Mittwoch, 26. Juni 2013

Rezension zu "Silber: Das erste Buch der Träume" von Kerstin Gier



Verlag: FJB (Juni 2013)
Originaltitel: -
Übersetzer: -
Reihe: Band 1/3, ab ca. 14 J.
Ausführung: Hardcover/SU, 416 S.
ISBN: 978-3841421050
18,99 € [D]

Genre: Urban Fantasy

© Cover- und Zitatrechte: Fischer FJB


Das Thema
Liv Silber muss mal wieder umziehen. Ihre Eltern haben sich getrennt und sie lebt mit ihrer Schwester Mia bei der Mutter, die es nie lange an einem Platz aushält. Dieses Mal zieht die kleine Familie nach London. Hier muss sich Liv nicht nur in einer neuen Schule zurechtfinden, ihre Mutter eröffnet den Kindern schon am zweiten Tag in England Unglaubliches. Die Familie wird nicht in ein romantisches Cottage ziehen (so war das nämlich geplant!). Die Mutter hat einen neuen Lebensgefährten und sie sollen in dessen Haus ziehen - samt seiner eigenen Familie mit zwei Jugendlichen, die in die selbe Schule gehen wie Liv.
Gleichzeitig werden plötzlich Livs Träume nicht nur verrückt (das waren sie schon immer), sondern zudem noch sehr real. Was hat sie mit den vier begehrtesten Jungs der Schule zu tun? Und warum begegnet sie im Traum den Schönlingen auf einem Friedhof, ausgerechnet bei einem düsteren Ritual? Liv liebt Rätsel! Dieses möchte (muss!) sie unbedingt lösen.

Die Rezension

Der Anfang: Der Hund schnüffelte an meinem Koffer.

Ja! Schreiben, das kann sie, die Frau Gier. Dahinter kann man ein dickes Ausrufezeichen setzen und daran gibt es auch nichts zu rütteln. Ob für Erwachsene oder für Jugendliche, ihre Bücher sind immer ein Lesegenuss. Denn die Autorin versteht es, ihre Geschichten mit einer ganz besonderen Zutat zu würzen - Humor! Nicht immer wirkt diese Zutat passend, oftmals sogar nervig. Bei Frau Giers Büchern nicht. Es passt immer, gehört dazu, und fließt so natürlich in die Rahmenhandlung ein, dass die Geschichte anderes nicht vorstellbar wäre.
Trotzdem sind die Erwartungen bei einem neuen Jugendbuch der Autorin natürlich hoch, höher, am höchsten. Klar, bei der genialen Vorlage durch die Edelstein-Trilogie, wie könnte es auch anderes sein?! Kann "Silber: Das erste Buch der Träume" hier dennoch punkten? Definitiv. Das Buch weiß ebenfalls zu begeistern. Es glänzt, meist silbern, mit einigen Schattierungen.

Hauptprotagonistin Liv, (anfangs noch) süße 15 Jahre alt, erzählt die Geschichte in der Ich-Form. Und das sehr erfrischend, taff und mit fast unbegrenztem Humor. Ihre jüngere Schwester Mia, sowie das Kindermädchen Lotti sind ebenfalls zwei Herzenscharaktere. Man muss sie einfach gern haben!
In Livs neuem Leben in London muss man sich einige Personen merken. Manche sind sehr umfangreich charakterisiert, andere etwas blasser gehalten. Hier spielt die Autorin bewusst mit einigen Klischees, die sie herrlich umsetzt. Im Gesamtbild gesehen, sind die Personen stimmig und sehr passend in die Geschichte integriert.
Die vier Schönlinge und Herzensbrecher der Schule sind zwar nicht neu, besitzen trotzdem einen absoluten Wiedererkennungswert und haben eine tragende Rolle im Buch. Livs zarte Lovestory ist süß, sehr passend-lustig und vor allem jugendlich romantisch.

Die Geschichte ist jugendlich beschwingt, sehr niedlich und durchgehend witzig. Dazu noch spannend und sehr mysteriös. Dem Stichwort Humor, soll hier eine ganz besondere Aufmerksamkeit geschenkt werden. Er ist einfach göttlich! Die Handlung lebt regelrecht von Situationskomik, lustigen Gedanken oder Äußerungen, seitens Liv und manch anderem Protagonisten. Die Palette reicht von ständigem Schmunzeln, bis hin zu lautem Auflachen. Dabei gibt es durchaus auch ernste und sehr spannende Passagen. Doch wenn es sogar gelingt, manch gruselig-düsteren Szenen den Humorstempel auszudrücken, ist in diesem Bereich alles richtig gemacht worden. Besser geht es nicht!

Unglaublich! Vor mir stand Ken! Die fleischgewordene und lebensgroße Version der Barbiepuppe, die Mia zu Weihnachten von unserer Großtante Gertrude bekommen hatte. Rasierspaß-Ken, um es genauer zu fassen. (Tante Gertrudes Geschenke waren immer für einen Lacher gut. Mir hatte sie ein Bügelperlen-Set geschenkt.) - Liv, S. 35

Nach dem durchweg genussvollen und Leseerlebnis der ersten zwei Buchdrittel, ist das Ende (samt spannendem Showdown) dann etwas zu klischeebehaftet und wirkt wie ein kleines Abbild manch bekannter Romanhandlung. Das (hier noch unsichtbare) Böse kann man so stehenlassen, die Wendung am Ende überrascht nur ganz kurz. Schlimm? Nicht wirklich. Den gesamten Lesegenuss trübt das kaum. Denn "Das erste Buch der Träume" ist ganz klar ein Serienstart, wie man ihn sich besser nicht zusammenträumen könnte. Einige Fragen bleiben noch offen oder sind noch nicht ganz geklärt. Und bei so manchem Handlungsstrang dürfte das letzte Wort auch noch nicht gesprochen sein. Hier wird weitergelesen, soviel ist sicher!

Das persönliche Fazit
Es ist nicht alles Gold was glänzt - nein, das nicht, aber auf dem Buch steht ja auch "Silber" drauf! Ich muss zugeben, dass ich mit "Silber: Das erste Buch der Träume" das lustigste Leservergnügen seit langem hatte. Die Geschichte ist so niedlich, spannend und witzig. Dass das Buch ab Beginn bei mir auf Lieblingsbuchkurs ist, war mir schon nach drei Kapiteln klar. Es ist ein absolutes Kann-man-nicht-mehr-aus-der-Hand-legen-Buch! Selbst nach dem etwas trivialen Showdown am Ende war ich immer noch hochzufrieden. Ein Must-Read - Silber steht drauf, Gold ist drin! 5 Sterne.

