Mittwoch, 29. Mai 2013

Review zu "Angelfall" von Susan Ee



Skyscape (August 2012), Band 1,
Kindle E-Book, ca. 288 Druckseiten,
Sprache: Englisch,
z. Zt. 3,44 € [D]


It’s been six weeks since angels of the apocalypse descended to demolish the modern world. Street gangs rule the day while fear and superstition rule the night. When warrior angels fly away with a helpless little girl, her seventeen-year-old sister Penryn will do anything to get her back. Anything, including making a deal with Raffe, an injured enemy angel. Traveling through a dark and twisted Northern California, they journey toward the angels’ stronghold in San Francisco, where Penryn will risk everything to rescue her sister and Raffe will put himself at the mercy of his greatest enemies for the chance to be made whole again. (Bild- und Textquelle: Amazon.de)

Englisches Sprachniveau: Im Präsens (Gegenwart) geschrieben. Einfache Grammatik, lineare Storyline, kurze Kapitel. Mit gutem Schulenglisch sehr gut zu lesen und zu verstehen.


I put my ear to the front door of our condo building. I hear nothing. No wind, no birds, no cars, no voices. - S. 3, Kindle 1%


Meine Meinung
Für eine English-Reading-Challenge lese ich gerade (mehr oder weniger) fleißig Bücher auf Englisch. Und weil ich diesmal keine Lust auf Bad Boy-Lovestorys, bzw. New Adult hatte, griff ich zu einer Dystopie (?). Es ist zwar so, dass mich bei diesem Genre auch nicht mehr viel überraschen kann, aber hätte ich gewusst welch Sahneschnittchen "Angelfire" tatsächlich ist, dann hätte ich das Buch schon viel früher gelesen. Schon hier kann ich allen interessierten Lesern mit Dystopie- und Fantasyfaible, sowie einem festen Magen, sagen: Lesen! Lesen! Lesen!

"Angelfall" ist eine ungewöhnliche Mischung aus Endzeitroman und Engel-Fantasy (wenn ich hier auch noch klassische Sci Fi-Elemente anfüge, seid ihr nur verwirrt, also lasse ich das mal lieber). Die Geschichte spielt aber nicht, wie viele Dystopien, in der Zukunft, sondern im Jetzt. Engelskrieger haben die Erde vor nur sechs Wochen angegriffen und die Städte zerstört. In den Straßen plündern Banden und immer wieder kommt es zu Angriffen durch die Engel.
Penryn, ihre gehbehinderte Schwester Paige und ihre Mutter müssen ihre Wohnung in Silicon Valley verlassen, um sich einen sichereren Platz zu suchen. Dabei werden sie von kämpfenden Engeln aufgehalten. Paige wird entführt. Von einem der Engel erfährt Penryn, dass Paige ins Hauptquartier, mitten in San Francisco, gebracht wird. Um dorthin zu gelangen, benötigt sie ausgerechnet die Hilfe des feindlichen Engels Raffe.

"Angel sword wounds take a long time to heal. If you're ever going to kill an angel, slice him up with an angel sword."
"You're lying. Why would you tell me that?"
"Maybe I'm not afraid of you."
"Maybe you should be."
- S. 58, Kindle 23%

Die Hauptcharaktere sind toll und sehr tough, die Geschichte ab Beginn genial und megaspannend! Das Umgebungssetting, in dem die Handlung spielt, ist düster wie in einem Endzeitroman, gleichzeitig aber auch sehr einfach zu verstehen. Das Buch ist nicht sehr lang, hat aber 47 kurze Kapitel, die oft mit einem kleinen Zwischenchliffhanger enden. Man MUSS dann einfach sofort weiterlesen. Außerdem gibt Hauptperson Penryn die Geschichte im Präsens und der Ich-Form wieder. Dazu ist die Handlung sehr linear, bleibt immer bei Penryns Sichtweise. Im Grunde enthält auch diese Geschichte eine "Mission", bzw. eine Wanderung zu einem Zielort, ist aber alles andere als eintönig. Es gibt massenhaft Unterbrechungen und Wendungen, die den Adrenalinspiegel fast konstant hoch halten. Ansätze einer Lovestory finden sich auch, sind dabei absolut glaubwürdig, nicht überstürzt und angenehm nebensächliches Beiwerk. Das Lesen macht solchen Spaß, man kann kaum aufhören.

ABER, und das muss man wissen - Das Buch ist tödlich krass! Düster, mysteriös und gruselig sind noch die netteren Umschreibungen. Vielmehr ist es immer wieder regelrecht grausam und sehr, sehr strange. Blut fließt in Strömen, es gibt massenhaft Kämpfe, Gemetzel und viele Leichen, samt -schändigungen! Obwohl ich viel (v)ertrage, frage ich mich, ob einige Dinge für eine YA-Story nicht zu grenzwertig sind. Trotzdessen entwickelt die Handlung einen Sog, der einen nicht loslässt.

Am Ende greift die Autorin dann komplett in die Horrorfilm- und Videospielkiste. Hier dachte ich dann teilweise wirklich, ich bin im falschen Film ... , äh, Buch. DIESE Wendung hätte ich von der Story ganz sicher nicht erwartet. Besonders eine Szene ist widerlich-krank. Man mag nicht hinsehen, aber wegschauen kann man auch nicht.
Mit einer Art Zwischenstop wird dieser erste Band dann beendet. Von einer abgeschlossenen Handlung kann trotzdem nicht die Rede sein. Einige Fragen brennen einem noch unter den Nägeln und am liebsten möchte man nahtlos wissen, wie es weitergeht.

Fazit
"Angelfall" ist definitiv mein Monatshighlight, vielleicht sogar mein Jahreshighlight. Und das trotz (oder gerade wegen) seiner Andersartigkeit und der teilweise sehr krassen Handlung. Das Buch ist keine komplette Neuerfindung, aber die gewählte Mischung macht "Angelfall" zu einer Top-Story. Ich bin an den virtuellen Seiten geklebt, war gebannt, habe geschmunzelt und war entsetzt. Dieses englische Buch bekommt meinen ersten Lieblingsbuchstatus 2013. Read it! Now!

@ Damaris Metzger, damarisliest.de



"Angelfall"-Cover von UK/Australien, Russland und Griechenland (vlnr)




"Angelfall: Nacht ohne Morgen" (TB von 2016 und HC von 2013)

Montag, 27. Mai 2013

High Five - 5 Sätze/5 Adjektive zu "Ein ganzes halbes Jahr" von Jojo Moyes



Rowohlt Polaris (März 2013),
Broschur, 512 Seiten,
14,99 € [D]


Lou & Will.

