsch gestalteten Bilderbüchern (ja, die gibt es hier auch) ein grünes Herz mit der Aufschrift "Natürlich Magellan" auf. Sehr schlau, denn dieses Label könnte zweideutig verstanden werden. In der Hauptsache steht es für umweltverträgliche und nachhaltige Produktion. Der Magellan Verlag achtet auf umweltverträgliche Herstellungsstoffe, eine Fertigung in Deutschland oder dem europäischen Ausland. Zu den Lieferanten zählen ebenso Werkstätten für behinderte Menschen wie regionale Kleinbetriebe. (Quelle)

"Feine Bücher" heißt eine Rubrik auf der Magellan-Homepage. Zurecht. Denn was meine bücherverwöhnten und anspruchsvollen Augen hier erblicken ist wirklich fein, sehr fein! Die Optik der Bücher spricht alle Sinne an, die Klappentexte machen mich neugierig. Hier meine Favoriten der brandneuen Kinder- und Jugendbücher aus dem Magellan Verlag:



Bird und ich und der Sommer, in dem ich fliegen lernte von Crystal Chan

Dass es Dinge gibt, über die man in einer Familie nicht redet, ist ganz natürlich, findet Jewel. Oder vielleicht kommt einem das auch nur so vor, wenn man am selben Tag geboren wurde, an dem der ältere Bruder gestorben ist. Wenn man dann auch noch in einer Multikulti-Familie auf dem Land lebt, kann das Leben manchmal eine ganz schöne Herausforderung sein. An einem Tag im Sommer taucht plötzlich John auf und zum ersten Mal in ihrem Leben hat Jewel einen Freund. Als dann aber Jewels Vertrauen missbraucht wird, lernt sie, dass man über manche Dinge nicht schweigen darf. (© Text- und Coverrechte: Magellan Verlag)

ab 11 Jahren, ET 21. Juni 2014, Hardcover - 304 Seiten, 14,95 € [D]



Glücksdrachenzeit von Katrin Zipse

Ihr älterer Bruder Kolja ist Nellies Ein und Alles. Gemeinsam trotzen sie der ganzen Welt - zumindest war das einmal so. Jetzt aber ist Kolja nach Frankreich abgehauen, und Nellie beschließt, dass sie was unternehmen muss. Sie macht sich auf, um ihren Bruder nach Hause zu holen. Unterwegs trifft sie die zauberhafte Miss Wedlock, die neben geheimnisvollen Plastiktüten auch noch eine traumatische Vergangenheit mit sich herumschleppt, und den ganz und gar hinreißenden Elias. In Miss Wedlocks pfefferminzgrünem Oldtimer düsen sie nach Avignon, wo sie nicht nur auf einen störrischen Kolja, sondern auch auf eine ganze Horde Drogendealer stoßen ... (© Text- und Coverrechte: Magellan Verlag)

ab 13 Jahren, ET 21. Juli 2014, Hardcover - 272 Seiten, 16,95 € [D]



Du oder sie oder beide von Maike Stein

Wasser hat den Zwillingen Lena und Zoe nie Angst gemacht. Und doch - hier auf Sankt Katharinen, der Internatsinsel im Werrowsee, jagt ihnen der Anblick des Wassers immer wieder eine Gänsehaut über den Rücken. Denn schon bevor sie an der Schule aufgenommen wurden, kannten sie den See und seine unheimliche Atmosphäre aus ihren Träumen. Bilden sie sich das ein? Genauso wie die Parallelen zwischen der Prophezeiung der sagenumwobenen Weißen Frau und ihrer eigenen Familiengeschichte? Während Zoe sich immer mehr in den Deutungen der alten Überlieferung verliert, sucht Lena nach rationalen Gründen für all die seltsamen Ereignisse - und gerät bald in Erklärungsnot. (© Text- und Coverrechte: Magellan Verlag)

ab 13 Jahren, ET 19. September 2014, Hardcover - 400 Seiten, 16,95 € [D]



Echt von Christoph Scheuring

Albert sammelt Abschiede. Tag für Tag fotografiert er am Bahnhof Umarmungen, Trennungen und Tränen. Denn Abschiede, das sind für ihn Momente, in denen der Mensch wahrhaftiger ist als jemals sonst. Eines Tages lernt er Kati kennen. Sie sieht aus wie ein Engel, ist gleichzeitig abgezockt und verletzlich. Und sie ist wie gebannt von seinen Bildern, vor allem von seinem Lieblingsbild, auf dem Schmerz und Glück völlig selbstvergessen miteinander verschmelzen. Doch Kati behauptet, das Foto sei eine einzige Lüge. In den Tiefen des Bahnhofs machen sich die beiden daran, die Wahrheit hinter dem Foto zu finden. (© Text- und Coverrechte: Magellan Verlag)

ab 13 Jahren, ET 19. September 2014, Hardcover - 240 Seiten, 16,95 € [D]



Perfekt ist jetzt von Tim Tharp

Das Leben ist gut zu Sutter Keely. Eine Party, Publikum und ein Bier (oder zwei) - mehr braucht er nicht, um gut drauf zu sein. Klar, in der Schule lief es schon mal besser und mit der Uni wird es wohl nichts werden. Aber sein Job ist okay und nach einem Whisky (oder zwei) sieht die Welt sowieso ganz anders aus. Bis zu dem Morgen, an dem er in einem fremden Vorgarten aufwacht und Aimee trifft. Dass er ein Mädchen wie sie - lieber ein Buch lesen als Party machen, lieber große Zukunftspläne schmieden als in den Tag hinein leben - anziehend findet, überrascht ihn selbst am meisten. Bevor Sutter bis drei zählen kann, ist er verliebt. Zum ersten Mal hat er die Chance, das Leben von jemand anders besser zu machen - oder es für immer zu ruinieren. (© Text- und Coverrechte: Magellan Verlag)

ab 13 Jahren, ET 21. Juli 2014, Hardcover - 336 Seiten, 16,95 € [D]



Jenseits der blauen Grenze von Dorit Linke

Die DDR im August 1989: Hanna und Andreas sind ins Visier der Staatsmacht geraten und müssen ihre Zukunftspläne von Studium und Wunschberuf aufgeben. Stattdessen sehen sie sich Willkür, Misstrauen und Repressalien ausgesetzt. Ihre einzige Chance auf ein selbstbestimmtes Leben liegt in der Flucht über die Ostsee. Fünfzig Kilometer Wasser trennen sie von der Freiheit - und nur ein dünnes Seil, das ihre Handgelenke verbindet, rettet sie vor der absoluten Einsamkeit ... (© Text- und Coverrechte: Magellan Verlag)

ab 15 Jahren, ET 21. Juli 2014, Hardcover - 304 Seiten, 16,95 € [D]