Aufmachung 5 / 5
Handlung: 4 / 5
Charaktere: 4 / 5
Lesespaß: 5 / 5
Preis/Leistung: 5 / 5

© Damaris Metzger, damarisliest.de



Reiheninformation Silber-Trilogie:

Band 1 - "Silber: Das erste Buch der Träume"

Donnerstag, 20. Juni 2013

Review zu "One Week Girlfriend" von Monica Murphy



Bantam (Januar 2013), Band 1,
Kindle E-Book, ca. 282 Druckseiten
Sprache: Englisch
z. Zt. 0,62 € [D]



Temporary. That’s the word I’d use to describe my life right now. I’m temporarily working double shifts - at least until I can break free. I’m temporarily raising my little brother - since apparently our actual mother doesn’t give a crap about either of us. And I always end up as nothing but the temporary girlfriend - the flavor of the week for every guy who’s heard the rumor that I give it up so easily.

At least Drew Callahan, college football legend and local golden boy, is upfront about it. He needs someone to play the part of his girlfriend for one week. In exchange for cash. As if that’s not weird enough, ever since he brought me into his world, nothing really makes sense. Everyone hates me. Everyone wants something from him. And yet the only thing Drew seems to want is ... me.

I don’t know what to believe anymore. Drew is sweet, sexy, and hiding way more secrets than I am. All I know is, I want to be there for him - permanently. (Text- und Bildquelle: Amazon.de)

Englisches Sprachniveau: Im Präsens (Gegenwart) geschriebene Geschichte mit abwechselndem Ich-Erzählstil der beiden Hauptprotagonisten. Teils umgangssprachliches, einfach und schnell zu lesendes Buch für Leser mit gutem Schulenglisch.


Meine Meinung
Englisches New Adult ist einfach toll zu lesen. Die Sprache ist meist gut verständlich und umgangssprachlich-lässig, die Geschichten nicht zu anspruchsvoll und unterhaltend. Wenn man bereit ist, wiederkehrende Storylines und Klischees zu akzeptierten, haben diese Bücher fast immer einen guten Unterhaltungswert. Beim Cover punktet "One Week Girlfriend" bei mir nicht komplett. Es spricht nicht sehr an, ich finde es (bzw. das Mädchen) wirkt billig. Umso erstaunter war ich, dass der Inhalt zwar weniger überraschen, aber durchaus gefallen konnte.

Der College Football-Star Drew bittet die Bedienung Fable für eine Woche seine Freundin zu spielen. Natürlich gegen Bezahlung. Über Thanksgiving fährt er zu seinen reichen Eltern und braucht für die Zeit dort eine Vorzeigefreundin. Drew wählt dafür Fable, weil sie bei seinen Football-Kollegen als leicht zu haben gilt. Sie hat einen gewissen Ruf in der Stadt. Fable willigt ein, weil sie das Geld dringend benötigt. Ihre alkoholkranke Mutter ist fast nie zu Hause und Fable spielt für den jüngeren Bruder seit einiger Zeit die Ersatzmutter und bezahlt die Rechnungen mehr schlecht als recht.
Als Fable mit Drew bei seiner Familie ankommt, merkt sie schnell, dass Drew sie als Schutzschild gebraucht. Irgendetwas scheint mit der Familie nicht zu stimmen. Die Situation ist ständig angespannt. Drew hat mehr Geheimnisse in seinem Leben als Fable selbst.


All those clichés you read about in books and see on TV or movies, that's me. I am a walking cliché. I'm also the town slut whose not as slutty as everyone thinks she is - again, another cliché. And I'm definitely not the girl you want to take home to impress your mama. There is nothing special about me. - Fable, S. 26, Kindle-Pos. 336


Es war super, wie einfach und schnell ich dieses Buch lesen konnte. Es kam mir kürzer vor, als 280 Seiten. Abwechselnd wird die Geschichte entweder von Fable oder von Drew in der Ich-Form erzählt. Das geht nahtlos ineinander über, Wiederholungen gibt es also keine. Trotzdem tragen beide Protas ihr Päckchen Sorgen, bzw. Vergangenheit mit sich rum. Das wird von ihnen auch ständig wiederholt und mitunter sehr gefühlsduselig.

Erfreulicherweise spielte die Geschichte mal nicht am College und es ist auch keine Bad Boy-Lovestory. Natürlich fehlt die Lovestory nicht und Drew und Fable (toller weiblicher Name übrigens!) fühlen sich, trotz der gestellten Situation, schnell zueinander hingezogen. Ihre beidseitigen Probleme bremsen sie aber immer aus. Hier stehen auch nicht Fables Probleme im Vordergrund, und sie kommt definitiv aus sehr sozialschwachen Verhältnissen, sondern es ist Drew, auf dem hier der Fokus liegt. WAS ihm in der Vergangenheit widerfahren ist, das erahnt man als Leser schnell. Hier kann die Autorin nicht sonderlich überraschen und auch das dramatische Ass, das sie gegen Ende im Ärmel hat, ist abzusehen. Macht aber nix. Drews Last ist absolut zu verstehen und wirklich nicht einfach. Da ist die gegebene Dramatik völlig angebracht.

Das Ende ist zwar nicht komplett happy aber auch nicht sad. Man könnte es so stehen lassen. Für alle, die Drew und Fable weiter begleiten wollen, ist ein zweiter Teil der Geschichte bereits erschienen.

Fazit
Dieses E-Book kostet zur Zeit nur 0,62 €. Wie kommt man denn auf diesen Preis? Ein Wahnsinnsschnäppchen! "One Week Girlfriend" hatte ich ruckizucki durchgelesen. Die Story hat Pageturnerqualitäten und ich mochte den direkten Zugang zu den beiden Hauptcharakteren. Zwar betonen sie des Öfteren und ausführlich ihre Sorgen, diese sind aber absolut plausibel. Auch wenn man die Geschichte am Ende so belassen könnte, möchte ich doch wissen wie es weitergeht. Band 2 "Second Chance Boyfriend" ist schon gekauft.

