Dienstag, 30. April 2013

Auslosung zu "Blogger schenken Lesefreude"



Endlich ist es so weit. Eine Woche hatten interessierte Leser hier Zeit an meinem Gewinnspiel zum Welttag des Buches, bzw. der Aktion "Blogger schenken Lesefreude", teilzunehmen. Die zwei Jugendbücher "Dylan & Gray" und "Pretty clever" waren bei Damaris liest. im Lostopf. 
Ganze 202 gültige Teilnehmer wollten entweder für das eine oder das andere oder auch für beide Bücher in die Verlosung.


Ganz fair habe ich mit Random.org zwei Mal ausgelost und konnte die GewinnerInnen anhand des eintreffenden Gewinnspielformulars ermitteln (Danke, an mein schlaues Mailprogramm, das alle Mails mit Nummern in Reihenfolge versehen hat!)


Die Gewinner sind ...



Gewinnspielformular, bzw. Mail, Nr. 151 und Nr. 1




Daniela Möhrke - gewinnt ihren Wunsch "Pretty clever"

Julia Wagner - gewinnt ihre erste Wahl "Dylan & Gray"


Herzlichen Glückwunsch an die beiden Gewinnerinnen, ihr bekommt von mir noch Nachricht per Mail. 


Allen anderen, und ganz besonders den den Organisatorinnen Christina und Dagmar, danke ich für die Teilnahme an dieser tollen Aktion!

Sonntag, 28. April 2013

Rezension zu "Bitterzart" von Gabrielle Zevin



Verlag: Fischer FJB (April 2013)
Originaltitel: All these things I've done
Übersetzer: Andrea Fischer
Reihe: Band 1/?, ab ca. 12-16 Jahren
Ausführung: Hardcover/SU, 544 S.
ISBN: 978-3841421302
16,99 € [D]

Genre: Dystopie

© Cover- und Zitatrechte: Fischer FJB Verlag


Das Thema
Im Amerika von 2083 herrscht ständige Güterknappheit. Schokolade und Kaffee sind illegal. Anya Balanchine lebt mit ihren zwei Geschwistern in New York. Ihre Eltern sind tot und ihre Großmutter, die die Kinder erzieht, ist schwer krank. Anya muss sich darum nicht nur um ihre Geschwister kümmern, die Balanchine-Familie beherrscht auch noch den illegalen Schokoladenhandel der Stadt.
Als Anya und Win sich kennen- und lieben lernen wird Anyas Leben noch komplizierter. Denn Wins Vater ist der angehende Oberstaatsanwalt der Stadt und duldet keine Beziehung von seinem Sohn zu einem Mafia-Mitglied. Anyas Hintergrund und Familiengeschichte ist aber nun mal illegal. Jetzt wird sie vor die Wahl gestellt um ihre Liebe zu kämpfen oder die Beziehung zu Win wegen seinem Vater zu beenden.

Die Rezension

Der Anfang: Am Abend bevor ich in die elfte Klasse kam - ich war so gerade sechzehn -, sagte Gable Arsley, er wolle mit mir schlafen.

Jugendbücher mit Mafialovestory sind spannend und so anziehend wie dunkle Ecken für besagte Mafia-Gangster. Gabrielle Zevin hat bei "Bitterzart" eine solche Mafialovestory in eine dystopische Zukunftsvision gepackt. Natürlich baut auch sie auf das bekannte Element einer diktatorischen Führung und Restriktionen, welche die Bürger in ihrer Lebensfreiheit einschränken. Neu ist allerdings, Dinge wie Schokolade oder auch Kaffee zu verbieten, gerade weil für die meisten Leser solche "Kleinigkeiten" aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken sind. Die Ansätze von "Bitterzart" sind somit gut, die Umsetzung leider so zart, dass der Roman sich nur in die Schlange der mittelmäßigen Dystopien einreihen darf.

Die Sprache des Romans ist sehr besonders gewählt. Anya, die Ich-Erzählerin, erzählt ihre Geschichte sehr einfach und persönlich. Dabei spricht sie den Leser teilweise auch direkt an oder bezieht ihn mit ein (Was kann ich sonst noch erzählen? Ach ja, ... - S. 486 oder Ich möchte nicht mit Details langweilen. - S. 489). So wirkt das Ganze, als würde Anya ihrem Tagebuch die Geschichte erzählen. Dieser Eindruck wird dadurch unterstützt, dass die Geschichte recht wenig auf aktive Kommunikation gegründet ist, dafür umso mehr erzählt wird, was gerade geschieht (z.B. Ich sagte, dass ich nun zur Schule müsste. - S. 250, statt "Ich muss jetzt in die Schule.").
Beschreibungen sind im Allgemeinen detailliert. Es fällt aber auf, dass die Erzählung zuweilen Sprünge macht oder sehr schnell abgehandelt wird. Hier vor allem, wenn es um das Thema Sex geht.
Auch der Umgangston ist locker. Das Wort "eh" findet man ständig. Gewöhnungsbedürftig, aber es ist eh davon auszugehen, dass man sich in die Besonderheiten der gewählten Sprache schnell einliest und den Unterschied eh nur unterschwellig bemerken wird.

Mein echter Daddy hatte immer gesagt, wenn man nicht so manches ignoriert, kämpft man sein ganzes Leben lang gegen Kleinigkeiten. - S. 13

Anya, als erzählende Hauptprotagonistin, ist eine große Schwachstelle des Romans. Im Laufe der Handlung wird sie immer unentschiedener und wankelmütiger. Dabei spielt es keine Rolle, ob sie Entscheidungen in Bezug auf die Mafia-Familie treffen muss oder ob es um ihren Freund Win geht. Zu Letzterem ist sie teils so unfreundlich, verbunden mit einem andauernden Auf und Ab, das es tatsächlich sehr nervt. Vor allem ihre ständig Konfliktsituation in Bezug auf das Thema Sex (oder Nicht-Sex) als gläubige Katholikin wird zu breitgetreten. Mit der Summe der genannten Gründe wird es immer schwieriger, einen Bezug zu Anya herzustellen. Ist man anfangs noch sehr an ihrem Leben und den Hintergründen interessiert, werden später Details immer uninteressanter. Das Leben in New York mit Mafia-Hintergrund, sowie Wins Vater, der leitende Staatsanwalt, werden als sehr zwielichtig und gefährlich beschrieben. Aber selbst das nimmt man der Geschichte (bis auf ein bis zwei Situationen) mit der Zeit nicht mehr so richtig ab.
Und auch Win, Anyas Darf-nicht-sein-Freund, ist viel zu blass gezeichnet und taucht in der Geschichte zu wenig auf, um ausreichend präsent zu sein. Er hat kaum einen markanten Erinnerungswert und wirkt nahezu beliebig austauschbar.

Zugutehalten muss man dem wunderschön gestalteten Roman, dass sich die knapp 550 Seiten mühelos-rasch und auch längenfrei lesen lassen. Zwar plätschert die Story ab und an etwas vor sich hin, uninteressant ist sie jedoch nie. Auch die immer wiederkehrenden Lebensweisheiten, die Anyas Vater ihr hinterlassen hat, sind sehr besonders und gefallen gut. An das Ende könnte man direkt die Fortsetzung der Serie anschließen, die noch 2013 unter dem Titel "Edelherb" erscheinen wird.

Das persönliche Fazit
"Bitterzart" ist tatsächlich Geschmacksache. Und so ist es für mich eine schon fast bittere Tatsache, dass die Geschichte und ich nur zarte Bande knüpfen konnten. Das Buch hat sehr interessante Ansätze, die Umsetzung wir vor allem durch die Charaktere Anya und Win geschwächt. Auch der Mafia-Touch konnte mich nicht komplett überzeugen. Obwohl ich mit dem Buch längenfreie Schmökerstunden hatte, sehe ich es nur im mittleren Durchschnitt unten den vielen Dystopien auf dem Markt. Ob "Bitterzart" oder bald "Edelherb", ich bevorzuge vor allem Vollmilch-Nuss. Darum reicht es hier nur für zart-durchschnittliche 3 Sterne.
Handlung: 3,0 / 5
Charaktere: 2,5 / 5
Lesespaß: 3,5 / 5
Preis/Leistung: 3,5 / 5

© Damaris Metzger, damarisliest.de

Dienstag, 23. April 2013

Blogger schenken Lesefreude! - Meine Verlosung zum Welttag des Buches



Heute, am 23. April, ist der Welttag des Buches. Dazu haben sich Christina - von Pudelmützes Bücherwelten - und Dagmar - die GeschichtenAgentin - eine super Aktion ausgedacht. BLOGGER SCHENKEN LESEFREUDE ( -> hier geht's zur Facebook-Seite der Aktion). Als die Einladung vor ein paar Monaten erfolgte, konnte sicher niemand ahnen, dass sich über 1000 (!) Blogs dort anmelden, die alle zum Welttag des Buches ein Buch/Bücher verschenken wollen. Auch ich bin dabei und verlose heute zwei Jugendbücher. 