Louisa Clark weiß, dass nicht viele in ihrer Heimatstadt ihren etwas schrägen Modegeschmack teilen. Sie weiß, dass sie gerne in dem kleinen Café arbeitet und dass sie ihren Freund Patrick eigentlich nicht liebt. Sie weiß nicht, dass sie schon bald ihren Job verlieren wird - und wie tief das Loch ist, in das sie dann fällt.

Will Traynor weiß, dass es nie wieder so sein wird wie vor dem Unfall. Und er weiß, dass er dieses neue Leben nicht führen will. Er weiß nicht, dass er schon bald Lou begegnen wird.

Eine Frau und ein Mann.
Eine Liebesgeschichte, anders als alle anderen.
Die Liebesgeschichte von Lou und Will.

(Text- und Bildquelle: Rowohlt Verlag)



5 zusammenfassende Sätze/Punkte zum Buch

  1. Ohne auf den Inhalt genauer einzugehen, ist dies mal wieder ein hoch gelobtes und gehyptes Buch. In Literaturkreisen spricht fast jeder von einer wunderschönen, zu Herzen gehenden Story. Ich habe für mich festgestellt, dass ich mich mit solchen Büchern teilweise sehr schwer tue. Einfach, weil meine Erwartungen nach diesen Lobpreisungen schier unendlich hoch sind. Egal wie gut das Buch dann tatsächlich ist, ich erwarte immer noch ein Quäntchen mehr. War es hier auch so? Anfangs ja. Am Ende war ich nur noch gerührt und kann sagen, dass "Ein ganzes halbes Jahr" die guten Bewertungen uneingeschränkt verdient!
  2. Mir gefielen sofort der Erzählstil und der unterschwellige Humor des Buches. Die Geschichte liest sich einfach super. Trotzdem kam ich nach dem ersten Buchviertel an gewissen Vergleichsgedanken nicht vorbei. "Das ist ja wie eine Abwandlung des Films Ziemlich beste Freunde." - solche Gedanken hatte ich, und sie sind auch plausibel. Dranbleiben lohnt sich aber. "Ein ganzes halbes Jahr" wendet sich im Handlungsverlauf einem Tabuthema zu, das die wenigsten von uns betrifft. Durch diese Geschichte wird man sehr für das Thema sensibilisiert und zum Nachdenken gebracht. Es kann sein, dass man nach Beendigung die eigene Meinung zum Thema in einem komplett neuen Licht sieht. 
  3. Louisa ist eine der natürlichsten und liebenswertesten Hauptcharaktere überhaupt. Sie hat ein riesengroßes Herz, aber dennoch einige "Macken" und auch Ängste, die ich jederzeit nachvollziehen konnte. Ihre Stärke hätte ich sicher nicht! Auch Wills Charakter könnte nicht besser gezeichnet sein. Seine bissige, sarkastische Seite und seine versteckt liebevolle Art gehen Hand in Hand. Aufgrund seiner Situation ist es klar, welche Charaktereigenschaften hier die Nase vorn haben. Neben Louisa (die die Geschichte in der Ich-Form erzählt) kommen auch zwischendurch, in je einem Kapitel diverse Nebenpersonen zu Wort (Lous Schwester, Wills Mutter und Vater, sowie sein Pfleger). So bekommt man einen sehr privaten Einblick in die Gedanken diese Personen, von denen man sich, aufgrund ihres Verhaltens, vielleicht schon ein anderes Bild gemacht hatte.
  4. "Ein ganzes halbes Jahr" spielt in England und besitzt den typischen englisch-schwarzen Humor. Dieser ist geprägt durch viel Sarkasmus und manches trocken-passende Kommentar. Im Gesamtbild ist der humorvolle Part eine gute Ergänzung zur tragischen und traurigen Grundthematik des Buches. 
  5. Meine Güte, dieses Ende! Hier muss dann wohl JEDER die Taschentuchpackung bereithalten. So dramatisch, liebevoll und ernst die Situation am Ende auch ist - sie ist absolut verständlich und nachvollziehbar. Schon während des Lesens rutschte meine Meinung von zwiegespalten zu 100%-igem Verständnis. Ich denke den meisten Lesern wird es ebenso ergehen.

5 Adjektive, die mir spontan zum Buch einfallen

liebevoll, nachdenklich-traurig, besonders, ernsthaft und konsequent-hoffnungsvoll



Zusammengefasst vom Fazitbär:
"Ein ganzes halbes Jahr" mag traurig und nachdenklich stimmen, es bereichert aber auch ungemein. Die über 500 Seiten lesen sich längenfrei. Man lacht, weint und entwickelt ein Situationsverständnis, mit dem man so gar nicht gerechnet hätte. Eine wunderbar andere Liebesgeschichte, die ich unbedingt empfehlen muss.
Nicht zögern, sondern lesen!


© by Damaris liest.

Mittwoch, 22. Mai 2013

Review zu "Du liebst mich nicht" von Edeet Ravel



cbt (Mai 2013),
Taschenbuch, 320 Seiten,
8,99 € [D]
www.cbt-jugendbuch.de


Während eines Sommeraufenthaltes in Griechenland wird die Amerikanerin Chloe gekidnappt. Tag für Tag steht das einst selbstbewusste, lebensfrohe Mädchen nun Todesängste aus. Ihre Hilflosigkeit, die körperlichen Qualen durch einen der Entführer und die Einsamkeit treiben sie an den Rand des Wahnsinns. Zu Hause kämpft man für ihre Freilassung, doch hier gibt es nur einen, auf den sie sich verlassen kann. Nur einen, der ihr Überleben sichert. Einen, den sie wirklich liebt ... ihr Peiniger. (Text-, Cover- und Zitatquelle: cbt Verlag)


Meine Meinung
Das Stockholm-Syndrom definiert ein psychologisches Phänomen, bei dem Opfer ein positives und emotionales Verhältnis zu ihrem Entführer aufbauen. Sie können sich sogar in ihren Geiselnehmer verlieben und mit ihm kooperieren, entwickeln ein ausgeprägtes Abhängigkeitsverhältnis und identifizieren sich mit den Motiven des Täters.
Das ist schon ziemlich harter Tobak, den Edeet Ravel uns hier präsentiert. Denn für Nicht-Betroffene ist der Zustand des Stockholm-Syndroms kaum nachzuvollziehen. Warum sollte ich mich in einen Menschen verlieben, der mich gewaltsam entführt hat, mir vielleicht sogar Böses will? In ihrem Roman möchte die Autorin einen Einblick in die Psyche eines Entführungsopfers geben.