© Damaris Metzger, damarisliest.de



Band 1 "One Week Girlfriend" und Band 2 "Second Chance Boyfriend"

Dienstag, 18. Juni 2013

Rezension zu "Tears'n'Kisses: Lebe lieber übersinnlich" von Kiersten White



Verlag: Loewe (Juni 2013)
Originaltitel: Endlessly
Übersetzer: Jessika Komina & Sandra Knuffinke
Reihe: Band 3/3, ab ca. 12-15 J.
Ausführung: Hardcover/SU, 416 S.
ISBN: 978-3785572405
17,95 € [D]

Genre: Urban-Fantasy

@ Cover- und Zitatrechte: Loewe Verlag


Das Thema
Kaum hat sich Evies Leben wieder etwas beruhigt, kündigen sich neue Probleme an. Die IBKP (Internationale Behörde zur Kontrolle Paranormaler) möchte, dass Evie wieder für sie arbeitet. Gleichzeitig wird aber ein Gerichtsverfahren gegen Evies Ziehmutter Rachel eröffnet. Ist der IBKP noch zu trauen oder plant sie Böses?
Dann verlangen plötzlich alle Paranormalen und die Seelie-Feen des Hellen Hofes, dass Evie ihnen ein Tor in ihre ursprüngliche Welt öffnet, da sie nicht mehr auf der Erde bleiben wollen. Evie würde den Paranormalen und Feen gerne helfen, hat aber Angst, dass ihr Freund Lend mit ihnen verschwinden könnte. Und auch die Unseelie-Feen, der Dunkle Hof, stellt sich quer. Als die Dunkle Königin Lend entführt, setzt Evie alles dran, um ihn zurückzuholen. Und dann muss sie sich ja noch entscheiden, ob sie das Tor für die Paranormalen öffnet oder nicht.

Die Rezension

Der Anfang: Mit Drachen gibt es ein Problem: Ich habe absolut null Ahnung von den Viechern. 

Bei diesem ersten Satz, dürften sich die Gesichter der vielen Evie-Fans aufhellen und ein dickes Grinsen unabwendbar sein. Das fängt ja gleich wieder gut an! Der letzte Band der Lebe lieber übersinnlich-Trilogie "Tears'n'Kisses" ist da und man weiß nicht, ob man ihn nun mit Küssen begrüßen soll oder aber ein paar Tränen verdrücken muss. So ist das mit lieb gewonnenen Buchserien; einerseits wartet man freudig auf jeden Folgeband, andererseits ist man traurig, wenn es dann zu Ende geht. Wenigstens ist eines sicher - Kiersten White beendet Evies Geschichte mit einem lustig-fröhlich-rosa-ersthaft-dramatisch-verpiepten Feuerwerk!

Piep, ich hatte noch nie gegen einen Werwolf gekämpft [...]. Er grinste bösartig, während wir einander langsam umkreisten [...].
"Ich kann deine Angst riechen."
"Noch so ein alberner Spruch!" Was glaubst du eigentlich, was das hier ist, ein schlechter Film? Tja, da muss ich dich enttäuschen: Du bist kein supercooler Held und nach unserem Kampf kommt auch keine heiße Knutschszene." - S. 195

Kann Evie nicht doch noch etwas bleiben? Wir haben sie doch alle so lieb gewonnen. Bekanntlich soll man ja aufhören, wenn es am schönsten ist, doch Evie wird fehlen. Die Ich-Erzählerin ist eben ein echtes Original und das, was die Trilogie ausmacht. Dabei ist der Anfang von "Tears'n'Kisses" gar nicht mal so oberwitzig. Vielleicht täuscht das, aber man muss sich 2-3 Kapitel einlesen, bis der Funke überspringt und man sich durch die rosa geschmückten Seiten piept.
Evie wirkt reifer, was die Entscheidungen die sie treffen muss, eindeutig zeigen. Sie begründet plausibel und oft überraschend tiefsinnig. Schlagfertig war sie ja schon immer, doch Evie erschien im Vorgängerband "Dreams'n'Whispers" oftmals unsicher und vor allem unehrlich. Es gab einfach zu viele Dinge, die sie vor ihrem Freund Lend verheimlicht hatte, wodurch Evie sich in manches Fettnäpfchen manövrierte. Das ist hier vorbei und Evie strahlt wie nie, bleibt dabei aber immer menschlich (gut, eine Szene war ungewohnt hart, doch auch "notwendig").

Durch die ganze Reihe zieht sich die süß-romantische Lovestory zwischen Evie und Lend. Lend ist ein sehr bodenständiger und freundlicher Junge. Man mag ihn einfach. Er ist Evies Ruhepol und von Anfang an ist klar, dass er derjenige bleibt, der zu Evie gehört, auch wenn es für sie einige "Ablenkungen" gibt. Eine echte Dreiecksbeziehung entsteht so nie. Jungen-, bzw. männertechnisch, wird es in "Tears'n'Kisses" so manches Mal überraschend. Lend gehört zu Evie, doch die eigentliche männliche Hauptrolle hat ...

... Reth! - ehemaliger Feen-Lover von Evie und nach wie vor absolut undurchsichtiger Geselle. Einschätzen konnte man Reth schon in den zwei Vorgängerbänden nie (wirklich nie!). Und das ändert sich auch hier nicht. Im Gegenteil, Reth weiß das ein oder andere Mal immens zu überraschen, und immer, wenn man meint, man wisse jetzt, wie er tickt (egal in welche Richtung) - ätsch, ausgetrickst!
Insgesamt steht Reth für alle Feen im Buch. Ein bös-freundliches Volk, bei dem man nie so richtig weiß, woran man ist. Exzellent!

"Du",  flüsterte Lend und blickte dabei Reth an. Sie schienen irgendeinen wortlosen Pakt zu schließen. "Pass auf sie auf", stieß Lend hervor.
Reth nickte. "Immer". - S. 69

"Tears'n'Kisses" ist ein buchstäblicher Lesegenuss! Vor allem natürlich, wenn man Evies verpiepte und präsente Art von Humor mag. Die Übersetzung ist so gut gelungen, dass kein bisschen der ursprünglichen Atmosphäre verloren geht. Ab Beginn geht es gut zur Sache, mit vielen Überraschungen (Personen und Handlung betreffend) und einem tollen Setting in der Feenwelt. Die Story ist zwar witzig und alles andere als normal, dennoch gibt es auch ernstere Parts. In Büchern ist ein Spagat zwischen ausgeprägtem Humor und einer spannend-fesselnden Handlung schwierig. "Tears'n'Kisses" beherrscht das perfekt!