Ich habe mich für die Bücher "Dylan & Gray" sowie "Pretty clever" entschieden. Eine liebenswerte, leicht crazy Lovestory und eine moderne Robin Hood Highschool-Geschichte. Damit ihr euch von beiden Büchern einen ersten Eindruck verschaffen könnt, gibt es hier für euch die Buchbeschreibungen:


Gray ist ein cooler Typ. Er läuft nur mit seinem iPod rum und interessiert sich nicht sonderlich für das, was um ihn herum passiert. Dylan ist das pure Gegenteil: Sie sprüht vor Energie, steckt voller Ideen und will aus jedem Tag etwas Besonderes machen. Die beiden könnten unterschiedlicher nicht sein – und doch bemerken sie einander, lernen sich kennen, freunden sich an und verlieben sich schließlich ineinander. Doch irgendwann ist der Sommer zu Ende und den beiden ist klar, dass sich ihre trennen werden. Zeit zu erkennen, wie leicht es ist, sich zu verlieben - und wie viel schwerer es sein kann, sich wiederzufinden, wenn man sich einmal verloren hat. (Text- und Bildquelle: Bastei Lübbe)


Was würdest du tun, wenn deine reichen neuen Freundinnen die ärmeren Mädchen an deiner Schule schikanieren? Würdest du tatenlos dabei zusehen - oder würdest du für Gerechtigkeit sorgen?
Willa wäre nicht Willa, wenn sie die Ungerechtigkeit, die an der Highschool von Paradise Valley herrscht, einfach so hinnehmen würde. Entschlossen tritt sie in die Fußstapfen von Robin Hood. Doch Willas aufregendes Doppelleben findet schneller, als es ihr lieb ist, ein böses Ende. Und ausgerechnet der arrogante Aidan scheint der Einzige zu sein, der ihr helfen kann, aus all dem Schlamassel wieder heil herauszukommen ... (Text- und Bildquelle: Loewe Verlag)



Wollt ihr eines der beiden Bücher gewinnen? Dann füllt einfach das folgende Gewinnspielformular aus - Betreff: Welttag des Buches. Ihr könnt euch für beide Bücher bewerben. Schreibt mir dazu, welches Buch ihr bevorzugt gewinnen möchtet und welches an zweiter Stelle steht. Dann habt ihr auf jeden Fall die Chance auf eines der beiden Gewinnbücher. Ich lose zwei Mal aus. 


Gewinnspielformular (abgelaufen)


Für die Auslosung gibt es einen extra Beitrag, hier bei Damaris liest.. Die Gewinner werden von mir, nach Beendigung des Gewinnspiels, auch per E-Mail benachrichtigt und im Verlosungsbeitrag genannt. Es folgt jeweils eine Verlinkung zur Damaris liest. Facebook-Seite.


Viel Spaß am Welttag des Buches,
und viel Glück allen Teilnehmern! 


Das Kleingedruckte: Jeder kann mitmachen. Wenn ihr unter 18 Jahre alt seid, benötigt ihr für die Teilnahme das Einverständnis eurer Eltern. Jeder darf nur einmal teilnehmen und erhält dafür 1 Los. Gewinne werden nur innerhalb der EU und in die Schweiz versandt. E-Mail Adressen werden sofort nach Beendigung gelöscht. Reine Gewinnspielblogs sind von der Teilnahme ausgeschlossen. Die Auslosung erfolgt über Random.org. Teilnahmeschluss ist Montag, der 29.04.2013. Die Auslosung erfolgt am 30.04.2013.


Montag, 22. April 2013

High Five - 5 Sätze/5 Adjektive zu "Eine wie Alaska" von John Green



dtv - Reihe Hanser (Juni 2009),
Taschenbuch, 300 Seiten,
8,95 € [D]


Miles hat die Schule gewechselt. Auf dem Internat verknallt er sich in die schöne Alaska. Sie ist das Zentrum ihres Sonnensystems, der magische Anziehungspunkt des Internats. Wer um sie kreist, ist glücklich und verletzlich gleichermaßen, euphorisch und immer nah am Schulverweis. Alaska mag Lyrik, nächtliche Diskussionen über philosophische Absurditäten, heimliche Glimmstängel im Wald und die echte wahre Liebe. Miles ist fasziniert und überfordert zugleich. Dass hinter dieser verrückten, aufgekratzten Schale etwas Weiches und Verletzliches steckt, ist offensichtlich. Wer ist Alaska wirklich?

Mit Anmut und Humor, voller Selbstironie und sehr charmant erzählt Green die zu Tränen rührende Geschichte von Miles, in dessen Leben die Liebe wie eine Bombe einschlägt. (Text-, Bild- und Zitatquelle: Deutscher Taschenbuch Verlag)


Und in der Beinaheheit der Situation merkte ich, wie sehr ich sie mochte. Ich wusste nicht, ob sie ein guter Mensch war, und ich zweifelte, ob ich ihr trauen konnte, doch ich mochte sie, zumindest so sehr, dass ich ihr auf den Grund gehen wollte. - S. 105


5 zusammenfassende Sätze/Punkte zum Buch

  1. Meine Erwartungen an "Eine wie Alaska" waren sehr hoch. Im Nachhinein vielleicht zu hoch. Ich erwartete von diesem John Green-Debüt kein Wunderwerk à la "Das Schicksal ist ein mieser Verräter", doch ich hatte von Green auch noch "Will & Will" sowie seine Kurzgeschichte in "Tage wie diese" gelesen und der Autor überzeugte mich bis dato einfach komplett.
  2. Im Grunde ist "Eine wie Alaska" eine Highschool-Story. Leicht nerdig, liebenswert verdreht, philosophisch und unverkennbar mit John Greens Handschrift ausgestattet. Man begleitet Miles durch seinen Schulalltag mit Höhen, Tiefen und vielen, vielen Fragen (auch Antworten!), die das Leben so mit sich bringt.
  3. Miles, der Hauptcharakter des Buches, hatte mich sofort für sich eingenommen. Ich mochte seine ruhige, teils lustige und leicht sarkastische Art. Schon als er auf den ersten Seiten über sein Leben zu Hause erzählte, stahl sich ein dickes Grinsen auf mein Gesicht. Er ist ohne Frage der sympathischste Charakter der Story. Gerade mit all seinen Schwächen und Unsicherheiten. Dagegen wirken seine engsten Schulfreunde und Nebencharaktere leicht blass, anders als ich das bisher von Greens Büchern gewöhnt war.
  4. Der Charakter, mit dem ich leider nicht so richtig warm wurde, war Alaska. Sie ist wirklich ein komisches und launisches Mädchen, und ich hatte (wie Miles) das Gefühl, als käme ich kaum an sie ran. Darum waren einige ihrer Handlungen für mich nicht so recht nachzuvollziehen, sie blieb  mir - bis zum Schluss - zu weit weg.
  5. Auch "Eine wie Alaska" entbehrt nicht einer gewissen Tragik. Ich wusste von der Handlung nichts und zog bald meine Schlüsse - doch die waren dann komplett falsch. Dem Leser wird es hier nicht einfach gemacht. Es geht um das Reflektieren der eigenen Person, Fragen zur Liebe und deren Sinn und das Hinterfragen von Handlungen. Das Buch regt zum Nachdenken an und wäre mir, hätte ich einen besseren Zugang zu Alaska gehabt, auch sehr nahe gegangen.

5 Adjektive, die mir spontan zum Buch einfallen

komisch, echt, tragisch, philosophisch und intelligent


Zusammengefasst vom Fazitbär
"Eine wie Alaska" ist ein gutes Jugendbuch! Es hat wunderschöne Szenen, in denen man auch sofort John Greens unglaubliches Talent wiedererkennt, Dinge genau so darzustellen, wie sie sind. Der philosophische Touch ist das Sahnehäubchen. Man sollte sich vollständig darauf einlassen und wird dann sicher überrascht und erschüttert werden. Miles ist ein sehr echter und glaubhafter Charakter, alle anderen (leider auch Alaska!) waren mir einfach nicht nahe genug und teils nicht richtig fassbar. Die Idee ist super und seine Wirkung verfehlt das Buch absolut nicht. Ausprobieren!


© Damaris liest.

Freitag, 19. April 2013

AETERNUM-Blogtour - Dritte Station: Amanda, Jul und ein kurzes Interview

Seit Anfang April ist bei Knaur "Aeternum" erschienen, das neue Buch von Andrea Bottlinger. Dazu hat die Autorin eine Blogtour organisiert (alle Termine am Ende dieses Beitrags), um interessierten Lesern das Buch genauer vorzustellen. Ich freue mich ein Teil der Blogtour zu sein, denn "Aeternum" ist definitiv empfehlenswert.
Heute, bei Damaris liest. und Station 3 der Tour, bekommt ihr genauere Infos zu den beiden Hauptcharakteren Amanda und Jul. Außerdem habe ich der Autorin ein paar grundlegende Fragen zu ihrem Roman gestellt. Viel Spaß!