Es ist schwer zu beschreiben, wie es sich anfühlt, nicht mehr frei, sondern eingesperrt zu sein. Man verspürt ein gewaltiges, unerträgliches Verlangen hinauszukommen, und je klarer man erkennt, dass es nicht geht, desto stärker wird dieses Verlangen. - Chloe, S. 55

Die Story geht damit los, dass Chloe für die polizeilichen Ermittlungen ihre Erlebnisse, während ihrer Gefangenschaft, haarklein aufschreiben soll. Sie ist somit die Ich-Erzählerin der Geschichte. Ich fand es sehr positiv, dass so schon zu Anfang klar war, wie Chloes Geiselnahme endet. Edeet Ravel konzentriert sich hier also nicht so sehr auf den Umstand, dass Chloe entführt wurde, sondern auf Chloes Gefühle - und darum geht es ja im Roman auch.
Man erfährt, warum Chloe und ihre Freundin in Griechenland an einem Freiwilligenprogramm teilnehmen, ihrer Hintergründe zu Hause und den Tathergang von ihrer Entführung. Chloe wird in ein Versteck außer Landes gebracht, wohin erfährt man nicht, man kann aber eigene Schlüsse ziehen. Alles liest sich sehr echt, obwohl man sich fragt, ob Chloes Gedanken während der Entführung realistisch sind. Immer wieder spielt sie alle möglichen Schreckensszenarien durch (Folter, Tod, sexuell motivierte Entführung, usw.). Ich behaupte an dieser Stelle einfach mal, dass meiner Meinung nach kein Entführungsopfer in den ersten Stunden zu diesen komplexen Gedankengängen fähig wäre. Zu verstörend gestaltet sich die Situation.

Die Gründe von Chloes Entführung werden bald aufgedeckt, sie sind plausibel und nicht abwegig. Auch ihre Lebensumstände während der Geiselnahme sind relativ gut. Sie wird bestens versorgt und bekommt alle möglichen Zusatzwünsche erfüllt. Bald schon verwandeln sich ihre Gedanken an Flucht in Sympathie für den einen Geiselnehmer, den sie immer zu Gesicht bekommt. Besonders nach einem etwas härteren Zwischenfall entwickelt sich zwischen den beiden eine Art Pfleger/Bedürftiger-Verhältnis.
War Chloe mir anfangs noch sehr sympathisch, nimmt dieses Gefühl schnell ab. Als sie ihrem Geiselnehmer (von dem man übrigens nie den Namen erfährt) bald sagt, dass sie ihn liebt, sanken Chloes Sympathiewerte bei mir sofort in den Keller. Wie kann sie nur? Allgemein sind alle ihre Gedanken zum Geiselnehmer wie von einer rosa Wolke umnebelt:

Ich saß auf dem Bett und schaute nach, was für Spiele auf dem Laptop waren: [...] Oh, da war auch ein Programm zum Italienischlernen; ich fand es nett, dass sich mein Geiselnehmer die Mühe gemacht hatte, es zu finden und zu installieren, und eine Woge der Zuneigung und Dankbarkeit überflutetet mich. - Chloe, S. 234

Doch genau das will die Autorin mit der Geschichte erreichen. Sie will darauf hinweisen, dass Chloes Gefühle nichts mit der Wirklichkeit zu tun haben. Okay, ihr Geiselnehmer ist zudem noch sympathisch, ruhig, gutaussehend, umsorgend und liebenswert. Das sind alles Attribute, die Chloes Gefühle in ihrer widernatürlichen Situation - der Gefangenschaft - fördern. Ein klassisches Stockholm-Syndrom entwickelt sich. Für nicht betroffene Leser sind Chloes Gedanken und Gefühle allerdings vollkommen unverständlich.
Komischerweise weiß das auch Chloes Geiselnehmer. Er weißt sie mehrmals darauf hin, dass ihre Liebe nur die Folge der Geiselnahme ist. Chloe ist über diese "Unterstellung" sogar regelrecht empört. Für mich war allerdings die Tatsache abwegig, dass Chloes Geiselnehmer sich trotzdem auf sie einlässt und romantische Handlungen zulässt. Er denkt sehr rational und ist sich dessen bewusst, dass Chloe am Stockholm-Syndrom leidet. Und dann sagt er ihr, dass er sie auch liebt?

Das Buch ist zwar abgeschlossen, es endet aber relativ offen. Chloes jetzige Situation und ob sie erkennt, dass ihre Gefühle nur situationsbedingt waren - darüber kann man sich als Leser am Ende seine eigenen Gedanken machen. Man bekommt verschiedene mögliche (medizinische) Diagnosen. Für mich war die Sache aber zu jeder Zeit eindeutig.

Fazit
"Du liebst mich nicht" ist kein Tatsachenbericht. Das Buch schildert eine erfundene Begebenheit, die sich aber genau so ereignet haben könnte. Chloes Denkweise und das Ausleben ihrer Gefühle für ihren Geiselnehmer sind anstrengend. Die Autorin hat mit ihrem Roman das erreicht, was sie meiner Meinung nach wollte. Der Leser soll und wird erkennen, dass Chloes Gefühle sich aus der Situation ergeben haben und somit nicht echt sind. Dieser Einblick ist Edeet Ravel sehr gut gelungen. Darum eignet sich "Du liebst mich nicht" für alle Leser, die gerne mal Themen lesen, die über den Teller-, bzw. Buchrand, hinausgehen.

© Damaris Metzger, damarisliest.de

Donnerstag, 16. Mai 2013

Rezension zu "Die Chroniken des Magnus Bane" (The Bane Chronicles) von Cassandra Clare, Sarah Rees Brennan & Maureen Johnson



Verlag: Arena (Juni 2014)
Originaltitel: The Bane Chronicles
Übersetzer: Ulrike Köbele
Reihe: - , ab ca. 12-15 J.
Ausführung: Hardcover/SU, 560 S.
ISBN: 978-3401069753
18,99 € [D]

Genre: Urban Fantasy


Das Thema/Klappentext
Tauche ein in die Welt von Magnus Bane! Der schillernde Oberste Hexenmeister von Brooklyn hat ein ereignisreiches Leben hinter sich. Sei es die Französische Revolution in Paris, der Börsencrash von New York oder das frühe London - Magnus war immer dabei und hatte seine funkensprühenden Finger im Spiel. Keine Frage, dass es dabei auch manchmal riskant wird für den vorlauten und lebenslustigen Draufgänger. Wenn man ewig lebt, muss man sich schließlich die Zeit vertreiben, da kommt eine kleine Romanze dann und wann gerade recht. Und wenn eine Situation doch mal zu heiß wird, gibt es ja immer noch den alles verhüllenden Zauberglanz. Alle Geheimnisse und Rätsel rund um Magnus Bane - aus der Feder von Cassandra Clare, Sarah Rees Brennan und Maureen Johnson. Der perfekte Begleitband zu den Serien Chroniken der Unterwelt und Chroniken der Schattenjäger! (Text- und Coverrechte: Arena Verlag)


