Montag, 26. August 2013

High Five - 5 Sätze/5 Adjektive zu "Die Auslese: Nur die Besten überleben" von Joelle Charbonneau



Penhaligon (August 2013), Band 1,
Hardcover/SU, 416 Seiten,
16,99 € [D]


Sie wurde auserwählt, um zu führen - oder zu sterben.

Nach den verheerenden Fehlern der Vergangenheit war sich die Gesellschaft einig, dass nur noch die Besten politische Macht ausüben dürfen. Von nun an sollten die Psychologen darüber urteilen, in wessen Händen die Zukunft des Landes liegen sollte. So entstand die Auslese.

Cia ist sechzehn und damit eine der Jüngsten, die zu den Prüfungen antreten, die darüber entscheiden, ob man für ein Amt geeignet ist. Zunächst ist sie von Stolz erfüllt – bis die erste Kandidatin stirbt! Jetzt breitet sich Angst aus, und Cia erkennt: Nur die Besten überleben … (Text- und Bildquelle: Penhaligon Verlag)


Es ist Zeit, heimzukehren und meiner Familie zu eröffnen, dass ich morgen früh das Haus verlassen und nie mehr wiederkommen werde. - Cia, S. 36


5 zusammenfassende Sätze/Punkte zum Buch

  1. Auch wenn ich bei einem Buch ab Beginn nicht gerne Vergleiche anstelle, "Die Auslese" erinnerte mich sofort an "Die Auswahl" von Ally Condie. Hier wartet die Protagonistin zwar nicht auf die Bekanntgabe ihres ausgewählten Partners, sondern auf eine Auslese, um zur Uni zugelassen zu werden. Wie hart und grausam diese Auslese dann tatsächlich ist, erfährt die Protagonistin Cia schon bald. Negativ sehe ich das nicht unbedingt, Assoziationen zu anderen Büchern müssen nicht zwangsläufig schlecht sein, solange das Buch eine eigene Charakteristik behält.
  2. Wie viele Bücher spielt "Die Auslese" in einem futuristischen, dystopischen Amerika. Kriege und Naturkatastrophen habe die Welt verändert und teilweise zerstört. Die Machtverhältnisse sind zwar geklärt, die Bestimmungen über die Bürger und deren Lebensumstände jedoch sehr streng und hart. Die Weltengestaltung ist kreativ und wirklich anschaulich gehalten. Aber auch hier hatte ich das Gefühl, das Meiste schon mal in einer ähnlichen Form gelesen zu haben.
  3. Cia, die Hauptprotagonistin der Geschichte, wird wieder Erwarten ausgelesen, um sich mit anderen Kandidaten in diversen Test zu behaupten. Unter denen, die die Prüfungen bestehen (sprich überleben!), wird wiederum ausgewählt, wer einen der begehrten Studienplätze in diesem neuen Zeitalter bekommt. Cia ist ein toughes Mädel, die im Laufe der Handlung über sich hinauswächst. Sie kann nahezu alles, erkennt jede Falle und kommt auf die unglaublichsten Lösungswege. Hier hätte ich mir einen etwas eigenständigeren oder auch mal fehlbaren Charakter gewünscht. Die zwangsläufige Lovestory ist wohl ganz nett, Cias Partner Tomas wirkt aber fast schon beliebig austauschbar.
  4. Die Test, welche die Kandidaten bestehen müssen, haben es dann wirklich in sich. Das Buch ist sehr hart, hat mich aber komischerweise nicht so sehr berührt/geschockt, wie andere Bücher dieses Genre. Anfangs sind die Test eher theoretisch und schriftlich abzulegen (mit äußerst harten oder tödlichen "Bestrafungen" bei falschen Lösungen). Der Hauptteil der Test besteht dann aus einem lebensgefährlichen Praxistext in einer verseuchten, weitläufigen Umgebung, die die Prüflinge durchqueren müssen. Und da ist er schon wieder, der Vergleich mit einer der bekanntesten Dystopien. Gedankenverbindungen zu "Die Tribute von Panem" (vor dem Praxistest auch zu "Die Bestimmung") sind hier aber zwangsläufig und nicht zu vermeiden.
  5. Das Ende des Prüfungsteils ist sehr spannend und entbehrungsreich. Auch einige Handlungen zum Schluss hätte man etwas anders erwartet, bzw. sich für Cia anders gewünscht. Diese Entwicklung konnte mich dann sehr fesseln und hat mir gefallen. "Die Auslese" ist der Beginn einer Trilogie, meiner Meinung nach könnte man das Ende aber auch so gelten lassen. Es ist dann sehr besonders und "offen abgeschlossen". 