Das persönliche Fazit
Schön war's! "Tears'n'Kisses" war genial, die komplette Reihe ist es sowieso! Ich habe Tränen gelacht (für Insider: Einhornszene mit Ausdruckstanzwunsch!) und viele virtuelle Küsse an Evie verteilt. Evies Geschichte ist komplett anders, als man es bei einer Romantasy erwarten würde. Klischee meets Klasse! Betrachtet man den girlie-rosafarbenen Humor, dann hatte ich wahrscheinlich noch nie so viel Spaß bei einer Trilogie, bei der mir gleichzeitig die Personen sehr ans Herz gewachsen sind. Wer hätte das gedacht?! Mit "Tears'n'Kisses" erhält die Lebe liebe übersinnlich-Trilogie endgültig den Eine-Lieblingsreihe-die-für-immer-in-meinem-Regal-bleibt-Status. 5 Sterne!
Handlung: 4,5 / 5
Charaktere: 4,5 / 5
Lesespaß: 5 / 5
Preis/Leistung: 5 / 5

© Damaris Metzger, damarisliest.de



Reiheninfo Lebe lieber übersinnlich-Trilogie:

3. Tears'n'Kisses

Mittwoch, 12. Juni 2013

Buchthema im Juni 2013 - Hier/Ihr/Mir stinkt's! Kann man Zigarettengeruch aus Büchern entfernen?

Dieser Vorgang ist tatsächlich so geschehen und wird NICHT zur Nachahmung empfohlen! Der folgende Bericht ist somit ein Tatsachenbericht, mit abschließendem Fazit und der Einsicht des Fehlverhaltens, ausgehend von der Schadensverursacherin. Zur genaueren Bestandsaufnahme können alle Beweisbilder mit einem Klick vergrößert werden. Eventuell geschädigte Bücher, Backöfen oder Damaris' Gewissen sehen von jedweden Schadensersatzansprüchen ab.


Hallo zusammen, mein Name ist "Firelight: Flammende Träne". Ich bin der zweite Band der genialen Firelight-Trilogie - btw, lieber Loewe Verlag, wann kommt eigentlich Trilogiekind Nummer 3? Ach menno, Damaris sagt, das sei hier jetzt nicht aktuell, ich solle beim Thema bleiben. Okay, also ...

... heute habe nämlich ICH hier das Sagen, Damaris hat Sendepause. Warum? Ihr glaubt es nicht, was sie mit mir gemacht hat. Buchquälerei nenne ich so was! Am liebsten würde ich ihr den Buchdeckel über den Kopf hauen, jawoll!

Aber von vorne: Damaris hat mich gebraucht ertauscht (juhuuu!). Dazu muss ich erklären, dass meine neue Besitzerin alles andere als eine militante Nichtraucherin ist. Im Gegenteil, sie hat selbst mal geraucht. Das ist zwar lange her, aber ein ganz leichter Zigarettengeruch in gebrauchten Büchern wird von ihr toleriert. Und dann kam ich. Ich habe fürchterlich nach Rauch gestunken. So sehr, dass Damaris (selbst 50 cm von mir entfernt!) dachte, sie würde mich in einer Rauchblase lesen. Da fing sogar ihre Nase an zu schmerzen und ich hörte von ihr ständig "So kann ich dich nicht lesen, das halte ich nicht aus!". Sie legte mich erst mal weg. Blöd für mich, aber absolut verständlich.

Dann hat sie hat recherchiert, ob man mein Duftproblem überhaupt beseitigen kann, und fand (unter anderem) folgende Vorschläge im Internet. *Ironie an* Herzlichen Dank, Internet, schon mal an dieser Stelle! *Ironie aus*:

  • Das Buch im Backofen entstinken (mit Anleitung!)
  • Das Buch in einem Gefrierbeutel 4 Wochen in die Tiefkühltruhe stecken (bibber, zitter, schüttel, ...)
  • Das Buch für eine Woche in einen leeren Waschmittelkarton stecken (gute Idee!)

Die Idee mit dem Waschmittelkarton fand Damaris klasse, weil sie plausibel war und Duftreste des Waschpulvers den Rauchgeruch neutralisieren sollten. Leider war kein leerer Waschmittelkarton zur Hand.
Mich in einem Gefrierbeutel in die Tiefkühltruhe zu stecken (dabei soll dem Buch überhaupt nichts passieren) klang zwar gut, aber 4 lange Wochen! Hallo? Ich wollte schließlich bald gelesen werden. Das schied also auch aus.

Damaris hat sich, ihr ahnt es, für den Backofen entschieden. Laut Anleitung solle das absolut sicher sein, den Rauchgeruch vollständig entfernen und Seiten, die sich dabei wellen (!) könne man durch Pressen hinterher wieder perfekt hinbekommen. Ähem, ja ... so die Theorie. Neeeeiiinnn, das ist nicht ihr Ernst, denkt ihr euch jetzt sicher. Doch, wirklich, sie hat sich "getraut", wie sie so schön sagte. Wenn ihr mich fragt, war das absolut unverantwortliches Handeln mir gegenüber. Ich merkte ihr zwar an, dass sie kritisch war, aber einmal begonnen hat sie es durchgezogen.

Wie das ganze Prozedere ablief, und wie ICH mich dabei gefühlt habe, das zeige ich euch jetzt: 



Der Ofen wurde auf 80 Grad (Umluft - wegen der Luftbewegung zum Entlüften) eingestellt, und ich wurde sorgsam, wenigstens das, mit den Buchseiten in Richtung Gebläse, auf ein Backblech gestellt. Natürlich ohne Schutzumschlag! Damit es mir nicht allzu warm wurde, hatte Damaris einen Kochlöffel in die Backofentür geklemmt (nett!). Etwa eine Stunde sollte ich im Backofen lüften.
Schon nach 10 Minuten füllte sich die Küche mit muffigem Zigarettengeruch, und meine Seiten fingen an sich zu wellen. Ist klar und ein logischer Vorgang, ihnen wird ja durch die Wärme die komplette Raumfeuchtigkeit entzogen.
Nach 30 Minuten hat mich meine unverantwortliche Besitzerin dann gewendet - ICH BIN DOCH KEIN BRATHÄHNCHEN!!



Eine Stunde später kam ich ganz schön wellig (alle Seiten und auch die Buchdeckel) aus dem Ofen. Oh nein!! Damaris' Gesicht sprach Bände. Wäre das Ganze nicht so schrecklich gewesen, hätte ich sie ausgelacht. Da musste sie jetzt durch. Man soll nach dem Backofen das Buch sofort pressen, so lange es noch warm ist. Gesagt, getan: Ich wurde mit massig schweren Hardcovern beladen - ächz, ganz unten, das bin ich! Trotz der schweren Ladung über mir, könnt ihr zwischen den Buchdeckeln die Wellen sehen, die meine Seiten geziert haben.