Alternativ zur gebundenen Ausgabe, die einzelnen Episoden als E-Books




Die Chroniken des Magnus Bane - E-Book-Übersicht:

  • Buch 1: Was geschah tatsächlich in Peru?
  • Buch 2: Die Flucht der Königin
  • Buch 3: Vampires, Scones und Edmund Herondale
  • Buch 4: Tochter der Finsternis
  • Buch 5: Der Aufstieg des Hotels Dumort
  • Buch 6: Die Rettung Raphael Santiagos
  • Buch 7: Der Niedergang des Hotel Dumort
  • Buch 8: Was schenkt man einem Schattenjäger, der schon alles hat?
  • Buch 9: Der letzte Kampf des New Yorker Instituts
  • Buch 10: Der Fluch wahrer Liebe (und erster Dates)


Mein Eindruck zu Buch 1 -
"Was geschah tatsächlich in Peru?" - 4/5 Sterne
Das erste Buch der Chroniken des Magnus Bane habe ich bereits gelesen - und ich habe es genossen diese Kurzgeschichte über Magnus zu lesen. Das E-Book ist in 4 Kapitel unterteilt (1791, 1885, 1890 und 1962). Man liest also 4 Episoden aus Magnus' Leben, immer bestrebt zu erfahren, warum der Hexenmeister aus Peru verbannt wurde.
Wie die Chroniken der Unterwelt ist das E-Book aus der Sicht von Magnus, im personalen Erzählstil, geschrieben. Des Weiteren trifft man auf Magnus' Freunde Ragnor Fell und Catarina Loss, die man schon aus den anderen Büchern von Cassandra Clare kennt. Da die einzelnen Kapitel in unterschiedlichen Jahren spielen, enthält jedes Kapitel eine eigene kleine Geschichte. Jede hat ihren Reiz; ulkig, ernst, lustig und herzlich - man erkennt Magnus sofort wieder.
Ich muss aber auch sagen, dass man zumindest Teile der Chroniken der Unterwelt (besser auch noch der Chroniken der Schattenjäger) gelesen haben sollte, bevor man zu den Geschichten der Chroniken des Magnus Bane greift. Sonst könnte es passieren, dass man mit dieser Kurzgeschichte und ihren Haupt- und Nebenpersonen - Magnus, Ragnor und Catarina - so gar nichts anfangen kann.
Für alle Magnus Bane Fans sehr zu empfehlen!


Mein Eindruck zu Buch 2 -
"Die Flucht der Königin" - 3/5 Sterne
Die Geschichte des zweiten Buchs der Chroniken des Magnus Bane spielt im Juni 1791 in Paris. Magnus musste ja Peru verlassen und hat in Paris seine (zeitweilige) Heimat gefunden. Hier fühlt er sich im Großen und Ganzen auch sehr wohl, fällt aber teilweise auf, wie ein bunter Hund (wen wundert's, bei seinem Kleidungsstil und Lebenswandel). Als Magnus von Graf Axel von Fersen, einem äußerst attraktiven Mann mit schwarzen Haaren und blauen Augen, gebeten wird, den König und die Königin von Frankreich zu retten, willigt er ein. Welch kleines Abenteuer er dabei erlebt, das hätte sich Magnus sich da noch nicht träumen lassen.
Zuerst wirkte diese Kurzgeschichte auf mich etwas trocken. Paris und Magnus' Leben dort wurde beschrieben, sowie Magnus' Gedanken zu bestimmten Adeligen und paranormalen Persönlichkeiten. Mir kamen für eine so kurze Geschichte zu viele Namen und Personen vor. Mit der Zeit liest sich jedoch auch diese Kurzgeschichte flüssig und interessant. Eine Szene ist sogar richtig spannend. Die Geschichte besitzt den ganz eigenen, trockenen Humor von Magnus Bane. Und ich empfehle auch hier, dass man die Hauptbücher, also Magnus, kennen sollte. Ansonsten könnte es gut sein, dass man sich mit dieser Magnus Bane-Episode schwer tut, bzw. die Geschichte etwas schwer verständlich ist.


Mein Eindruck zu Buch 3 -
"Vampire, Scones und Edmund Herondale" - 4/5 Sterne
Die dritte Kurzgeschichte aus Magnus Banes Leben spielt im Jahre 1857 in London. Magnus hat sich hier ein Anwesen gekauft und nimmt gerade an den nervenaufreibenden Verhandlungen zwischen Schattenjägern und Schattenweltlern teil. Im Londoner Institut sind die Fronten verhärtet und ein Friedensvertrag scheint sich nicht so leicht verwirklichen zu lassen. Umso mehr sticht Magnus die hübsche Vampirin Camille ins Auge und er lernt den charismatischen und hübschen Edmund Herondale kennen.
Wenn man die Chroniken der Schattenjäger gelesen hat, fallen einem in dieser Geschichte allerhand Verbindungen und bekannte Namen auf. Zuerst natürlich der Vater von Will Herondale - Edmund -, der sich hier in seine zukünftige Frau verliebt. Und auch Vampirin Camille ist Kennern der Bücher hinreichend bekannt. Mir hat diese Folge sehr viel Spaß gemacht, da sie tiefere Einblicke in die harten Friedensverhandlungen zwischen Schattenjägern und Schattenweltlern gibt. Die Geschichte ist spannend, teils humorvoll und voller Hintergrundinfos. Das Lesegefühl empfand ich hier viel flüssiger als noch in Buch 2. Super!


Mein Eindruck zu Buch 4 -
"Tochter der Finsternis" - 5/5 Sterne
Das 4. Buch aus den Chroniken des Magnus Bane handelt erneut im London. Diesmal im Jahre 1903, etwa 25 Jahre nach den Ereignissen aus "Clockwork Princess", den Chroniken der Schattenjäger. Magnus kehrt von New York nach London zurück, weil er einen Auftrag und ein Angebot erhalten hat und die Auftraggeberin (ebenfalls bekannt) aufsuchen möchte. Zuvor begegnet er (unter anderem) Tessa, Will und Jem. Mehr darf hier nicht verraten werden, da die Geschichte sonst das Ende von "Clockwork Princess" spoilert. Wieder einmal bewahrheitet sich, dass man Magnus' Geschichten in jedem Fall nach den Chroniken der Unterwelt und -der Schattenjäger lesen sollte.
"Tochter der Finsternis" gefällt mir bisher von allen Magnus Bane-Geschichten am besten. Sie liest sich flüssig, die Sprache ist nicht so geschwollen, und man begegnet hier tatsächlich sehr bekannten und geliebten Hauptcharakteren. Mit dem gewohnten Magnus-Humor wird man überschüttet und Magnus pikanter Auftrag, wegen dem er in London ist, ist sehr gruselig. Man möchte eigentlich direkt weiterlesen. Diese Kurzgeschichte ist auf die geschätzte Cassandra Clare-Art perfekt!


