Freitag, 5. Dezember 2014

Rezension zu "Queen of Clouds: Die Wolkentürme" von Susanne Gerdom



Verlag: bloomoon (September 2014)
Originaltitel: -
Übersetzer: -
Reihe: ?, ab ca. 14-17 J.
Ausführung: Klappenbroschur, 512 S.
ISBN: 978-3845802077
14,99 € [D]

Genre: Dystopie/Fantasy

© Cover- und Zitatrechte: bloomoon Verlag by arsEdition


Das Thema
Valentin lebt in einem der Wolkentürme, die hunderte von Metern in die Höhe ragen. Dort herrscht Prunk und Luxus, und schließlich ist Valentin der Lieblingssohn des Herrschers - des Panarchen.
Dagegen ist Elster ein Kind der Schluchten. Sie sucht in alten Gängen und Katakomben nach Schätzen aus der Alten Zeit. Die Schluchter leben am Fuße der Türme, werden ausgebeutet und haben kaum genug, um ihren Hunger zu stillen.
Ein Zwischenfall bringt ein Ereignis mit sich, dass Elster und Valentin zusammenführt. Sie sollen zu einer gefährlichen Mission starten, um das langsame Aussterben der Menschheit aufzuhalten - so sagt es eine Prophezeiung. Ungeachtet der kulturellen Unterschiede machen sie sich mit einem Team von Vertrauten und Freunden auf den Weg ... und geraten in einen Komplott der vom Herrscher selbst zu kommen scheint.

Die Rezension

Der Anfang: Elster hing zweihundertvierzig Meter über dem Boden an den Fingerspitzen, krallte ihre Nägel in eine beinahe unsichtbare Furche in der Turmwand und angelte mit den Füßen nach der Eisenrebenranke, die eben noch als Halt für den Aufschwung gedient hatte.

Es ist heute als Autor gar nicht mehr so leicht, einem Genre seinen eigenen Stempel aufzudrücken. Vor allem, wenn man für so viele verschiedene Sparten schreibt wie Susanne Gerdom. "Queen of Clouds: Die Wolkentürme" heißt ihr neuestes Jugendbuch. Zwar gibt es auch das Hoch-Tief-Thema für Jugendliche bereits, der Autorin gelingt es aber dennoch, das Buch zu etwas eigenem zu machen. Dabei kann man sich hier beim Genre nicht unbedingt festlegen. "Die Wolkentürme" ist ein Mix aus dystopischer Science Fiction, besitzt aber auch Fantasyelemente. Ob es einen Folgeband geben wird, steht noch nicht fest. Das Buch liest sich aber auch als Einzeltitel wunderbar.

Es ist immer wieder beeindruckend, wenn ein Setting voll und ganz überzeugt. Das gelingt hier nicht nur durch die beispielhaften Umgebungsbeschreibungen, sondern durch Eigenkreationen in der Pflanzen und Tierwelt, vor allem aber der Gesellschaftsform. Diese sind so natürlich gehalten, dass man sie für absolut echt hält. Die Fortbewegungstechnologien der Luft, z.B. Luftschiffe, Schlitten oder Gleiter, sind klasse! Auch wenn der genaue Handlungszeitraum nie genannt wird, hat man bald einen guten Überblick der Gesellschaft(en) und Umwelt.

Und über allem, diffus und unangenehm, die Angst vor dem düsteren Teil der Legende. [...] ein Märchen, mit dem man Kinder erschreckte. Valentin hätte gerne darüber gelacht, aber der bittere Ernst im Gesicht seines Vaters hatte das Gelächter im Keim erstickt und nur Betroffenheit zurückgelassen und einen Hauch von Angst. - S. 171

Die Kapitelüberschriften sind sehr originell, regen manchmal zum Schmunzeln an und tragen zu einem sehr eigenen Lesegefühl bei. Ebenso die Charaktere. Schon bald kann man diese gut einschätzen. Während im ersten Teil die Sichtweisen der (vermeintlichen) Hauptcharaktere abwechseln, kommen in den folgenden Buchteilen noch andere personale Erzählstile hinzu. Nebencharakteren wird eine große Rolle zuteil, die nicht minder spannend ist als die Haupthandlung.
Auf eine Lovestory kann man sich nicht festlegen und diese schon gar nicht voraussagen. Einiges kommt anders als gedacht. Vielleicht wundert sich mancher Leser darüber, wenn die Wahl auf einen echten Nebencharakter fällt. Hier hätte man dann gerne mehr über die jeweilige Person erfahren.

Auf sprachlich hohem Niveau präsentiert sich die Handlung sehr abwechslungsreich. Dabei strotz sie vor Intrigen und dubiosen Machenschaften, zeichnet Menschen aber nur selten schwarz und weiß. Manche Charakterentwicklung erstaunt positiv.
Gegen Ende werden die Ereignisse und vor allem die Umgebung etwas abstrakter. Trotzdem kann man gut folgen. Auch bleiben einige Fragen, oder der Verbleib mancher Personen, noch offen. Wenn man sich damit zufrieden gegen kann, liest sich die Geschichte sogar abgeschlossen. Ungeachtet dessen wäre ein Folgeband wünschenswert.

Das persönliche Fazit
Bei jedem Buch von Susanne Gerdom freut es mich, wie mühelos ihre Geschichten wirken. Auch bei ihrem neuesten Jugendbuch wird das deutlich. Die Welt ist komplex konstruiert, die Handlung und Charaktere abwechslungsreich und vielschichtig. Trotzdem liest sich das Buch einfach und flott. Eine Fokussierung der Lovestory(s) auf bestimmte Charaktere hätte der Kontinuität der Geschichte nicht geschadet. Überrascht hat mich die "Queen of Clouds" aber allemal. 4 Sterne!

Aufmachung: 3,5 / 5
Handlung: 4 / 5
Charaktere: 4 / 5
Lesespaß: 4 / 5
Preis/Leistung: 4 / 5

© Damaris Metzger, damarisliest.de




Kommentare:

  1. Mir wurde die Welt zu wenig erklärt. So viele Fragen blieben bei mir offen. Die Idee und die Figuren haben mir sehr gut gefallen! LG

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    1. @Verena - Ich mag es, wenn ich die Welt im Buch "erfahre", darum brauche ich auch keine langen Erklärungen und mir hat das in Queen of Clouds gut gefallen. Und du hast recht, die Idee und die Charaktere waren super.

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  2. Schöne Rezension, liebe Damaris. Klingt nach einem interessanten Buch und kommt deshalb auf meine Wunschliste.

    LG
    Sabine

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    1. @Sabine - Sprachlich ist "Queen of Clouds" erste Sahne, hier merkt man schon, dass die Autorin Profil ist. Die Welt ist auch toll, ich kann es dir sehr empfehlen.

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  3. Huhu Liebes,

    die ganze Zeit schon wollte ich deine Rezension lesen und bin nie dazu gekommen, aber dafür jetzt. Mich hat das Buch vom Cover und der Geschichte sehr angesprochen, daher musste ich es unbedingt haben. Jetzt freue ich mich dank deiner tollen Bewertung nur noch mehr auf Queen of Clouds, danke dafür <3

    Drück dich, deine Ally

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    1. @Ally - Huhu auch :-) Das Cover gefällt mir auch sehr und ich mag es, wenn man Bücher auch als Einzelband lesen könnte. Es kann hier am Schluss zwar noch weitergehen, wäre aber auch nicht tragisch, wenn nicht (obwohl ich natürlich hoffe!). Es sollte auf jeden Fall ein Wunschlistenbuch bleiben.

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