Über uns das Meer von Sabine Giebken

Er weckt ihren Ehrgeiz, dieser Apnoetaucher mit dem seltsamen Namen Angel: Mit nur einem Atemzug taucht er in die Tiefe, weiter hinunter als jeder sonst, und Lou geht an ihre Grenzen, um ihn dorthin zu begleiten. Das Risiko reizt sie, ja, aber mehr noch lockt sie das Gefühl der Freiheit, das sie in der Umarmung des Wassers empfindet. Doch Angel sucht noch etwas anderes dort unten. Wie ein Geist folgt ihm seine Vergangenheit ins Meer, und Lou hat Angst, ihn für immer an die Schwärze zu verlieren. Als die Geister Wirklichkeit werden, kommt es weit unter der Meeresoberfläche zur Konfrontation, und plötzlich muss Lou nicht nur um Angel fürchten, sondern auch um ihr eigenes Leben. (© Text- und Coverrechte: Magellan Verlag)

ab 14 Jahren, ET 19. September 2014, Hardcover - 512 Seiten, 18,95 € [D]



Es gäbe noch viel mehr zu entdecken, am besten, ihr schaut euch selbst auf der Homepage des Magellan Verlages um:


"Als innovative Buchschmiede möchten wir unsere Leserinnen und Leser mit einer neuen Art des Büchermachens für uns gewinnen. Mit anspruchsvollen Titeln, die sich sowohl inhaltlich als auch optisch und haptisch vom Mainstream abheben.
Lebensnahe Themen für alle Altersstufen liegen uns am Herzen, wir möchten Kindern und Jugendlichen auf Augenhöhe begegnen. Unsere Autoren erzählen Geschichten, die in der Realität verhaftet sind und dennoch immer das Besondere bieten. Wir trauen unseren Lesern mehr zu. Ernstere Themen werden nicht ausgespart. Gleichzeitig bewegen wir uns mit skurrilem Humor, außergewöhnlichen Illustrationen und schrulligen Charakteren weg von eingefahrenen Mustern."

(Zitat Magellan GmbH - Quelle)


Ich wünsche einen wunderbaren Start, dem kleinen Wal aufregende Gewässer und alles Gute für die buchige Zukunft!



Weitere Bloggerstimmen zum Magellan Verlag bei ...


Donnerstag, 22. Mai 2014

Auf die Wunschliste! - Neuerscheinungen im Juni 2014

Der Sommer steht vor der Tür. Die Thematik Sommerbücher verfolgt mich jetzt schon seit März und viele meiner Juni-Wunschlistenbücher sind also nach wie vor sehr sommerlich. Ich kann diese Bücher niemals alle im Sommer lesen, darum ist es egal, auf die Wunschliste kommen sie trotzdem. Habe mich noch lange nicht daran sattgesehen.

Der Loewe Verlag hat mich eingeladen einen News-Beitrag für die Homepage zu schreiben und so habe ich die aktuellen Neuerscheinungen von Loewe und script5 einmal ganz genau unter die Lupe genommen. Die meisten meiner Wunschbücher erscheinen erst im Juli und nachfolgend (immer diese Wartezeiten!), meinen Beitrag dazu könnt ihr schon ab heute auf der Loewe-Verlagshomepage nachlesen. Dazu einfach auf das Coverbild klicken ....






Jetzt aber zu meinen Bücherstars im Juni 2014 - Ab auf die Wunschliste!


Fantasy - Dystopien - Spannung

(erhalte genaue Buchinfos mit einem Klick auf das jeweilige Cover)



Skylark: Der eiserne Wald von Meagan Spooner ... ist schon seit einiger Zeit auf meiner Wunschliste. Ich habe es beim Online-Stöbern entdeckt. Es ist der Beginn einer Reihe und scheint eine Mischung aus Dystopie und Fantasy zu sein. Hier darf man sich gerne überraschen lassen.
Vernichtet von Teri Terry ... hat im Juni einen Prioritätenstatus. Der dritte Teil über Kyla und die geslateten Jugendlichen wird von vielen dringend erwartet. Die Reihe ist große Klasse und der Coppenrath Verlag hat alle Bände im jeweiligen Abstand von etwa sechs Monaten veröffentlicht. Super! ("Gelöscht"-Rezension, Bd. 1)
Stigmata von Beatrix Gurian ... habe ich in der aktuellen Vorschau entdeckt und es hat mich sofort angesprochen, weil ich einen sehr guten Jugendthriller von Beatrix Gurian gelesen habe. Die Beschreibung des Buches klingt spannend und gruselig. Freu mich drauf! ("Der süße Kuss der Lüge"-Review)



Kein einziges Wort von Andreas Jungwirth ... war auch ein Stöberfund. Beim großen Onlinebuchhändler ist nur ein kurzer Buchabschnitt abgedruckt und der hatte mich sofort. Der Inhalt ist glaub nicht ohne und ziemlich krass - schon das Cover zeigt ja, wie krass.
Silber: Das zweite Buch der Träume von Kerstin Gier ... muss wohl nicht groß umworben werden. Mit Teil 1 hatte ich so viel Spaß, dass die einjährige Wartezeit auf das zweite Buch tatsächlich SEHR lang war. Ich hibbele ... ("Silber: Das erste Buch der Träume"-Rezension)
Steelheart von Brandon Sanderson ... wäre zugegebenermaßen mein erstes Buch des Autors. Und das, obwohl alle in den höchsten Töne von ihm schwärmen (vor allem im High Fantasy-Genre). Ich dachte erst "Steelheart" wäre ein Einzelband, aber es ist der Beginn einer Reihe.


Romane - Sommerbücher - Lovestorys

(erhalte genau Buchinfos mit einem Klick auf das jeweilige Cover)



Der Geschmack des Sommers von Sarah Ockler ... ist von derselben Autorin wie das wunderbare "Verlieb dich nie in einen Vargas". Alleine das war der Grund, dass das Buch sofort auf meiner WuLi landete. ("Verlieb dich nie in einen Vargas"-High Five)
Happy Birthday Leonard Peacock von Mattew Quick ... scheint mir ein Drama zu sein. Es geht ums Erwachsenwerden, ums Unglücklichsein und um Suzid- und Amokvorhaben. Harte Kost, aber vielleicht auch hoffnungsvoll?
Mein Sommer mit Noah von Lauren Barnholdt ... wanderte auf die WuLi, weil ich von der Autorin "Lovetrip: Bitte nicht den Fahrer küssen" gelesen habe. Das war total humorvoll und süß-romantisch. "Mein Sommer mit Noah" klingt ebenso toll.