Mein Eindruck zu Buch 5 -
"Der Aufstieg des Hotel Dumort" - 4/5 Sterne
Die fünfte Kurzgeschichte spielt in New York City. Sie ist in zwei Kapitel aufgeteilt, spiel einmal am Anfang des 20. Jahrhunderts und dann etwa dreißig Jahre später, zur Zeit der Prohibition und dem Börsencrash in den Vereinigen Staaten von Amerika.
Magnus besitzt eine Flüsterkneipe, in der er (natürlich verbotener Weise) Alkohol ausschenkt. Immer wieder kommt er mit dem Gesetz in Konflikt. Doch gelingt es ihm, den Razzien durch seine Magie zu entgehen oder die Gesetzeshüter zu täuschen. Nach einem Zwischenfall verliert er das Interesse an seiner Bar und führt mit seinen Freunden ein ausschweifendes Leben in einem Hotelzimmer. Bis mit dem Börsencrash 1929 alles zusammenbricht.
"Der Aufstieg des Hotel Dumont" ist teilweise wirklich lustig, schlägt aber auch sehr ernste Töne an. Magnus muss einem guten Freund beibringen, dass nichts von Dauer ist - schließlich spricht er aus Erfahrung - man aber immer weitermachen kann. Außerdem wird das prunkvolle Hotel Dumont für unheimliche Zwecke missbraucht. Am Ende ist es nicht mehr so prunkvoll. Leser der Chroniken der Unterwelt wissen, dass es nach diesen Ereignissen von Vampiren bevölkert wird.


Mein Eindruck zu Buch 6 -
"Die Rettung Raphael Santiagos" - 5/5 Sterne
Magnus lebt im 6. Buch der Chroniken des Magnus Bane immer noch in New York City der Fünfzigerjahre. Er hat sich entschlossen Privatdetektiv zu werden. Eines Tages steht Guadalupe Santiago vor ihm und bittet Magnus, nach ihrem von Vampiren entführten Sohn Raphael zu suchen und zu retten. Magnus macht sich in das von Vampiren bevölkerte Hotel Dumont auf. Er findet Raphael, doch nicht in dem Zustand, den er sich erhofft hatte.
"Die Rettung Raphael Santiagos" ist unglaublich spannend und auch aufschlussreich, da viele Leser den späteren Anführer der New Yorker Vampire kennen. Die Geschichte ist sehr grausam und teils gruselig, hat aber auch, von Seiten Magnus, etwas herzliches. Man merkt Magnus sein weiches Herz halt doch an. Auch hier kommt der typische Humor, der ihn so einzigartig macht, nicht zu kurz. Diesen mit Spannung und Grusel zu verbinden, ist hier wunderbar gelungen. Eine meiner Favoritengeschichten aus den Chroniken des Magnus Bane.


Weitere Kurzeindrücke folgen ...

Mittwoch, 15. Mai 2013

"SOUL BEACH - Frostiges Paradies" von Kate Harrison - NEU ab Juni 2013 bei Loewe

Soul Beach: Frostiges Paradies
Band 1,
Hardcover, 352 S., ab ca. 13 J.,
ET 17. Juni 2013,
17,95 € [D]


Meine Schwester ist tot.
Seit vier Monaten und fünf Tagen.
Ermordet.
Heute habe ich eine E-Mail erhalten.
Von ihr.

Als Alice eine E-Mail von ihrer toten Schwester bekommt, hält sie das zunächst für einen schlechten Scherz. Dann folgt jedoch eine Einladung in die virtuelle Welt von Soul Beach, einem idyllischen Strandparadies, wo ihre Schwester Megan seit ihrer Ermordung festsitzt. Unter www.soulbeach.org entdeckt Alice eine völlig neue Welt abseits der Realität, die sie mehr und mehr in ihren Bann zieht. Doch wer steckt hinter Soul Beach und warum herrschen hier solch strenge Regeln? Warum wird der Strand nur von Jungen und Schönen bewohnt? Und warum sind sie alle tot? Wer hat Megan umgebracht? Und könnte Alice das nächste Opfer sein? (Text- und Bildquelle: Loewe Verlag)


Heute wurde die Herbst-Neuerscheinungen des Loewe Verlags veröffentlicht. Eine stach daraus ganz besonders hervor. "Soul Beach: Frostiges Paradies" ist der Start einer neuen Trilogie und auf alle Fälle einen zweiten Blick wert. Ist es ein Thriller? Ist es ein Fantasybuch? Der Klappentext klingt sehr gut, anders und gruselig-spannend. Besonders spricht mit die Schwesternthematik an. Außerdem brennt sich die coole Farbe regelrecht in die Augen.


Dazu präsentiert der Verlag noch den brandneuen Trailer. Schaut selbst: 





Mal wieder habe ich angebissen. Ab auf die Wunschliste damit. Und ihr? Interessiert euch diese Buch? Werdet ihr es lesen?

Dienstag, 14. Mai 2013

Rezension zu "Partials 1: Aufbruch" von Dan Wells



Verlag: ivi (März 2013)
Originaltitel: Partials
Übersetzer: Jürgen Langowski
Reihe: Band 1/3, ab ca. 14 J.
Ausführung: Hardcover/SU, 512 S.
ISBN: 978-3492702775
16,99 € [D]

Genre: Dystopie

© Cover- und Zitatrechte: ivi by Piper Verlag


Das Thema
Im Jahre 2076 sind 99,9 Prozent der Bevölkerung ausgerottet. Die restlichen Menschen haben sich nach Long Island zurückgezogen und sich abgeschottet, da Manhattan von den Partials beherrscht wird. Die Partials, künstliche Soldaten, den Menschen in Kraft und Taktik überlegen, wurden nur geschaffen, um die Menschen in einem großen Krieg zu unterstützen. Danach lehnten sie sich aber auf, griffen die Bevölkerung an und infizierte sie mit dem RM-Virus. Seitdem überlebt jedes neugeborene Kind nur maximal 3 Tage. Wenn kein Mittel gefunden wird, um das RM-Virus zu bekämpfen, stirbt die Menschheit bald komplett aus.
In diesem Chaos leben Kira, eine medizinische Angestellte, und ihre Freunde. Der Senat, der die Regierung von Long Island bildet, will mit dem Zukunftsgesetz zum Schutz der Menschheit bestimmen, dass schon 16-jähre Mädchen jedes Jahr ein Kind zur Welt bringen müssen, um irgendwann ein Heilmittel gegen das Virus zu finden. Doch es gibt auch Gegenstimmen und die Bevölkerung steht am Rande einer Revolution. Kira erkennt, dass es nur weitergehen kann, wenn sie einen Wirkstoff gegen das RM-Virus findet. Doch für ihre Forschungen muss sie nach Manhattan - zu den Partials.