5 Adjektive, die mir spontan zu Buch einfallen

bekannt, lösungsorientiert, brenzlig, unterhaltsam, befriedigend


Zusammengefasst vom Fazitbär:
Es ist nicht von der Hand zu weisen, "Die Auslese" erinnerte mich (zu) stark an andere, sehr bekannte, Dystopien. Einzelne Gesichtspunkte waren mir zu vertraut, die Hauprotagonistin Cia zu überragend im Vergleich zu ihren Mitstreitern. Darum für mich auch eine Mittelmaßdystopie. Leser, die viel in diesem Genre lesen, werden an Ableitungen zu anderen Büchern nicht vorbeikommen. Für Genreeinsteiger ist "Die Auslese" ein packendes, mitunter verstörendes, und gut geschriebenes Buch, das unter die Haut gehen dürfte.


© Damaris liest. 

Samstag, 24. August 2013

[Special] "Angelfall" - Tag 6: Das Gewinnspiel

Eine ganze Woche lang haben wir euch auf 5 Blogs die großartige Neuerscheinung "Angelfall: Fürchtet euch nicht" vorgestellt. Wir hoffen, ihr seid jetzt ebenso überzeugt wir wir und leckt euch die Flügel, äh Finger, nach diesem tollen Buch.

Weil wir uns bei euch für die Aufmerksamkeit bedanken wollen, gibt es heute die Chance auf ein geniales Geschenk.




Wir verlosen unter allen Teilnehmern das brandneu erschienene "Angelfall: Fürchtet euch nicht" - und das gleich 3 Mal! Und die Teilnahme ist auch gar nicht schwer. Mit kleinem Einsatz und ein paar Klicks seid ihr dabei.


1. Besuche jeden Blog, bzw. jeden Beitrag des "Angelfall"-Specials noch einmal.


2. Schau dir die Special-Beiträge genau an und notiere dir das besonders hervorgehobene, bzw. markierte Wort in jedem Beitrag. 

3. Alle 5 Wörter ergeben einen Lösungssatz (Den musst du richtig zusammenstellen, achte auf den Satzanfang.). Diesen trägst du in das Formular hier im Beitrag ein. 

4. DAS BESTE: Du hast bei uns gleich 5 x die Chance, auf eines der drei "Angelfall"-Bücher. Dafür trägst du den Lösungssatz einfach auf jedem Blog in das Gewinnspielformular ein. Fertig!

(Hier findest du die jeweiligen Gewinnspielbeiträge der anderen Blogs: Wortmalerei, Favolas Lesestoff, Asaviels Bücher-Allerlei, Friedelchens Bücherstube und natürlich hier bei Damaris liest.)


Das Kleingedruckte: Jeder kann mitmachen. Wenn ihr unter 18 Jahre alt seid, benötigt ihr für die Teilnahme das Einverständnis eurer Eltern. Jeder darf auf allen erwähnten Blogs nur ein Mal teilnehmen (also insgesamt 5 Mal). ACHTUNG: WER MEHR ALS EIN MAL AUF JEDEM BLOG TEILNIMMT, WIRD VOM GEWINNSPIEL AUSGESCHLOSSEN.
Gewinne werden nach Deutschland, Österreich und in die Schweiz versandt. E-Mail Adressen werden sofort nach Beendigung gelöscht. Reine Gewinnspielblogs sind von der Teilnahme ausgeschlossen. Die Auslosung erfolgt über Random.org. Teilnahmeschluss ist Samstag, der 31.08.2013.


Gewinnspielformular abgelaufen/beendet


Viel Spaß bei der Satzsuche und viel Glück an alle Teilnehmer!






Freitag, 23. August 2013

[Special] "Angelfall" - Tag 5: 8 GUTE Gründe, warum du dieses Buch lesen musst!



So schnell kann's gehen. Seit 4 Tagen läuft unser "Angelfall"-Special und neigt sich heute bei Damaris liest. dem Ende zu. Wir, das sind Marie, Favola, AsavielFriederike und ich, sind absolut überzeugt und sehr begeistert von "Angelfall". Und anhand eurer Kommentare und Rückmeldungen gehen wir mal davon aus, dass ihr jetzt richtig neugierig auf das Buch seid.