Nicht so einfach mit der Liebe von Claire LaZebnik ... sieht aus wie ein supersüßes Ferien-Jugendbuch. Franny jobbt bei ihrer Tante und näht Kostüme. Dort trifft sie bei den Anproben auf ihren Langzeitschwarm Alex.
Sternengewitter von Kim Culbertson ... hat mich sofort wegen dem Titel angesprochen. Und ich mag das Cover. Carter bekommt das Angebot, für die Presse die Freundin des Hollywood-Stars Adam zu spielen, der in ihrem Provinznest gerade einen Film dreht. Klingt superwitzig.
Wie wir uns aus Versehen verliebten von Kristen Tracy ... handelt von Lucy, die aus Versehen die falsche Nummer wählt und daraufhin in der Leitung von Highschoolflirt James landet. Die beiden haben sofort einen guten Draht zueinander.


Das waren sie mal wieder, meine Wunschlistenbücher für den Juni. Habt ihr auch etwas für euch entdeckt? Und die große Frage: Könnte ihr überhaupt noch Sommerbücher sehen oder wird es euch langsam aber sicher zu viel?


Auf die Wunschliste!

Montag, 19. Mai 2014

Review zu "Eines Tages, Baby" von Julia Engelmann



Goldmann (Mai 2014),
Klappenbroschur, 96 Seiten,
7,00 € [D] 


"Eines Tages, Baby, werden wir alt sein, oh Baby, werden wir alt sein und an all die Geschichten denken, die wir hätten erzählen können." Julia Engelmanns Slam "One Day" hat über Nacht eine Welle der Begeisterung ausgelöst und Millionen Fans im Netz gefunden. Ihre Message, Träume endlich in die Tat umzusetzen, trifft den Nerv der Zeit. Denn in jedem von uns steckt so viel mehr! Und diese mitreißende Energie zeichnet alle Texte in ihrem ersten Buch "Eines Tages, Baby" aus. Mal zart, mal kraftvoll und immer berührend, ruft Julia Engelmann dazu auf, mutig zu sein, das Glück zu suchen und das Leben zu leben, bevor es zu spät ist – "Los! Schreiben wir Geschichten, die wir später gern erzählen." – Mit Illustrationen von Julia Engelmann. (Text-, Cover- und Zitatrechte: Goldmann Verlag)


ES IST DOCH SO:
WIR KÖNNEN ALLES SEIN,
WIR HABEN, WAS WIR BRACHEN,
UND WO IMMER WIR SIND,
DA GEHÖREN WIR AUCH HIN.
- S. 85


Meine Meinung
Auch ich gehöre zu den Menschen, die etwas verwundert den Kopf schüttelten, als bei Facebook ein gewisses Poetry-Slam Video massenhaft geteilt wurde. Lange Zeit ließ ich die einzelnen Beiträge an mir vorbeiziehen. Bis dann meine Neugierde siegte, und ich "nur mal schnell gucken" wollte - und vor Julia Engelmanns "One Day"-Video saß und mit jeder Slam-Zeile faszinierter und berührter wurde.
Einige ihrer Gedichte hat die Autorin jetzt in einem Buch zusammengefasst, begleitet von herzlichen Illustrationen, welche die sehr persönliche Note nochmals hervorheben.

Man muss gar nicht lange drum herum reden. Die Texte von Julia Engelmann gefallen durchweg, ohne Ausnahme. Jeder ihrer Texte ist einzigartig und hat etwas an sich, das sofort anspricht, sich festsetzt und beeindruckt. Etwas haben aber alle Gedichte gemeinsam - sie sind echt. Zudem sind die Texte antreibend und ernsthaft und setzten sich mit grundlegenden Lebensfragen auseinander. Doch in so manche Ernsthaftigkeit mischt sich ein augenzwinkernder Humor, der einen während des Lesens schmunzeln lässt. Das ist es wahrscheinlich, das so viele Menschen anspricht und noch ansprechen wird.

Ich wünschte, ich würde öfter einfach anrufen,
anstatt bei WhatsApp zu fragen, wann ich anrufen kann.
- S. 78 "Wunschliste"

Es ist einfach wunderbar, wenn Julia Engelmann zum Beispiel ein sehr berührendes Gedicht an ihre Eltern schreibt und dieses mit einem so humorvollen, natürlichen Einstieg beginnt, dass ein Lächeln ganz automatisch kommt. Solche Situationen gibt es im Buch viele.
Ich selbst erwischte mich während des Lesens beim permanenten Kopfnicken und Genau-so-ist-es!-Gedanken. Die Zielgruppe ist eindeutig die junge Generation, Jugendliche und junge Erwachsene. Das Alter spielt bei den Gedichten aber eine untergeordnete Rolle. Viele Dinge kann man auf jedes Lebensalter beziehen.

Und Kinder, wie die Zeit vergeht,
jetzt bin ich nicht mehr ganz so klein.
Aber Erwachsenwerden heißt ja nicht,
dass ich aufhören muss, ein Kind zu sein.
- S. 23 "Erwachsenwerden"

Viel zu schnell sind die 96 Buchseiten verschlungen und es könnte leicht passieren, dass man sich von den Texten am Ende regelrecht überflutet fühlt. Vor allem, wenn man das Buch am Stück liest. Ich persönlich werde immer wieder gerne dazu greifen um einzelne Gedichte daraus zu genießen. "Eines Tages, Baby" enthält 14 Gedichte, bzw. sehr persönliche Poetry-Slam-Texte, die einen einsaugen und begeistern. Sie sind modern, völlig unterschiedlich und bejahen dennoch alle das Leben, samt seinen vielen Facetten.

Fazit
"Eines Tages, Baby" hat mich mitgerissen wie damals das "One Day"-Video, das die sozialen Netzwerke wie eine Welle überflutete. Julia Engelmann schreibt moderne Gedichttexte, die echt sind, die das Leben schreiben könnte - und gerade darum so berühren und begeistern. Mal nachdenklich, mal traurig und auch mal lustig ist "Eines Tages, Baby" ein echtes Wohlfühlbuch mit Dauerkopfnickgarantie. Perfekt, um es immer wieder zu lesen. Perfekt, um es an liebe Menschen zu verschenken. Bitte mehr davon!