Berlin, Alexanderplatz: Ohne jegliche Vorwarnung stürzt der große Platz eines Tages ein - zurück bleibt ein riesiger Krater, der bis in die tiefsten Katakomben der Hauptstadt reicht. Nicht nur die Stadtoberen stehen vor einem Rätsel - auch die seit langem verfeindeten Parteien der Dämonen und Engel können sich nicht erklären, wer für den Einsturz verantwortlich sein könnte. Um das herauszufinden, werden die junge Magierin Amanda, die im Dienst eines Dämons steht, und der gefallene Engel Jul in die Katakomben geschickt. Dabei kommen die beiden sich nicht nur näher, sie entdecken auch ein Geheimnis, das die Existenz unserer Welt bedroht … (Text- und Bildquelle: Droemer Knaur Verlagsgruppe)



Okay, der Klappentext hatte ich mich sofort. Ein Urban-Fantasy Roman mit Engel- und Dämonenthematik - wunderbar! Und dazu noch der Schauplatz Berlin - das wird gelesen!
Auch in "Aeternum" sind Engel und Dämonen verfeindet, haben jedoch, um ihre Identität unter den Menschen geheim zu halten, einen wackeligen Waffenstillstand geschlossen. Ein unvorhergesehenes Ereignis, der Einsturz des Alexanderplatzes, zwingt sie zur Zusammenarbeit.
Die genauen Beziehungen der Charaktere untereinander zu beleuchten würde den Rahmen sprengen, schließlich hat "Aeternum" knapp 600 Seiten. Darum will ich mit euch heute einen kurzen Blick auf die zwei wichtigsten Personen werfen, Amanda und Jul, die beiden Hauptcharakter. Aus ihrer Sicht ist das Buch auch geschrieben. Die Autorin hat für euch zwei Steckbriefe mit den wichtigsten Merkmalen und Eigenschaften von Amanda und Jul zusammengestellt:




Mein persönlicher Eindruck der beiden Hauptcharaktere könnte nicht besser zu den Steckbriefen passen. Ich hatte genau dasselbe Bild von Amanda und Jul.
Damit ihr einen ersten Eindruck von "Aeternum" bekommt, hat mir die Autorin einige grundlegende Fragen zum Roman beantwortet:



"Aeternum" ist ein Urban-Fantasy Roman, der in Deutschland spielt. Warum hast du dich als Schauplatz für Berlin entschieden?

Wie man bei der vorhergegangenen Blogtour-Station nachlesen kann, ist das eher zufällig passiert. (http://www.fantastische-buecherwelt.de/?p=6854) Mir war es aber auf jeden Fall wichtig, eine deutsche Stadt zu nehmen. Ich wollte einen Ort, den ich mir auch ansehen konnte und der nicht schon der Schauplatz von so ziemlich jedem englischsprachigen Urban-Fantasy Roman ist. Außerdem wollte ich einen Ort, mit dem sich der eine oder andere Leser vielleicht auch richtig identifizieren kann.


In deinem Roman sind die Parteien der Engel und Dämonen verfeindet. Sind das die beiden paranormalen Hauptgruppen, um die es geht oder finden wir in "Aeternum" noch andere phantastische Wesen?

Es gibt zusätzlich auch Götter, wobei ich noch nicht verraten möchte, wie die in das Bild passen. Und Amanda selbst ist zwar menschlich, aber magisch begabt. Außerdem ist einer der Nebencharaktere ein weiblicher Geek, die ja in gewissen Kreisen auch als Fabelwesen gelten ;-)


Amanda, eine Magierin, und der gefallene Engel Jul müssen zusammenarbeiten, um den Einsturz des Alexanderplatzes in Berlin zu klären. Standen diese beiden Hauptcharaktere für dich schon immer fest oder haben sie sich komplett anders entwickelt als zuerst geplant?

Sie sind vom Charakter her immer noch so, wie ich sie anfangs erdacht hatte. Allerdings sollte Jul ganz zu Beginn mal keine Dämonen in der Kanalisation jagen, sondern als so eine Art Privatdetektiv für übernatürliche Fälle arbeiten. Aber dann ist mir aufgefallen, dass es solche Leute in der Urban-Fantasy schon recht häufig gibt. Da wollte ich nicht noch einen hinzufügen. Außerdem hat das Dämonenjagen in der Kanalisation letztendlich besser gepasst. Ich habe ihn in meinen Notizen dann immer als Kammerjäger bezeichnet. Und Amanda war mal die Protagonistin einer etwas anderen Geschichte (in der es aber den Dämon Balthasar, der sie versklavt hat, auch schon gab). Dort ist sie in Begleitung einer blutrünstigen Fee durch eine Fantasywelt gezogen.


Ist "Aeternum" ein Einzelroman oder gibt es für dich die Möglichkeit einer Fortsetzung?

Ich hätte noch Ideen für eine Fortsetzung. Mal sehen, was die Zukunft in dieser Hinsicht bringt.


Vielen Dank an Andrea Bottlinger für diese spannenden Einblicke in "Aeternum".



Seid ihr neugierig geworden? HIER könnt ihr meine Rezension zu "Aeternum" lesen. Nächste Woche geht die Blogtour bereits in die vierte Runde. Begleitet "Aeternum" noch etwas weiter und besucht auch die vorangegangenen Stationen. 


Alle Termine im Überblick

17.05. Fantasy-News

Mittwoch, 17. April 2013

Rezension zu "Artikel 5" von Kristen Simmons



Verlag: ivi by Piper (April 2013)
Originaltitel: Article 5
Übersetzer: Frauke Meier
Reihe: Band 1/3, ab ca. 16 J.
Ausführung: Klappenbroschur, 432 S.
ISBN: 978-3492702867
16,99 € [D]

Genre: Dystopie

© Cover- und Zitatrechte: ivi Verlag


Das Thema
Nach dem großen Krieg hat sich Amerika weitestgehend abgeschottet. Internationale Reisen sind verboten, und das Land wird vom Präsidenten und dem Federal Bureau of Reformation regiert. Dessen Soldaten sorgen für die Einhaltung der strengen Moralstatuten, die den Bürgern, mit dem Zweck EIN HEILES LAND, EINE HEILE FAMILIE zu schaffen, auferlegt werden. Diese Soldaten, die Moralmiliz oder MM, wie sie von den Bürgern spöttisch genannt werden, greifen mit aller Härte durch. Sehr wichtig ist dabei Artikel 5 der Moralstatuten: Als vollwertiger Staatsbürger wird nur anerkannt, wer als Kind eines verheirateten Paares auf die Welt kommt. Die MM führt in den verschiedenen Gebieten des Landes Revisionen durch, um Personen, die gegen Artikel 5 verstoßen auszusieben. So trifft es auch Ember und ihre alleinerziehende Mutter. Embers Mutter wird deportiert und Ember selbst kommt in eine Besserungs- und Resozialisierungsanstalt für Mädchen. Die Zustände dort sind schlimm und Ember beschließt zu fliehen. Hilfe bekommt sie ausgerechnet von ihrem ehemaligen Freund Chase, der mittlerweile zur Moralmiliz gehört ...

Die Rezension

Der Anfang: Beth und Ryan hielten einander an den Händen, was durchaus reichte, um eine offizielle Vorladung wegen eines Sittlichkeitsvergehens zu riskieren, aber ich sagte nichts dazu. 

Dystopien, die Genreableger der Science Fiction, sind schon lange kein Nischengenre mehr. Gerade in der Jugend- und YA-Literatur sind sie sehr beliebt und kaum mehr wegzudenken. Leider ist es für Autoren auch nicht mehr ganz einfach, ihrer Kreativität hier freien Lauf zu lassen. Viele Romane ähneln sich und erscheinen wie ein großer Topf mit Einheitsbrei. Gelesenes kommt einem mitunter sehr bekannt vor, und bei manchem Leser hat sich eine gewisse Dystopiemüdigkeit breitgemacht. Ist das bei dir der Fall, dann solltest du ganz schnell "Artikel 5" zur Hand nehmen. Du wirst begeistert sein!

Ember und Chase kennen sich schon ihr ganzes Leben und waren ein Paar, bevor Chase für das Militär eingezogen wurde. Ember vermisst ihn nach wie vor, hat sich aber mit der Situation arrangiert. Und ausgerechnet, als die Moralmilitz ihre Mutter abführt und sie selbst in ein Umerziehungslager steckt, begegnet sie ihrem ehemaligen Freund wieder. Und Chase scheint nicht mehr derselbe zu sein, wie Ember ihn in Erinnerung hat und wofür sie ihn geliebt hat.
Dass sich getrennte Pärchen nach einiger Zeit wieder begegnen, kommt in Büchern durchaus vor. Meist liegen sie sich dann wieder recht schnell in der Armen. Bei "Artikel 5" ist das nicht so. Ember und Chase scheinen beide nicht recht zu wissen, wie sie miteinander umgehen sollen. Außerdem ist Chase sehr ruhig, verletzbar und verbirgt sehr schlimme Erlebnisse beim Militär vor Ember. Natürlich wird auch hier eine erneute Annäherung forciert, aber auf eine sehr realistische, langsame und doch wunderbar romantische Art und Weise. Dazu enthält die Lovestory nicht das kleinste Bisschen Kitsch, enthält dafür etwas Tragik.