Aber ganz leise höre ich auch die Stimmen der unschlüssigen Leser: "Schon wieder Engel?!", "Kann da noch was Neues kommen?" und "Muss man das lesen?" Ja, man muss! Natürlich nicht im übertragenen Sinn. Doch ich behaupte steif und fest, dass jedem, der nicht einen kleinen Blick ins Buch riskiert, ein unglaubliches Leseerlebnis durch die Lappen geht. Darum fasse ich für euch noch mal zusammen ...


8 GUTE Gründe, warum du "Angelfall" unbedingt lesen musst:


Es geht um Engel! - Ja, okay, hatten wir schon. Aber Engelbuch ist nicht gleich Engelbuch. Wir sprechen hier nicht von verkitschten Heiligenscheinwesen, die auf die Erde kommen, um eine Love-Gefährtin mit Herzchen in den Augen zu finden. Nope, not! Hier geht es um rachsüchtige, düstere zerstörende Wesen, deren Streben nach Macht nur von ihren eigenen Intrigen ausgebremst wird.

"Angelfall: Fürchtet euch nicht" ist spannend-böse! - Spannende Bücher kennen wir alle zur Genüge. Böse Bücher sind im Jugendbuchgenre noch die Ausnahme, schauen aber immer wieder frech um die Ecke. "Angelfall" gehört zur Kategorie Achtung, hier wird es hart!. Man muss schon einiges aushalten und (v)ertragen, die Handlung ist mitunter sehr strange und tödlich-krass. Wenn ihr diese Art von Büchern gerne lest, ist das Buch für euch perfekt! Aber auch zum Fürchten ...

Das Setting ist gigantisch! - Den besten Eindruck des Settings bekommt ihr, wenn ihr euch Maries Beitrag anschaut. Alleine der sollte euch überzeugen. Das Buch ist geprägt von düsterer Endzeitstimmung mit viel Zerstörung und einer guselig-spannenden Atmosphäre. Zusammen mit der Spannung schafft das einen Lesesog, dem man sich schlecht entziehen kann. Asaviels Hörprobe ist ein super Beispiel. Ich plaudere hier etwas aus dem Nähkästchen, wenn ich euch verrate, dass Marie und Favola (in der Vorbereitungsphase des "Angelfall"-Specials) spätnachts über dem Buch eingeschlafen sind. Nicht etwa aus Langeweile - sie konnten einfach nicht aufhören zu lesen!

Der Genremix ist obercool! - "Angelfall" legt sich nicht auf ein einziges Genre fest und dieser Mix ist genial. Man könnte sagen, das Buch ist ein dystopischer Fantasy-Endzeitroman. Klingt gut, oder? Vordergründig setzt das Buch auf Endzeitstimmung, mit den Engeln als Phantastikelement. Auch dystopische Strukturen sind zu erkennen. Hier sind es die Engel, die ein unterdrückendes Machtsystem aufbauen.

Die Hauptcharaktere rocken! - Penryn & Raffe sind aus der Not zusammengewürfelte Weggefährten, die Dreh- und Angelpunkt der Geschichte sind (Favolas Beitrag gibt einen tollen Einblick!) Ohne sie ging es nicht. Dabei kommen beide in ganz schön harte Situationen und die Kombi aus trockenem Humor und tougher Coolness, bei Protas, die auch mal schwache Momente haben, hat uns begeistert. Sehr anrührend ist Penryns Schwester, die im Rollstuhl sitzt und eine sehr strange und schizophrene Mom - wir haben uns gegruselt!

Das Buch wird verfilmt! - Ich weiß, so langsam wird es viel mit den Buchverfilmungen. Da kann man leicht den Überblick verlieren. Aber ihr müsst zugeben, dass sich Fans doch immer wieder über eine Verfilmung freuen. Im Falle von "Angelfall" ist noch alles in der Entwicklung. Die Regie steht fest, ein Casting der Schaupieler hat noch nicht stattgefunden. Als kleinen Anreiz könnt ihr euch bei Friederikes Beitrag bis dahin unsern Dreamcast anschauen (schöööön!).

"Angelfall" ist ein Debüt! - Das muss man ganz klar hervorheben, denn es ist ein klasse Debüt! Die Story ist plausibel und bis in die Hintergrunddetails beispielhaft ausgearbeitet. Die Autorin hat sich selbst über kleine Details Gedanken gemacht. So hat z.B. Penryns Toughness einen einleuchtenden Hintergrund und ist nicht "einfach so da". Das ist uns allen beim Lesen aufgefallen und es wird auch euch auffallen.

