Mittwoch, 27. März 2013

Review zu "Der süße Kuss der Lüge" von Beatrix Gurian



Arena (Januar 2013),
Klappenbroschur, 361 Seiten,
12,99 € [D]

www.arena-thriller.de


Wirklich, ich hatte keine Ahnung, dass Liebe so gefährlich sein kann. Mir war klar, dass Liebe sehr glücklich machen kann oder auch sehr unglücklich. Doch die Liebe vermag noch viel mehr. Liebe kann gerade die Menschen töten, die du am liebsten hast. Und das Schlimmste daran ist, es kann jedem passieren.

Meine Schuld, hämmert es in Lus Kopf. Ich habe nicht aufgepasst und es ist meine Schuld. So verzweifelt sie auch die kleine Ida sucht, ihre geliebte Nichte ist spurlos vom Spielplatz verschwunden. In ihrer Panik ruft Lu ihren Freund Diego an, der bei der Polizei arbeitet. Sie ahnt nicht, dass damit ein Albtraum seinen Lauf nimmt, der schon sehr viel früher begonnen hat. Denn der Mann, dem sie ihr Herz geschenkt hat, ist nicht der, für den Lu ihn hält. Ihr bleiben nur 24 Stunden, um zwischen Lüge und Wahrheit zu entscheiden, 24 Stunden, in denen sie ihr Leben aufs Spiel setzen muss. Denn sonst stirbt Ida. (Text- und Bildquelle: Arena Verlag)


Wenn sie stirbt, dann ist es allein meine Schuld und wie könnte ich damit weiterleben? - Lu, S. 12


Meine Meinung
Beatrix Gurian, versierte Arena Thiller-Autorin, hat sich bei ihrem neuesten X-Thriller für ein echtes Gänsehautthema entschieden: Kindesentführung. Der Klappentext machte mich neugierig und gleichzeitig blutete mir hier schon das Herz. Alleine das Thema ist für eine Mutter sehr schmerzhaft, natürlich nicht nur für sie. Jeden sensiblen Leser wird diese Thematik ängstigen. Umso interessanter war für mich die Frage, wie die Autorin das Thema aufgreift und vor allem, wie sie die im Klappentext erwähnte Lovestory mit der Thrillerhandlung verknüpft.

Nach einem total gruseligen und düsteren Prolog startet Hauptprotagonistin Lu mit ihrer Geschichte (Ich-Form). Sie beginnt genau an dem Punkt, an dem ihre Nichte Ida verschwunden ist. Lu sitzt bei der Polizei und um genauere Informationen zu bekommen, soll Lu die letzten Wochen rekonstruieren und für die Beamten aufschreiben. Das ist ein geschickter Erzählschachzug, denn so bekommt man einen genauen Einblick, was bis zur Entführung Idas geschah, wie Lus Lebensumstände sind und wie sie ihren Freund Diego kennengelernt hat. Aber einem bestimmten Zeitpunkt treffen sich dann Lus Erzählungen mit der Gegenwart und die Handlung geht mit der Suche nach Ida weiter. Diesen Stil empfand ich für den Thriller perfekt.

Lu agiert stellenweise, besonders wenn es um ihren Schwarm Diego geht, wie ein echter (naiver) Teenager. Zwar hat sie bei einigen Situationen mit Diego ein komisches Gefühl, aber nach dem Motto Liebe macht blind werden diesen mulmigen Gefühle schnell in die hinterste Ecke gekehrt, sobald Diego sein charmantes Lächeln aufblitzen lässt. Teilweise wirkte Lu auf mich etwas zu leichtsinnig.
Die andere Seite von ihr ist die einer sehr liebevollen und umsorgenden Tante. Lus (Schuld)-Gefühle, als ihre Nichte Ida verschwindet, waren für mich so plausibel, als spürte ich sie selbst. Lu mag mit ihrer Einstellung nicht immer perfekt sein, sie ist aber ein sehr gut ausgearbeiteter Charakter und für diese Geschichte genau richtig gewählt.

Die Geschichte ist sehr spannend und geheimnisvoll, stellenweise auch hart, macht aber kein allzu großes Geheimnis bezüglich des Täters. Liest man viele Thriller, so wird es sowieso immer schwieriger aufs Glatteis geführt zu werden. Ich meine, gerade im Bereich Jugendthriller einen Trend zu beobachten, dass oft der Täter dem Leser schon bald bekannt ist, seine Hintergründe im Verlauf der Geschichte aber noch genau erörtert werden. So auch in "Der süße Kuss der Lüge" - aber nur teilweise. Denn die Autorin schaffte es mich mit einigen Handlungssträngen dann auch wirklich noch zu überraschen. Einige Zwischenkapitel zeigen Szenen aus 'seiner' Vergangenheit und sorgen für Gruselfeeling. Zu festgefahren sollte man mit seiner Meinung also nicht sein, sie könnte sich schnell ändern.

Fazit
"Der süße Kuss der Lüge" ist kein süßer Jugendthriller, sondern hat es wirklich in sich. Zudem ist das Buch so gut zu lesen, dass man es fast am Stück verschlingen könnte. Es wird spannend und, trotz mancher (gewollter) Vorhersehbarkeit, tatsächlich auch überraschend. Einige Szenen gingen mit, als Mutter, sehr ans Herz und ich bin davon überzeugt, dass viele Leser ähnlich empfinden werden. Ein weiter X-Thriller Genuss!

© Damaris Metzger, damarisliest.de

Montag, 25. März 2013

ANGELFIRE Fan-Tour: Gewinnspielauslosung Station 1



Liebe Tour-Verfolger und Gewinnspielteilnehmer


Unsere ANGELFIRE Fan-Tour neigt sich dem Ende zu. Ab heute startet die Auslosung des Buchpakets bei jeder Tour-Station, bzw. auf jedem der 5 Blogs. Ich mache heute heute den Anfang, bis Freitag gibt dann nacheinander jeder Blog den Gewinner bekannt. 

Wir waren von eurem Interesse an den Büchern schlichtweg begeistert und hätten nie diese vielen Rückmeldungen erwartet. Vielen Dank an euch alle. Die Bücher sind dieses Interesse wert! Behaltet sie in Erinnerung, auch wenn wir jeweils nur einen Gewinner küren können. 



Kommen wir jetzt zur Auslosung: 


Damit es auch wirklich gerecht zugeht, hat Random.org die Auslosung übernommen. 57 Kommentare wurden bei meinem Gewinnspiel hinterlassen, aus diesen wurde der Gewinner ermittelt. 