Ich hatte Chase Jennings geliebt. 
Nun dachte ich darüber nach, wie er mich ins Abseits gestellt hatte, und darüber, ob ich ihn immer noch liebte. [...] Er war unbeständig. Er regte mich auf. Er war herrisch und überbehütend und gab sich in jeder Hinsicht nebulös. Niemand machte mir mehr zu schaffen als er. - Ember, S. 274

Chase ist ein toller Charakter! Seine Beweggründe sind jederzeit verständlich und man freut sich jedes Mal, wenn er mehr von sich und seiner schmerzhaften Vergangenheit preisgibt. Er ist anfangs Ember gegenüber sehr distanziert, beschützt sie aber mit seinem Leben und stets vollem Einsatz. Das macht ihn zum Understatement-Held der Geschichte.
Ember ist eine sehr mutige Hauptprotagonistin. Sie hat aber einen leichten Touch zu nerven. Alles wird von ihr hinterfragt, auch jedes Verhalten seitens Chase. Andererseits sind viele Situationen, in die Ember gerät so schlimm und grausig, dass man ihre Art auch wieder gut nachvollziehen kann. Ember ist die Ich-Erzählerin der Geschichte. Durch einige kurze Rückblenden erfährt man Dinge aus ihrer Vergangenheit und ihrer gemeinsamen Zeit mit Chase, bevor er eingezogen wurde. Dies beleuchtet die beiden Hauptpersonen sehr gut und man fühlt sich ihnen sehr verbunden.

Wann der Krieg in "Artikel 5" war, bzw. in welcher Zeit der Roman genau spielt, weiß man nicht. Wahrscheinlich ist er in nicht allzu ferner Zukunft angesiedelt. Trotzdem erscheint die Information, die man als Leser bekommt, lückenlos. Man kann sich ein ziemlich genaues Bild machen, wie die Bürger mit der Unterdrückung durch die Moralstatuten leben müssen. Erschreckend!
Die Handlung teilt sich auf in Embers Zeit in der Resozialisierungsanstalt, ihren Erlebnissen dort und ihrer Flucht, begleitet durch Chase. Die Flucht nimmt den größten Part der Geschichte ein. Anders, als vielleicht lt. Klappentext angenommen, ist das Buch nicht sehr religiös. Vielmehr gründet sich die ganze Unterdrückung der Bevölkerung auf die Moralstatuten der Regierung. Diese beinhalten auch Religion, aber vordergründig ein "korrektes" moralisches Verhalten von jedem einzelnen Bürger.
"Artikel 5" ist eine sehr harte Jugenddystopie. Einige Szenen können erschrecken oder verstören, manche sind einfach nur gruselig. Dazu ist der Roman sehr, sehr spannend. Gerade, wenn man meint sich lesetechnisch etwas ausruhen zu können, schlittert man mit Ember und Chase in die nächste Gefahrensituation. Da der Roman komplett mitreißt, nicht nur im letzten Buchdritten, fühlt man sich am Ende auch nicht gehetzt. "Artikel 5" ist zwar der Beginn einer Trilogie, könnte aber auch als Einzelroman gelesen werden. Am Ende ist man (vorerst) mit der Situation zufrieden.

Das persönliche Fazit
Schon lange habe ich keine so atemberaubende Dystopie mehr gelesen, die mich KOMPLETT gefesselt hat, keine einzige Leselänge hatte und mich mit Ember und Chase zittern ließ. Dabei ist "Artikel 5" im Grunde eine klassische, moderne Abenteuerdystopie, geprägt durch eine lange Flucht, mit einer plausiblen und dramatisch-romantischen Lovestory, die perfekt zur Situation passt. Die Situation der Bürger auf diese furchtbaren Moralstatuten aufzubauen, fand ich sehr originell. Beide Hauptcharaktere, Ember und Chase, sind bedeutsam. Schwächen sind kaum vorhandenen, und das Buch ein echter Pageturner, der die Höchstbewertung nur haarscharf verpasst. Lesen! Jetzt! Von mir gibt es 4 moralisch korrekte Sterne.
Aufmachung: 4/5
Handlung: 5 / 5
Charaktere: 4 / 5
Lesespaß: 5 / 5
Preis/Leistung: 3,5 / 5

© Damaris Metzger, damarisliest.de



Reiheninfo Artikel 5-Trilogie:

Band 1 "Artikel 5"
Band 3 - ET 2014

Sonntag, 14. April 2013

Rezension zu "Aeternum" von Andrea Bottlinger



Verlag: Knaur TB (April 2013)
Originaltitel: -
Übersetzer: -
Reihe: -
Ausführung: Klappenbroschur, 576 S.
ISBN: 978-3426511794
12,99 € [D]

Genre: Urban-Fantasy

© Cover- und Zitatrechte: Verlagsgruppe Droemer Knaur


Das Thema
Amanda, ein Mensch mit versteckten magischen Kräften, und ihr Bruder werden bei einem Einbruch von Hausherrn, einem Dämon, überrascht. Fortan muss Amanda in die Dienste des Dämons treten, weil er sie mit dem Leben ihres Bruders erpresst.
Gleichzeitig jagt der Engel Jul in den Katakomben von Berlin niedere Dämonen, um die Menschen, die nichts von deren Existenz wissen, zu schützen. Jul hat sich eines Vergehens schuldig gemacht. Daraufhin wurden ihm seine Flügel genommen und er lebt als gefallener Engel unerkannt unter den Menschen.
Als es in Berlin zu rätselhaften Erdbeben kommt und schließlich sogar der Alexanderplatz, samt Fernsehturm, einstürzt, werden Amanda und Jul in das Loch geschickt. Sie sollen den Vertretern der Dämonen und Engeln berichten, was sich unter der Erde zugetragen hat. Zwar gibt es zwischen beiden Gruppen einen Waffenstillstand, dennoch sind Dämonen und Engel verfeindet. Auch wenn Amanda unfreiwillig im Dienst eines Dämons steht und Jul schon lange nicht mehr der Schar der Engel angehört, sind Konflikte zwischen den beiden unumgänglich. Und dabei werden sie einander immer wichtiger.

Die Rezension

Der Anfang: Noch fünfzehn Sekunden.

Endlich einmal wieder ein Urban-Fantasy Roman, der komplett aus deutscher Feder stammt. Dieses Genre ist nach wie vor sehr beliebt und bietet für Autoren reichlich Potenzial kreativ zu werden. Und da schreibt Andrea Bottlinger ausgerechnet einen Roman über Engel und Dämonen? Ja, das tut sie. Und sie drückt diesem Thema ihren ganz eigenen Stempel auf. Zudem spielt das Buch komplett in, über und unter Berlin, nicht nur unter der Erde, wie man laut Klappentext vermuten könnte. Heraus kam eine wunderbar zu lesende und sehr actionreiche Urban-Fantasy Geschichte - lesen ausdrücklich empfohlen!

Nach einem nervenaufreibenden Prolog, der Amandas Schicksal in die Fänge ihres Dämonenherrn führt, begleitet man als Leser Amanda und Jul bei ihrem Abenteuer. Dabei geht es um keine willkürliche Aufgabe, nein, es geht schon im großen Stil zur Sache. Und wenn die Autorin Zeit und Raum mal außer Kraft setzt, dann sind diese Szenen so gut, nicht abstrakt, beschrieben, dass man jederzeit folgen kann. Die Kapitel haben eine angenehme Länge und sind abwechselnd aus der Sicht (personaler Erzählstil, Präteritum) von einem der beiden Hauptprotagonisten geschrieben.

Amanda hat einen sehr sturen, oftmals etwas verstockten, Charakter. In gefährlichen Situationen reagiert sie meist zynisch und mit einem sehr bissigen Humor. Sie machte es dem Leser (und Jul!) nicht ganz einfach, weil man manchmal das Gefühl hat, dass man schlecht an sie rankommt. Ihre größte Schwachstelle ist die Sorge um ihren Bruder. Das macht sie verletzbar, bzw. erpressbar. Das macht sich der Dämon, dem sie dienen muss, schamlos zu Nutzen.
Jul, der gefallene Engel, ist unumstößlich der sympathischste Charakter der Geschichte. Er hat eine sehr ansprechende, ruhige und überlegt Art. Gleichzeitig ist er etwas unsicher, ob seine Unterstützung Amanda gegenüber gerechtfertigt ist. Im Laufe der Geschichte wird Juls Welt- und Glaubensverständnis komplett auf den Kopf gestellt. Die Darstellung von ihm und den ganzen Engeln gefällt ausgesprochen gut. Dass aber Jul dabei nicht unfehlbar ist, sondern so manche Unsicherheit zeigt, macht ihn so echt und sympathisch.