Die Rezension

Künstlich geschaffene Menschen, bzw. Soldaten, die sich gegen die Bevölkerung auflehnen? Das kommt dem erfahrenen Dystopieleser doch sehr bekannt vor. Gerade im Young Adult-Genre sind Assoziationen zu anderen Büchern unumgänglich. Täuschen lassen sollte man sich allerdings nicht. "Aufbruch" kann man nicht mit bekannten Büchern vergleichen. Die Geschichte geht in eine andere Richtung. Dan Wells setzt hier nicht, wie man genretypisch erwarten könnte, auf Romantik und Tragik, sondern auf Forschung, Action und ein tolles Setting. Leser könnten hier einige Überraschungen erleben.

So geht's los: Das neugeborene Mädchen 485GA18M starb am 30. Juni 2076 um 6.07 Uhr morgens. Es war drei Tage alt. Seit dem Zusammenbruch betrug die durchschnittliche Lebenserwartung eines menschlichen Säuglings sechsundfünfzig Stunden. Man gab ihnen nicht einmal mehr Namen. - S. 9

Wow! Ein echter Gänsehautstart. Alleine die Vorstellung ist sehr gruselig und kaum zu ertragen, die Situation der Menschen in diesem Roman scheint ausweglos. Nach diesem Start hat man sofort angebissen. Fragen über die Partials stehen im Raum und verlangen nach Antworten. Und immer wieder giert man nach einer Lösung für das Problem der Sterblichkeit bei Säuglingen. Umso mehr wundert es, dass sich die erste Hälfte des Romans dann doch etwas zäh gestaltet. Man wird mit vielen Namen konfrontiert, einen Partial (um die geht es ja schließlich) bekommt man fast 200 Seiten lang nicht zu Gesicht und alle Charaktere überschlagen sich nicht gerade mit Emotionen. Dafür lernt man Kira und das Umfeld, mit dem sie interagiert, recht gut kennen. Es wird zwar nie langweilig, aber ja, der Aufbruch benötigt schon einen gewissen Lesebiss. Dranbleiben lohnt sich aber! Die zweite Hälfte des Buches führt den Wow-Effekt vom Anfang fort.

Kira ist eine taffe Hauptprotagonistin. Ihr Durchsetzungsvermögen und das Festhalten an ihrem Ziel, trotz tödlichen Gefahren, gefallen sehr gut. Insgesamt fällt auf, dass man die Protagonisten beim Lesen wie aus der Ferne betrachtet. Sie drücken zwar Emotionen aus, haben Angst, weinen, empfinden Freude, Mitleid, usw., eine direkte Beziehung zu ihnen fehlt. Wenn man sich an diesen Stil gewöhnt hat, erscheint er aber nicht mehr als Schwäche.
Wer viele Jugenddystopien liest, erwartet natürlich die Integrierung einer Lovestory. Hier hält sich Dan Wells (noch) sehr zurück. Kira hat zwar eine Beziehung mit Marcus, mit dem man aber nicht recht warm wird. Andere Möglichkeiten für Kira - es gibt mindestens zwei - malt man sich aus, hofft vielleicht sogar darauf, doch auch hier setzt der Autor (noch?) nicht an. Dieser Trilogieauftakt ist also eher unromantischer Natur.

Zum Pageturner wird das Buch, sobald dann tatsächlich die Partials ins Spiel kommen. Man wird mit Gefühlen konfrontiert, die man zuvor von der Story gar nicht erwartet hätte. Das wundervolle Setting, vor der zerstörten Kulisse von New York City, passt sehr gut zur spannenden Handlung. Es gibt mehrere Ortswechsel und Wendungen, an die man nicht mal im Traum gedacht hätte. Der Storyaufbau und -verlauf erinnert sehr an einen epischen Roman, der bis ins kleinste Detail durchdacht ist. Insgesamt ist das Buch durch und durch handlungsorientiert. Es gibt ein Ziel, bzw. Zwischenziele, und die Charaktere machen sich auf den Weg, um zur angestrebten Lösung zu gelangen.
"Aufbruch" enthält am Ende eine Zwischenlösung, die gut gewählt ist, und dem Buch einen gewissen Abschluss gibt. Doch nach den 500 Seiten ist man definitiv auf dem Geschmack gekommen und in Aufbruchstimmung für Band 2.

Das persönliche Fazit
Dieses Buch geht seinen eigenen Weg. Wer meint, dass er hier eine Story serviert bekommt, die ähnlich bereits veröffentlichten YA-Dystopien ist, der irrt sich. "Partials 1: Aufbruch" hatte mich erst ab der zweiten Buchhälfte auf seiner Seite. Dann aber komplett. Trotz etwas emotionslosen Charakteren hat das Buch eine tolle Story mit viel Spannung und interessanten Ideen. Sogar die medizinischen Parts, zur Erforschung des RM-Virus, waren plausibel und gut zu lesen. Vollkommen überrascht wurde ich dann von einer Wendung, die ich nicht einmal in Erwägung gezogen hatte. Wer gerne aufwändige und durchdachte Dystopien liest, kann direkt zu seinem bevorzugten Buchhändler aufbrechen. "Aufbruch" wartet! 4 Sterne.

Aufmachung: 4 / 5
Handlung: 4 / 5
Charaktere: 3,5 / 5
Lesespaß: 4 / 5
Preis/Leistung: 4 / 5

© Damaris Metzger, damarisliest.de



Reiheninfo Partials-Trilogie:

Band 1 - "Aufbruch"
Band 2 - "Fragmente"
Band 3 - "Ruinen"

Freitag, 10. Mai 2013

Review zu "Dein Blick so kalt" von Inge Löhnig



Arena (Januar 2013),
Klappenbroschur, 368 Seiten,
12,99 € [D]


Das Praktikum in einer Werbeagentur war Lous großer Traum. Doch der entpuppt sich schon bald als Albtraum: Lous Mitpraktikantin ist eine Oberzicke, ihr Chef ein Grabscher. Dennoch gibt Lou nicht auf, auch nicht, als sie eines Tages eine unheimliche E-Mail erhält. Jemand will sie fertig machen, soviel steht für sie fest. Jemand, der nicht davor zurückschreckt, ihr die Bestattungsanzeige eines ermordeten Mädchens zu schicken. Mehr und mehr hat Lou das Gefühl, beobachtet zu werden. Doch außer Lysander, dem süßen Typen, den sie beim Grillen an der Isar kennenlernt, nimmt niemand ihre Angst ernst. Bis Lou eines Tages verschwindet. (Text- und Bildquelle: Arena Verlag)


