Mittwoch, 30. Januar 2013

Review zu "Easy" von Tammara Webber



Penguin (September 2012),
Kindle E-Book, ca. 318 Druckseiten,
Sprache: Englisch,
z. Zt. 5,49 € [D]


When Jacqueline follows her long-term boyfriend to college, the last thing she expects is a breakup. After two weeks in shock she wakes up to her new reality: she's single, ignored by former friends, and failing a class for the first time in her life. Leaving a party alone, she is assaulted. Rescued by a stranger in the right place at the right time, she just wants to forget that night. But when her attacker turns stalker she has to make a choice: crumple in defeat or learn to fight back. Her savior proves protective and intriguing, but he's hiding secrets of his own. Suddenly, knowing who to trust is anything but easy. (Text- und Bildquelle: Amazon.de)

Englisches Sprachniveau: Bei "Easy" brauchte ich zunächst eine gewisse Einlesezeit. Schwierig ist das Buch nicht, trotzdem verwendet die Autorin einige etwas ungewöhnlichere Verben und Adjektive, die mancher Autor vielleicht einfacher ausgedrückt hätte. Das ist aber nur mein subjektiver Eindruck. Außerdem studiert Prota Jacqueline Economics (Wirtschaftswissenschaften), was hin und wieder spezielle Vokabelkenntnisse erforderte oder auch Abkürzungen enthält, die ein Not-Native Speaker vielleicht nicht weiß. Vieles erschließt sich aber aus dem Text, bzw. ist für das Verstehen der Geschichte nicht notwendig. Insgesamt flüssig und angenehm zu lesen. Wer ab und an englische Bücher liest, wird keine Sprachprobleme haben.


Meine Meinung
Jacqueline ist ihrem angesagten Freund Kennedy auf ein College gefolgt, anstatt sich bei einer Musik-Uni zu bewerben. Doch auf dem College macht Kennedy mit ihr Schluss, und Jacqueline ist zwei Wochen lang vor Trauer und Schmerz nicht fähig den Unterricht zu besuchen. Danach realisiert sie, dass sie ihr Leben neu ordnen muss und unbedingt Nachhilfestunden braucht, um Wirtschaftswissenschaften zu bestehen.
Unabhängig davon wir sie nach einer Halloween Party vor ihrem Auto von einem Studienkollege angegriffen und fast vergewaltigt. In letzter Minute rettet sie ein Mitschüler und schläft den Angreifer nieder. Das ist Jacquelines erstes Zusammentreffen mit Lucas Maxfield ...

"Easy" zeigt sich als mehr oder weniger typische (Bad Boy) College-Lovestory im, zurzeit sehr angesagten, Contemporary Romance-Bereich, für etwas ältere jugendliche-, bzw. erwachsene Leser. Wer diese Art von Geschichten nicht mag, braucht sich mit "Easy" nicht näher zu beschäftigen. Wer jedoch gerne Bücher im Stil von "Beautiful Disaster" oder "Du oder das ganze Leben" liest, der könnte auch an "Easy" Gefallen finden.

Jacqueline ist eine angenehme Hauptprotagonistin. Die Trennung von ihrem Freund, sowie die beinahe Vergewaltigung verunsichern sie schwer. Im Laufe der Geschichte hat sie einiges aufzuarbeiten. Ihre Gedanken und Gefühle dazu sind plausibel, nicht überzogen und gut dargestellt. Besonders gut gefallen hat mir ihre Freundin und Zimmerkollegin Erin. Sie ist crazy-fürsorglich und hatte mich sofort auf ihrer Seite. Von Erin schneidet sich Jacqueline oft eine Scheibe ab und reagiert dann dementsprechend cool und lustig.