"Wie heißt du?"
"Jul."
"Schön, ich bin Amanda. Freut mich nicht unbedingt, dich kennenzulernen, aber immerhin weiß ich nun wie ich dich nennen soll."
"Ebenso." - S. 100

Es fällt auf, dass die Autorin ihre eigenen Fragen und Skepsis gegenüber Religion und Glauben in die Story gemischt hat. Das sieht man sowohl an den Fragen, die sich die beiden Hauptcharaktere Amanda und Jul zu diesem Thema stellen, als auch an der Handlung selbst. Dabei vermittelt die Autorin keinesfalls eine Religion/Glauben-ist-blöd-Haltung, es werden Dinge von ihr hinterfragt und das merkt man eben an einigen Stellen genauer. Für sehr christlich-gläubige Leser könnten einige Umstände der Handlung etwas schmerzhaft sein.

In "Aeternum" es tempo- und actionreich zur Sache. Es wird teils sehr blutig, spannend und manchmal etwas episch. Die Hauptcharaktere stolpern von einer spannenden oder gefährlichen Situation in die nächste (diese Dämonen sind aber auch herrlich böse und fies). Es gibt viele Kämpfe und auch bei diesen geht es nicht zimperlich zu. Dabei ist die Handlung aber nicht zu komplex. Man behält immer den Überblick, der Roman liest sich wie von selbst.
Die Handlung ist in sich abgeschlossen. Zwar gäbe es sicher die Möglichkeit einer Fortsetzung, "Aeternum" lässt sich aber wunderbar als Einzelroman lesen.

Das persönliche Fazit
Ich selbst kann von Urban-Fantasy über Engel und Dämonen gar nicht genug bekommen. "Aeternum" hat wieder bewiesen, warum das so ist. Wie die hier verfeindeten Gruppen dargestellt wurden, gefiel mir sehr gut. Perfekt war, dass die Dämonen zwar außerordentlich boshaft und gemein waren, die Engel aber bei weitem nicht unfehlbar gezeichnet wurden und lange nicht so sphärisch wirkten, wie sie oftmals dargestellt sind. Amanda ist ein etwas schwierigerer, doch sehr interessanter, Charakter. Jul hatte bei mir sofort die Favoritenrolle. Für Fans von Urban-Fantasy, die spannende und gut recherchierte Geschichten schätzen, sowie actionreichen Kampfszenen mögen, ist "Aeternum" eine absolute Leseempfehlung. Von mit gibt es aetherische 4 Sterne.


Aufmachung: 4 / 5
Handlung: 4 / 5
Charaktere: 4 / 5
Lesespaß: 4,5 / 5
Preis/Leistung: 4,5 / 5

© Damaris Metzger, damarisliest.de

Donnerstag, 11. April 2013

Review zu "Deine Augen, dein Tod" von William Richter



Fischer FJB (Februar 2013),
Hardcover mit SU, 464 Seiten,
18,99 € [D]


Ein dunkler Mann mit deinen Augen will dich töten …
Wo ist Yalena Mayakova? Adoptivkind Wally würde alles tun, um ihre leibliche Mutter zu finden. Ein entscheidender Hinweis taucht auf, und gemeinsam mit drei Freunden nimmt Wally die Suche nach Yalena auf. Anscheinend hat auch sie damals den Weg aus Russland nach New York gefunden. Endlich hat Wally eine Spur, der sie folgen kann. Doch auch ein finsterer Mann mit Wallys Augen folgt dieser Spur, und er ist nicht nur auf der Suche nach Wally und ihrer Mutter – er jagt sie …
Wird Wally lange genug leben, um herauszufinden, wer sie wirklich ist? (Text- und Bildquelle: Fischer FJB)


Meine Meinung
Jugendthriller haben sich im Laufe der Jahre verändert. Der Anspruch hat sich deutlich erhöht, und die Autoren und Verlage sind diesem Ruf gefolgt. Viele Jugendthriller sind qualitativ erstklassig und der Altersempfehlung fast schon entwachsen. Einige von ihnen würde ich getrost in die Regalreihe für Erwachsene stellen, so gut durchdacht, und vor allem spannend, sind sie mittlerweile. Die Messlatte liegt somit recht hoch. "Deine Augen, dein Tod" stellt sich dieser Herausforderung und punktet (fast) komplett. Auf den jugendlichen und erwachsenen Leser wartet eine gut durchdachte Story, ein tolles Setting, in den Straßen von New York City, und eine spannende Handlung.

Für seinen Hauptcharakter Wally verbindet William Richter ihre russischen Wurzeln mit dem modernen Leben eines reichen amerikanischen Teenagers, der aber auf der Straße lebt. Das Mädchen auf dem deutschen Cover wird sicher nicht jeden Leser ansprechen, es passt aber sehr gut zu dem Bild, das man sehr schnell von Wally bekommt.
Nach einem rührenden Prolog, der Wally in einem Waisenhaus in Russland zeigt, wie sie von einem amerikanischen Ehepaar adoptiert wird, wurde ich mitten ins spannende Geschehen in New York, etwa 11 Jahre später katapultiert. Wally ist mittlerweile 16, lebt nicht mehr bei ihren Adoptiveltern, sondern auf der Straße. Sie ist die Anführerin einer Crew von vier Straßenkids und gemeinsam schlagen sie sich durch den Alltag. Wallys Leben läuft wie jeden Tag, bis sie einen Hinweis bekommt, der sie zu ihrer leiblichen Mutter führen soll. Wally möchte den diversen Hinweisen, die sie sich nach und nach erarbeitet, nachgehen und ihre Mutter suchen. Ab diesem Zeitpunkt schlittert sie von einer haarsträubenden Situation in die nächste.

Wally ist eine sehr starke Persönlichkeit. In ihrer Straßencrew hat sie eindeutig die Führungsrolle inne. Die meisten (Überlebens)-Situationen hat sie gut im Griff, schwache und verletzliche Momente weist sie oft von sich. Trotzdem ist es ihr wichtig ihre leibliche Mutter zu finden, und auch zu ihrer Adoptivmutter, bei der sie ja nicht mehr lebt, sucht sie regelmäßigen Kontakt.
Einige Nebenpersonen, so zum Beispiel die Kids in Wallys Crew, bleiben eher blass. Zwar erfährt man die kurze Hintergrundgeschichte von jedem, aber die Hauptrolle ist eindeutig Wally zugedacht.
Meistens wird die Geschichte aus der Sicht von Wally (personal, Präteritum) erzählt, in manchen Momenten schwenkt der Erzählstil auch zu wichtigen Personen der Handlung, wie z.B. einem Polizeiermittler, dem Bösewicht oder Wallys Mutter.

"Deine Augen, dein Tod" ist keine zimperliche Geschichte. Neben einigen ruhigeren Momenten geht es ganz schön zur Sache. Der Bösewicht ist richtig böse. Hier werden Personen nicht nur mit Waffen bedroht, sie werden auch angeschossen, nicht wenige sogar getötet. Es fließt Blut und viele Situationen sind gefährlich-spannend. Dass der Autor auch Drehbuchautor ist, fällt hier besonders positiv auf. Vor allem die rasanten Szenen erweckten bei mir den Eindruck, als würde ich einen Film schauen. Dabei gab es ein paar überraschende Wendungen, mit denen ich überhaupt nicht gerechnet hatte.
Die Geschichte ist abgeschlossen, führt aber nicht für alle Beteiligen zum Happy-End. Mit dem Schlusssatz hält sich der Autor ein Hintertürchen für eine Fortsetzung offen, doch "Deine Augen, dein Tod" ist sehr gut als Einzelband lesbar.

Fazit
Der Originaltitel "Dark Eyes" und auch der deutsche Buchtitel passen, auch wenn ich anfangs über den Titel "Deine Augen, dein Tod" etwas gestolpert bin. Sehr besonders für einen Jugendthriller ist die Verknüpfung bei Wally von russischer Abstammung und einem Leben in Amerika. Das New Yorker Setting fand ich genial. Wer schon dort war wird vieles wiedererkennen. Allen anderen helfen zwei ganz einfache Karten, vorne und hinten im Buch, bei der Orientierung. Ich empfand den Thriller als sehr tough und spannend, stellenweise äußerst rasant. Ich kann das Buch jedem, der gerne Jugendthriller liest und sich nicht vor filmreifem Mord und Totschlag scheut, empfehlen.

© Damaris Metzger, damarisliest.de

Mittwoch, 10. April 2013

reBuy - Kaufe ich hier (nie) wieder??

Bloggende Bücherfreunde sind oft sehr gut vernetzt. Ob privat, über die Blogs und vor allem auch bei Facebook. Und da stach mir in letzter Zeit doch immer wieder ein Begriff ins Auge - reBuy.
Viele Bekannte erzählten davon, dass sie bei reBuy eingekauft hätten und schilderten ihre Erfahrungen. Ich kam daran kaum vorbei, und ja, mein Interesse war geweckt. Folglich habe ich im letzten Monat auch eine reBuy-Bestellung getätigt ... natürlich Bücher.