Meine Meinung
Über neue Jugendthriller des Arena Verlags freue ich mich immer sehr. Das Böse hat seine guten Seiten, wie der Verlag so schön wirbt. Bei den Arena Thrillern trifft dieser Slogan komplett ins Schwarze. Die Jugendthriller sind einfach besonders gut. Mit den X-Thrillern wird, was Spannung, Umfang und Anspruch betrifft, nochmals etwas nachgelegt. Damit sprechen die X-Thriller ein etwas älteres Zielpublikum an. Wer gerne Jugendthriller liest, ist hier also bestens bedient. Dennoch gehört "Dein Blick so kalt" für mich zu den seichteren Vertretern der Reihe X-Thriller, vor allem, was die Spannung betrifft. Die Bezeichnung Krimi würde hier wohl besser passen.

Im ersten Drittel lernt man die Hauptprotagonistin Lou sehr gut kennen. Die Geschichte wird im personalen Erzählstil, meist aus der Sicht von Lou, erzählt. Nur selten sind kurze Kapitel aus der Sicht des Mörders eingeschoben, die sein Wesen und seine vorangegangene Tat näher beleuchten.
Man weiß ab Beginn, dass in München ein Mord passiert ist, und das ist ein weiterer Grund, warum sich Lous Eltern so vehement gegen ein Praktikum ihrer Tochter dort stäuben. Trotzdem geht es anfangs vor allem um Lous Teenager-Probleme, mit vielen Diskussionen und Auseinandersetzungen, zu Hause. Dabei ist Lou mitunter sehr bockig und unehrlich ihren Eltern gegenüber. Sie ist sehr offensiv und möchte immer ihren Willen durchsetzen. Jugendliche werden sich in dieser Lebensphase sicher wiederfinden, auf erwachsene Leser wirkt Lous Verhalten teils nervig.

Die Spannung steigt etwas, als Lou in München ankommt und ihr Praktikum beginnt. Der grabschende Chef und die oberzickige Mitpraktikantin sind sehr gut dargestellt, genau wie Lous taffe Reaktionen auf die beiden. Mit unheimlichen Vorkommnissen streut die Autorin gekonnt verschiedene Hinweise auf mögliche Täter. Man ist sich nicht sicher, wer als Mörder in Frage kommt, da hier mehrere Möglichkeiten zur Auswahl stehen. Ausschließen kann man keine der genannten Personen.
Die Lovestory, die sich zwischen Lou und Lysander (toller Name!) anbahnt, hält sich dezent im Hintergrund, ist aber wichtig für den Verlauf der Geschichte.

Nach einem Vorfall in der Webeagentur, Lous Chef betreffend, bricht dieser Handlungsstrang beinahe abrupt ab. Warum erfährt man nicht, wie es mit Lous grabschendem Chef weitergeht? Nachdem Lou ihre Konsequenzen aus der Sache gezogen hat, ist von ihm und der zickigen Mitpraktikantin plötzlich keine Rede mehr. Gerade dieser Storyverlauf wäre für mich sehr interessant gewesen.
Lous taffes Wesen kommt ihr vor allem zugute, als sie vom Mörder entführt wird. Denn das Mädchen verhält sich absolut nicht so, wie es von ihm gewünscht und erwartet wird. Leider hielt sich die Spannung auch im letzten Buchdrittel, wenn es richtig zu Sache geht, nur im unteren Bereich. Sehr schade fand ich, dass Lou und ihr Entführer immer getrennt voneinander agieren. Selbst im Versteck wird Lou nur von außen beobachtet. Beide werden nie direkt miteinander konfrontiert, es scheint als koche jeder sein eigenes Süppchen.
Auch dieser X-Thriller ein jugendgerechtes Ende und eine abgeschlossene Handlung.

Fazit
"Dein Blick so kalt" ist ein ansprechend geschriebener X-Thriller, der vor der toller Kulisse Münchens spielt. Alle Personen sind glaubhaft, die Geschichte sehr geradlinig. Trotzdem vermisste ich hier etwas die bei einem X-Thriller obligatorische Spannung und die Fortführung eines für mich total interessanten Handlungsstrangs, weshalb dieser Jugendthiller zu den schwächeren seines Genre zählt. Darum würde ich persönlich den Roman eher als Krimi bezeichnen und ihn in die Sparte Arena Thriller, für jüngere Leser, einordnen. Gewohnt schnell und gut zu lesen, ist der Roman für jüngere Krimileser empfehlenswert.

© Damaris Metzger, damarisliest.de

Montag, 6. Mai 2013

Buchzugänge vs. Buchabgänge im April 2013

Nicht wundern, nicht lachen. Ich, die monatlich im Durchschnitt 7-15 Buchzugänge meldet, hatte im April tatsächlich nur 4 (!) Neuzugänge. Das ist vor allem meinem eisernen Willen zu verdanken und dem Vorsatz, meinen SuB zu reduzieren. Er stieg zwischenzeitlich auf ca. 55 Bücher, und jetzt bin ich wieder unter 50. So soll es auch weitergehen.

Meine Buchzugänge von April 2013 - 4 Bücher:




Firelight: Flammende Träne stand ganz weit oben auf meiner Wunschliste. Als es dann beim Tauschticket angeboten wurde, musste ich es einfach anfordern. Ich habe es auch schon gelesen und fand es, wie auch schon den Vorgängerband, wieder super. Das verbotene Eden: Logan und Gwen kommt auch vom Tauschticket. Es liegt noch auf meinem SuB. Hoffentlich nicht mehr lange, Teil 1 war nämlich richtig gut. Über ein Mädchen habe ich bereits gelesen und rezensiert, ebenso Bitterzart. Letzteres habe ich sofort nach dem Lesen abgegeben, weswegen ich es für das Neuzugängefoto nicht mehr da hatte und einfach das Cover ins Bild eingefügt habe. 


Buchabgänge - Gelesen habe ich im April 9 Bücher:





Rezensionen, Reviews und High Fives gibt es zu

... also habe ich tatsächlich zu allen Büchern im April etwas geschrieben (und wenn es nur ein Kurzspot auf FB war.). Meine persönlichen Highlights waren Firelight 2 und Artikel 5. Auch Über ein Mädchen ist große Klasse. Rush of Love 1 habe ich in einer Mini-Leserunde gelesen und hatte viel Spaß und einen schönen Austausch darüber. Es ist zwar ganz typische New Adult-Literatur, dafür leicht, schnell und zwischendurchkribbelig zu lesen. Bitterzart hat meine Erwartungen leider nicht erfüllt und war für mich nur durchschnittliches Mittelmaß. 