Tammara Webber widmet sich hier ebenfalls einer Bad Boy-Lovestory, bei der der böse Junge aber überhaupt nicht bad ist. Lucas wird zwar in der Geschichte als Bad Boy betitelt, vielmehr empfand ich ihn aber als sehr freundlich und liebenswürdig, was aber keine Herabsetzung meiner Lesefreude bedeutete. Ich mochte Lucas Maxfield als Charakter sehr gerne. Im Grunde ist er ein liebevoller und freundlicher junger Mann, mit einer sehr vorbelasteten Vergangenheit, die dann während der Geschichte ans Licht kommt. Ein bekanntes Schema, das für ein gewisses Drama sorgt.
Natürlich - um dem Klischee des Bad Boys zu entsprechen - hat ihn die Autorin mit allen gängigen Attributen eines solchen ausgestattet. Unglaublich gutes Aussehen (sexy, hot, yummie, ...), die obligatorischen Tattoos, ja, nicht einmal das Motorrad darf hier fehlen. Gestört habe ich mich daran nie. Es passt trotzdem zu ihm und Lucas ist ein toller männlicher Hauptcharakter.

Kurzzeitig könnte man auf den Gedanken kommen, das man es in "Easy" mit einer Dreiecksbeziehung zu tun bekommt. Mich konnte die Autorin damit zwar nicht hinters Licht führen (und das lag nicht nur an den gleichen Anfangsbuchstaben der Jungs), aber das beabsichtigt sie auch gar nicht. Die Sache wird nämlich ziemlich schnell aufgelöst. Mir gefiel dieser Gesichtspunkt sogar sehr gut.
"Easy" ist (manchmal) dramatisch, schön kribbelig-romantisch und auch sehr humorvoll. Ich erinnere mich, dass ich an einer Stelle peinlich berührt und laut aufgelacht habe (wer's lesen möchte - Stichwort: Rasenmäher!), bzw. oft gegrinst habe. Die Story ist somit sehr ausgeglichen und unterhält bestens.

Den vielen Meinungen, "Easy" sei besonders tiefsinnig, kann ich mich nicht anschließen. Natürlich werden im Roman schlimme Dinge, wie Vergewaltigung, oder auch Trennungsschmerz, thematisiert. Tief psychologische Fragen und Antworten gibt es aber nicht. Dazu hat die Geschichte einen zu großen Unterhaltungswert.

Fazit
"Easy" war - nach meiner Einlesezeit - echtes easy Reading, das mir großen Spaß gemacht hat. Lucas, ein herziger Bad Boy (der definitiv nicht richtig bad ist) und eine angenehme und teils lustige Jacqueline machen "Easy" genau zu der College- oder Highschool-Lovestory, die Freunde dieses Genres gerne lesen. Schöne Geschichte mit einem wunderschönen und passenden Schlusssatz!

© Damaris Metzger, damarisliest.de

Montag, 28. Januar 2013

Rezension zu "Kyria & Reb: Die Rückkehr" von Andrea Schacht



Verlag: Egmont INK (Januar 2013)
Originaltitel: -
Übersetzer: -
Reihe: 2/2, ab ca. 12-15 J.
Ausführung: Hardcover/SU, 384 S.
ISBN: 978-3863960384
17,99 € [D]

Genre: Dystopie

© Cover- und Zitatrechte: Egmont INK Verlag


Das Thema
Überstürzt muss Kyria das Reservat verlassen, weil sie beschuldigt wird, im Auftrag ihrer Mutter, einen Sabotageanschlag verübt zu haben. Eigentlich wollte sie mit Reb zusammen nach NuYu (New Europe) zurückkehren, um gemeinsam den Mord an ihrem Vater aufzudecken. Doch Reb ist gerade auf dem Weg nach Irland. Dort kauft er Pferde für die Zucht seines Vaters und weiß nichts von Kyrias hastigem Aufbruch. Kyria hofft, dass Reb später nachkommt und möchte währenddessen selbst nach den Mördern ihres Vaters suchen. Doch während ihrer Abwesenheit hat sich in NuYu viel verändert. Die politische Situation hat sich zugespitzt, und Kyrias Mutter, eine der Präsidentschaftskandidatinnen, sieht Kyrias Anschuldigungen kritisch. Weil ein Leben bei ihrer Mutter für Kyria zu gefährlich ist, muss sie in NuYu als normale Bürgerin untertauchen und sich als Bäckereiverkäuferin ausgeben. Dann kommt Reb nach NuYu, und seine Pläne sehen ganz anders aus als er Kyria im Reservat seine Hilfe versprochen hatte.

Die Rezension

Der Anfang: Der glutrote Ball der Sonne war schon im Meer versunken, noch leuchtete am Horizont ein Wolkenband in ihrem Widerschein.

