Montag, 20. Oktober 2014

Rezension zu "Angelfire: Der letzte Kampf der Feuergöttin" von Courtney Allison Moulton



Verlag: Goldmann (September 2014)
Originaltitel: Shadows in the Silence
Übersetzer: Inge Wehrmann
Reihe: Band 3/3
Ausführung: Klappenbroschur, 448 S.
ISBN: 978-3442480951
12,99 € [D]

Genre: Urban Fantasy

© Cover- und Zitatrechte: Goldmann Verlag


Das Thema
Ellies Beschützer Will wurde von einem dämonischen Reaper schwer verwundet. Er hat nicht mehr lange zu leben, außer Ellie findet eine Möglichkeit, ihn von dem Reaper-Gift zu heilen. Gemeinsam mit Cadan macht sie sich auf die Suche.
Gleichzeitig bereitet sich ein riesiges Dämonenheer auf die finale Schlacht vor. Alle Engel sollen vernichtet, die Menschheit ausgelöscht werden. Da Ellie als Preliatin die Menschen beschützt und Dämonen jagt, muss sie sich dieser letzten Schlacht stellen. Doch dazu benötigt sie ihren Beschützer Will.

Die Rezension

Der Anfang: Wieder und wieder hatten die Dämonischen versucht mit zu zerschmettern, doch obwohl mein Kleid mit Wills Blut getränkt war, stand ich noch aufrecht nach diesem Abend, der so wunderschön und voller Glück begonnen hatte und so grauenhaft und blutig zu Ende gegangen war.

Die Angelfire-Trilogie ist klassische Urban Fantasy. Hier dreht sich alles um den Engel- und Dämonenmythos. Bücher dieser Art sind zwar bekannt, doch ist es der Autorin tatsächlich gelungen, etwas Eigenes zu erschaffen. Bekannte Elemente und neue Interpretationen machen die Geschichte unglaublich spannend, dazu romantisch und sehr kämpferisch. Die Story fetzt und macht Spaß. Mit "Der letzte Kampf der Feuergöttin" ist nun der Finale Band erschienen. Er bringt die Reihe solide zu Ende - mit einigen Abstrichen.

Der grandiose Vorgängerband "Auf den Schwingen des Bösen" endete mit einem gemeinen Cliffhanger und ließ den Leser ungeduldiger zurück, als damals Band 1. Genau hier steigt auch die Geschichte des Buches wieder ein, der Übergang ist völlig nahtlos und konzentriert sich auf die Rettung von Beschützer Will. Da Band 2 schon einige Zeit zurückliegt, sind einige Personen nicht mehr so präsent im Gedächtnis. Die Grundstory hat man, aufgrund einiger Wiederholungen, bald wieder gut im Kopf. Man kann hier vorwegnehmen, dass nicht die komplette Geschichte auf die Rettung von Will verschwendet wird, eine Lösung gibt es schon recht bald. Die eigentliche Thematik ist, wie erwartet, der Kampf von Gut gegen Böse und die finale Schlacht.

Wenn ich diesen Krieg überlebte, würde ich richtig anfangen zu leben. ich würde jeden sonnigen Augenblick genießen, so viele Schneeflocken mit der Zunge auffangen, wie ich konnte, und so leidenschaftlich lieben, wie mein Herz es erlaubte. - S. 225

Durch wechselnde Schauplätze wirkt die Story sehr abwechslungsreich, ohne, dass man sich als Leser gehetzt fühlt. Das Markenzeichen der Reihe, viele blutige und entbehrungsreiche Kämpfe mit Dämonen, findet man auch hier. Teils so grausam und mitleidslos, dass man schon etwas schlucken muss. Vor allem in Anbetracht dessen, dass die Bücher im Originalen als Young Adult/Jugendbücher verlegt werden.
Auch hat man das Gefühl, dass es die Autorin mit dem Engel- und Dämonenmythos hier etwas zu gut gemeint hat und mal eben ihre komplette Recherche in die Geschichte hat fließen lassen. Himmel/Gott, Hölle/Teufel, Engel, Gefallene, Nephilim, Erzengel, Grigori, Bibelstellen, Nahost-Geschichte - und noch viel mehr, wird angeschnitten und mit Moultons Eigenkreationen gemixt.

Leider ging bei diesem Abschlussband einiges der knisternden Romantik zwischen Ellie und Will verloren, selbst wenn es (sehr jugendgerecht) "zur Sache geht". Der Vorgängerband ist hier einfach unerreicht. Außerdem hat Ellie den Hang, alles zu dramatisieren und sich viel zu viele Gedanken zu machen. Inmitten einer romantischen Handlung wünscht man sich, ihr Kopf würde einfach mal die Klappe halten. Und wo kommt plötzlich dieser Kitsch her? Der war doch in den ersten Bänden nicht so ausgeprägt!
Zum Glück bewahrheitet sich eine Dreiecksbeziehung nicht, jedoch hätten unnötige Gedanken von Ellie gegenüber dem Nebenbuhler (beispielsweise sinngemäß "Ich umarmte ihn und spürte seine Wärme.") ruhig etwas sparsamer ausfallen können.

Aufopferungsvoll und gewohnt kämpferisch geht das Buch zu Ende. Hier wird es tatsächlich unerwartet emotional, eventuell auch tränenreich. Am Ende ist man zufrieden, auch wenn der eigentliche Abschluss etwas abgemildert wurde. Ein offeneres Ende hätte der Geschichte nicht geschadet.

Das persönliche Fazit
"Angelfire: Der letzte Kampf der Feuergöttin" gehörte zur meinen sehnlichst erwarteten Abschlussbänden. Ich habe das Buch gerne gelesen, an das tolle Lesegefühl von Band 2 reichte es aber nicht heran. Einige Ausarbeitungen waren mir too much, Ellies Gedanken waren sehr dramatisiert, teilweise unnötig, und ich vermisste stellenweise die Chemie zwischen ihr und Will. So fällt der dritte Band leider etwas hinter den Vorgängern zurück, beendet die Geschichte jedoch actionreich und gekonnt (ich konnte ein paar Tränen nicht zurückhalten). Trotz meines Fan-Feuers platziert sich "Der letzte Kampf der Feuergöttin" nur im Mittelfeld. 3 Sterne.

Aufmachung: 3,5 / 5
Handlung: 3,5 / 5
Charaktere: 3 / 5
Lesespaß: 3,5 / 5
Preis/Leistung: 3 / 5

© Damaris Metzger, damarisliest.de



Reiheninfo Angelfire-Trilogie:

Band 2 - Angelfire: Auf den Schwingen des Bösen
Band 3 - Angelfire: Der letzte Kampf der Feuergöttin

Kommentare:

  1. Ich habe das Buch ähnlich beurteilt! Bin aber auch mit dem Ende zufrieden!

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    1. @Verena - Ich hatte deine Rezi schon entdeckt :-) Insgesamt war ich zufrieden, aber an das Feeling von Band 2 und auch Band 1 kommt es nicht so ganz hin. Das Ende passte dann aber. Schön, dass wir das gleich sehen.

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