Auf Facebook hatte ich bereits kurz darüber berichtet. Und weil das Interesse dementsprechend hoch war, fasse ich hier noch mal zusammen.

Was ist reBuy?


reBuy ist eine Plattform, die gebrauchte Artikel (Bücher, CDs, DVDs, Blu-rays, Hardware, ...) ankauft und wieder verkauft. Als Nutzer kann ich dort meine nicht mehr benötigten Artikel anbieten. Der Unterschied zu Tausch- oder Versteigerungsplattformen (wie eBay) ist aber, dass reBuy mir diese Artikel abkauft und sie zum Weiterverkauf anbietet. Ich erhalte einen festen Geldbetrag dafür. Alternativ kann ich bei reBuy auch nur einkaufen, hier aus der kompletten Produktpalette wählen. 
Seiten dieser Art sind in letzter Zeit vermehrt im Netz zu finden. Einige, darunter auch reBuy, sind auch durch TV-Werbung bekannt.


Mein reBuy-Einkauf


Das Kaufen bei reBuy ist ein Kinderspiel. Geht man auf die Seite, wählt man zuerst aus, ob man Verkaufen oder Kaufen möchte. Da für mich ein Verkauf von Artikeln momentan nicht in Frage kommt, habe ich bei reBuy eingekauft, natürlich mein bevorzugtes Medium - Bücher.
Stöbert man nach einem bestimmten Buch, wird einem sofort angezeigt, ob es bei reBuy verfügbar ist, inklusive dem Preis und dem Zustand. Da reBuy damit wirbt, alle Artikel genau anzuschauen und zu prüfen, gibt es hier nur sehr gut und gut.
Die Artikel kann man in einen Warenkorb legen und sich zum Kauf als Kunde oder Neukunde anmelden. Das geht, ähnlich wie z.B. bei Amazon, mit einer E-Mail Adresse und einem Passwort. Bezahlen kann man per Kreditkarte (dann wird die Bestellung sofort verschickt), per PayPal, Vorkasse oder Nachnahme.

Nach nur zwei Tagen kam ein gut verpacktes Paket bei mir an. Für folgende sechs Bücher habe ich mich entschieden. Alle Bücher waren lt. reBuy gebraucht (klar!) und mit dem Zustand "sehr gut" versehen.




Die Jäger der Nacht von Andrew Fukuda
- Zustand sehr gut, reBuy-Preis 13,19€ (neu 16,99€)

Sam und Emily von Holly Goldberg Sloan
- Zustand wie neu, reBuy-Preis 8,59€ (neu 17,99€)

Nevermore von Kelly Ceragh
- Zustand geht so (Leserillen, dunkler), reBuy-Preis 9,69€ (neu 14,95€)

Engelskuss von Nalini Singh
- Zustand wie neu (ungelesen), reBuy-Preis 1,59€ (neu 9,95€)

Engelszorn von Nalini Singh
- Zustand wie neu (ungelesen), reBuy-Preis 2,39€ (neu 9,95€)

Teufelsherz von Sabrina Qunaj
- Zustand wie neu (ungelesen), reBuy-Preis 7,69€ (neu 8,99€)


reBuy Gesamtpreis: 43,14€ (neu 78,82€)
reBuy Versandkosten (immer, egal ob ein Artikel oder mehrere): 3,99

Ersparnis zum Neukauf bei sechs Büchern: 31,69


Mein Fazit


Meine Erfahrung war also durchaus positiv. Mit einem Bücherkauf bei reBuy kann man tatsächlich sparen. Einrechnen sollte man immer die Versandkosten. Bestellt man z.B. ein älteres Taschenbuch, so ist das inkl. Versand meist noch viel günstiger als Neuware. Bei einem aktuellen Hardcover spart man aber mit den Versandkosten (fast) nichts mehr.
Insgesamt kann man sagen, dass man bei älteren Taschenbüchern ("Engelskuss" und "Engelszorn") am meisten spart, die Preise hier sind unschlagbar günstig. Neuere Hardcover ("Die Jäger der Nacht") sind verhältnismäßig teuer, wenn man den Versand noch hinzurechnet, "Sam und Emily" war da ein echtes Schnäppchen. Bei neueren Taschenbüchern ("Teufelsherz") sollte man aufpassen, bestellt man hier nur ein Buch, so kann man inkl. Versand leicht draufzahlen. Hier kann man sich dann auch für das neue Buch entscheiden.
Am meisten spart man, wenn man sich tatsächlich für mehrere Bücher entscheidet. Dann spielen die Versandkosten keine große Rolle mehr. 

Mit dem Zustand der Bücher war ich wirklich SEHR zufrieden, einige sind eindeutig neu oder wie neu. Einzig die Zustandsangabe bei "Nevermore" hätte besser/genauer sein können, aber für Gebrauchtware kann ich damit leben.

+ Einfache Auswahl und Bestellabwicklung
+ Große Auswahl an Artikeln
+ Sehr schneller Versand (bei meiner Zahlung mit Kreditkarte)
+ Gute Verpackung
+ Hohe Ersparnis gegenüber Neukauf

- Zustandsbeschreibung könnte genauer sein (es gibt nur gut oder sehr gut, bei mir waren alle Bücher mit sehr gut ausgewiesen, der Zustand von "Nevermore" ist aber eindeutig nur befriedigend).
- Nach einer Neuanmeldung bekommt man viel zu viele E-Mails (Willkommen, persönliche Angebote und Aktionen, Newsletter, Bestellbestätigung, Versandbestätigung, ...). Der Newsletter kann auch wieder einfach abbestellt werden.


Meine Beurteilung bezieht sich rein auf Bücher. Mit Filmen, Musik oder EDV-Hardware habe ich (noch) keine Erfahrung gemacht. Ich werde ganz sicher mal wieder bei reBuy vorbeischauen, befürchte, dass es bei manchen zu einer Art Sucht werden könnte. Und einen hohen SuB/Bücherstapel haben wir ja alle ...



Montag, 8. April 2013

Review zu "Ich blogg dich weg!" von Agnes Hammer



Loewe (März 2013),
Taschenbuch, 160 Seiten,
5,95 € [D]


Julie ist schön, beliebt und kann wundervoll singen. Zusammen mit ihrer Band will sie am Schulfest auftreten. Doch wie aus dem Nichts erhält Julie gemeine E-Mails, Beschimpfungen, Drohungen. Dann taucht im Internet ein gefaktes Facebook-Profil auf, das Julie als arrogante Zicke darstellt. Im Nu lästern Klassenkameraden und wildfremde User online über sie. Julie verzweifelt. Wer tut ihr das an? Als sie auch noch die Band verlassen soll und die Drohungen in Gewalt umschlagen, eskaliert die Situation. (Text- und Bildquelle: Loewe Verlag)


Meine Meinung
Als Jugendliche stand ich sozialkritischen Büchern immer etwas zwiegespalten gegenüber. In diesem Alter möchte man sich ja nicht all zu viel sagen lassen. Wenn dann auch noch ein Buch mit dem erhobenen Zeigefinger daherkommt, kann das die Leselust doch eher hemmen als fördern. Sozialkritische Bücher gab es schon immer. Gerade heute sind sie jedoch besonders präsent, vor allem mit den Themen Internet, Mobbing, Soziale Netzwerke, usw.
Heute stehe ich dieser Art von Büchern sehr positiv gegenüber. Ich finde sie wichtig und richtig. "Ich blogg dich weg!" fällt genau die diese Sparte. Das Grundthema ist Onlinemobbing oder Cybermobbing. Vor 15 Jahren war dieses Thema noch gar nicht aktuell, damals hatte die Jugend andere Sogen. In der heutigen Zeit ist Onlinemobbing zu einem echten und großen Problem geworden, dem sich die Jugend und ihre Betreuer zu Hause und in der Schule stellen sollten. "Ich blogg dich weg!" kann dabei für manches die Augen öffnen und zum Nachdenken anregen.

Dabei geht es im Buch gar nicht vordergründig ums Bloggen, wie es einen der Titel vermuten lässt. Vielmehr geht es um üble Nachrede, eine Schülerin betreffend. Erst zurückhaltend persönlich, später mit einem gefakten (Facebook)-Profil und als Krönung sogar mit einer eigenen Internetseite, die durchaus auch ein Blog sein könnte. Agnes Hammer verpackt die Thematik dabei in eine interessante und spannende Geschichte, die genau so in der Realität passieren könnte.