Bei Fortsetzungsgeschichten ist das ja immer so eine Sache, auch bei denen, die man im Vorgängerband großartig fand. Denn es ist nicht immer leicht, den Fluss der Geschichte wieder aufzunehmen, wenn zwischen den Erscheinungsterminen etwa ein Jahr liegt. Kyria & Reb sind zurück! Die Vorfreude auf das wortbissig-romantische und zugleich humorvolle Paar ist ungebrochen. Und hier wird dem Leser der Einstieg in die Fortsetzung der Geschichte durchaus leicht gemacht. Fast alle Personen im kurzen Dramatis Personae-Verzeichnis am Anfang sind einem bekannt (die Rezensentin zwinkerte freudig überrascht, als sie den Namen einer ganz besonderen Katze, ne - Schnuppel - las, doch dazu später mehr **). Außerdem gibt es eine Zusammenfassung von der Welt von NuYu (in die man sich im ersten Band anfangs etwas einlesen musste), sowie ein Kurzkapitel "Was bisher geschah". Wunderbar! So wünscht man sich das bei einem Nachfolgeroman.

Die Geschichte von "Die Rückkehr" setzt dann auch genau dort an, wo der Vorgängerband "Bis ans Ende der Welt" aufhörte. Damals stieg Kyria im Reservat in ein Boot um nach NuYu zurückzukehren, hier steigt sie jetzt, in NuYu angekommen, wieder aus. Leser, die beide Bänder hintereinander lesen, haben somit nicht die winzigste Unterbrechung.
Zunächst agieren Kyria und Reb in der Geschichte getrennt voneinander, da Kyria überstürzt aus dem Reservat fliehen musste, während Reb einen Auftrag für seinen Vater erledigt. Damit es einem dabei nicht "langweilig" wird (bzw. man anfängt den liebgewonnenen Rebellen Reb zu vermissen!), fügt die Autorin, zusätzlich zur Ich-Erzählerin Kyria, Kapitel mit Rebs Sicht der Dinge dazwischen (personaler Erzählstil). Das ist gut durchdacht, unterscheidet sich zum ersten Band und bringt frischen Wind/Gedanken in die Geschichte.

Leise sagte ich: "Reb, du musst gehen. Die halbe Stunde ist schon lange vorbei. Du musst gehen und siegen und dir einen Namen verdienen. Rebell Reb oder sonst etwas Martialisches. Und dann kommst du zurück." - Kyria, S. 144

Kyria ist eine sehr toughe Protagonistin, die sich nicht unterkriegen lässt, auch dann nicht, wenn die Umstände in ihrer Heimat NuYu anders sind, als sie es bei ihrer Rückkehr erwartet hatte. Wegen politischen Spannungen, in die ihre Mutter involviert ist, muss Kyria ein Leben unter ihrem Stand führen. Dabei bleibt sie immer souverän, wortgewandt und liebenswert. Trotzdem vermisst sie Reb, wirkt manchmal traurig und verletzlich - und das spürt der Leser auch.
Reb, der Kyria eigentlich nach NuYu begleiten wollte, sobald er für seinen Vater Pferde gekauft hat, hat mit seinen ganz eigenen Dämonen zu kämpfen. Eigentlich hatte er Kyria seine Hilfe versprochen, zugleich nagt aber der Wunsch in ihm ein berühmter Wagenlenker zu werden und für das Gestüt seines Vaters Rennen zu fahren. Darum redet er sich selbst des Öfteren (erfolglos) ein, dass seine Gefühle für Kyria nicht mehr bedeuten als seine unzähligen Liebeleien vorher. Er hat einige Gedanken, die man nach dem herzigen letzten Drittel in Band 1 gar nicht von ihm erwartet hätte. Reb bleibt total Reb - eine sehr harte, wortkarge Schale mit einem liebevollen, weichen Inneren.