12,99 € für 400 Seiten Hardcover! - Jetzt komme ich bei meinem letzten guten Grund auch noch mit dem Preis daher. Zugegeben, ein sehr pragmatischer Punkt. Erwähnenswert finde ich ihn aber trotzdem. Denn jedem, der sich in der Materie Buch etwas auskennt, wird jetzt auffallen, dass 12,99 € für ein Hardcover mit Schutzumschlag und diesem Umfang doch sehr günstig ist (erwartet hätte ich ca. 16,99 € - 18,99 €). Da kostet so manche einfachere Klappenbroschur mehr und ich bin tatsächlich angenehm überrascht.


Das waren sie, meine 8 GUTEN Gründe "Angelfall: Fürchtet euch nicht" zu lesen. Hoffentlich haben wir euch neugierig gemacht und das Buch hat einige von euch erreicht. Damit geht unser Special nun zu Ende. Aber halt, morgen unbedingt nochmals auf unseren Blogs vorbeischauen. Unser Gewinnspiel könnte euch interessieren ...




Ihr habt einzelne Beiträge des "Angelfall"-Specials verpasst, wollt diese noch mal nachlesen oder habt das Special erst heute entdeckt? Kein Problem ...


Hier findet ihr alle Stationen im Überblick:

19.08. - Wortmalerei (Das Setting, inkl. Zitate)
20.08. - Favolas Lesestoff (Die Protagonisten)
21.08. - Asaviels Bücher-Allerlei (Die Hörprobe)
22.08. - Friedelchens Bücherstube (Unser Dreamcast)
23.08. - Damaris liest. (8 GUTE Gründe "Angelfall" zu lesen)




Dienstag, 20. August 2013

Review zu "Herz über Bord" von Gabriele Diechler



Coppenrath (Juli 2004),
Hardcover, 252 Seiten,
12,95 € [D]


Katja schmilzt nahezu dahin, als sie den gut aussehenden Tanzlehrer Brian zum ersten Mal trifft. Und zu ihrem großen Glück leitet er auch noch den Tanzworkshop, an dem Katja während ihrer dreiwöchigen Karibik-Kreuzfahrt teilnimmt. Kann ein Urlaub noch genialer werden? Katja genießt die Zeit an Bord in vollen Zügen und verdient sich als Aushilfe im Restaurant sogar noch etwas dazu. Doch nach einem romantischen Strandausflug, inklusive erstem Kuss, geht Brian plötzlich auf Abstand. Katja ist völlig verstört: Steht Brian vielleicht doch mehr auf seine extrem selbstbewusste Tanzpartnerin Natou? Und was ist eigentlich mit ihrer Mutter und dem Kapitän des Kreuzfahrtschiffs los? Das Gefühlschaos ist perfekt! (Text- und Bildquelle: Coppenrath Verlag)


So spannend Miami auch war, ich konnte es kaum erwarten, an Bord der MSC Harmony zu gehen. Ferien auf einem Fünf-Sterne-Kreuzfahrtschiff, das waren einfach grandiose Aussichten! - Katja, S. 16


Meine Meinung
Katja bekommt die Möglichkeit ein paar Tage auf einem Kreuzfahrtschiff zu verbringen. Das Beste daran, ist, dass sie zur Hälfte in der Bordgastronomie arbeiten, die restliche Zeit dann einen tollen Urlaub als Passagier verbringen kann. Wie turbulent der Urlaub dann wirklich verläuft und in welches Gefühlschaos Katja hilflos strudeln muss, damit hätte sie nun wirklich nicht gerechnet.

Die Geschichte nimmt sehr schnell "Fahrt" auf, was sicher auch an dem Umfang des Buches liegt. Dieser ist mit rund 250 Seiten bestens an jugendliche Leser angepasst. Man weiß sofort, was Katja vor hat und was das Grundthema des Buches ist - eine Kreuzfahrt. Anfangs sind die Gefühlswellen auf der MSC Harmony noch niedrig, später hat Katja dann mit allerlei Turbulenzen zu kämpfen.

Den Sprachstil empfand ich als einfach und flüssig. Er ist recht jugendlich gehalten. Dadurch kann man das Buch flott lesen und versinkt nicht in komplizierten Satzkonstruktionen. Wunderschön sind die Orte, die die MSC Harmony ansteuert. Hier hat die Autorin perfekt recherchiert und lässt das sehr gut in die Geschichte einfließen. Auch Fachwissen und Bezeichnungen, das Kreuzfahrtschiff betreffend, werden wunderbar wiedergegeben.