Gewonnen hat das Kommentar Nr. 12 und das ist ...


.... JULIA


Liebe Julia, bitte schicke mir deine Anschrift an meine E-Mail unter dem Reiter KONTAKT, "Angelfire: Meine Seele gehört dir" und "Angelfire: Auf den Schwingen des Bösen" macht sich dann schnellstmöglich auf den Weg zu dir.
Herzlichen Glückwunsch an dich! Wir sind uns sicher, dass dir die Bücher gefallen werden.


Bei den anderen Tourstationen hab ihr bis Freitag, 29. März, noch eine Chance auf das Buchpaket. Falls ihr noch nicht teilgenommen habt, schaut doch gleich mal vorbei. 


Auslosung 25. März - Damaris liest. - Die Vorstellung - beendet!
Auslosung 26. März - his & her books - Die Hauptcharaktere
Auslosung 27. März - Born From the Sky - Engel und Dämonen
Auslosung 28. März - Traumwelten - Die Autorin
Auslosung 29. März - Favolas Lesestoff - Hinter den Kulissen





Mittwoch, 20. März 2013

Review zu "Die Scanner" von Robert M. Sonntag



Fischer KJB (März 2013),
Hardcover mit SU, 190 Seiten,
12,99 € [D]


Die Welt im Jahr 2035: Gedruckte Bücher, Zeitungen, Zeitschriften gibt es nicht mehr. Für Rob kein großes Problem. Er kennt es nicht anders. Er ist in einer vernetzten Welt aufgewachsen und arbeitet für einen Megakonzern, der jedes Druckerzeugnis, das er in die Finger bekommt, digitalisiert. So wird alles Wissen für alle zugänglich. Jederzeit! Und kostenlos! Ist doch prima, oder? Aber dann gerät Rob in die Kreise einer geheimen Büchergilde. Einer verbotenen Organisation aus Pleite gegangenen Buchhändlern, arbeitslosen Autoren, Übersetzern, Journalisten und ausgemusterten Verlagsmitarbeitern. Und plötzlich sieht Rob sein Bild als Top-Terrorist in den Nachrichten auf allen TV-Kanälen. Im Kampf um Wissen, Monopolisierung und Macht ist er mit einem Mal der Staatsfeind Nummer eins. (Text-, Bild- und Zitatequelle: Fischer KJB)

Über den Autor (weil's so herrlich ist!)
Robert M. Sonntag, geboren 2010, lebte nach dem letzten der großen Kriegen in der A-Zone. Er arbeitete für den Ultranetz-Konzern. Seit 2035 liegen keine Einträge mehr über ihn vor. Sein Ultranetz-Profil ist gelöscht. Robs Buch und diese Zeilen erreichten den S. Fischer Verlag auf bisher ungeklärten Wegen.


Einen von zehn, den konnten wir mit Geld nicht locken. Der hatte entweder schon genug davon, oder er war ein Fanatiker. Ein Büchernarr. Im schlimmsten Fall sogar ein Bibliophiler. - S. 18


Meine Meinung
Dieses dünne Buch hat mich überraschend tief getroffen und mich sehr nachdenklich gestimmt. Robert M. Sonntag schreibt auf gerade mal 190 Seiten eine packende Zukunftsvision, die zwar in vielen Bereichen übertrieben wirkt, dabei aber gar nicht mal so abwegig erscheint. Gerade das macht die Geschichte so aufrüttelnd.

Das Kernthema ist einfach und im Genre der Science-Fiction, bzw. Dystopien hinreichend bekannt: Alles ist vernetzt, ein Großkonzern regiert die Bevölkerung. Analoge Medien werden abgeschafft und digitalisiert, um sie unter dem Leitspruch Wissen für alle! Jederzeit! Und kostenlos! zensiert den Menschen zugänglich zu machen oder gar komplett verschwinden zu lassen. Was sich für die Oberschicht der Bevölkerung plausibel anhört, ist nur ein Deckmantel für die totale Kontrolle.
In dieser Welt lebt Rob. Er ist einer der Scanner, die für den Großkonzern alte Bücher aufspürt, diese für das allgemeine Ultranetz scannt und dann vernichtet. Für ihn ist sein Handeln absolut normal und legitim. Seine größte Sorge ist es, seine Quote nicht zu erfüllen, somit zu wenig zu verdienen und von der A-Zone in die niedrigere B-Zone, oder sogar die verhasste C-Zone, abzurutschen. Durch eine angebliche Terrorgruppe, die Büchergilde, werden ihm nach und  nach die Augen geöffnet.

Die Geschichte ist in eine spannende Handlung verpackt, die zwar nicht immer überrascht, aber durchaus an die Seiten fesselt. Sehr gebannt verfolgt man die bildlichen, oft faszinierenden, Beschreibungen und ist viel zu schnell am Ende angelangt. Hier hat der Autor seine Kreativität gekonnt ausgespielt. Rob würde dafür ganz sicher ein Like an seine 8500 Freunde (650 davon mit Beste Freunde Premium-Status!) im Ultranetz-Profil posten und auch von mir gäbe es auf Facebook ein Gefällt mir!

In diesem Genre versuchen die meisten Autoren technische Zu-, bzw. Missstände, der handelnden Gesellschaft versteckt oder unterschwellig in ihre Story zu verpacken. So wirkt die Erzählung echt und plausibel, nicht zu übertrieben. Bei "Die Scanner" fiel mir schon nach ein paar Seiten auf, dass das Buch vor hypermoderner Technik und Möglichkeiten nur so strotzt. Alles, wirklich alles, ist technisiert und futuristisch. Das soziale Netzwerk, das alles steuert und jedwede Information liefert, die Mobrils - moderne Brillen - die alle Arten der Kommunikation übernehmen, futuristische Fortbewegungsmittel und Wohnungseinrichtungen, von denen manche Hausfrau träumt (nein, nicht wirklich). Normalerweise stört mich solch eine genannte Vertechnisierung. Hier passte es und ich war sogar etwas erschrocken, wie man viele dieser Zukunftsvisionen auf unser alltägliches Leben übernehmen könnte. Das Smartphone, unsere Sozialen Netzwerke (insbesondere Facebook), Zahlungsmöglichkeiten und Überschuldung, sowie die Einteilung der Menschen in Klassen - alles findet sein mögliches Gegenüber im Buch und ist gar nicht so weit weg oder abwegig.