Nachdem ich ganz ausgekühlt war und erst nach einigen Tagen, wurde ich von der zerquetschenden Buchlast befreit. Eine Tatsache: Der Zigarettengeruch war weg, die Buchdeckel wieder gerade! Aber seht selbst:



Das Ergebnis war ganz sicher NICHT so, wie Damaris und ich es uns gewünscht hatten. Meine Seiten waren immer noch leicht wellig *schnieeeef* und Bücher mit welligen Seiten sind hässlich *schnieeeef*!

Trotz der gut gemeinten Aktion (hier muss ich mich mit meiner Besitzerin wirklich solidarisieren) waren wir sehr traurig. "Rauchgeruch weg, Buch hässlich" war einfach nicht das gewünschte Resultat. Um mich etwas aufzuheitern hat Damaris mich dann sofort, und wellig wie ich war, gelesen. Wenigstens fand sie meinen Inhalt GENIAL!


Doch dann geschah ein Wunder!
Nach dem Lesen stellte Damaris mich ins Regal. Nach einigen Wochen zog sie mich wieder hervor, um mich nochmals anzuschauen. Und, WOW - ich war wieder schön! Keine Wellen mehr und kein Zigarettengeruch zu bemerken. So sollte das sein. Jetzt bin ich glücklich! Darum darf Damaris hier doch noch zu Wort kommen und ihr Fazit selbst verkünden.




Fazit von Damaris:

Räusper, so kann es gehen, wenn man unbedacht mit seinen Büchern umgeht. Ich stand zwar der ganzen Sache von Anfang an sehr kritisch gegenüber. Ganz leichter Rauchgeruch stört mich nämlich gar nicht sehr. Aber der Zigarettengeruch war im Fall "Firelight 2" einfach nicht auszuhalten, als hätte das Buch jemand wochenlang in einer Raucherlounge liegen gelassen. Nur deswegen habe ich diesen Backofenrauchgeruchsentfernungsversuch gewagt. Mit dem ersten Ergebnis war ich total unglücklich. Da sich alles (nach Wochen!) doch noch zum Guten gewendet hat, kann ich jetzt darüber lachen. Meine Theorie ist, dass sich die Buchseiten im Laufe der Wochen durch die Luftfeuchtigkeit wieder vollständig geglättet haben.

Zusammengefasst funktioniert die angewandte Geruchsentfernung also definitiv. Der Zigarettengeruch ist vollständig verschwunden und das Buch sieht wieder gut aus. Nochmals würde ich diesen Weg allerdings NICHT gehen. Erstens dauert es einfach zu lange (da hätte ich das Buch ja gleich in die Gefriertruhe packen können) und zweitens halten ich, und jedes meiner zukünftigen Gebrauchtbücher, diese seelische Belastung nicht mehr aus. Dann lieber doch der Waschmittelkarton ...

Freitag, 7. Juni 2013

Rezension zu "Nacht aus Rauch und Nebel" von Mechthild Gläser



Verlag: Loewe (Juni 2013)
Originaltitel: -
Übersetzer: -
Reihe: Band 2/2, ab ca. 13-16 J.
Ausführung: Hardcover/SU, 400 S.
ISBN: 978-3785574454
17,95 € [D]

Genre: Urban-Fantasy, Steampunk

© Cover- und Zitatrechte: Loewe Verlag


Das Thema
Flora hat sich an ihr neues Leben als Wandernde gewöhnt. Tagsüber führt sie ein normales Leben und nachts wandert sie in die Schattenwelt Eisenheim. Den Weißen Löwen - der Schicksalsstein, der Eisenheim bedroht - konnte Flora zwar verstecken, doch hat die Lüge, die sie dafür erzählen musste, sie und ihren Freund Marian entzweit. Marian kann Flora nicht vergeben, er vertraut ihr nicht mehr. Die Beziehung der beiden ist seitdem sehr distanziert.
Als das Nichts, das Eisenheim umschließt, immer weiter vordringt und ganze Stadtteile verschlingt, kommt Flora der Verdacht, dass sie der Grund für diesen Schrecken sein könnte. Marian und sie müssen zusammenhalten, um eine Lösung für die Bedrohung der Schattenwelt zu finden.

Die Rezension

Der Anfang: Schwarz hing der Himmel über den Gassen von Eisenheim. 

Schon mit dem ersten Band der Schattenwelt-Dilogie "Stadt auf Trug und Schatten" hat Mechthild Gläser einen wunderbaren Genremix geschrieben. Eine Mischung aus gängiger Urban-Fantasy und Steampunk. Nicht so recht einzuordnen und voll mit interessanten und neuen Ideen. Der Abschlussband "Nacht aus Rauch und Nebel" setzt genau hier an und führt die Story nahtlos fort.

Ohne Vorwarnung zog er mich an sich und hielt mich so fest, dass ich kaum Luft bekam. Aber das machte nichts. Ich schmiegte mich in seine Arme. "Danke", nuschelte ich an seiner Brust. "Fürs Retten".
"Immer." - S. 123

Etwa eineinhalb Jahre nach dem Lesen des ersten Bandes können jetzt durchaus einige Gedächtnislücken vorhanden sein. Was geschah noch mal genau? Wie war das Ende? Zwar weiß man oft die Grundthematik der Geschichte, Einzelheiten verschwinden bei Viellesern aber schnell aus dem Gedächtnis. Diese Problematik löst die Autorin sehr geschickt, indem sie einige unaufdringliche Auffrischungssätze in der Handlung integriert. So dauert es nicht lange und man begleitet Flora, als wäre man nie weggewesen. Auch liest sich die Geschichte sehr flüssig, wie aus einem Guss, sogar glatter als der Vorgängerband.

Im Buch gibt es einige Charaktere, die aber immer gut zuzuordnen sind. Die Geschichte konzentriert sich diesmal hauptsächlich auf die Schattenwelt. Floras Freunde in der realen Welt haben hier nur noch kleinere Auftritte. Floras Vater ist ein echtes Original, sein Charakter ist fast ausschließlich erschöpft und kraftlos. Das ist manchmal zum Haare raufen, Flora kann einem hier richtig leid tun.
Flora manövriert sich durch ihre unbedachte Art in einige Probleme. Sie ist manchmal etwas unberechenbar und damit ein guter Gegenpart zu Marian, der sehr überlegt und ruhig agiert. Marians Part erschien in Band 1 teilweise zu blass, hier ist er als Partner für Flora sehr gut charakterisiert. Man merkt Flora und Marian an, was die beiden füreinander empfinden, auch wenn zwischenmenschliche Probleme ihnen so manchen Stein in den Weg legen. Die Liebesgeschichte begleitet die Geschichte im Hintergrund, Marian erscheint viel weniger auf der Bildfläche, als erwartet. Gerade wenn man anfängt ihn zu vermissen, tauch er aber wieder auf.
Einzig der Eiserne Kanzler, Gegenspieler und Bösewicht der Geschichte, hätte ruhig noch etwas gemeiner sein können. Mitunter wirkt er fast schon hilflos, was am Ende dann wieder gut nachzuvollziehen ist.