Sobald Katja dann dem charismatischen Tanzlehrer Brian über den Weg läuft, ist es um sie geschehen. Da hat der Klappentext schon recht, sie schmilzt wie Eis in der Sonne, hat kaum noch einen Gedanken für etwas anderes übrig. Außerdem muss sich der Leser mit einer geballten Ladung an Schwärmereien befassen, bzw. diese über sich ergehen lassen. Brians sexy Äußeres, vom Waschbrettbauch über seinen wunderschön geformten Hintern, nichts wird ausgelassen. Zu viel? Ja, für mich schon! Versierte Lovestoryleser setzen eher auf unterschwellige Beschreibungen, statt der offensichtlichen Schwärmerei für Äußerlichkeiten. Dem Zielpublikum, jungen Leserinnen im Teeniealter, könnte dieser Umstand allerdings gefallen. Brian hat Katja ganz schön den Kopf verdreht und das teilt sie den Lesern auch haarklein mit.
Sehr positiv an dem Buch ist ein natürlicher Umgang mit Sexualität. Hier werden die Dinge beim Namen genannt und es bleibt nicht bei Spekulationen seitens der Leser.

Im Laufe der Fahrt schlagen die Wellen des Gefühlschaos dann regelrecht über Katja zusammen. Nicht nur die "Liebelei" mit Brian beschäftigt sie, sie muss auch einiges über ihre Familie in Erfahrung bringen, das sie ganz schön aus der Bahn wirft. Außerdem hat sie zusätzlich mit Eifersuchtsszenen einer verschmähten Liebhaberin zu kämpfen. Am Ende meistert Katja diesen Trubel gut und man hat nicht das Gefühl, dass sie im Regen stehen gelassen wird.

Fazit
"Herz über Bord" ist ein turbulentes, mitunter lustiges, Lesevergnügen für die angestrebte Zielgruppe. Um eine komplexe, realistisch-natürliche Lovestory wiederzugeben, dafür ist das Buch zu kurz. Für den gewählten Umfang ist die Geschichte gut gelungen, obwohl mir persönlich die andauernden Schwärmereien von Katja sehr schnell zu viel wurden. Jugendliche Leserinnen weiß das Buch sicherlich zu unterhalten.

© Damaris Metzger, damarisliest.de

Montag, 12. August 2013

Rezension zu "Ashes: Ruhelose Seelen" von Ilsa J. Bick



Verlag: INK (August 2013)
Originaltitel: Monsters
Übersetzer: Kollektiv Druck-Reif
Reihe: Band 3/4, ab ca. 14-17 J.
Ausführung: Hardcover/SU, 464 S.
ISBN: 978-3863960070
17,99 € [D]

Genre: Endzeitroman

© Cover- und Zitatrechte: Egmont INK Verlag


Das Thema
Die Welt ist in katastrophalem Zustand und Alex sah sich schon sterben. Wieder einmal. Als der veränderte Kannibalen-Junge Wolf ihr das Leben rettet, ist sie ihm zwar dankbar, aber generell auch von den blutrünstigen Jugendlichen in Wolfs Clique zutiefst abgestoßen. Nie kann sie sich sicher sein, ob Wolf sie nicht doch als Mahlzeit aufsparen will. Aber sein Geruch sagt ihr etwas anderes. Und auch Alex spürt etwas Dunkles unaufhaltsam in sich heranwachsen. Was für eine Art Monster ist Wolf? Und wird sie vielleicht selbst zu einem?
Unterdessen muss Tom davon ausgehen, dass er Alex für immer verloren hat. Schließlich sah er das Bergwerk einstürzen und hatte dadurch keine Chance mehr, Alex zu retten. Gebrochen und verstört lebt er bei Mellie und ihrer Kinderbande. Doch dann macht Tom eine furchtbare Entdeckung. Manche Veränderten agieren zunehmend aggressiver, töten wie ferngesteuert. Was hat dieses Verhalten bei ihnen ausgelöst?

Die Rezension

Der Anfang: Einen solchen Sturz in die Tiefe hatte Alex nur ein einziges Mal erlebt.

Es gibt Bücher, die sind wie ein Autounfall. Man mag nicht hinsehen, gleichzeitig hängt der Blick wie gebannt am Schreckensszenario. Unmöglich sich dessen zu entziehen. Die Ashes-Reihe steht an vorderster Front, wenn man (Jugend!)-Bücher mit einem Zusammenprall vergleichen kann. Es sind Bücher höchster Erzählkunst, unglaublich spannend und temporeich. Dann aber wieder so grausam und eklig, dass ein fester Magen schon fast nicht mehr ausreicht. Sie sind kontrovers brillant und vielleicht darum besonders empfehlenswert (aber bitte nur für eine informierte Zielgruppe!).