© Damaris Metzger, damarisliest.de




Samstag, 17. Mai 2014

Buchisches Statement #11


© Damaris liest.
Bilder der Rubrik "Buchisches Statement" dürfen mit unverändertem Inhalt verwendet werden

Sonntag, 11. Mai 2014

Review zu "Toter Sommer" von Kat Rosenfield



Fischer FJB (April 2014),
Klappenbroschur, 320 Seiten,
14,99 € [D]


Dieser schwülheiße Sommer wird der letzte sein, den Becca in ihrer Heimatstadt verbringt. Tags zuvor hat sie ihr Zeugnis bekommen und mit ihrem Freund James noch einen drauf gemacht. Doch dann passieren gleich zwei schreckliche Dinge auf einmal: Erst macht James mit ihr Schluss, und am Morgen findet man das tote Mädchen im Straßengraben. Was danach geschieht, wird Beccas Leben für immer verändern. (Text-, Cover- und Zitatrechte: Fischer FJB)


Ich schluckte meine Liebe herunter und bekämpfte den Drang, auf ihn zuzugehen, ihn zu berühren oder zu fragen, was mit ihm passiert sei. In Gedanken wiederholte ich: Ist mir egal, ist mir egal, ist mir egal, bis der Satz sich verselbständigte und in dumpfem Rhythmus gegen die Innenseite meines Kopfes hämmerte. Es war mir egal. Ich weigerte mich, Mitleid mit ihm zu haben. - S. 43


Meine Meinung
"Toter Sommer" ist nicht einfach zu kategorisieren. Auf den ersten Blick geht man von einem Jugendkrimi aus. Doch in dem Roman steckt zugleich in zeitgenössischer Roman, der auf sehr deutliche und ernsthafte Weise das Leben von Rebecca schildert, die meint in ihrer amerikanischen Kleinstadt zu versauern. Sie möchte weiterkommen, raus aus der Stadt, loslassen. Doch es gibt auch Dinge, die das Weggehen schwer machen. Es ist nicht leicht, ein altbekanntes Leben aufzugeben. Und dann wird während Rebeccas letztem Sommer zu Hause auch noch ein totes Mädchen gefunden.

Die Autorin Kat Rosenfield hat mit "Toter Sommer" ihr erstes Buch veröffentlicht und beweist damit sofort, dass sie ein ungeheures Talent zu Schreiben hat. Vom ersten Augenblick an empfand ich ihre Sprache und Ausdrucksweise als etwas Besonderes. Die Sprache ist trocken und sehr intensiv. Sie passt wunderbar zur gewählten Jahreszeit, dem Hochsommer. Kat Rosenfield wählt hier eine auktoriale Erzählweise, der Leser bekommt nicht nur Rebeccas Sichtweise der Dinge mit, sondern spürt sehr direkt, was die handelnden Personen fühlen.
Außerdem beschreibt die Autorin Umgebung, Personen und Gefühle so bildlich, dass man den flimmernden Asphalt, Schweißflecken auf Kleidung oder vor Wut geballte Fäuste detailgetreu vor sich sieht.

Schließlich hatte sich James geräuspert, geblinzelt und gesagt: "Uns ist es egal, wenn hier einer reinkommt. Wir haben nichts, was für irgendjemanden von Interesse wäre." Und ich hatte seine Hand gehalten, seine Schulter berührt und versucht, mir das Ausmaß seiner Hoffnungslosigkeit vorzustellen, mit der er sich selbst zu diesem Nichts hinzuzählte. - S. 184

Rebecca erscheint als normales Mädchen, das seit ihrer Kindheit ein derselben Kleinstadt lebt. Jetzt, als Jugendliche, möchte Rebecca aus dem Alltagstrott ausbrechen. Dabei nimmt sie auch in kauf, dass ihre Liebe zu James nach diesem letzten Sommer vorbei sein muss. "Toter Sommer" thematisiert nicht nur Rebeccas, sondern auch James' Geschichte. Vor allem James haftet etwas Trauriges und Dramatisches an.
Neben der Hauptgeschichte gibt es immer wieder Kapitel aus der Sicht von Amelia, dem Mädchen, dass man tot neben der Straße gefunden hat. Einiges wird sehr schonungslos beschrieben und die Autorin legt hier die Gewichtung nicht auf Unvorhersehbarkeit, sondern auf Eindringlichkeit. Wie Rebeccas Geschichte dann mit der von Amelia zusammenläuft, erschließt sich mit der Zeit. Hier dann mit einigen Überraschungsmomenten. 

"Toter Sommer" ist zu gleichen Teilen Krimi wie Drama. Die Handlung verläuft nicht linear, sondern es werden neben der Haupthandlung immer wieder Episoden aus früheren Begebenheiten erzählt. Nicht nur von Rebecca selbst, sondern auch Personen aus der Stadt oder ihrem direkten Umfeld. Das macht es zuweilen etwas schwer, den Überblick zu behalten. Was gehört zur Haupthandlung und was beschreibt eine Szene aus der Vergangenheit? Zudem sind einige Sätze etwas zu verschachtelt. Mit dem Lesefluss führen dann einzelne Begebenheiten zueinander.
Obwohl das Buch eine ruhige und sehr umschreibende Grundhandlung hat, versetzte es mein Inneres in Aufruhr. Im letzten Drittel hat es mich völlig mitgerissen und mir blieb an einigen Stellen vor Überraschung der Mund offen stehen. Der Schluss fühlt sich folgerichtig an, ließ mich aber nachdenklich und in einer etwas traurigen Stimmung zurück. 

Fazit
"Toter Sommer" lebt von den bildlichen Umschreibungen und dem Gefühl, dass diese im Leser wecken. Hier passt mal wieder das Lesegefühl absolut zur Geschichte. Es ist ein schwergewichtiges, dramatisches Buch, welches Charaktere und Leser gleichermaßen fordert. Die intensiven Charaktere unterstützen die ruhige und eindringliche Handlung, die vor allem gegen Schluss eine gehörige Portion Adrenalin enthält. Für Leser von nachdrücklicher und einprägsam-sensibler Literatur, ist "Toter Sommer" eine lebendige Empfehlung.

© Damaris Metzger, damarisliest.de

Freitag, 9. Mai 2014

Rezension zu "Ach wie gut, dass niemand weiß ..." von Alexa Hennig von Lange



Verlag: cbt (April 2014)
Originaltitel: -
Übersetzer: -
Reihe: - , ab ca. 14 J.
Ausführung: Klappenbroschur, 400 S.
ISBN: 978-3570162842
14,99 € [D]

Genre: Jugendbuch

© Cover- und Zitatrechte: cbt Verlag


Das Thema
Sina kommt aus gutem Hause. Ihr Vater ist Staatsanwalt und ihre Mutter unterhält sich in der Oberklasse, auf Galas und Charity-Events. Zusammen mit ihren drei besten Freundinnen, gehört Sina zu den beliebtesten It-Girls der Stadt und das zeigen sie auch, wo es nur geht.
Eines Abends werden die Mädchen von einer Gang überfallen. Nur Sina wird von Noah, einem der Gangmitglieder gerettet. Ihr passiert nichts. Nachdem sie sich begegnet sind, können Sina und Noah einander nicht mehr vergessen. Doch Sina ist der Umgang mit den Leuten jenseits des Kanals verboten, nichts soll die heile Welt ihrer Familie gefährden. So trifft sie sich heimlich mit Noah und verliebt sich rettungslos in ihn.