Freitag, 3. Mai 2013

Rezension zu "Über ein Mädchen" von Joanne Horniman



Verlag: Carlsen (April 2013)
Originaltitel: About a Girl
Übersetzer: Brigitte Jakobeit
Reihe: - , ab ca. 14-17 J.
Ausführung: Hardcover/SU, 224 S.
ISBN: 978-3551582713
15,90 € [D]

Genre: Jugendbuch

© Cover- und Zitatrechte: Carlsen Verlag


Das Thema
Anna ist mit 19 Jahren von zu Hause ausgezogen, weil sie wegen diverser Persönlichkeitsprobleme auf eigenen Füßen stehen will. Nun lebt sie, ein paar Stunden von ihrem ehemaligen Zuhause entfernt,  in Lismore/Australien. Dort arbeitet sie in einer Buchhandlung und hat sich eine eigene Wohnung gemietet. 
Doch Anna findet kaum Anschluss und verbringt ihre freie Zeit meist allein. Auf einem kleinen Konzert sieht sie die quirlige Sängerin Flynn und ist sofort fasziniert von ihr. Durch Zufall begegnen sie sich wieder, schließen Freundschaft und Anna verliebt sich Hals über Kopf in Flynn. Auch bei Flynn funkt es - irgendwie. Für Anna bedeutet Flynn alles, trotzdem stöbert sie unerlaubt in Flynns Vergangenheit. So nah sich die beiden einander fühlen, so fremd sind sie sich manchmal. In der recht frischen Beziehung gibt es nicht nur rosarote Verliebtheitsgefühle, sondern auch Ängste, Misstrauen und Unsicherheiten.

Die Rezension

Der Anfang: Heute Morgen bin ich aufgewacht und musste an sie denken. 

Nimmt man den wunderschön gestalteten Roman "Über ein Mädchen" zu Hand, ist einem mit einem Blick klar; das ist ein Mädchenbuch! Vintagestyle, pastellenes Rosa, Teekanne und Rosenmotiv, ja, eindeutig ein Mädchenbuch. Sogar die auf dem inneren Einband aufgedruckten Teeflecken, passen zur Geschichte und fügen sich harmonisch ins Gestaltungsbild.
Aber wo bitte steht, dass es in der Geschichte um eine Liebesbeziehung zwischen zwei Mädchen geht? Nirgends. Flynn könnte auch ein Jungenname sein, und lt. (hinterem und innerem) Klappentext ist nicht ersichtlich, dass dem Roman eine lesbische Liebesgeschichte zugrunde liegt. Wahrscheinlich hat sich der Verlag hier absichtlich bedeckt gehalten und möchte Leser des Buches überraschen. Die Überraschung ist gelungen. "Über ein Mädchen" ist zauberhaft erzählt, konfliktbelastet und wunderschön zugleich.

Denn man kann sich entscheiden, ob man sich verlieben will. Doch sobald man das getan hat und mittendrin steckt, kommt man nicht mehr heraus. Es gibt keinen Weg zurück. - S. 197

Joanne Horniman hat ihre Geschichte in drei Teile gegliedert. Im ersten Teil erfährt man, wie und wo Anna lebt (aber nicht warum), wie in etwa ihr Alltag aussieht und wie sie Flynn kennenlernt. Im Mittelteil erzählt Anna von früher und warum sie alleine nach Lismore gezogen ist. Personen, deren Namen anfangs zum Beispiel nur erwähnt wurden, werden hier in die Geschichte integriert und man lernt Anna, und auch ihr Umfeld, sehr gut kennen. Im dritten und letzten Buchteil konzentriert sich die Geschichte wieder auf die Beziehung zwischen Anna und Flynn.
Obwohl Anna die Ich-Erzählerin der Geschichte ist, lernt man auch Flynn sehr gut kennen. Beide Mädchen habe eine vorbelastete Vergangenheit, beide sind gewiss keine einfachen Charaktere. Flynn ist sehr besonders. Unbeständig, sonderbar und doch anhänglich. Anna sehnt sich nach einem echten Zuhause mit Beständigkeit und Liebe - mit Flynn. Durch die drei Romanteile ergibt sich am Ende ein rundes Gesamtbild von Annas Situation. Dieser Stil ist perfekt gewählt.

"Über ein Mädchen" ist ein sehr ruhiger Roman. Die Stimmung ist oft schwer, wirkt nachdenklich-bedrückt, dann wiederum auch leicht, fröhlich uns ausgelassen. Erfreulich ist, dass Probleme und Charakterschwächen offen thematisiert und angesprochen werden. Neben den vielen philosophischen Parts enthält die Geschichte sogar Anflüge von Humor.

Er lehnte sich mit der Schulter an das Regal und musterte mich aufmerksam. Er signalisierte mir deutlich, dass er mich attraktiv fand. Wenn ich gewollt hätte, wenn ich anders veranlagt gewesen wäre, hätte ich bestimmt zurückflirten können [...]. Absurderweise hätte ich gern gesagt: "Ich möchte deine Schwester kennenlernen." - S. 58

Jugendbücher dieser Art gibt es nicht viele. Vor allem die Beziehung zweier Mädchen wird ihn Büchern nicht häufig so gefühlvoll thematisiert. Oft wird sie nur erwähnt oder angeschnitten. Dabei verfolgt die Geschichte gar keinen besonderen Zweck. Sie will nicht belehren und sicher keine Toleranz schaffen. "Über ein Mädchen" passiert einfach. Selten fühlt man sich authentischer in die Situation von Anna und Flynn versetzt. Manch unverständliches Verhalten der Mädchen ist dennoch nachvollziehbar. Denn so ist das Leben.

Das persönliche Fazit
Nicht nur optisch traf "Über ein Mädchen" meinen Geschmack. Die Geschichte hatte mich sofort durch ihre Brisanz und ihre gefühlvolle Art. Der ruhige und teils philosophische Erzählstil ist nicht frei von Kummer und Tragik, brilliert aber gleichzeitig durch gewaltige Authentizität. Der Roman ist mit etwa 220 Seiten recht kurz, dafür umso bedeutungsvoller. Nicht einfach, doch wunderschön. Unzweifelhaft ein Glanzstück. 5 Sterne!
Handlung: 5 / 5
Charaktere: 4,5 / 5
Lesespaß: 4,5 / 5
Preis/Leistung: 4 / 5

© Damaris Metzger, damarisliest.de