Die Geschichte verläuft sehr geradlinig, immer aus Sicht (Ich-Form, Präteritum) von Flora. Das ist auch dringend notwendig, denn es passiert so einiges Unvorhergesehenes. Die Schattenwelt-Dilogie ist zwar gut zu verstehen, doch dabei auch komplex. In "Nacht aus Rauch und Nebel" werden einem einige Dinge klar, über die man sich in "Stadt aus Trug und Schatten" vielleicht noch Gedanken machte.
Da das Buch eine hohe Grundspannung hat und das herrliche Setting, sowie der Wechsel zwischen realer Welt und Schattenwelt, einem ständige Bilder vor das innere Auge projiziert, findet man in der Geschichte keine einzige Leselänge. Mit einem zufriedenen Lächeln im Gesicht schließt man am Ende das Buch mit dem Gefühl, eine runde und äußerst kreative Geschichte gelesen zu haben.

Das persönliche Fazit
"Nacht aus Rauch und Nebel" bleibt im Gedächtnis und verflüchtigt sich nicht sofort nach dem Lesen. Zu interessant ist der Schauplatz, zu genau haben sich die Bilder festgesetzt. Flora - oft unbedacht und direkt - und Marian - meist schweigsam und überlegt - ergänzen sich sehr gut und passen wunderbar zur Handlung. "Nacht aus Rauch und Nebel" überzeugt, wie auch Band 1, nicht nur mit einem ungewöhnlichen Namen, die Idee hinter der Geschichte ist genauso kreativ. Leser von düsteren Urban-Fantasy Geschichten, gemixt mit unverbrauchten Steampunk Elementen, sind bei Trug und Schatten sowie Rauch und Nebel genau richtig. 4 Sterne!

Handlung: 4 / 5
Charaktere: 3,5 / 5
Lesespaß: 4 / 5
Preis/Leistung: 4 / 5

© Damaris Metzger, damarisliest.de


Reiheninfo zur Schattenwelt-Dilogie:


Band 2 "Nacht aus Rauch und Nebel"


Montag, 3. Juni 2013

Von Schatten und Rauch - Mechthild Gläsers Schattenwelt-Dilogie erhält ihren Abschluss



Es ist jedes Mal wieder schön, wenn eine geschätzte Buchserie ihren Abschluss findet. Manchmal mag man sich von lieb gewonnenen Charakteren, und deren Geschichte, zwar nicht so recht trennen, trotzdem ist es ein tolles Gefühl, die Reihe vollständig im Regal zu wissen. 

Bei Mechthild Gläsers Schattenwelt-Dilogie (Zweiteiler) ist es nun so weit. "Stadt aus Trug und Schatten" wird mit "Nacht aus Rauch und Nebel" komplettiert. SaTuS und NaRuN - wie die Dilogie von manchen Bloggern liebevoll abgekürzt wird, sind nicht nur optische Leckerbissen, auch der Inhalt weiß zu überzeugen. Band 1 glänzte für mich damals mit einer düsteren Thematik, neuen Ideen und einem wunderbaren Genremix. Ich bin sicher, dass Band 2 hier direkt anschließen wird.


Um was geht es eigentlich beim ersten Band "Stadt aus Trug und Schatten"?



Knapp eineinhalb Jahre sind vergangen, seitdem ich Band 1 gelesen habe. Ich weiß zwar noch die Grundthematik, trotzdem können nach dieser Zeit kleine Gedächtnislücken nicht ausgeschlossen werden. Hier für alle Neuleser und Wiedereinsteiger nochmals eine kleine Zusammenfassung:

In der Geschichte führt jeder Mensch ein Doppelleben. Während man in der realen Welt ein normales Leben führt, ist die Seele in der Schattenwelt - der Stadt Eisenheim - zu Hause. Normale Menschen bekommen davon nichts mit. Sie sind tagsüber wach und schlafen nachts, wissen nicht, dass ihre Seele in Eisenheim schwere Arbeiten verrichtet. Sie werden Schlafende genannt. Manchmal ändert sich diese Wahrnehmung und aus Schlafenden werden Wandernde. Den Menschen ist dann bewusst, dass sie ein Doppelleben führen. Am Tage leben sie ihr normales Leben, doch sobald sie einschlafen, kehren sie (bzw. ihre Seele) nach Eisenheim zurück und leben dort, bis der Mensch in der realen Welt wieder aufwacht. Ganz praktisch heißt das, ein Wandernder wird nie wieder richtig schlafen.

So geht es auch Flora. Es ist keine schöne Entdeckung, die sie in ihrem Leben machen muss. Zuerst sieht die 17-jährige nur formlose Schatten, dann beginnt sie sehr real zu träumen. Und plötzlich findet sie sich in Eisenheim, einer düsteren Stadt, in der Schatten-, bzw. Traumwelt wieder. Ab nun führt Flora ein Doppelleben. Das heißt, am Tag lebt sie in ihrer normalen Welt, geht mit ihren Freunden zur Schule und kümmert sich um ihren planlosen Vater, samt Haushälterin. Sobald sie schläft, führt sie ein zweites Leben in der Schattenwelt. Den Sinn, den sie in der düsteren Traumwelt erfüllen soll, wird Flora schon sehr bald erfahren. Was hat der attraktive Austauschschüler Marian damit zu tun? Und wem von den Leuten in Eisenheim kann sie überhaupt trauen? Niemandem!



Was sagt die Autorin nach zwei spannenden Büchern?



Der Abschlussband "Nacht aus Rauch und Nebel" erscheint Mitte Juni 2013. Und sollten jetzt manche von euch ein bisschen in Sorge sein, ob sie wieder gut in die Geschichte finden, dann kann ich euch beruhigen! Ich habe mich schon etwas eingelesen. Im Laufe der Handlung bekommt man immer wieder kleine, unaufdringliche Auffrischungshinweise. Man findet sehr gut zu Flora, Marian und Eisenheim zurück.