Jetzt könnte man den Eindruck gewinnen, dass "Die Scanner" mit erhobenem Zeigefinger auf Missstände und deren Entwicklung in unserer Gesellschaft aufmerksam machen will. Stimmt schon, dieser Eindruck ist nicht ganz von der Hand zu weisen. ABER die Darstellung ist einfach gut getroffen und bietet reichlich Diskussionspotential (ich denke hier an Leserunden oder Schulklassen) oder, wie bei mir, eine Hinterfragung des eigenen Aktionismus in den Sozialen Netzwerken mit meinen technischen Möglichkeiten (und die sind mir jetzt schon zu viel!)

Fazit
"Die Scanner" kann ich jedem empfehlen, der eine ansprechende Geschichte, in einem gar nicht so abwegigen Zukunftsszenario, lesen möchte. Doch Vorsicht! Die Nebenwirkung könnte sein, dass man sich ernsthafte Gedanken über das eigene Verhalten macht, was technische Spielereien- und Möglichkeiten und die eigene Internetzeit-, bzw. Vernetzung, anbelangt. Und sollte man zu dem Schluss kommen, dass man mit seinen Gewohnheiten glücklich ist - auch gut! Von mir gibt es eine uneingeschränkte Empfehlung.

© Damaris Metzger, damarisliest.de

Montag, 18. März 2013

ANGELFIRE Fan-Tour Tag 1: Die Vorstellung + Gewinnspiel



Herzlich Willkommen zu unserer ANGELFIRE Fan-Tour. Wir, das sind 5 Mädels mit 5 Blogs, haben alle eines gemeinsam - wir sind große Fans der Angelfire-Trilogie von Courtney Allison Moulton. Die ersten beiden Bände sind bei uns bereits erschienen und wir sind begeistert! Diese Begeisterung wollen wir mit euch teilen und finden es höchste Zeit die Bücher ausführlich vorzustellen.

TAG 1: Heute mache ich, Damaris, den Anfang und stelle euch die Grundthematik von "Angelfire" vor.

Um was geht es eigentlich?


Ellie ist ein ganz normales Mädchen. Sie wird bald 17 und geht noch zur Highschool. Einzig die immer wiederkehrenden Albträume machen ihr Sorgen. In ihnen wird sie von schrecklichen Wesen verfolgt, die ihr große Angst machen. Die Träume wirken so real, dass Ellie meinen könnte, diese wirklich erlebt zu haben.
Eines Tages taucht ein Junge an der Highschool auf. Will ist Ellie völlig fremd, doch manchmal scheint sie ihn schon ewig zu kennen. Will beobachtet Ellie ständig und hält sich immer in ihrer Nähe auf. Ihr ist das unheimlich und sie stellt Will zur Rede. Seine Antwort ist knapp: "Ich bin dein Beschützer". Ab diesem Zeitpunkt ist Ellies normales Leben vorbei. Die Wesen aus ihren Träumen werden Realität und es ist Ellies Bestimmung sie an der Seite von Will zu bekämpfen.



Was erwartet euch?
Was macht diese Bücher so besonders?


"Angelfire" ist tatsächlich klassische Urban-Fantasy, mit dem Thema des Engel- und Dämonenmythos. Dieser ist zwar vielen Lesern bekannt, die Umsetzung ist hier aber grandios. Man mag zwar im Laufe der Handlung einige bekannte Wesen treffen, andere sind dagegen völlig neu interpretiert und rocken die Story nicht zu knapp. Sehr besonders sind die Dämonenkämpfe, diese bringen viel Action, fetzen komplett und sind super beschrieben (hier geht es hart zur Sache!). Außerdem hat "Angelfire" mit Ellie und Will zwei geniale Hauptcharaktere an Bord mit denen das Lesen einfach Spaß macht.
Natürlich beinhaltet auch "Angelfire" eine Lovestory mit einem schönen Schuss Romantik, die dann in Band 2 ihren vorläufigen Höhepunkt erreicht. Band 1 ("Meine Seele gehört dir") ist wahnsinnig gut. Band 2 ("Auf den Schwingen des Bösen") steht dem in nichts nach! Die meisten Leser, auch ich, sprechen beim zweiten Teil von einer perfekten Fortsetzung, die sich nochmal steigert.

Die Rezensionen


Wer sich noch genauer mit den Büchern beschäftigen will, kann sich hier die Rezensionen zu beiden Bänden anschauen. Eines ist mir allerdings nicht mehr ganz klar; warum habe ich den ersten Band damals mit "nur" 4 Sternen bewertet? Mittlerweile bin ich so begeistert, dass es heute garantiert die Höchstpunktzahl geben würde. Mein Dank geht an Bücherraschung, die Rezension zum zweiten Band durfte ich hier verlinken.



Band 1 "Angelfire: Meine Seele gehört dir" - zur Rezension
Band 2 "Angelfire: Auf den Schwingen des Bösen" - zur Rezension


Unser Gewinnspiel


Diese Bücher verdienen noch viel mehr Fans! Darum haben wir uns mit den Verlagen Page & Turner und Goldmann eine tolle Überraschung überlegt: Bei jeder Station der ANGELFIRE Fan-Tour könnt ihr beide Teile im Set gewinnen. Der Gewinner erhält also Band 1 und Band 2! (Lasst euch von der Covern nicht irritieren, durch einen Verlagswechsel unterscheidet sich die Optik, aber es kommt schließlich auf den Inhalt an.)


"Angelfire: Meine Seele gehört dir" UND "Angelfire: Auf den Schwingen des Bösen" warten auf einen Gewinner


Um teilzunehmen, kommentiert ihr einfach unter diesem Beitrag, indem ihr mir zwei kleine Fragen beantwortet: 

Was spricht dich an der Angelfire-Reihe besonders an?
Hast du schon vor dieser Fan-Tour von den Büchern gehört?

VIEL GLÜCK!


Das Kleingedruckte: Jeder kann mitmachen. Wenn ihr unter 18 Jahre alt seid, benötigt ihr für die Teilnahme das Einverständnis eurer Eltern. Jeder darf nur einmal teilnehmen und erhält dafür 1 Los. Gewinne werden nur innerhalb der EU und in die Schweiz versandt. Erfragte Adressen und E-Mails werden sofort nach Beendigung gelöscht. Reine Gewinnspielblogs sind von der Teilnahme ausgeschlossen. Die Auslosung erfolgt über Random.org. Die Auslosung ist am Montag, den 25.03.2013, hier bei Damaris liest.