Das war der letzte Gedanke, den sie fassen konnte. Sie wünschte sich sein Überleben so sehr, dass es schmerzte ...
Und dann blieb kein Moment mehr. Schluss mit Gedanken und Erinnerungen. Schluss mit Wünschen, Träumen und Reue. Aus. 
Sie schlug auf. - S. 16

Mittlerweile sind wir beim dritten Teil der Tetralogie angekommen. Nachdem Band 1 unerwartet hart und grausam war, ließ Band 2 den Leser dann völlig entsetzt zurück. "Ruhelose Seelen" setzt hier direkt an. Wer sich vom dritten Band etwas Gewaltentspannung erhofft ... Nein! Gibt es nicht!
Ilsa J. Bick führt ihren Erzählstil aus dem zweiten Band fort, indem die Erzählperspektiven des Öfteren wechseln. Nicht nach jedem Kapitel, aber in regelmäßigen Abständen wird zu einem anderen Schauplatz innerhalb der nahen und fernen Umgebung der Kleinstadt Rule geschwenkt. Man begleitet altbekannte Figuren, wie Alex oder Tom, aber auch die Perspektiven bisheriger Nebenpersonen werden genauer betrachtet. Das mag wieder verwirrend klingen, schafft aber ein ziemlich rundes Bild der Gesamtsituation. Und auch wenn sich in diesem Buch immer noch kein einziger Erzählstrang trifft, klebt man an den Seiten, da jede einzelne Perspektive Spannung pur verspricht.

Die Erzählkunst ist auf allerhöchstem Niveau, die Handlung komplex und perfekt durchdacht. Die Autorin erscheint zudem wie eine Expertin in Waffen- und Militärkunde. Man glaubt ihr jedes Wort! Eine bildgewaltiges, ausgereiftes Setting, ohne Übertreibungen und Überladungen, erschafft Kopfkino pur. Die bildliche Vorstellung jeder Szene kommt von ganz alleine (Achtung: auch die Vorstellungskraft bei expliziten Ekelszenen kommt von ganz alleine!)
Auch in "Ruhelose Seelen" ist das Tempo hoch und die Spannung mit Händen zu greifen. Durch verkürzte Kapitel und viele Perspektivenwechsel zieht das Tempo an manchen Stellen so sehr an, dass man kaum zum Durchatmen kommt. An jedem Kapitelende befindet sich ein Cliffhangersatz, der es einem unmöglich macht, das Buch zur Seite zu legen. Gibt es dann zwischendurch doch mal ein paar ruhigere Momente, kann man davon ausgehen, dass es ein paar Seiten weiter mit der Ruhe wieder vorbei ist, etwas Unvorhergesehenes passiert oder einem schlicht die Augen aus dem Kopf fallen. (Bitte nicht wörtlich nehmen, das überlassen wir dem Buch.)

Zusätzlich zur expliziten Gewalt setzt die Autorin hier noch verstärkt auf einen psychologischen Aspekt. Man bekommt Einblicke in die Abgründe menschlicher Motivation und Handlungsweisen, die tief verstören können. Abscheulich!

In Deutschland wurde aus der amerikanischen Trilogie eine Tetralogie (Vierteiler) gemacht. Der sehr dicke letzte Band wurde gesplittet. So endet "Ashes: Ruhelose Seelen" ziemlich abrupt, mit einer Szene, die man noch nicht so richtig zuordnen kann. Blickt man auf alle bisher erschienenen Bände, so fragt man sich ganz unwillkürlich, ob man bei der Reihe mit einem "Happy End" rechnen darf, ob aus alle dem ganzen Schlamassel der grausamen Ashes-Welt noch etwas Gutes entstehen kann. Wir werden es sehen. Denn bereits im September 2013 erscheint der finale Band "Pechschwarzer Mond".

Das persönliche Fazit
Ich mag die Ashes-Reihe. Sehr sogar! Ob es moralisch in Ordnung ist, Jugendbücher mit diesem Ausmaß von Ekel und Gewalt zu schreiben, diese Frage muss ich hier einfach so stehen lassen. Nach wie vor bin ich der Meinung, dass Leser bei diesen Büchern wissen MÜSSEN, was auf sie zukommt. Denn hier muss unvorstellbares Übel ausgehalten/ertragen werden. Bei der Rezension des Vorgängerbandes kam ich nicht um den Abzug eines Gewaltsterns herum. Diesmal nicht, kein Abzug für "Ruhelose Seelen". Jeder Leser des dritten Bandes weiß, was er vom Buch zu erwarten hat. "Ashes: Ruhelose Seelen" ist für mich ein großartiges Buch. Der Stil ist gigantisch, die Spannung lässt einen nicht mehr los und das Erzählniveau ist fast nicht mehr zu steigern. Lesen auf eigene Gefahr! 5 ruhelose Sterne.