Für Mechthild Gläser war die Schreibarbeit und die Veröffentlichung der Schattenwelt-Dilogie eine spannende Zeit, schließlich war Band 1 ihr Debütroman. Die Autorin war so lieb und hat mir einige aufschlussreiche Satzanfänge vervollständigt. Lest selbst:


"Nacht aus Rauch und Nebel" bedeutet für mich … noch einmal in Eisenheim einzutauchen. Tiefer dieses Mal. Im ersten Band musste ich noch vieles erklären, mir mehr Zeit nehmen, um die Figuren vorzustellen. Als Fortsetzung bot "Nacht aus Rauch und Nebel" mir nun den Raum, die Schattenwelt und ihre Geheimnisse weiter zu erkunden und auch die Beziehung zwischen Flora und Marian noch einmal auf einer anderen Ebene zu betrachten. Das hat viel Spaß gemacht, war manchmal aber auch ziemlich anstrengend.

Flora … ist als Figur mitunter unberechenbar. Mit ihrer vorlauten Art schafft sie es immer wieder, sich in Probleme hineinzumanövrieren. Damit hat sie mir so einige Kapitel zerschossen. Wenn ich eine Szene zu schreiben begann, war ich nie sicher, ob Flora sich darin auch so verhalten würde, wie ich es mir vorgestellt hatte (oft hat sie es nicht getan) Dadurch war es für mich aber auch noch spannender und aufregender, sie durch ihre Geschichte zu begleiten.

Marian … fasziniert mich schon, seit er in meine Gedanken gepurzelt ist. Bei ihm befindet sich sehr viel unter der Oberfläche. Während Flora immer gleich sagt, was sie denkt, ist es bei ihm genau das Gegenteil: Über die wichtigen Dinge schweigt er und ich musste ihn häufig ein wenig kitzeln, um zu verstehen, was gerade in ihm vorgeht.

Eisenheim … gerät in "Nacht aus Rauch und Nebel" in große Gefahr, denn das Nichts ist nicht länger so friedlich, wie es in "Stadt aus Trug und Schatten" vielleicht noch erscheint.

Ein Leben ohne Schlaf ... muss furchtbar anstrengend sein. In den Büchern leidet Flora ja auch sehr darunter, dass sie nie richtig abschalten kann. Nach jedem noch so anstrengenden Tag landet sie ohne Pause gleich wieder in ihren Abenteuern in Eisenheim. Das klingt vielleicht erst einmal aufregend, zerrt jedoch auf die Dauer sehr an ihren Nerven, weil sie sich zwischendrin überhaupt nicht ausruhen kann.

Besonders gefällt mir am Abschlussband … die Expedition. Warum, würde an dieser Stelle allerdings leider zu viel verraten. Aber in diesem Abschnitt der Geschichte passieren so einige bedeutende Dinge …

Nachdem ich das letzte Wort der Schattenwelt-Dilogie geschrieben hatte … war ich erschöpft und glücklich, es geschafft zu haben, diese Geschichte zu Ende zu erzählen. Aber gleichzeitig macht mich das nun auch ein bisschen traurig. Flora, Marian und der Weißen Löwe begleiten mich immerhin schon seit Ende 2009. Das ist eine lange Zeit, in der mir die Figuren und Eisenheim sehr ans Herz gewachsen sind. Trotzdem freue ich mich jetzt darauf, in neue Geschichten einzutauchen.

Zukünftig ... möchte ich natürlich noch viele weitere Geschichten erzählen. Zurzeit spuken mir da so einige im Kopf herum, die aufs Papier hinausdrängen. Geplant ist auf jeden Fall ein weiteres Jugendbuch für Loewe. Aber auch für Erwachsene oder Kinder könnte ich mir vorstellen zu schreiben und ich bin selbst schon gespannt, wie es weitergeht.


Ich freue mich jetzt schon auf weitere Titel von Mechthild Gläser. In den nächsten Tagen schreibe ich die Rezension zu "Nacht aus Rauch und Nebel", dann findet ihr die komplette Dilogie hier bei Damaris liest. in den Rezensionen. Freunde des Urban-Fantasy und Steampunk Genre sollten sich "Stadt aus Trug und Schatten" & "Nacht aus Rauch und Nebel" unbedingt merken. Es lohnt sich!




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Drei weitere Blogs freuen sich auf den Abschlussband und auf euren Besuch:


3. Juniwoche - Storytime

4. Juniwoche - Leselurch

Sonntag, 2. Juni 2013

Buchzugänge vs. Buchabgänge im Mai 2013

Mein SuB-Abbau klappt ganz gut. Schneller würde es gehen, wenn ich mich bei Buchzugängen komplett zurückhalten würde, aber an manchem komme ich einfach nicht vorbei. 
Trotzdem, 5 Buchzugänge im Mai sind noch überschaubar. Meinem Zwischenziel, einem SuB von 40, komme ich immer näher. 

Meine Buchzugänge vom Mai 2013 - 5 Bücher: 




Meeresschatten habe ich bei der Aktion "Blogger schenken Lesefreude" im April bei Nadine gewonnen. Vielen Dank an dich und die Autorin Leonie Jockusch. Das Buch gehört optisch zu den schönsten, die ich je in der Hand hatte. Du liebst mich nicht behandelt ein ganz besonderes Thema - das Stockholm-Syndrom. Ich habe es bereits gelesen und rezensiert. Clockwork Prince (Band 2 der Chroniken der Schattenjäger) habe ich bei reBuy gekauft, nachdem der Arena Verlag bekannt gab, dass Band 3 ein völlig neues Cover bekommt und auch die anderen Teile auf die neue Optik umgestellt werden. Da Band 1 schon mit der alten Optik auf meinem SuB liegt und ich mir vom Verlag ein Alternativcover für Band 3 erhoffe (es wird darüber nachgedacht), wollte ich "Clockwork Prince" noch schnell in der wunderschönen "alten" Optik in Türkis. Fern wie Sommerwind habe ich bei einer Lovelybooks-Leserunde gewonnen, die von der Autorin begleitet wurde. Ich bin schon durch und habe zu dem Buch einen High Five geschrieben. Und der letzte Neuzugang im Mai war Nacht aus Rauch und Nebel, der 2. Band der Schattenwelt-Dilogie von Mechthild Gläser. Kommende Woche gibt es hier und bei drei weiteren Blogs ein Special dazu. 