Alle Stationen der ANGELFIRE Fan-Tour im Überblick: 

18. März - Damaris liest. - Die Vorstellung
19. März - his & her books - Die Hauptcharaktere
20. März - Born From the Sky - Engel und Dämonen
21. März - Traumwelten - Die Autorin
22. März - Favolas Lesestoff - Hinter den Kulissen




Freitag, 15. März 2013

Rezension zu "Dark Destiny" von Jennifer Benkau



Verlag: script5 (März 2013)
Originaltitel: -
Übersetzer: -
Reihe: 2/2
Ausführung: Hardcover/SU, 464 S.
ISBN: 978-3839001455
18,95 € [D]

Genre: Dystopie

© Cover- und Zitatrechte: script5 Verlag


Das Thema
Hilflos musste Joy mit ansehen, wie Neél von ihren eigenen Leuten gefangen genommen und gefoltert wurde. Ihre große Liebe, all ihre Hoffnungen und Zukunftspläne zersplittern zu einem Scherbenhaufen, als sie schließlich von Neéls Tod erfährt. Trotz ihrer unendlichen Trauer fasst Joy einen folgenschweren Entschluss: Sie will nicht länger zu Matthials Clan gehören. Also macht sie sich allein und schlecht ausgerüstet auf den Weg durch Bomberland und von feindlichen Clans besetztes Gebiet. Es ist eine Suche nach Antworten: Wie starb Neél? Und warum? Doch es ist auch eine Suche, an deren Ende Hoffnung steht. Hoffnung auf eine zweite Chance. (Klappentext: script5 Verlag)

Die Rezension

Der Anfang: Ich hatte immer gedacht, der erste gewonnene Gerichtsprozess würde meine Zweifel verstummen lassen.

Wie grausam! Man wollte aufschreien beim Lesen der letzten Zeilen des Vorgängerbandes "Dark Canopy". Und mit der Ankündigung des Dilogieabschlusses "Dark Destiny" präsentierte der Verlag einen Klappentext, der noch zusätzlich Salz in die Wunden der geschundenen Leserherzen streute. Eines ist sicher; Jennifer Benkau präsentiere dem Leser in Band 1 wohl einen der fiesesten Cliffhanger überhaupt. Und jetzt sollen wir beim Abschlussband alle Hoffnungen auf ein Happy-End begraben? "Dark Destiny" darf man sich nicht entgehen lassen, es ist (wieder) einmalig. Darum konzentriert sich diese Rezension auch NICHT auf Neél, den Mann, bzw. Percent, des allgemeinen Interesses. Wie es der Autorin gelingt, trotz anderweitigen Leserwünschen, ein perfektes Buch zu schreiben, davon sollte sich jeder "live" überzeugen.

Ich konnte an nichts anderes als an Neél denken. - Joy, S. 44

Verständlich sind sie, Joys Gedanken. Und verständlich ist auch, dass sie es bei ihrem Clan, vor allem Clanführer Matthial, nicht mehr aushält. Sie macht sich alleine, mitten im Winter, auf den Weg, um Antworten zu finden. Dafür ist ihr keine Gefahr zu groß. Joy hat mit einem schweren Schicksalsschlag zu kämpfen und um mit diesem Leben zu können, ist ihr kein Winter zu kalt und kein Weg zu weit.
Joy war noch nie ein friedfertiger und einfacher Hauptcharakter. Sie hat eine sehr kantige Persönlichkeit, an deren scharfen Ecken sich so mancher Leser schneiden dürfte. Eine ganz besondere junge Frau. In "Dark Destiny" hat sich Joy jedoch etwas verändert. Sie wirkt weicher, viel feinfühliger. Außerdem ist sie sehr sensibel und weint viel (mehr) als bei ihrer harten Ausbildung zum Chivvy. Aber gebrochen ist sie nicht. Nach wie vor kann sie verbal und körperlich wunderbar austeilen. Ob in Verhandlungen mit einem Clanführer oder gegenüber einem Percent-Rüpel in einer Bar, Joy scheut keinen Konflikt. Ihre mentale Stärke erstaunt.

Ich fühlte mich unberechenbar, fürchtete, jegliche Kontrolle über mich zu verlieren, als säße in meiner Brust ein wildes, zorniges Tier, das meine Schwäche ausnutzen wollte, um aus mir herauszubrechen. Mir war klar, dass Rachsucht ein vernichtendes Gefühl war und zu nichts führte. [...] Das Tier dagegen schrie nach Rache. - Joy, S. 38

Geschrieben ist das Buch gewohnt erstklassig. Der Stil hat eine ganz eigene Dynamik und wirkt sehr emotional. Spannende Stellen gibt es zuhauf, gleichzeitig gibt es aber auch viele nachdenkliche, ruhigere Parts. Der Fokus der dunklen Geschichte liegt sicher nicht auf Humor und Heiterkeit, auch wenn es einige Stellen gibt, die den Leser schmunzeln lassen oder man echte Freude verspürt. Eine Vorliebe der Autorin für Metaphern und Vergleiche lässt sich auch hier erkennen. So ist nicht nur die Umgebungsbeschreibung sehr bildlich, auch die Gefühlswelt der Protagonisten geht tief (und oft ans Herz!).

Bei vielen Büchern dieses Genre, egal wie die Bewertung ausfällt, ähnelt sich der Plot in dem Sinne, dass die Handlung in einem großen Finale (oft sehr actionreich und spannend) endet. "Dark Destiny" ist eines der wenigen Bücher, die hier von der Norm abweichen. Ja, auch hier gibt es gegen Ende viel Action und nicht weniger Dramatik. Doch schlägt das Buch dann nochmals eine andere Richtung ein, die man so nicht erwartet, die aber Antwort auf so manche Schauplatz- und Was-ist-eigentlich-mit-der-Welt-passiert?-Frage klärt. In "Dark Destiny" fühlt man sich im letzten Buchdrittel nicht, wie so oft, gehetzt oder durch die Geschichte gejagt. Jede Sequenz hat genau die richtige Länge. Der Spagat zwischen Information und Lesefluss gelingt sehr gut!

Nur kurz zum Ende. Die Dilogie ist abgeschlossen, das Buchende somit endgültig. Es ist anders. Es ist hoffnungsvoll. Es ist nicht schmerzfrei. Es ist perfekt!