Die Rezension

Der Anfang: "Los! Raus mit dir! Du hast lange genug depressiv rumgesessen." Juno und Nana schleifen mich hinter sich her durch unseren Vorgarten und katapultieren mich in den Wagen, den Lil hinter den Büschen vor unserem Haus geparkt hat.

Sie kommen einfach immer wieder gut an, Bad Boy-Lovestorys für Jungendliche. Vielleicht hat man etwas in der Art schon selbst erlebt oder es ist der Reiz des Verbotenen, der diese Geschichten so anziehend und lesenswert macht. Auch Alexa Henning von Lange widmet sich in "Ach wie gut, das niemand weiß ..." diesem Thema. Die Geschichte spielt in Deutschland und ist nach dem Prinzip reiches Mädchen verliebt sich in Bad Boy/Gangster aufgebaut.

Aber etwas sagt mir, dass zwischen diesem Jungen und mir etwas begonnen hat und alles Weitere zwischen uns bereits vorbestimmt ist. Das klingt jetzt vermutlich komplett abgedreht, aber diejenigen, die in ihrem Leben schon mal eine derartig verrückte Situation erlebt haben, werden bestätigen, dass man sich in so einem Moment gar nicht mehr anstrengt, zu entkommen. Weil es zwecklos ist. - S. 14

Da begegnen sich also die 17-jährige Sina und der etwas ältere Noah das erste Mal nachts auf einem Parkplatz. Sie kennen sich nicht, auch nicht vom Sehen. Und doch ist zwischen ihnen sofort diese Chemie, dieses Knistern zu spüren. Die Autorin schafft es anfangs wunderbar, die Gefühle der beiden Hauptprotagonisten (vor allem von Noah) in Mimik, Gesten und Reaktionen auszudrücken. Sie wirken nicht flach, sondern sehr greifbar. Und man muss sich schon nach den ersten zwei Kapiteln eingestehen, dass Noah sofort der Favorit der weiblichen Leserschaft wird.
Leider hält sich dieses Anfangsgefühl nicht bis zum Schluss. Das Buch bleibt interessant, wird mit vorankommender Handlung aber sehr pathetisch und schwülstig-kitschig, gegen Ende für deutsche Verhältnisse viel zu übertrieben.

Sinas Zuhause wird ausgezeichnet beschrieben. Das Bild, das man vor Augen hat, entspricht dem oftmals zurechtgelegten Klischee (neu)reicher Familien mit Kindern im Teenageralter. Alles ist vom Feinsten, pompös und auf gutes Ansehen ausgelegt. Sinas überdreht-oberflächliche Mutter und ihr Vater, der seinen Beruf zu seinem Lebensmotto gemacht hat, wecken Verständnis für die Jugendliche und ihr verbotenes und rebellisches Verhalten. Wäre da nicht ständig dieser innere Monolog, den Sina führt. Sie wägt fortlaufend das Für und Wieder ihrer Beziehung zu Noah ab. Das ist auch vollkommen in Ordnung, wiederholt sich aber Kapitel für Kapitel. Untermauert mit Fragen, die sich Sina innerlich stellt (teilweise bis zu 9 Sätze mit Fragezeichen hintereinander) wird einem das schnell zu viel und man hat das Gefühl, dass Sina mit ihren Überlegungen auf der Stelle tritt.
Noah kommt zwar aus dem "schlechten" Viertel der Stadt und hat eine einschlägige Gangsterkarriere hinter sich, man erkennt aber sofort, dass er ein Gewissen hat und sein Leben gerne anders führen würde. Er ist einer der netten, fürsorglichen Bad Boys. Das Bild das man recht schnell von ihm hat, wird jedoch im Laufe des Buches nicht ausreichend vervollständigt. Seine Hintergründe werden nur angeschnitten, sein Leben und seine Rolle innerhalb des Verbrechermilieus sind zu dürftig erklärt.

Es ist so, als würde ich meine große Liebe küssen, den Menschen, der unter einer Million für mich gemacht wurde. Den Menschen, ohne den ich nicht atmen kann [...]. Das ist es, was das Wort Liebe meint. - S. 133

Hier stellt sich nicht die Frage, der Liebe auf den ersten Blick. Dass so etwas passiert, ist unbestritten. Dennoch geht in "Ach wie gut, dass niemand weiß ..." dann alles zu schnell und zu kitschig vonstatten. Hat Sina mit ihrem Exfreund, mit dem sie ein Jahr zusammen war, noch nie Sex gehabt, denkt sie beim ersten Kuss mit Noah direkt daran, dass es sich "richtig anfühlen" würde, mit ihm zu schlafen. Die Gefährlichkeit dieser verbotenen Liebe, sowie Noahs gutes Aussehen, werden allenthalben wiederholt. Ja, es wird so pathetisch, dass Sina sogar einen gemeinsamen Tod als "perfekte Verschmelzung" (S. 344/345) definieren würde. Fraglich, ob das die richtige Gedankenanimation für jugendliche Leser sein sollten. Schade, denn anfangs war der Roman genau auf der richtigen Schiene. Die Chemie zwischen den Hauptprotagonisten passte, war nicht zu übertrieben, plausibel und romantisch-kribbelig.

Dramatisch und übertrieben ist auch das Ende, zumindest für deutsche Verhältnisse. Der Ablauf ist sehr kurz geraten. Wurde während der ganzen Geschichte das Grundproblem der verbotenen Liebe immer wieder durchleuchtet, konzentriert sich die Schlusshandlung auf so wenige Seiten, dass es schwer fällt zu folgen. Der Ausgang der Geschichte liegt im gängigen Rahmen dieses Genres und fällt in etwa wie erwartet aus.

Das persönliche Fazit
Als Fan der Bad Boy-Storys von Simone Elkeles bin ich verwöhnt und die Messlatte liegt hoch. Trotzdem - Ach wie gut, dass sich "Ach wie gut, dass niemand weiß ..." so locker und schnell schmökern ließ. Sonst hätte ich wahrscheinlich mit der Ausarbeitung der Geschichte noch größere Probleme gehabt, der Ablauf war okay. Dabei war es anfangs durchaus da, dieses Das wird ein super Buch-Feeling. Was kribbelig und vielversprechend anfing, wurde kitschig und übertrieben. Sinas innere Monologe und Überlegungen, ja, sogar ihre Reaktionen waren eine Geduldsprobe. Für mich einfach nicht echt genug. Insgesamt positioniert sich der Roman, mit knappen 3 Sternen, nur im unteren Mittelfeld.