"Ja, anstrengend ist er. So hart und rau nach außen. Und so leicht zu verletzen. Er zieht sich immer zurück, wenn er man etwas zu viel Gefühl gezeigt hat. Ich glaube, er hat immer noch Angst, wieder verlassen zu werden, weißt du." - Kyria, S. 209

Richtig fetzig und lustig wird es, wenn Kyria und Reb wieder aufeinandertreffen. Lautes Lachen oder Dauergrinsen ist vorprogrammiert, sobald die Beiden sich auf altbekannte Art streiten, sich sticheln und necken. Alte Wortspiele, sowie der Humor aus Band 1, werden aufgegriffen ("Willnich und Kannich", nur um eines zu nennen) und sind so herrlich trocken und witzig, dass Fans des ungleichen Pärchens voll auf ihre Kosten kommen. Neben allem Humor bleibt auch noch genug Raum für Romantik.
Andrea Schachts Schreibstil ist sehr ungewöhnlich, trocken und teils abgehackt. Ebenso die verwendeten Namen und Bezeichnungen. Vieles besitzt einen unterschwelligen Humor, auf den man sich aber einlassen und ihn zwischen den Zeilen suchen muss. Hier bleibt sie ihrer Linie innerhalb der Kyria & Reb-Geschichte absolut treu. Wer diese Art des Stils einmal für sich entdeckt hat, wird ihn lieben.

War der erste Band noch relativ einfach in Handlung und Geschichte, muss man bei "Die Rückkehr" schon konzentrierter am Ball bleiben, um das Gewirr aus politischen Verschwörungen zu durchschauen. Auch einige Beziehungen verändern sich grundlegend, z.B. die zwischen Kyria und ihrer Mutter. Der Roman startet eher gemächlich, wird dann aber so kontrastreich und spannend, dass er am Ende fast schon etwas episch wirkt. Die Geschichte über Kyria und Reb ist mit "Die Rückkehr" abgeschlossen. Die Reihe ist also eine der wenigen Dilogien (Zweiteiler) auf dem Jugendbuchmarkt.

"Leben ist zäh." (Kyria) "Und jetzt ist es besser." (Reb) - S. 240

** Wahrscheinlich mehr für sich selbst als für die Leser, bringt die Autorin einen (mehr oder weniger) bekannten Charakter, aus einem ihrer anderen Bücher, in der Geschichte unter. Die Katze Schnuppel ähnelt ihn ihrem Verhalten und Vorlieben doch sehr der Katze Che-Nupet aus "Jägermond: Im Reich der Katzenkönigin". Natürlich wird dieses Buch nicht allen Lesern von "Die Rückkehr" bekannt sein, und das ist für die Geschichte auch gar nicht nötig. Wem dieser Umstand aber auffällt, der freut sich umso mehr.

Das persönliche Fazit
Meine Güte, ich liebe den Stil von Kyria & Reb - total! War ich bei "Bis ans Ende der Welt" anfangs noch kritisch, begeisterte mich das Buch am Ende komplett. "Die Rückkehr" schließt hier nahtlos an, genau wie die Handlung der Geschichte. Der trockene, teils bissige Humor sagt mit einfach zu und passt perfekt zu den beiden Charakteren Kyria und Reb. Dieser zweite Teil ist etwas anspruchsvoller, mehr politisch, und die Handlung geht in eine andere Richtung als erwartet. Beide Hauptprotagonisten haben mich komplett für sich eingenommen. Doch auch hier ist es Reb, den ich als ganz besonderen Charakter empfinde. Ich habe ihn, auch ohne viele Worte, sehr ins Herz geschlossen. Am Ende war ich nach einem genialen Leseerlebnis mehr als zufrieden. Und trotzdem: Willnich, dass es zu Ende ist. Kannich wahr sein! 5 zurückkehrende Sterne!
Handlung: 4 / 5
Charaktere: 4,5 / 5
Lesespaß: 5 / 5
Preis/Leistung: 4,5 / 5

© Damaris Metzger, damarisliest.de



Die Kyria & Reb-Dilogie

Teil 2: "Die Rückkehr"

Donnerstag, 24. Januar 2013

"Rockoholic" von C.J. Skuse - NEU und mit tollem Wettbewerb von Chicken House

Jodys Lieblingsband ist in der Stadt. Klar, dass sie schon 14 Stunden vor Konzertbeginn da ist. Denn sie muss unbedingt ganz vorne stehen. Es geht schließlich um Jackson, den tollsten aller Leadsänger. Leider kippt Jody vor lauter Aufregung einfach um, knallt auf den Boden und anstatt vor der Bühne zu stehen, wacht sie Backstage auf einer Liege auf. Schlimmer kann es nicht werden. Außer - man entführt einen Rockstar, versteckt ihn in der Garage und versucht so zu tun, als habe man alles im Griff. (Text- und Bildquelle: Carlsen/Chicken House Verlag)