Das persönliche Fazit
Dark Canopy ist eine Maschine, die Dark Destiny ist Joys Schicksal! Und was soll ich da jetzt sagen? "Dark Destiny" ist ein überragendes, großartiges Buch. Darüber zu schreiben ist sehr emotional und aufwühlend. Bewundern muss ich, dass es der Autorin gelingt, den Schluss so zu gestalten, dass man zufrieden ist und ein gutes Gefühl hat, obwohl man das bei DIESEM Ende so gar nicht erwarten würde. Es passt einfach. Das Setting, die Charaktere und der Stil - alles qualitativ erstklassig! Darum auch 5 schicksalsträchtige Sterne!


Als Gesamtpaket gesehen gehören "Dark Canopy" und "Dark Destiny" zweifellos zu den besten dystopischen Geschichten überhaupt (auch international!). Ein Muss für Fans dieses Genre!

Aufmachung: 4,5 / 5
Handlung: 5 / 5
Charaktere: 5 / 5
Lesespaß: 5 / 5
Preis/Leistung: 5 / 5

© Damaris Metzger, damarisliest.de



Reiheninfo der Dark Canopy-Dilogie

Band 1 - Dark Canopy
Band 2 - Dark Destiny

Montag, 11. März 2013

Review zu "Warm Bodies" (Mein fahler Freund) von Isaac Marion



Tropen bei Klett-Cotta (Februar 2013),
Taschenbuch, Filmausgabe, 299 Seiten,
9,95 € [D]
www.warmbodies-derfilm.de

Hardcovertitel: "Mein fahler Freund"


"Ich bin tot, aber das ist nicht so schlimm."

R ist ein Zombie. Es ist ihm peinlich, dass er sich nur an den ersten Buchstaben seines Namens erinnern kann. Wie die anderen Zombies verbringt R seine Zeit mit Herumstehen und Stöhnen. Was die Wenigsten wissen: Tot sein ist leicht. Bei einem der Raubzüge in der Stadt trifft R auf Julie. Dummerweise hat er gerade das Hirn ihres Freundes gegessen. R weiß nicht warum, aber er verliebt sich unsterblich in Julie - ausgerechnet in ein lebendes menschliches Wesen. "Warm Bodies" erzählt die Geschichte des bestaussehenden und charmantesten Zombies aller Zeiten. (Text-, Zitat-, und Bildquelle: Klett-Cotta Verlag)


Ich presse die Hand auf mein Herz. Dann strecke ich sie langsam nach Julie aus und legte sie auf ihres. [...] Sie sieht hinab auf meine Hand und starrt mich entgeistert an. "Willst du. Mich. Verarschen." - R, S. 64


Meine Meinung
"Warm Bodies" war nicht mein erstes Zombie-Buch und es ist auch nicht die einzige Lovestory mit diesen toten Gesellen. Man braucht schon eine gewisse Affinität für diese Art von Geschichten, denn ohne gruselige und makabere Szenen geht es hier meistens nicht. Interessiert hat mich das Buch schon in der originalen Hardcoverausgabe "Mein fahler Freund". Wahrscheinlich ist das Thema Zombie, besonders eine Zombie-Lovestory, noch ein echter Exot im Buchgenre. Das Buch hatte schon in der originalen Version viele gute Kritiken. Kann ich mich diesen jetzt anschließen? Ich kann! "Warm Bodies" hat mich absolut nicht kalt gelassen. Es ist wunderbar!

Der Handlungsstrang ist einfach. Im Grunde geht es darum, dass R Julie begegnet, einem Menschenmädchen, und sich in sie verliebt. Die Art und Weise, wie das vonstatten geht, ist, man kann es nicht anders beschreiben, makaber sympathisch und tödlich romantisch.
Die Story spielt im ehemaligen Amerika. Was genau passiert, und warum es Zombies gibt, erfährt man zuerst spärlich und dann auch nicht allumfassend. Das macht aber überhaupt nichts aus. Das Setting soll die Geschichte unterstützen und nicht ablösen.

Die ganze Geschichte wird vom Zombie R erzählt. Zombies vergessen mit dem Stadium ihres Alters, bzw. ihrer Verwesung immer mehr und auch R kann sich nicht mehr an seinen vollen Namen erinnern. Das Besondere (neben dem Umstand, dass wir es hier mit einem männlichen Ich-Erzähler zu tun haben) ist Rs Art zu Denken. Er kann zwar kaum sprechen, muss sich auf einzelne Wörter oder Silben beschränken, denkt aber wie ein normaler Mensch. Meiner Meinung nach sogar darüber hinaus, oft philosophisch und tiefsinnig. Wenn R also mit wörtlicher Rede spricht, ist das sehr kurz, abgehackt und mit vielen ... Punktierungen. Denkt, bzw. erzählt er, dann kommt man seinen gedanklich-verbalen Ergüssen manchmal kaum hinterher.

Die toughe Julie verändert nicht nur Rs Denkweise, sondern auch seinen Zustand. Das fällt beim Lesen sofort auf. Genaueres muss man lesen, es ist einfach nur erstaunlich. So wird aus stumpfer Gleichgüligkeit ein sympathischer und freundlicher Beschützer. Seine Art zu erzählen ist sehr trocken, humorvoll und lyrisch. Ich erinnere, R ist ein verwesender Zombie, dem man nicht im Traum begegnen möchte. Trotzdem erobert er das Leserherz im Sturm. Ich fand ihn und seine Gedankengänge beeindruckend.

Spannende und nachdenkliche Parts wechseln sich ständig ab. Eine fahle Story sieht anders aus. Insbesondere das Ende ist supergut, aber eben auch speziell.
"Warm Bodies" kann man als abgeschlossenen Roman lesen. Auf seiner Homepage www.isaacmarion.com hat der Autor ein Prequel zur Geschichte ("The New Hunger", E-Book, bislang nur auf Englisch) veröffentlicht und auch eine Fortführung des Romans ist geplant.

Fazit
"Warm Bodies" kann ich wärmstens empfehlen! Es ließ mich überhaupt nicht kalt - nach nur 100 Seiten hatte ich Tränen der Rührung in den Augen - und hat mir das Herz gewärmt (ja, ich weiß, aber diese warm/kalt-Wortspiele passen hier einfach zu gut). Das Buch ist makaber und spannend und krass und gefühlvoll und lyrisch und anders. Außerdem hat es einen großartigen Stil. Eine Zombiegeschichte, die sich jetzt zu meinen Lieblingen zählen darf. Unbedingt und wärmstens empfehlenswert!