Aufmachung: 3,5 /5
Handlung: 2,5 / 5
Charaktere: 2,5 / 5
Lesespaß: 3 / 5
Preis/Leistung: 2,5 / 5

© Damaris Metzger, damarisliest.de

Dienstag, 6. Mai 2014

Buchzugänge vs. Buchabgänge vs. Geflüster im April 2014

Im Durchschnitt lese ich pro Monat etwa 10 Bücher. Gerade ist es für mich aber schwieriger als gewöhnlich, ausreichend Lesezeit zu stehlen. Ende März/Anfang April sind wir an einen neuen Wohnort gezogen und die letzten fünf Wochen war einfach viel zu tun. So langsam ist aber eine Rückkehr zur Normalität absehbar. (Vergessen wir mal den Garten, der steht auch noch ganz oben auf der To-do-Liste.)
Im April habe ich 8 Bücher gelesen. Die meisten waren sehr gut, einige recht umfangreich. Einen Lieblingsbuchstatus gab's im vergangenen Monat zwar nicht, doch ich war zufrieden mit meiner Auswahl und hatte viel Spaß. Dann haben mich viele Schätzchen erreicht, darunter wahnsinns (!) Geschenke von lieben Mitbloggerinnen, ich bin immer noch ganz glückselig. Außerdem zwei geniale (!) Buchgewinne, beide signiert. Als ich die Gewinnbenachrichtigungen bekam, konnte ich es kaum glauben.


Meine Buchzugänge vom April 2014 - 9 Bücher:




Nicht auf dem Bild ist Dracyr: Das Herz der Schatten, ein toller High Fantasy-/Drachenroman, der bereits von mir rezensiert wurde. Im Moment darf jemand anderes die Drachen besuchen und das Buch genießen.

Phantasmen und Die Insel habe ich gewonnen. Zudem sind beide auch noch von den Autoren signiert. Shou hatte auf ihrem Blog ein Gewinnspiel für alle, die nicht zur Leipziger Buchmesse fahren konnten. Unter diesen hat sie "Phantasmen" verlost und sich dafür sogar in die lange Schlange bei Kai Meyers Signierstunde gestellt. DANKE! Ich bin immer noch baff. "Die Insel" habe ich bei einer Blogtour mit Puzzle-Spiel des Arena Verlags gewonnen. Auf der Messe wurde es signiert und mir danach dann zugeschickt. Genial!
Reich beschenkt wurde ich von Steffi mit Obsidian: Schattendunkel. Geht es noch besser? Für mich nicht! Das Buch ist gerade in aller Munde. Die Bestimmung: Letzte Entscheidung hat mir Favola bei unserem ersten privaten Treffen in die Hand gedrückt. Seit der Verfilmung des ersten Bandes bin ich wieder im Bestimmungs-Fieber. DANKE euch beiden, ihr habe mich überwältigt, echt!
Code Black, der Jugendthriller mit dem fantastischen pinken Buchschnitt, wurde von mir schon gelesen und rezensiert. Niemand kann das jetzt sehen, aber ich grinse, wenn ich an das Buch denke. Es war so herrlich übertrieben und ein Lesespaß dazu.
Die Fischerverlage haben mich mit Toter Sommer und Zwei in einem Zelt überrascht. Letzteres stand auf meiner April-Wunschliste. Es steht schon in den Lesestartlöchern.
Ach wie gut, dass niemand weiß ... wurde von mir ganz aktuell gelesen und ich eine deutsche Bad Boy-Lovestory. Ach wie gut, dass ich mich morgen an die Rezi setzen werden.


Buchabgänge - gelesen habe ich im April 8 Bücher:




Schattengrund von Elisabeth Herrmann ... ist ein spannender und unheimlicher Jugendthriller mit einem tollen deutschen Setting im Harz. Das Buch begleitete mich während und direkt nach dem Umzug. Für Leser von Jugendthrillern eine absolute Empfehlung.
Fragmente von Dan Wells ... stand für mich seinem Partials-Vorgänger in nichts nach. Der Plot war teils sogar ähnlich (eine Reise/Suche) und dabei doch ganz anders, nicht so medizinisch. So langsam bekommt man einen Überblick über die Ereignisse. Super! (meine "Fragmente"-Rezension gibt's hier)
Mehr als das von Patrick Ness ... kann man nur verstehen/erklären, wenn man es liest. Es ist sehr düster und diffus, wie ich die Sci-Fi Komponente ins Buch integrieren soll, weiß ich jetzt noch nicht. Ein Jugendbuch das hängen bleibt. (meinen "Mehr als das"-High Five gibt's hier)
Dracyr: Das Herz der Schatten von Susanne Gerdom ... ist als High Fantasy-Mehrteiler angelegt, kann aber auch als Einzelband gelesen werden. Für mich war "Dracyr" beste Drachenfantasy, mit einer kribbeligen Lovestory. Wer mal wieder jugendliche High Fantasy lesen will, ist hier richtig! (meine "Dracyr"-Rezension gibt's hier)



Die unglaubliche Reise des Fakirs, der in einem Ikea-Schrank feststeckte von Romain Puértolas ... wurde schon im Vorfeld sehr gehypt. Der Autor hat mich seinem Buch einen ganz besonderen und nicht alltäglichen Roman geschrieben. Er erscheint in 36 Ländern und die Filmrechte sind bereits verkauft. (meine"Fakir/Ikea"-Review gibt's hier)
Sam und Emily: Kleine Geschichte vom Glück des Zufalls ... war ein Buch, welches mir im letzten Monat sehr nahe ging. Die Geschichte von Sam und Emily ist wunderbar, macht traurig und glücklich zugleich. Ein sehr herzliches und schönes Leseerlebnis.
Code Black von Kat Carlton ... hat mich am meisten überrascht. Was war ich nach 2-3 Kapiteln kritisch und dachte schon an ein absolutes Mittelmaßbuch. Schlussendlich hatte ich mit "Code Black" dann den größten Spaß im April. Ein sehr sarkastisch-lustiger und heillos übertriebener Jugendthriller. (meine "Code Black"-Review gibt's hier)
Fünf Tage und fünf Nächte von Laura Gambrinus ... wollte ich mal eben als Zwischenhappen lesen. Der erotische Kurzroman hat mich nicht vom Hocker gehauen. Nicht schriftstellerisch, nicht vom Plot her und die erotischen Szenen schon gar nicht.