Besonders fasziniert (positiv wie negativ) haben mich die Gespräche unter den Jugendlichen. Diese sind der Autorin klasse gelungen, denn sie waren einfach echt. Genau so haben wir als Jugendliche geredet, bzw. reden Jugendliche heute noch. Bei einigen Sätzen war ich während des Lesens richtig entsetzt, bei anderen habe ich mich erschrocken und bei manchen habe ich mich geschämt. Manche Sätze (z.B. Die geht ja gar nicht!) kommen einem doch sehr bekannt vor. Hat man diese schon selbst gebraucht? Hört man die nicht immer wieder?
Auch wenn so ein Satz zunächst harmlos klingt, kommt man ins Grübeln, was einen Menschen dazu bewegen kann diesen auf andere Menschen anzuwenden, bzw. zu beurteilen was geht und was nicht geht. Keiner hat das Recht einen anderen wegen seinem Äußeren, seiner Meinung oder seinen Hobbys zu be- oder verurteilen! Das steht sogar schon in unserem Grundgesetz (Die Grundrechte, Artikel 1-19). Hier bietet "Ich blogg dich weg!) viel Stoff zum Nachdenken. Jeder für sich persönlich und vor allem auch als Diskussionsgrundlage in Schulklassen und Leserunden.

"Ich blogg dich weg!" ist kein Buch, welches die Dinge beschönigt. Einige Handlungen sind sehr hart, wie sich das Opfer, hier Julie, dabei fühlt ist sehr gut beschrieben. Mit einigen Charakteren will die Autorin den Leser sicherlich etwas in die Irre führen, andere verhalten sich genau so, wie man das beim Lesen erwartet. Dadurch bleibt die Handlung stets interessant.
Obwohl sich Julie Hilfe sucht, und diese auch bekommt hat die Geschichte keinen Ende-Gut-Alles-Gut-Schluss. Ich fand das Ende eher tragisch und wenig einsichtig, seitens gewisser Personen. Doch auch das ist heute gang und gäbe - und gerade darum so erschreckend!

Fazit
"Ich blogg dich weg!" hatte mein Interesse sofort. Ich blogge selbst, und aus eigener Erfahrung weiß ich, dass jede Online-Szene, ob Blogger untereinander oder der Austausch in den Sozialen Netzwerken, nicht nur Sonnen-, sondern auch viele Schattenseiten hat. Agnes Hammer gelingt es in ihrem Buch, den Blick wieder etwas zurechtzurücken. Man muss nicht jede Person mögen oder umschmeicheln, man muss nicht immer einer Meinung sein. Wichtig ist gegenseitiger Respekt. Ein respektvolles Miteinander, gerade auch online, ist die Basis für ein korrektes Verhalten in dieser Beziehung. Sich das wieder neu bewusst zu machen, dabei kann "Ich blogg dich weg!" wirklich helfen. Das Buch bekommt meine höchste Leseempfehlung, da es jeden anspricht, der sich online oder in Cliquen/Gruppen engagiert.

© Damaris Metzger, damarisliest.de

Donnerstag, 4. April 2013

Buchzugänge vs. Buchabgänge im März 2013

Der März scheint bei vielen Büchersuchtis ein Monat mit vielen Zugängen zu sein - auch bei mir! Ich habe mich auf anderen Blogs umgeschaut und auch dort war ein reger Buchzugang zu verzeichnen. Wahrscheinlich, weil im März einfach viel zu viele Neuerscheinungen auf den Markt drängen. Wie soll man denn da noch hinterherkommen? Fast unmöglich, uns so waren es auch bei mir 15 neue Bücher, die sich jetzt auf meinem SuB drängeln.

Meine Buchzugänge vom März 2013 - 15 Bücher: 




Zu Dark Destiny, City of Lost Souls und Rette mich muss ich kaum was sagen, es waren einfach DIE Neuerscheinungen, die im März sein mussten! Mit Aeternum dem neuen Buch von Andrea Bottlinger werde ich im April an einer Blogtour teilnehmen. Die neuen X-Triller von Arena, Der süße Kuss der Lüge und Dein Blick so kalt, passen immer in mein Beuteschema.
Dann habe ich dem allgemeiner Blogger-Gruppendruck nachgegeben und reBuy ausprobiert (ein detaillierter Beitrag dazu folgt noch): Nevermore, Teufelsherz, Engelskuss und Engelszorn, Die Jäger der Nacht und Sam & Emily waren meine GROSSE Ausbeute. Auch Partials 1: Aufbruch hat schon viele begeisterte Meinungen, ich lese es noch im April.
Ich blogg dich weg! ist ein sozialkritisches Buch, dass das Thema Onlinemobbing in einer interessanten Geschichte aufgreift. Mein Exemplar gebe ich gerade auf meiner Damaris liest. Facebook-Seite an interessierte Blogger weiter. Und zuletzt Godspeed: Die Suche war mal wieder ein Tauschticket-Schnäppchen.


Buchabgänge - Gelesen habe ich im März 12 Bücher: 





Rezensionen, Reviews und High Fives gibt es zu

Meine Highlights im März waren ganz vorne die komplette Arkadien-Trilogie. Alle drei sind geniale Bücher, über die ich auch jetzt noch viel nachdenke und die mir so manche Gänsehaut beschert haben. Dann natürlich Dark Destiny. Für mich ab der ersten Seite ein Garant für ein erstklassiges Buch. Rette mich und Warm Bodies waren ebenfalls genial.
Einer der lahmen Vertreter war wieder die erotische Novelle Fesseln der Leidenschaft. Ich habe alle sechs Bücher der ersten Lust de Lyx-Reihe jetzt durch und, bis auf eine, konnten sie mich überhaupt nicht begeistern. Weitere dieser Kurzgeschichten bleiben meinem Kindle fern.

Mittwoch, 3. April 2013

Rezension zu "Rette mich" von Becca Fitzpatrick



Verlag: Page & Turner (März 2013)
Originaltitel: Silence
Übersetzer: Sigrun Zühlke
Reihe: Band 3/4
Ausführung: Klappenbroschur, 448 S.
ISBN: 978-3442204076
16,99 € [D]

Genre: Urban-Fantasy

© Cover- und Zitatrechte: Page & Turner Verlag


Das Thema
Nora war drei Monate verschwunden, sie wurde entführt. Jetzt wacht sie auf einem Friedhof auf und kann sich an nichts erinnern. Nicht daran wer sie entführt hat und warum, und auch nicht an Dinge, die vor der Entführung passiert sind. Ganze fünf Monate sind aus Noras Gedächtnis gelöscht! Dabei passt es ihr überhaupt nicht, dass ihre Mutter mit Hank, dem Vater von Marcie Millar, zusammen ist. Außerdem scheinen ihre Mutter und ihre beste Freundin Vee etwas zu verschweigen. 
Sobald der Name Patch fällt, wird es Nora heiß und kalt. Sie weiß zwar nicht warum, ist aber fest entschlossen, ihrer Erinnerung auf die Sprünge zu helfen. Sie möchte herausfinden, was in den letzten fünf Monaten geschehen ist.

Die Rezension

Der Anfang: Auf dem Parkplatz, von dem aus man auf den Friedhof hinunterblicken konnte, kam der schnittige schwarze Audi langsam zum Stehen. 

Eine ganze Weile mussten sich die Fans der Engel der Nacht-Reihe gedulden, bis nun endlich der dritte (von vier) Bänden auf Deutsch erschien. Lust aufs Lesen machte schon das wunderbare Cover, das vom Original übernommen wurde, mit der blauen Einfärbung den Gesamteindruck aber noch toppt. Perfekt!
Nach einem bösen Cliffhanger in Band 2, versprach "Rette mich" die Geschichte um Nora & Patch spannend fortzuführen. Das gelingt auch diesem Band wieder sehr gut. Kleine Einschnitte in der B-Note sollen erwähnt werden, lesenswert ist das Buch aber durch und durch!

Ich wollte etwas - irgendetwas - Bekanntes finden, woran ich mich klammern konnte, damit ich Sinn in einer Welt fand, die, von meinem Blickwinkel aus, völlig verdreht war. - S. 32, Nora

Vielleicht ist es ratsam vor dem Leser noch einmal kurz in das letzte Kapitel des Vorgängers "Bis das Feuer die Nacht erhellt" zu schauen. Denn dann weiß man auch sofort, wer einen da im böse-spannenden Prolog von "Rette mich" erwartet. Hui, das ging ja gleich gut zur Sache. Kaum begonnen ist man schon wieder mitten drin in der düsteren Story, und so fügt sich "Rette mich" nahtlos an seine beiden Vorgänger an.

Bald schon trifft der Leser auf Nora, die ziemlich verwirrt und konfus auf einem Friedhof erwacht - ohne Erinnerungen an die letzten fünf Monate. Warum das so ist, weiß, bzw. vermutet man in Grundzügen. Während der Handlung wird man, vor allem durch Rückblicke, komplett aufgeklärt.
Nun bietet so ein Gedächtnisverlust für den Autor eine gute Möglichkeit Teile der Geschichte zu wiederholen, ohne das es nach Wiederholung klingt. Nora muss sich erinnern und erarbeitet sich das dann auch Stück für Stück. Personen die dabei ihren Weg kreuzen helfen ihr dabei. Ob bewusst oder unbewusst, für den Leser ist das allerdings nichts komplett Neues. Und hier ist auch ein kleines Manko der Geschichte zu sehen. Die Story tritt manchmal etwas auf der Stelle. Erstaunlicherweise gelingt es der Autorin trotzdem das Buch ohne Leselänge zu gestalten. So ist auch "Rette mich" ein Buch, welches man kaum zur Seite legen mag.