Hardcover, 448 Seiten,
Einzelband,
ab ca. 12-16 Jahren,
ISBN: 978-3551520401
16,95 € [D]


Heute ist der Erscheinungstermin von "Rockoholic" dem zweiten Roman (nach "Ziemlich krumme Dinger") von C.J. Skuse, der beim Chicken House Verlag erscheint.
Ich liebe Bücher, in denen (Rock-)Musik eine große Rolle spielt. Das ist Rock 'n' Love! - wie es so schön auf dem hinteren Klappentext von "Rockoholic" heißt. Wird dem Leser dann noch viel Witz und Charme versprochen, kann ich mich nicht bremsen, das Buch wird gelesen! In den nächsten Tagen stelle ich es mit einer Rezension noch genauer vor. 


Für das neue Buch hat sich der Verlag etwas ganz Besonderes einfallen lassen - Den ROCKOHOLIC SONG CONTEST. Chicken House sucht den Superstar!

Ob musikalisch oder nicht, jeder kann teilnehmen ... und das geht so:

Du kannst Bücher lesen und singst immer unter der Dusche? Dieses Doppeltalent lässt sich jetzt wunderbar nutzen - und damit gewinnen. Die drei talentiertesten Rezensenten, die sich über "Rockoholic" in den höchsten oder tiefsten Tönen auslassen oder ein Musikvideo zum Buch drehen, erhalten ein Chicken House-Buchpaket mit fünf (1. Platz), vier (2. Platz) oder drei (3. Platz) Büchern. In der Jury sitzen allerdings nicht Dieter Bohlen und Tokio Hotel, sondern unsere Facebook-Fans. Wir freuen uns auf Dein YouTube-Video! Bitte sende es an chickenhouse@carlsen.de.

Teilnahmeschluss ist der 22. Februar 2013

Bitte beachtet dazu auch noch die Datenschutzhinweise und AGBs des Verlags. Alle Informationen dazu findest du auch noch mal direkt auf der Verlagshomepage - HIER.

Dienstag, 22. Januar 2013

Eine Challenge für mich - "A Cup of English Reads, please!"

Als Bloggerin bin ich ja nicht so der Challenge-Typ. Gar nicht. Viele Challenges, Bücher betreffend, sind mir einfach zu schwer und zu regellastig. Meine Motivation würde das nicht fördern. Nachdem ich mich im Dezember aber der "Contemporary Young Adult Callenge" (hier geht's zum Beitrag) angeschlossen habe, hat mit gestern Nacht spontan die Lust auf eine weitere Challenge gepackt. "A Cup of English Reads, please!", die Sandy vom Nightingale's Blog ausrichtet (YAY!)




Als ich im letzten Jahr entdeckt habe, wie viel Spaß es macht, englische Bücher auf dem Kindle zu lesen (ganze 4 Stück habe ich bis jetzt geschafft), haben sich dort auch inzwischen einige angesammelt - ungelesen. Bis jetzt! Meine Motivation wurde extrem durch Sandi (mit i, von Bücherraschung) gefördert, die inzwischen überwiegend englische Bücher liest und nicht genug davon bekommen kann. Doch es liegen ja immer genügend (deutsche) Bücher rum und so nehme ich mir einfach zu wenig Zeit für die englischen. Meine englischen Kindle E-Books möchte ich jetzt aber endlich lesen und die Challenge ist meine Motivation. 
Die Anmeldefrist wurde zwar schon etwas überschritten, aber Sandy hat mich noch zugelassen. Ich danke dir ganz ♥-lich dafür!!


Die Regeln - Um was geht es, bzw. was ist zu tun (wortgetreu von Sandy):


Die Challenge geht zunächst 6 Monate (Januar - Juni 2013). In Sandys Challenge "A Cup of English Reads, please!" wird es zwei Gruppen geben. Zum einen die Frischlinge alias Gruppe ‘Cup Breakfast Tea’ und zum anderen die Hardcore Gruppe ‘Cup Earl Grey’.