Aufmachung: 4 / 5
Handlung: 4,5 / 5
Charaktere: 4,5 / 5
Lesespaß: (5) / 5
Preis/Leistung: 4,5 / 5

© Damaris Metzger, damarisliest.de



Reiheninfo Ashes-Tetralogie:

3. Ashes: Ruhelose Seelen

Dienstag, 6. August 2013

Rezension zu "So wie Kupfer und Gold" von Jane Nickerson



Verlag: cbt (September 2013)
Originaltitel: Strands of Bronze and Gold
Übersetzer: Ursula Höfker
Reihe: Band 1/3, ab ca. 13 J.
Ausführung: Hardcover/SU, 448 S.
ISBN: 978-3570162682
16,99 € [D]

Genre: Historischer Jugendroman

© Cover- und Zitatrechte: cbt Verlag


Das Thema
Boston - 1855. Als Sophias Vater stirbt, lebt die Familie eher schlecht als recht. Zum Glück erklärt sich Sophias reicher Patenonkel bereit, sie als sein Mündel bei sich aufzunehmen. So reist Sophia in die Südstaaten Amerikas, nach Mississippi, um dort auf dem riesigen Anwesen und der Plantage von Bernard de Cressac zu leben. Anfangs ist sie vom unvorstellbaren Luxus, den schönen Kleidern und Geschenken und dem charismatischen Patenonkel sehr angetan. Doch bald wird Bernard Sophia immer unheimlicher und bringt sie in unschickliche Situationen. Und was hat es mit Bernards verflossenen Ehefrauen auf sich? Sie alle waren rothaarig, genau wie auch Sophia.

Die Rezension

Der Anfang: Ich hatte einen unvorstellbar reichen Patenonkel.

Jugendromane mit historischem Hintergrund überfüllen nicht gerade die Verkaufsregale. Hier haben eindeutig die "großen" Genrevetter die Nase vorn, bestechen diese doch meist mit verschachtelten Geschichten, bösen Intrigen, großem Personenregister und opulentem Setting. Doch es lohnt sich allemal einen Blick auf dieses Jugendgenre zu werfen. Die Handlung ist viel einfacher, mitwirkende Personen überschaubar. Oft liest man eine schöne Geschichte, die einen in ihren Bann zieht. Jane Nickerson startet mit "So wie Kupfer und Gold" - eine Märchenadaption des "Blaubart" der Brüder Grimm - eine neue Buchreihe für Jugendliche. Zum historischen Hintergrund mixt sie in diesem ersten Band noch einen winzigen Hauch Fantasy und einen kleinen Gänsehaut-Krimi.

Die ganze Anlage war aberwitzig groß und düster und furchterregend. Ich liebte sie schon jetzt. 
Als wir die geschotterte und von dunklen Zedern gesäumte Zufahrt hinauffuhren, kamen wir allerdings an einem Schandfleck vorbei - eine alte, knorrige Eiche mit weit herunterhängenden Ästen stand da mitten zwischen den Zedern. [...] Ein Schwarm Krähen flatterte mit lautem Krächzen und Flügelschlagen aus den Ästen. 
Es war kein schlechtes Omen. - S. 12

Auch hier gelingt der Einstieg ins Buch sehr leicht und ohne Verständnismühen. Die Geschichte startet mit der Ankunft Sophias auf dem riesigen Anwesen ihres Patenonkels. Und obwohl sie selbst aus ärmlichen Verhältnissen stammt und weiß, dass sich die Situation ihrer drei Geschwister nicht verändert hat, erliegt sie schon bald dem völligen Luxus. Außerdem fühlt sie sich zum extravaganten Hausherrn und Patenonkel Bernard fast augenblicklich hingezogen. Als dessen Wünsche und Komplimente jedoch grenzwertig werden, ändern sich Sophias Gefühle wiederum sehr schnell zu Furcht und Abscheu. Das lässt ihren Charakter etwas wankelmütig erscheinen. Teilweise ist sie sehr taff, setzt sich für Hauspersonal und die Sklaven der Plantage ein, dann ist sie ihrem zwielichtigen Patenonkel wieder sehr zugetan und es ändert sich wenig an ihren Gefühlen.