Buchabgänge - Gelesen habe ich im Mai 12 Bücher: 





Rezensionen, Reviews und High Fives gibt es zu

Mein weit abgeschlagenes Monatshighlight im Mai war Angelfall von Susann Ee. Eventluell wird es sogar eines meiner Jahreshighlights. Das Buch ist genial (wenn auch tödlich brutal und grausam). Fern wie Sommerwind ist eine tolle Sommer(liebes)geschichte, auch bei verregneten Tagen sehr zu empfehlen. Und zu Ein ganzes halbes Jahr muss ich sicher nicht mehr viel sagen. Absolut lesenswert, es rührt zu Tränen. Eher enttäuscht war ich bei dem recht kurzen Krimi von Andrea Sawatzki Ein allzu braves Mädchen. Spannung erwartet man hier vergebens, und 16,99 € für ein 170 Seiten-Buch (!) geht meiner Meinung nach gar nicht! Read on ... im Juni.

Samstag, 1. Juni 2013

High Five - 5 Sätze/5 Adjektive zu "Fern wie Sommerwind" von Patrycja Spychalski



cbt (Mai 2013),
Taschenbuch, 256 Seiten,
7,95 € [D]


Ganz ehrlich! Noras größtes Problem ist, dass sie sich ihr Leben lieber vorstellt - in den verrücktesten Visionen ihrer Zukunft -, als es einfach zu leben. Doch jetzt kommen die letzten Ferien, der Sommer der großen Entscheidungen. Nora verbringt ihn an einem hübschen Badeort am Meer und jobbt als Drachenverkäuferin am Strand. Neben dem Kaffeemädchen und den Eisverkäufern ist da auch noch Popcornjunge Martin, mit dem schönen Lächeln und dem sonnengelben Haar. Als Martin sich immer wieder in Noras Tagträumereien verirrt, wird klar: Wenn es um ihn geht, sollte das Leben auf keinen Fall nur im Kopf stattfinden … (Text-, Zitat-, und Bildquelle: cbt Verlag)


Ich versuche meinen Kopf dazu zu bringen, über nichts nachzudenken. Aber das klappt nicht. Wie auch? Vielleicht kann ich ihn austricksen, indem ich einfach nur Bilder kommen lasse, gewöhnliche Bilder: Schiff auf dem Meer, Orangenbäume, eine Biene, die Nektar saugt, Heuballen auf Feldern, Windräder, Obstverkäufer am Straßenrand, Irmis Waldbeermarmelade, Martin. Martin. Martin. Tja! Soviel dazu! - S. 159/160


5 zusammenfassende Sätze/Punkte zum Buch

  1. Bei diesem Buch ist der Titel mal wieder Programm. Es liest sich nämlich wirklich total sommerlich leicht, ist dabei aber nicht oberflächlich-seicht (hui, das reimt sich sogar!). Nora verbringt ihren Sommer an der Ostsee, dort verkauft sie Drachen am Strand. Danach möchte sie sich ernsthafte Gedanken über ihre Zukunft machen, denn wie diese aussehen soll, das weiß Nora noch nicht genau. Die Handlung gefiel mir ab Beginn, denn auch ich hätte mir vorstellen können, so meinen Sommer zu verbringen. Allgemein könnte man beim Lesen den Eindruck gewinnen, dass die Autorin in einem Liegestuhl an der Strandpromenade sitzt und alle Vorkommnisse live aufschreibt.
  2. Anfangs empfand ich Nora gar nicht mal als sehr unsicher. Im Gegenteil, sie ist teilweise richtig schlagfertig. Mit der Zeit merkt man aber, dass ihr wirklich viele Gedanken durch den Kopf gehen. Das Resultat daraus ist, dass sie sehr unentschlossen wirkt und manchmal Sätze von sich gibt (vor allem gegenüber ihrem heimlichen Schwarm Martin), für die sie sich hinterher ohrfeigen könnte. Unsympathisch macht sie das aber nicht. Jeder wird sich in ihre Situation gut hineinversetzen könne, denn ihre Gefühle und Gedanken sind ganz typisch für eine 17-jährige Jugendliche. Ich habe mich in ihr oft wiederentdeckt.
  3. Ein toller Ansatz der Geschichte ist, dass Nora sich ihre Zukunft in allen möglichen Varianten vorstellt. Diese sind dann zwischen der Geschichte tatsächlich so ausgeführt, als würde Nora ihre Vorstellungen leben. Neben der Haupthandlung erlebt man sie in diversen Zukunftsvisionen. Ich freute mich immer ganz besonders auf diese Abschnitte. Interessant waren sie alle, am besten gefiel mir aber die letzte Zukunftsvision.
  4. Die anderen Strandverkäufer, mit denen Nora täglich zu tun hat, bilden bald eine Clique, die sich auch nach der Arbeit trifft und viel zusammen unternimmt. Spaziergänge, Lagerfeuer, Dorfdisco, Essen gehen - wer kennt das nicht. Auch dieser Part und die Unterhaltungen der jungen Erwachsenen wirken sehr echt und sind nicht konfliktfrei. Auch Noras und Martins Annäherung könnte so von statten gehen und ich habe mich sehr für Nora gefreut, als sie endlich, was die Lovestory betrifft über ihren Schatten springt.
  5. "Fern wie Sommerwind" ist eine lineare Geschichte, die Nora in der Ich-From (Präsens) erzählt. Das Buch beschreibt Noras Sommer, mit vielen Höhen aber auch Tiefen und einem optimistischen Zukunftsausblick. Es geht um Freude und Ängste, Fantasien und Wirklichkeit, Spaß und Verantwortung - eine real-ausgewogene Geschichte zwischen Leichtigkeit sowie Ernsthaftigkeit und Tiefgang.

5 Adjektive, die mir spontan zu diesem Buch einfallen

sonnig, lebendig, motivierend, aufgeweckt und luftig-echt


Zusammengefasst vom Fazitbär
Ich weiß nicht, wie Patrycja Spychalski das macht, aber sie schreibt Geschichten, die unterhalten und gleichzeitig so authentisch sind, dass junge Leser sich in vielen Situationen wiederfinden und ältere Leser sich gerne erinnern. Genau so war es auch bei "Fern wie Sommerwind". Der Roman ist eine lebendige Sommer(liebes)geschichte, vereint Freude und Wehmut gleichermaßen, ist dabei aber nie oberflächlich. Schön war's! Und würde es jetzt nicht regnen, dann würde ich im Keller gleich mal nach unserem Winddrachen kramen.


© by Damaris liest.