Vee brauchte nie einen Grund, um etwas Dummes zu tun. Das Traurige war nur, ich meistens auch nicht. - S. 82/83, Nora

Leser, die sich im Vorgängerband etwas an Nora gestört haben, können hier aufatmen. Die toughe Protagonistin ist in "Rette mich" sehr sympathisch, ihre Gefühle und Handlungen immer plausibel. Dabei geht sie bei ihren Ermittlungen nicht ganz so offensiv vor, wie bereits gelesen, begibt sich aber oft genug in Gefahr. Aus dieser kommt sie meist durch fremde Hilfe (oder auch nicht) wieder heraus. Einige ihrer Aktionen sorgen für heftiges Schmunzeln und ihre Wortgefechte mit Patch sind immer für einen Lacher gut. Insgesamt ist "Rette mich" aber weniger humorvoll als beide Vorgängerbände.

Dem Trend, den meist geliebten Hauptprotagonisten der Geschichte teilweise oder auch für längere Zeit einfach verschwinden zu lassen, ist auch Becca Fitzpatrick verfallen. Der gefallene Engel Patch taucht zwar ab und an kurz auf, oft in Rückblenden/Erinnerungen von Nora, macht sich aber sonst in der Story sehr rar. Die Geschichte ist stets interessant, macht aber erst dann so richtig Spaß, wenn Patch wieder aktiv mitmischt (und das ist erst nach der Buchmitte der Fall). Dann gibt es aber auch einige wirklich schön-knisterige Szenen zwischen ihm und Nora. Insgesamt wirkt Patch in "Rette mich" zwar nach wie vor düster und polarisierend, erscheint aber trotzdem zurückhaltender, nicht ganz so ausdrucksstark, wie man ihn bereits kennengelernt hat. Zusammen mit Nora ist er aber einfach das, was die Engel der Nacht-Reihe ausmacht.

Gegen Ende nimmt das Buch dann, Nora betreffend, eine Wendung, mit der man so gar nicht gerechnet hätte. Eindeutig Geschmacksache! In dieser neuen Situation muss man sich erst mal zurechtfinden. "Rette mich" ist sehr spannend und enthält am Schluss keinen fiesen Cliffhanger. Durch die neue Situation von Nora ergeben sich aber für den Abschlussband ganz neue Möglichkeiten. Es darf wieder ungeduldig und voller Vorfreude darauf gewartet werden.

Das persönliche Fazit
"Rette mich" hat mich buchstäblich aus meinem Nora & Patch Entzug gerettet. Dementsprechend las ich das Buch auch wie im Rausch und konnte es kaum zur Seite legen. Kleine Kritikpunkte waren vorhanden, störten aber das klasse Gesamtbild nur unwesentlich. Auch mit "Rette mich" bleibt die Engel der Nacht-Reihe eine der düster-spannenden Reihen der Urban Fantasy und hat mit Nora und Patch ein kribbeliges Charakterpaar, das Spaß macht. Unbedingt empfehlenswerte 4 Sterne!
Handlung: 4 / 5
Charaktere: 4 / 5
Lesespaß: 5 / 5
Preis/Leistung: 4 / 5

© Damaris Metzger, damarisliest.de



Reiheninfo Engel der Nacht-Reihe
Band 1 - Engel der Nacht
Band 3 - Rette mich
Band 4 - Dein für immer

Montag, 1. April 2013

High Five - 5 Sätze/5 Adjektive zu "Neverfall" von Brodi Ashton



Balzer + Bray (Dezember 2012), Band 1.5,
Kindle E-Book, ca. 99 Druckseiten,
Sprache: Englisch,
z. Zt. 6,65 € [D]


A thrilling new novella from the author of the Everneath series!

Jack is trapped for eternity in the Tunnels while Nikki has managed to evade Cole's grasp ... for now. But Cole is more desperate than ever to find answers about Nikki, his best chance for taking over the throne of the underworld. How did she survive the Feed? Can Cole find another Forfeit like her who can survive it too?
Cole's quest leads him to the other side of the world, to a mysterious, dangerous society known as the Delphinians, whose price for information might be higher than Cole can pay—a price that could destroy Nikki. But when Cole attempts to steal the answers instead, his mission ends in disaster. Faced with centuries in a Delphinian dungeon, Cole is confronted with questions he's been too scared to ask himself: Is he really obsessed with the throne—or is he obsessed with Nikki? And can she really give him a new beginning as the Everneath's king . . . or will she instead bring about his tragic end? (Text- und Bildquelle: Amazon)

Englisches Sprachniveau: Einfach zu lesendes, gut zu verstehendes Englisch. Spezielle Vokabeln, wie z.B. the Feed (im dt. Buch Nährung), Forfeit (im dt. Buch Spender), Everliving (dt. Ewiglicher) oder Everneath (dt. das Ewigseits), hat man schnell umgesetzt, auch wenn man hier nicht 1:1 übersetzen kann. Sehr schön geschrieben, genau wie die deutsche Übersetzung der Ewiglich-Reihe.


"Can I tell you something?" I asked? [...] "Yes," she said, blinking in the dark. "I dream of holding your heart in my hand." Okay, three months in hell had made me a bit cheesy, but there was no avoiding it. - Kindle 64%, Pos. 1015


5 zusammenfassende Sätze/Punkte zum Buch

  1. "Neverfall" ist einer Novelle der Ewiglich-Reihe (engl. Everneath) von Brodi Ashton. Sie ist zeitlich genau zwischen dem ersten und dem zweiten Band der Reihe zu sehen, nämlich ab dem Zeitpunkt, als *Achtung Spoiler* Jack am Ende statt Nikki von den Tunneln geholt wird. Nikki bittet Cole darauf hin sie in Ruhe zu lassen, und Cole beschließt nicht länger Zuschauer zu sein. Er will handeln.
  2. Cole erzählt die komplette Story in der Ich-Form. So bekommt man einen wirklich tiefen Einblick in seine Gefühlswelt und erfährt bald, dass der harte und sehr toughe Cole gar nicht so cool ist, wie er sich gibt. Er hat tiefgehende Gefühle für Nikki, gesteht sich diese aber nicht ein. Nach wie vor hat Cole einen sehr trockenen und teils bissigen Humor, wie schon aus den Ewiglich-Bänden bekannt. Ich habe oft geschmunzelt oder gelacht. - Great. There was no scenario in this whole damn thing where Jack didn't come off looking as awesome as the love child of Thor and Optimus Prime. - Kindle 67%, Pos. 1050 - Herrlich!
  3. Die Handlung startet mit einem kurzen Prolog, und danach hatte ich Gänsehaut! Schon hier zeigt sich Brodi Ashtons Gabe zu Schreiben. Sie hat eine ganz tolle Art, Dinge auszudrücken. Sie schreibt einfach, aber sehr prägnant, trifft Aussagen auf den Punkt. Die Geschichte ist auf zwei Zeitebenen aufgebaut. Einmal das, was Cole aktuell erlebt und dann noch die Vergangenheit, als er Nikki kennenlernte. Hier findet man dann einige bekannte Szenen aus Band wieder. Schwierigkeiten, sich in den verschiedenen Zeiten zurechtzufinden, hat man nicht. Die Kapitel sind mit den entsprechenden Überschriften betitelt. Man kommt sehr gut klar.
  4. Nikki selbst hat keine aktive Rolle in der Novelle. Sie taucht nur in Szenen der Vergangenheit und in Coles Träumen auf. Dafür gibt es aber ein Wiedersehen mit den Bandmitgliedern der Death Elvises, Coles Alternative-Rockband. Besonders Max hat einen größeren Part in der Geschichte.
  5. Im letzten Drittel wird "Neverfall" sehr spannend. Und auch ein bisschen strange, wie es Leser auch schon von den beiden Hauptromanen gewöhnt sind. Die Handlung scheint etwas von Zeit und Raum entrückt zu sein. Trotzdem kann man gut folgen und erhält am Ende einen perfekten Übergang zum zweiten Ewiglich-Band. (Cole, ich wusste ja schon immer, dass du dir selbst etwas vormachst!)

5 Adjektive, die mir spontan zum Buch einfallen

dunkel, anders, gruselig, humorvoll-trocken und speziell

Zusammengefasst vom Fazitbär:
Für Fans der Ewiglich-Reihe ist diese Novelle ein Must-Read! Es ist zwar ein relativ kurzes Lesevergnügen, dafür aber ein sehr spannendes und exklusives. Wie schon in "Ewiglich die Hoffnung" erfährt man mehr von Cole, aber noch BEVOR er Nikki dort ins Ewigseits begleitet. Stellenweise düster und auch gruselig, dann wieder gefühlvoll, kann man sich der Story kaum entziehen. Der tolle Schreibstil und das gut verständliche Englisch tun ihr Übriges. Lesen!


© by Damaris liest.