© Damaris Metzger, damarisliest.de


Kinotrailer zur Buchverfilmung von 2013


Donnerstag, 7. März 2013

RUBINROT - Tolles Gewinnspiel zum Kinostart der Buchverfilmung



Ich bin ein großer Fan von Buchverfilmungen! Nächste Woche, am 14. März, folgt endlich ein Kinostart, auf den viele Fans schon sehnsüchtig warten: Rubinrot - nach der Romanvorlage von Kerstin Gier. Natürlich habe ich das Buch gelesen, der Film wird somit ein Muss!

Am 5. März 2013 war bereits in München die Weltpremiere, bei der sich die Schauspieler auf dem Roten Teppich präsentierten. Hier einige Bilder von der Premiere (mit freundlicher Genehmigung der Concorde Filmverleih GmbH):


Marie Ehrich (Gwendolyn) und Jannis Niewöhner (Gideon)
© Concorde Filmverleih GmbH



Josefine Preuß (Lucy) und Kostja Ullmann (Geist James)
© Concorde Filmverleih GmbH



Gruppenbild mit Kerstin Gier
© Concorde Filmverleih GmbH


Den Kinostart wollen wir feiern! Dazu hat euch der Arena Verlag ein Gewinnpäckchen geschnürt, das hier bei Damaris liest. verlost wird. Folgendes könnt ihr gewinnen:



1. Preis - Ein Rubinrot Buch (Filmausgabe) + Rubinrot Display-Cleaner



2. Preis - Eine Rubinrot Soundtrack-CD + Rubinrot Display-Cleaner



3. Preis - Eine Rubinrot Kino-Eintrittskarte + Rubinrot Display-Cleaner



 Die Gewinnspielfrage:

Welchen Namen/Ausdruck verwendet Gwendolyn für Gideon, als sie mit ihm in einem Beichtstuhl flirtet?


Um teilzunehmen beantwortet mir diese Frage zum Buch, und füllt das folgendes Formular aus.
Die Lösung findet ihr ganz einfach, wenn ihr euch den Rubinrot-Teil, meiner Review zur Edelstein-Trilogie durchlest. HIER findet ihr die Antwort ...


Gewinnspielformular (abgelaufen)


Die Gewinner werden von mir, nach Beendigung des Gewinnspiels, per E-Mail benachrichtigt und in einem Kommentar unter diesem Beitrag genannt.


Viel Spaß und viel Glück allen Teilnehmern! 

Das Kleingedruckte: Jeder kann mitmachen. Wenn ihr unter 18 Jahre alt seid, benötigt ihr für die Teilnahme das Einverständnis eurer Eltern. Jeder darf nur einmal teilnehmen und erhält dafür 1 Los. Gewinne werden nur innerhalb der EU und in die Schweiz versandt. E-Mail Adressen werden sofort nach Beendigung gelöscht. Reine Gewinnspielblogs sind von der Teilnahme ausgeschlossen. Die Auslosung erfolgt über Random.org. Teilnahmeschluss ist Donnerstag, der 14.03.2013!




Mittwoch, 6. März 2013

Review zu "Escape" von Jennifer Rush



Loewe (Januar 2013), Band 1,
Klappenbroschur, 320 Seiten,
12,95 € [D]


Wer sind die vier jungen Männer, die im Keller von Annas Haus gefangen gehalten werden? Tag für Tag führen Anna und ihr Vater im Auftrag der "Sektion" medizinische Tests mit ihnen durch. Und Nacht für Nacht schleicht sich Anna in den Keller, um sich heimlich mit Sam, dem Anführer, zu treffen. Denn in ihn ist sie verliebt. Niemand weiß, warum die vier für diese Versuche ausgewählt wurden. Am wenigsten sie selbst, denn ihre Erinnerung reicht nur exakt fünf Jahre zurück. Als sich für Sam und die anderen die Gelegenheit zur Flucht ergibt, schließt Anna sich ihnen an. Es beginnt eine atemlose Jagd quer durch die Vereinigten Staaten, immer auf der Suche nach der wahren Identität der vier Jungen. Und die einzige Spur, die sie haben, ist ein rätselhaftes Tattoo auf Sams Rücken. (Text-, Bild- und Zitatequelle: Loewe Verlag)


So war das auch mit der Hoffnung  Man klammerte sich an etwas, von dem man nicht wusste, ob man es jemals erreichen würde. Aber man musste sich trotzdem weiter daran festhalten, denn wo blieb sonst der Sinn? - S. 117


Meine Meinung
Alleine die Idee hat schon was für sich: Ein Mädchen, Anna, entdeckt, dass im Keller ihres Vaters vier Jungen in Einzelzellen gefangen gehalten werden. Im Auftrag einer dubiosen Firma werden mit ihnen medizinische Test durchgeführt. Nach einem Zwischenfall gelingt den Jungen die Flucht und Anna begleitet sie. Von nun an beginnt eine spannende Hetzjagd durch die USA, immer auf der Suche nach Herkunft, Sinn und Zweck der Jungen - und Anna!
Nicht nur die Idee ist äußerst gelungen, sondern auch die Story an sich begeistert. Achtung, hier wird es spannend, rasant und auch sehr brutal. Würde man das Buch ins Filmgenre packen, könnte man es als waschechten Action-Thriller bezeichnen.

In einer ganz einfachen und ansprechenden Sprache erzählt Jennifer Rush die Geschichte von Anna in der Ich-Form. Die Perspektive wechselt nie, da die Geschichte recht linear verläuft und Anna immer mitten im Geschehen dabei ist. Die Autorin hat hat jedem ihrer fünf Hauptprotagonisten bestimmte Eigenschaften und Charaktermerkmale mit auf dem Weg gegeben, dadurch konnte ich sie schnell unterscheiden und immer richtig zuordnen. Auch der Informationsfluss kommt nicht geballt, sondern gleicht eher einem Memory-Spiel, das man Stück für Stück aufdeckt. Gerade das fand ich perfekt, weil man so der Geschichte die volle Aufmerksamkeit schenkt. Warum werden die Jungs in Zellen (ähnlich denen in "Das Schweigen der Lämmer") gefangen gehalten? Warum die medizinischen Tests? Warum können sie sich an ihr früheres Leben nicht erinnern? Und welche Rolle spielt Anna? "Escape" ist zwar der Beginn einer Reihe, doch wird man als Leser bei diesen Fragen nicht im Unklaren gelassen. Sie werden gelöst, verteilt über die ganze Geschichte.