Es gibt jeweils nur eine Regel und diese lautet für die
Gruppe ‘Cup Breakfast Tea’:
  • mind. 1 englischsprachiges Buch pro Monat lesen und dazu jeweils eine kurze Zusammenfassung auf Deutsch erstellen (muss keine Rezension sein!)
Die Teilnehmer Breakfast Tea Gruppe müssen somit mindestens 6 Bücher am Ende der Challenge (á 6 Monate) gelesen haben.


Und für die
Gruppe ‘Cup Earl Grey’:
  • mind. 2 englischsprachige Bücher pro Monat lesen und dazu jeweils eine Kurzreview bzw. Langrezension auf Deutsch erstellen
Die Teilnehmer der Earl Grey Gruppe müssen somit mindestens 12 Bücher am Ende der Challenge (á 6 Monate) gelesen haben.


Ich habe mich für die Gruppe "Cup Breakfast Tea" entschieden. Ich sollte/werde also bis Ende Juni 2013 mindestens 6 englische Bücher gelesen (+ eine Review dazu verfasst) haben.


Welche Bücher stehen für die Challenge auf meinem Kindle zu Auswahl?





Lengths (Steph Campbell & Liz Reinhardt), Goddess Interrupted (Aimée Carter), The Coincidence of Callie & Kayden (Jessica Sorensen), Rock Me (Cherrie Lynn), Angelfall (Susan Ee), Witch Song (Amber Argyle), Easy (Tammara Webber), Wallbanger (Alice Clayton) und Hopeless (Colleen Hoover)


Diese E-Books liegen ungelesen auf meinem Kindle. Ob ich aber auf alle, und auf welche davon, zurückgreife, weiß ich noch nicht. Vielleicht hole ich mir auch noch den ein oder anderen Tipp von einer versierten Englischleserin. Starten werde ich heute (!) aber auf alle Fälle mit ....


Easy von Tammara Webber


Challenge-Ziel (gelesene und besprochene Bücher):



Danke an Sandy, die uns diese tolle Challenge ermöglicht! Und allen TeilnehmerInnen wünsche ich VIEL GLÜCK UND SPASS - ihr motiviert mich!

Montag, 21. Januar 2013

Rezension zu "Im Herzen die Rache" von Elizabeth Miles



Verlag: Loewe (Januar 2013)
Originaltitel: Fury
Übersetzer: Birgit Salzmann
Reihe: 1/3, ab ca. 13-16 J.
Ausführung: Hardcover/SU, 384 S.
ISBN: 978-3785573778
17,95 € [D]

Genre: Urban-Fantasy

© Cover- und Zitatrechte: Loewe Verlag


Das Thema
Emily und Chase kommen beide aus der Kleinstadt Ascension. Sie führen ein relativ normales Leben und gehen in dieselbe Highschool. Während Emily durch ihre beste Freundin zum beliebten Schülerkreis gehört, musste Chase sich dieses Privileg durch enorme sportliche Leistungen und viel Wert auf sein Äußeres erst erarbeiten. Dass er in ärmlichen Verhältnissen in einer Wohnwagensiedlung lebt, würde er am liebsten verdrängen, gibt sich dadurch besonders cool und unnahbar.
Emily und Chase haben in der Regel wenig oder nichts miteinander zu tun, dennoch haben beide gleichermaßen Schuld auf sich geladen. Chases Verhalten hat zu etwas Schrecklichem geführt, und Emily hat sich in den festen Freund ihrer besten Freundin verliebt. Aber anstatt sich zurückzuhalten forciert sie die ganze Sache noch, während ihre Freundin im Urlaub ist.
Plötzlich erscheinen drei hübsche Mädchen in Ascension. Sie urteilen darüber, wer für seine Taten büßen muss. Ihre Wahl fällt auf Emily und Chase. Sie sollen für ihre Fehler das bekommen, was sie verdient haben.

Die Rezension

Der Anfang: Hoch oben über dem Highway griff ein Mädchen nach dem Brückengeländer.