Highlights: Im April hatte ich drei klare Highlights. Das war zuerst "Dracyr: Das Herz der Schatten", ein wunderbar schmökeriger High Fantasy-Jugendroman. Obwohl ich bei Drachenfantasy mittlerweile sehr kritisch bin, fand ich das Buch super. Ebenso mochte ich die Lovestory. "Sam und Emily: Kleine Geschichte vom Glück des Zufalls" hat mich beschäftigt und gerührt. Eine wunderbare Geschichte und ein Herzensbuch von mir. "Code Black" bekam von mir zwar nicht die Höchstwertung, trotzdem war das Buch geniale Unterhaltung und für mich ein großer Spaß. Darum zählt es ebenso zu meinen Highlights. 

Lowlight: Ist "Fünf Tage und fünf Nächte", ein erotischer Kurzroman bei dem mir nichts wirklich gefiel. Für mich eine Schema-F-Geschichte in allen Bereichen. Zudem waren mir beide Hauptcharaktere unsympathisch und ohne jegliche Besonderheiten. Ich hab das Buch zwar zu Ende gelesen, aber gerade so, mit wenig Interesse und nur, weil ich dann relativ schnell durch war.

Sonntag, 4. Mai 2014

Neu ab 8. Mai - "Die Elemente der Schattenwelt: "Blood & Gold" (Band 1)


Letzte Woche erreichte mich ein geheimnisvoller (roter!) Brief. "Liebe Huntress, wir heißen dich herzlich in unseren Reihen der Jäger willkommen." Huch? Was? Ich? Aber von vorne ...

Auf der Facebook-Veranstaltung der Aktion "Blood & Gold" - Bist du ein Hunter? hatte ich mich angemeldet und bin nun, lt. Brief, positiv auf das HunterGen getestet worden. Und zwar gehöre ich zu den Moon Huntern, die sich in der Schattenwelt der Jagd von Werwölfen widmen. Das ist mir zwar völlig neu, aber man lässt sich ja gerne überraschen ...

Abgesehen davon hört sich die neue Buchreiche Die Elemente der Schattenwelt sehr spannend an. Um was geht es also im ersten Band "Blood & Gold" genau? Und was bedeuten die verschiedenen Hunter Gruppen? 


Blood & Gold (Band 1) von Laura Kneidl

Evanstone, 2014: Auch wenn sie sich der Menschheit nicht zu erkennen geben, weilen sie doch unter uns: Geister, Dämonen, Vampire und andere Kreaturen der Nacht. Nur wenige Menschen wissen von ihrer Existenz und noch weniger haben die Fähigkeit, gegen sie anzutreten. Dass Cain eine von ihnen ist, erfährt sie erst mit ihrer Volljährigkeit – wie ihre Mutter soll sie nun als Blood Huntress Vampire jagen. Dies wäre jedoch so viel einfacher, wenn man ihr nicht gerade den unnahbaren Krieger Warden an die Seite gestellt hätte, der furchteinflößender sein kann als die Vampire selbst …

ET: 8. Mai 2014, E-Book 4,99 €, ca. 416 Seiten



© Cover, Text und Banner: Carlsen Verlag/Impress und Laura Kneidl




Die Blood Hunter sind auf Vampire spezialisierte Jäger. Die Farbe ihrer Gattung ist dunkelrot und ihr Element ist das für Vampire giftige Gold. Blood Hunter können bei Dunkelheit besser sehen und sind gegen die paralysierenden Bisse und die Verwandlung in einen Vampir resistent.




Die Soul Hunter befinden sich auf den Spuren verstorbener Seelen, die nicht gewillt sind, diese Erde zu verlassen. Die Farbe ihres Clans ist dunkelgrau und das Element, das die Soul Hunter vor Geistern schützt, ist Bronze. Soul Hunter verfügen über “die Sicht”, eine Fähigkeit, die es ihnen ermöglicht, die meisten Arten von Geistern zu sehen.




Die Magic Hunter bekämpfen all die Kreaturen der Nacht, die mit Magie verbunden sind. Die Farbe der Magic Hunter ist dunkelgrün und ihr Element ist Platin. Ihre DNA ist zudem mit einen Funken Magie versetzt, weshalb sie gegen Schwüre und Flüche immun sind.




Die Hell Hunter jagen all jene Geschöpfe, die der Hölle entkommen sind. Ihre Farbe ist dunkelviolett und sie paralysieren Dämonen und andere Höllenwesen mit Hilfe des Elements Stahl. Häufig arbeiten Hell Hunter mit der Kirche zusammen. Ihr Gen schützt sie vor Besessenheit durch Dämonen.




Die Moon Hunter widmen sich der Jagd nach Werwölfen. Die Farbe, die ihre Gattung symbolisiert, ist dunkelblau und ihr Element ist Silber. Wie auch ihre Kreaturen schöpfen die Moon Hunter Kraft im Vollmond und gewinnen in diesen Nächten an Stärke und Schnelligkeit. Das Gen der Moon Hunter beschützt diese vor einer möglichen Verwandlung.



Wie aufregend. Dann werde ich meinen Dienst als Moon Hunter offiziell antreten und mich schnell beim Obersten der Moon Hunter-Jäger melden. Und in vier Tagen erscheint ja auch schon der erste Band "Blood & Gold". Ich bin neugierig!





Donnerstag, 1. Mai 2014

Review zu "Code Black" von Kat Carlton



ivi (April 2014), Band 1,
Hardcover, pinkfarbener Buchschnitt, 304 Seiten,
16,99 € [D]


"Kannst Du auf dem Heimweg Milch holen?"- Eine harmlos aussehende Textnachricht, doch für die 16-jährige Kari Andrews bedeutet dieser Satz nur eins: Nimm deinen Bruder und LAUF UM DEIN LEBEN! Denn Karis Eltern arbeiten als Agenten bei der CIA und haben jede Menge Feinde. Aus diesem Grund haben sie ihre Kinder für den Ernstfall gut vorbereitet. Mit ihrem kleinen Bruder Charlie taucht Kari unter, doch irgendetwas stimmt nicht. Ihre Eltern bleiben verschwunden. Und wieso macht plötzlich die CIA Jagd auf sie? Um die Wahrheit herauszufinden, ist Kari ausgerechnet auf die Hilfe des Footballspielers Luke angewiesen, für den sie heimlich Gefühle hegt. Kari und ihre Freunde begeben sich in ein Netz aus Lügen - und in größte Gefahr ... (Text-, Cover- und Zitatrechte: ivi Verlag)


Ich bin Kari Andrews, [...]. Ja, ich habe definitiv schon würdevoller ausgesehen als gerade jetzt, da ich halb aus dem Fenster der Mädchentoilette hänge. - S. 7


Meine Meinung
THRILLER - steht in leuchtend pinkfarbenen Buchstaben auf dem Cover von "Code Black". Besser gesagt, das Buch ist ein Jugendthriller. Und bei diesen ist sich die Leserschaft meist einig, entweder man liest "so etwas" oder eben nicht. Erwachsenen Thrillerlesern sind die kleineren Vertreter des Genres oft nicht spannend genug und für Jugendliche muss der Autor die Waagschale zwischen Geschichte und Spannung gut ausbalancieren. Sonst wird es entweder zu langweilig oder ist der jugendlichen Psyche nicht zumutbar.