Obwohl das Buch sehr actionreich ist, gibt es natürlich nicht nur rasante Momente. Zwischendurch darf man auch mal Luftholen, weil sich die Beziehungen zwischen den einzelnen Protagonisten weiterentwickelt oder Anna über ihre Situation nachdenkt. Wenn man aber mit Anna und den vier Jungs in eine der vielen Actionszenen schlittert, werden keine Blumen mehr gepflückt, sondern gleich die ganze Wiese gemäht! Es geht mitunter schon sehr hart zu. Ich sag mal so, bevor ein Gegner ausgeknockt wird, wird er vorher erschossen. Das passt zum Buch und zur kompromisslosen Geschichte, etwas überrascht hat mich die bildliche Gewalt aber schon. Ich vertrage das, zimperlich darf man hier als Leser auch nicht sein.

Mir war bis zu diesem Moment nicht bewusst gewesen, wie sehr ich mir wünschte, dass er mir traute. Nach allem, was wir durchgemacht hatten, stand ich noch immer auf seiner Seite. Und dort würde ich auch immer bleiben. Selbst wenn es mich das Leben kostete. - S. 194

Ab dem ersten Kapitel weiß man, dass Anna in den Anführer der Jungen, Sam, verliebt ist. Es ist nicht genau klar, ob Sam diese Gefühle in gleicher Weise erwidert. Die Lovestory entwickelt sich langsam und ist sehr beherrscht und ehrlich. Ich mochte das. Nun gut, einige Phrasen von Anna wirkten dann doch sehr pathetisch (siehe Zitat!), aber irgendwie war das auch süß. Anna hatte für mich die Rolle einer eher neutralen Hauptperson. Ein Bezug zu ihr blieb (für mich) an der Oberfläche. Dem tollen Leseerlebnis schadete das aber überhaupt nicht.
Nach einem letzten Buchdrittel, wie aus einem Actionfilm, ist "Escape" dann leider viel zu schnell zu Ende. Das Buch endet nicht abrupt, bereitet aber den Weg für den Folgeband. Ich bin mir sicher, dass die Fortsetzung, nach diesem absolut gelungen Start, von jedem Leser schnell herbeigesehnt wird.

Fazit
Der deutsche Buchtitel "Escape" (Flucht, Entkommen) passt hier ebenso gut wie der Originaltitel "Altered" (verändert, modifiziert). Beide Begriffe sind Hauptbestandteile der Geschichte. Bis auf ein ganz kleines Sci-Fi Element ist das Buch ein reiner Thriller, ohne Fantasy. Auf interessierte Leser wartet eine spannender, rasanter Thriller mit dem Flair eines Action-Blockbusters. Ich war durchweg neugierig und permanent am Mitfiebern. Band 2 kann für mich gar nicht früh genug erscheinen. Eine klare Leseempfehlung!

© Damaris Metzger, damarisliest.de

Dienstag, 5. März 2013

Buchzugänge vs. Buchabgänge im Februar 2013

Der Februar war ein kurzer Monat, darum kam ich bei den gelesenen Bücher auch nicht ganz auf meinen Durchschnitt von etwa 10 Büchern. Für mich bin ich aber ganz zufrieden. Es war ein toller Monat, mit Highlights und auch Mittelmaßbüchern. Trotzdem hatte ich viel Spaß!

Meine Buchzugänge von Februar 2013 - 9 Bücher: 




Der Erdbeerplücker und Numbers: Den Tod im Blick habe ich privat bei Lesegiraffe gekauft. Ersteres habe ich auch schon gelesen. Ein wirklich guter Jugendthriller. Deine Augen, Dein Tod erschien ganz neu bei FJB, genau wie Wie ein unsichtbares Band und Die Scanner bei KJB. Bisher sind die Neuzugänge sehr thrillerlastig, fällt mir gerade so auf.
Zurück nach Holly Hill und Urbat: Gefährliche Gnade habe ich mit Reni privat und über Tauschticket.de getauscht. Danke! Jederzeit wieder und immer gerne. Auf Warm Bodies kam ich durch den genialen TRAILER zum momentan laufenden Kinofilm. Danach wurde das Buch sofort bestellt. Das Originalbuch "Mein fahler Freund" hat mich schon immer interessiert (vor allem wegen der guten Rezis!), aber das Cover finde ich nur schrecklich. Darum bin ich jetzt sehr glücklich mit der roten Filmausgabe. Sie wird geschmökert (bin schon fast durch und sehr angetan!), bevor ich mir den Film im Kino anschaue. 
Zuletzt gab es noch Die Bestimmung: Tödliche Wahrheit, ebenfalls beim Tauschticket.


Buchabgänge - Gelesen habe ich im Februar 9 Bücher:





Rezensionen, Reviews und High Fives gibt es zu

Pretty clever und der Abschlussband der Cassia & Ky-Trilogie Die Ankunft waren für mich die beiden Mittelmaßbücher im Februar. Absolutes Highlight war Angelfire: Auf den Schwingen des Bösen (ohne Rezi!), welches seinem Vorgänger in absolut NICHTS nachstand und eher noch eine Schippe draufgepackt hat. Mehr Action, mehr Spannung, mehr Love! Rock Me war super, einfach nur Hot'n'Sweet - ein tolles Buch! Alle anderen gelesenen Bücher kann ich ebenso empfehlen.

Montag, 4. März 2013

Rezension zu "Die Ankunft" von Ally Condie



Verlag: Fischer FJB (Juli 2013)
Originaltitel: Reached
Übersetzer: Stefanie Schäfer
Reihe: Band 3/3, ab ca. 14-17 J.
Ausführung: Hardcover/SU, 608 S.
ISBN: 978-3841421517
16,99 € [D]

Genre: Dystopie

© Cover- und Zitatrechte: Fischer FJB Verlag


Das Thema
Cassia und Ky arbeiten nun beide für den Steuermann und die Erhebung, eine Untergrundbewegung, die das System der Gesellschaft stürzen will. Während Ky direkt für die Erhebung als Pilot arbeitet, wurde Cassia als geheime Erhebungsangehörige zurück in die Gesellschaft geschleust. Sie arbeitet wieder als Sortiererin und handelt mit den Archivisten. Während Cassia und Ky getrennt voneinander eingesetzt sind, gestaltet sich ein Treffen durch eine ausbrechende Seuche und die Übernahme des Systems durch die Erhebung, als äußerst schwierig. Dafür trifft Cassia wieder auf Xander, ihren ausgewählter Partner, der in einer Provinz der Gesellschaft als Funktionär arbeitet. Doch auf welcher Seite steht Xander wirklich? Kann Cassia ihm vertrauen?

Die Rezension

Der Anfang: Jeden Morgen geht die Sonne auf, färbt die Erde rot, und ich denke: Dies könnte der Tag sein, an dem sich alles ändert.