Frischer Wind soll durch das Jugendbuchgenre wehen! Verlangt wird das von allen Seiten, da gerade viele Fantasy-Jugendbuchthemen so durchgekaut wirken wie ein alter Kaugummi. Aber ist es wirklich nötig, was immer wieder gefordert wird? Dass eine Autorin das Rad komplett neu erfinden soll? Nicht wirklich, denn oftmals gibt es gerade innerhalb eines bestimmten Themenbereichs genügend Spielraum für diverse Aufarbeitungen. Genau so macht es Elizabeth Miles in "Im Herzen die Rache". Sie spielt mit einem mehr oder weniger bekannten Thema und fügt diesem ihre eigene Auslegung hinzu. Die Geschichte mag auf den ersten Blick nicht neu erscheinen, ist aber doch anders. "Im Herzen die Rache" hat etwas! Etwas, dass einen an die Seiten fesselt.

Zu Anfang wirkt die Geschichte tatsächlich wie eine gewöhnliche Highschoolstory. Ja, man ist sich nicht mal sicher, ob man es hier mit einer Fantasygeschiche zu tun hat. Selbst der Klappentext verrät das nicht. Als Allererstes lernt man die Hauptpersonen Emily und Chase, sowie ihren Status an der Ascension Highschool, kennen. Hier geht es vordergründig um die aktuelle Lage in der Schule, das Wer-mit-wem und die diversen Unzulänglichkeiten, mit denen sich die beiden Hauptpersonen herumschlagen müssen. Langweilig ist das nicht, eine gewisse Einlesezeit erfordert es aber dennoch. Es tauchen viele Namen von Schülern auf (immer zusammengesetzt aus Vor- und Nachnamen), die man sich aber für die Handlung nicht merken muss. Der eigentliche Plot konzentriert sich auf wenige Personen.
Erst als drei geheimnisvolle Mädchen auftauchen, die aber nicht von allen gesehen werden, realisiert man, dass man es mit einer paranormalen Geschichte zu tun hat.

Die Geschichte wird abwechselnd aus der Sicht von Emily und Chase erzählt (personaler Stil, Präteritum). Während man bei Emily live miterlebt, wie sie mit dem Freund ihrer besten Freundin fremdgeht, bleibt zuerst noch unklar, was Chase verbrochen haben soll. Bei ihm geht es hauptsächlich um seine Lebenssituation im verhassten Trailerpark und wie er dies durch sein Äußeres und ein bestimmtes Verhalten kompensieren will.
Beide Personen lernt man dadurch sehr gut kennen, sympathisch sind sie einem aber nur bedingt. Vor allem Emilys teils sehr naive Sichtweise der Dinge schaffen ihr keine glücklichen Lesefreunde. Wichtig ist das aber für die Story allemal, denn nur durch diese kantigen Charaktere entfaltet sie ihre volle Wirkung.

War so etwa die Liebe? Kompliziert, schmerzvoll, chaotisch? Warum konnte das Leben nicht einfach wieder so sein wie früher, als das größte Problem darin bestand, wer zuerst rutschen durfte? - S. 185

Schon bald nimmt die Handlung dann Fahrt auf, bei der vor allem die drei ominösen Mädchen für Zündstoff sorgen. Bei Emily eher unterschwellig und zuerst sehr zurückhaltend, bei Chase im direkten Kontakt. Es wird stellenweise sehr spannend und auch gruselig. Hier bedient sich die Autorin an ein paar Horrorelementen, natürlich jugendgerecht ausgelegt. Gruselig-düster sind sie trotzdem, teilweise sogar als sehr böse zu bezeichnen. Auf den Leser kommen einige harte Überraschungen und Wendungen zu, trotzdem weiß man bis kurz vor Schluss nicht mit WAS genau man es hier zu tun hat. Aber gerade das fasziniert ungemein und macht das Buch zu einem Leseerlebnis der "etwas anderen Art".

Erst im letzten Buchviertel erhält man genaue Antworten. Diese muss man auch sehr schnell verarbeiten, denn ehe man sich versieht, ist das Buch auch schon zu Ende. Da "Im Herzen die Rache" ein Trilogiestart ist, könnte man meinen, dass in jedem Buch eines der geheimnisvollen Mädchen thematisiert wird. Dem ist aber nicht so. Vielmehr wurde hier das "Samenkorn" für zwei weitere spannende Folgebände gelegt, die sofort, aber ohne gemeinen Cliffhanger, an die Geschichte anknüpfen könnten.