Die Sprache der Geschichte wurde ans Zeitalter, Ende des 19. Jahrhunderts, angepasst. Sie ist trotzdem einfach zu lesen (Ich-Form von Sophia) und unterstützt gleichzeitig das tolle Setting in dem opulenten Haus und riesigen Anwesen. Leider gestaltet sich der Roman nicht so düster wie beworben. Mit einigen Spannungsspitzen gelingt es der Autorin zwar kurzzeitig zu schocken, insgesamt hätte die Handlung aber ruhig noch etwas böser ausfallen dürfen. Insbesondere Patenonkel Bernard ist zwar sehr zwielichtig, aber doch lange Zeit zu zahm. Dafür schlägt die düstere Stimmung gegen Ende mit voller Wucht zu. Hier wird es wirklich rasant, stellenweise brutal und sehr spannend.

Ist man anfangs noch sehr erfreut, dass bei diesem Roman eine Liebesgeschichte anscheinend keine Rolle spielt, schaut diese dann nach der Hälfte des Buches doch noch um die Ecke. Dennoch ist sie sehr unaufdringlich, dem Zeitalter angepasst keusch und passt zur Handlung.
Obwohl "So wie Kupfer und Gold" ein Reihenbeginn ist, kann man diesen ersten Band völlig alleinstehend lesen. Die Folgebände spielen zu einer anderen Zeit und haben andere Hauptcharaktere

Das persönliche Fazit
Müsste ich "So wie Kupfer und Gold" in Edelmetallen bewerten, würde ich mich ganz klar für den Mittelwert, das Silber, entscheiden. Ich habe das Buch gerne gelesen, die große Begeisterung blieb jedoch aus. Kleine Spannungsbögen halten einen konstant fest, aber so richtig düster und spannend wurde es für mich erst gegen Ende. Hier habe ich mich dann dafür richtig gegruselt. Die Märchenadaption "Blaubart" der Brüder Grimm ist unaufdringlich und gut gelungen. Leser, die sich vom historischen Jugendbuchgenre angesprochen fühlen, sollten mal reinlesen. Gute 3 Sterne.

Handlung: 3 / 5
Charaktere: 3 / 5
Lesespaß: 3,5 / 5
Preis/Leistung: 3,5 / 5

© Damaris Metzger, damarisliest.de

Donnerstag, 1. August 2013

Buchzugänge vs. Buchabgänge im Juli 2013

Der Juli brachte bestes Sommerwetter. Das sollte man auch genießen! Darum ging es bei mir lese- und rezensionstechnisch etwas gemütlicher zu. 8 Bücher haben mich begleitet. Alle waren sehr gut bis perfekt. Nur 3 davon bekamen eine Rezension, bzw. High Five. Weitere 3 immerhin einen Kurzspot auf Facebook. Die restlichen 2 habe ich in seeliger Ruhe für mich gelesen.
Und was ich kaum glauben kann, tatsächlich nur 2 Neuzugänge habe ich im Juni ins Regal gestellt. Wie kommt denn das?

Meine Buchzugänge vom  Juli 2013 - 2 Bücher:




Verlieb dich nie in einen Vargas, gab es beim großen Onlinehändler als Vorabexemplar. Ich konnte nicht widerstehen, es ist bereits gelesen und rezensiert. Wie Anka sich schon gedacht und geäußert hat, ist es "ein echtes Damaris-Buch". Jup, trifft voll zu! Auch So wie Kupfer und Gold ist eine Neuerscheinung und kommt im September als Hardcover auf den Markt. Es wird als "düsteres Märchen mit einer liebenswerten Heldin" betitelt und spielt 1855 in den Südstaaten der USA, in Mississippi. Zuerst ging ich von einem Einzeltitel aus, aber nein, es ist der Beginn einer Trilogie (?).


Buchabgänge - gelesen habe ich im Juli 8 Bücher:





Rezensionen und High Fives gibt es zu

Im Juli gab es für fast nur Highlights und tolle Summer-Reads. Alle Bücher war für mich sehr gut, Kritik konnte ich fast komplett hinunterschlucken. Um ein perfektes Buch zu nennen sage ich jetzt einfach mal Über mir der Himmel - ein ganz besonderer Schatz. Auch Herzklopfen auf Französisch war top, top, top! Bei Urbat 3 und Mystic City hatte ich etwas Kritik, die aber meine Lesefreude nicht trübte. Zu Gelöscht und Pandemonium muss ich nicht viel sagen, außer: Lesen! Und demzufolge war im Juli auch kein einziger Leseflop dabei.