Mit "Die Ankunft" ist er dann also endlich angekommen, der lang ersehnte Abschlussband der Cassia & Ky-Trilogie. Die leisen Töne, der Gänsehautfaktor und die beharrliche Eindringlichkeit von Band 1 "Die Auswahl" hat die Reihe auf die Toplisten vieler begeistertet Leser katapultiert. Der zweite Band "Die Flucht" spielte in anderen Gefilden, was einige Leser etwas irritierte und dennoch eine Geschichte mit hoher Qualität und unvergessenen Eindrücken war. Wie schlägt sich also nun "Die Ankunft" in dieser Reihe? Kann das Buch genauso überzeugen wie ihre Vorgänger? Leider nicht komplett, bzw. nur bedingt. Sagen wir es so: Ein stimmiger Abschluss, der aber in der Summe als der schwächste Band der Reihe gelten kann.

Ally Condie erzählt die Handlung in "Die Ankunft" gleich aus drei Blickwinkeln. Jeweils in der Ich-Form, Präsens, schildern Cassia, Ky und Xander ihre Erlebnisse. Das ist auch so, da die drei Hauptpersonen die meiste Zeit getrennt voneinander agieren, man so aber doch eine Übersicht über das Geschehen behält - einen Rundumblick, der viel zum Verständnis der Situation beiträgt. Cassia, die Sortiererin, Ky, der Pilot und Xander, der Funktionär und Arzt. So erfährt man auch, was diese Hauptcharaktere übereinander denken und wie ihre Gefühle für die jeweils anderen sind.
Auch erfährt man die Sichtweisen der drei über die Gesellschaft und den Gegenspieler, die Erhebung samt Steuermann. Diese versucht im Laufe der Handlung den allumfassenden Gegenschlag, die Machtübernahme. Aber nicht etwa mit Militäreinsatz, sondern mit einer Seuche, mit deren Behandlung die Erhebung als großer Retter der Bevölkerung dastehen will. Doch die Vorgehensweise ist umstritten, und so stellt man sich als Leser bald die Frage, ob die Erhebung wirklich der große Befreier ist, oder die Menschen hier nur vom Regen in die Traufe kommen.

Die Seuche ist unter Kontrolle. Bald wird alles wieder gut, und Cassia und ich können zusammen sein. Ich möchte gerne an den Steuermann glauben. Manchmal. - Ky, S. 221

So gut die separaten Blickwinkel der Charaktere auch sind, so hat man in "Die Ankunft" aber doch das Gefühl, dass vor allem Cassia und Ky viel zu lange getrennt voneinander sind. Das wurde auch schon im Vorgänger aufgegriffen, doch das rührend-romantische Wiedersehen und die gemeinsamen Momente danach entschädigten dann doch alle Romantikfans. Das Wiedersehen hier könnte dann nüchterner nicht ausfallen. Man ist schon fast verzweifelt, wenn einer Berührung, zack, das nächste Hindernis im Weg steht. Und es sei auch gesagt, dass man in diesem Abschlussband die Romantik mit der Lupe, bzw. zwischen den Zeilen suchen darf. Hübsch verpackt in Gedichte oder Gedanken von Cassia über Ky (oder umgekehrt), während beide getrennt voneinander sind. Der Fokus mag ja an anderer Stelle richtig platziert sein, doch fühlt sich dieser Punkt, gerade weil die Reihe Cassia & Ky heißt, zu sehr vernachlässigt an.

"Die Ankunft" liest sich gewohnt ruhig, stellenweise auch mit Längen. Es gibt ein paar Gänsehautszenen, die aber hinter denen aus "Die Auswahl" (Stichwort "Geh nicht gelassen ...", Großvater, Schluss) leider zurückstehen müssen. Der Zauber funktioniert hier einfach nicht so gut.
Im Überblick ist der Abschluss gut gewählt, die Qualität hoch, trifft aber nicht durchgehend die Erwartungen. Die Handlung im Buch zu politisch, sehr medizinisch und nüchtern aber auch tiefgreifend-lyrisch und zukunftsweisend für die Charaktere. Für Fans der Reihe ist dieser Abschluss, ungeachtet des Mittelmaßstatus, ein Muss.

Das persönliche Fazit
Angekommen bin ich und umso mehr ich über "Die Ankunft" und die Handlung nachdenke, umso zufriedener werden ich mit dem Abschluss. Dennoch ist dieser dritte Teil für mich der schwächste der Reihe. Teilweise sind die 600 Seiten doch etwas langwierig, sogar langweilig. Die Romantik zwischen Cassia & Ky war mir zu spärlich. Es ist natürlich eine Jugendbuchreihe, ja, doch ich erwarte auch hier mehr als Gefühle und kurze Gesten, verpackt in Gedichte und Lyrik. Das Gänsehautfeeling von Band 1 (und auch Band 2) wollte sich bei mir nicht richtig einstellen. Obwohl ich mit "Die Ankunft" keine Mühe hatte und die Cassia & Ky-Reihe ihre Wirkung auf mich nicht verfehlte, kann ich dem Buch nur ein mittelmäßiges Leseerlebnis quittieren. 3 Sterne!
Handlung: 3 / 5
Charaktere: 4 / 5
Lesespaß: 3 / 5
Preis/Leistung: 3 / 5

© Damaris Metzger, damarisliest.de


Reiheninfo Cassia & Ky-Trilogie
1. Die Auswahl (engl. Matched)
2. Die Flucht (engl. Crossed)
3. Die Ankunft (engl. Reached)

Sonntag, 3. März 2013

Zitate aus "Die Ankunft" von Ally Condie

Ich will so viel! Glück, Freiheit, Liebe. Aber auch ein paar ganz konkrete Wünsche habe ich. - Cassia, S. 32
Man kann seinem Leben keine andere Wendung geben, wenn man am selben Punkt verharrt. - Cassia, S. 272
Wenn man einmal der Hoffnung Raum gibt, überwältigt sie einen. Sie füllt die innere Leere und steigt an den Knochen empor. Sie wächst, bis sie die Knochen ersetzt und zu dem wird, was einen zusammenhält. Einen aufrecht hält. Bis man nicht mehr ohne sie leben kann. - Ky, S. 300
[...] Ich steige ins Dunkel für dich. Wartest du in den Sternen auf mich? - Cassia an Ky, S. 341
Ich würde mich immer wieder in sie verlieben, wieder und wieder und immer wieder. - Ky, S. 573

© Zitatrechte FISCHER FJB