"Code Black" ist ein Jugendthriller, den ich mögen möchte. Ab dem ersten Blick sozusagen. Und wenn ich auch sonst in einer Rezension kaum ein Wort über das Aussehen eines Buches verlieren möchte, hier schon. Denn die Optik springt einen regelrecht an. Ein Hardcover, tiefschwarz, mit Kastenrücken und Spotlackelementen. Aber das Beste ist der Buchschnitt in Pink! Nicht einfach nur Pink. Neonpink! Leuchtstift-Textmarker-Pink! Komplett genial.

Ich fange also an zu lesen. Um es kurz zu machen, nach dem Prolog und zwei weiteren Kapiteln bin ich erst mal ernüchtert. Ja, spannend. Ja, ganz nett. Aber irgendwie auch überzogen. Und dann dieser aufgesetzte Humor von Ich-Erzählerin Kari. Als solle jede Actionszene und jede Bemerkung mit einer Portion Sarkasmus und Witz unterlegt werden. Bemüht lustig. Das ist ein paar Mal auch in Ordnung, als Dauerberieselung beginnt es mich leicht aber stetig zu nerven. Das wird okay, Mittelmaß zwar, aber schon recht für zwischendurch - denke ich, und lese weiter. 

Kurz darauf treffen einige Jugendliche aufeinander, die mir von Kari schon vorgestellt wurden. Jetzt soll/muss die toughe Kratzbürste plötzlich mit einem Team aus Mitschülern, nennen wir sie Special-Team-Clique, zusammenarbeiten, um ihre verschwundenen Eltern zu suchen. Und sie ist entsetzt! Einige davon möchte sie nämlich überhaupt nicht in ihrer Nähe haben. Ein Schlagabtausch folgt dem nächsten - und ich ertappe mich beim Grinsen. Nein, ich grinse nicht nur so vor mich hin, ich lache laut und oft. Die Geschichte beginnt mir richtigen Spaß zu machen. Die Kommunikation und Streitgespräche sind herrlich, die Situationskomik animiert zum Dauerkichern. Hier muss ich auch anfügen, dass sich dieses Niveau bis zum Schluss hält. Ununterbrochener Lesespaß!

"Gib meiner Schwester bloß nicht die Kreditkarte", rät Luke.
"Hey!" Lacey versetzt ihm einen Hieb. "Was soll das heißen?"
"Das weiß du genau."
Rita schnieft. "Als würde sei zum Klauen eine Kreditkarte brauchen."
Lacey mustert sie finster. "Pass mal auf, du Schlampe ..."
"Das reicht!" brüllt Evan. "ICH gehe los und besorge Kari was zum Anziehen."
"Du?" Rita schaut ihn aus großen Augen an. "Was weißt du über Frauenkleidung?"
"Ziemlich viel. Vor allem weiß ich, wie man sie auszieht."
- S. 126

Insgesamt ist die Gewaltdarstellung im Buch recht hoch, die Meinungen der Hauptprotagonistin (und somit Autorin) sehr patriotisch. Es geht filmreif und unbeschönigt zur Sache. Kari ist supertough und sehr schlagfertig. Nicht nur mit dem Mund, sondern auch mit Fäusten, Füßen und vollem Körpereinsatz. Gleichzeitig ist sie ihrem kleinen Bruder gegenüber herzlich und fürsorglich. Dadurch wirkt sie auf mich sehr gewinnend. Ihre Schwärmereien und ihr "Love Interest" sind Geschmacksache. Hier ist das letzte Wörtchen ganz sicher noch nicht gesprochen.
Und auch die restlichen Mitglieder der Special-Team-Clique schließe ich ins Herz. Vom charismatischen Helden über die allerbeste Hackerfreundin zur Barbie-Oberzicke - alles ist vertreten und mit jedem dieser Charaktere hat man seinen Spaß beim Lesen.

Natürlich ist die Story heillos überzogen, die Sprache oft derbe und spritzig. Aber natürlich ist es auch genau dieser Punkt, der mir am Buch gefällt. Wollen wir das ab und an nicht mal ganz gerne? Ist das nicht der Grund, warum wir manchen Actionfilm in vollen Zügen genießen? Wenn Jugendliche sich ganz fix ins CIA-System hacken, mit Leichtigkeit Special-Agents verkloppen und mir nichts dir nichts in eine Hochsicherheitsanlage einmarschieren, ja, dann entlockt mir das schon das ein oder andere (gutmütige) Kopfschütteln. Am Ende bin ich dann wieder überrascht, denn die Autorin hat sich dabei etwas gedacht und klärt Dinge, die man für völlig überzogen hielt, restlos auf.
Das Buch bekommt in jedem Fall einen weiteren Fortsetzungsband. Einen Cliffhanger gibt es aber nicht. Die Handlung in "Code Black" ist vorerst abgeschlossen, man weiß aber schon, welche Richtung der Folgeband einschlagen wird.

Fazit
Herrje! Ich bin richtig perplex. Denn "Code Black", das Buch, das ich meinte nach zwei Kapiteln durchschauen, kategorisieren und in die Mittelmaßschublade stecken zu können, entpuppte sich als kleines Sahnestückchen. Es liest sich leicht und fluffig. Ich hatte solchen Spaß beim Lesen! Viel zu schnell waren die 300 Seiten weggeschmökert. Der nächste Band ist schon als Pflichtlektüre gespeichert. Wenn es Popcorn-Kino gibt, dann gibt es für mich ab heute auch Popcorn-Bücher. "Code Black" ist eines. Zurücklehnen, genießen und Spaß haben!

© Damaris Metzger, damarisliest.de

Ich beschließe, netter zu ihn zu sein - morgen.
"Träum süß, Kari." Evan schaltet seine Lampe ebenfalls aus und wirft sich mit Schwung auf den Bauch.
"Arschgesicht", murmele ich in mein Kissen. Noch ist schließlich nicht morgen.
- S. 213