Das persönliche Fazit
"Im Herzen die Rache" zu beschreiben, gar zu kategorisieren, fällt mir tatsächlich schwer. Das Lesegefühl lässt sich schlecht in Worte fassen. Ich war fast durchweg fasziniert und habe mich teilweise ganz schön gegruselt und erschrocken. Was anfangs nur ominös und undurchsichtig ist, wird später ganz schön hart und spannend. Und vor allem durch Emilys Verhalten und Sicht der Dinge machen sich auch im eigenen Herzen die Rachegedanken breit. Fühlt man sich hier tatsächlich bestätigt, wenn jeder für sein Verhalten das bekommt, was er verdient? Erschreckend! 4 - nicht rachsüchtige - Sterne!
Handlung: 4 / 5
Charaktere: 4 / 5
Lesespaß: 4,5 / 5
Preis/Leistung: 4 / 5

© Damaris Metzger, damarisliest.de




Freitag, 18. Januar 2013

High Five - 5 Sätze/5 Adjektive zu "Erzähl mir von der Liebe" von Beate Teresa Hanika



Fischer FJB (Juli 2010),
Hardcover/SU, 160 Seiten,
14,95 € [D]


Eine zarte Liebesgeschichte aus der harten Welt der Models.

Was bleibt von den Träumen von einem Leben voller Glamour und Ruhm auf den Laufstegen der Welt, wenn die Modelkarriere sich mit Mitte Zwanzig dem Ende zuneigt? Es bleibt eine unbestimmte Sehnsucht. Nach einem Platz im Leben. Nach jemandem, der auf einen wartet.
So geht es auch Leni, die von ihrer Agentur mit Hannah und Kennedy in einer WG in Berlin zusammengewürfelt wurde. Mit Jobs auf dekadenten Partys halten die drei sich über Wasser, und alte Fotos von weit entfernten Freunden werden zu Rettungsankern. Doch ist eine Rückkehr in ihr altes Leben überhaupt noch möglich? (Text- und Bildquelle: Fischer FJB)

Es ist so, sagt Hannah, man muss die Liebe schmecken können. Du küsst einen Typ. Knutscht rum. Er steckt dir seinen Zunge in den Mund, und du weißt genau, das ist richtig oder das ist falsch. Es schmeckt süß. Oder du musst kotzen. So ist das. - S. 7


5 zusammenfassende Sätze/Punkte zum Buch

  1. Lenis Geschichte hat zwei Erzählstränge, die immer wieder abwechseln. Die Haupterzählung begleitet Model Leni und ihre zwei Freundinnen auf einer dekadenten Party, für die sie gebucht wurden. Der zweite Erzählstrang blendet immer wieder zurück in Lenis Vergangenheit. Der Leser erfährt, aus welchen Verhältnissen Leni kommt, warum und wie sie Model wurde und was sie in ihrer Kindheit geprägt hat. Ich war beeindruckt von der Gefühlswelt, die die Autorin auf etwa 160 Seiten präsentiert.
  2. Dass der Modelalltag kein Zuckerschlecken ist, weiß wahrscheinlich fast jeder. Wie hart es aber für Models wird, die mit 23 schon viel zu alt für dieses Business sind, ist vielen nicht bekannt. Man erfährt viel aus dem Umfeld der Mädchen (Agenturen, Konkurrenz, Partys, ...) und was sie alles durchmachen müssen, um einen Job zu bekommen. Im Vordergrund stehen dabei immer Lenis Gefühle und wie sie mit den verschiedenen Situationen klar kommt. Die wenigsten Leser werden selbst Model sein, doch glaubt man der Autorin (die selbst als Model gearbeitet hat) jedes Wort.
  3. Auch wenn das Buch vom Umfang her recht dünn ist, und Leni die komplette Geschichte allein erzählt, meint man die Charaktere im Buch bestens zu kennen. Die Mädchen (Leni, Hannah und Kennedy), um die es hauptsächlich geht, sind alle so verschieden, mit ganz besonderen Eigenarten und eigenen Gefühlen, dass sie alle im Buch sehr präsent sind.
  4. Hier wird zwar die Modelbranche thematisiert, das Grundthema geht aber viel tiefer. Es geht um Gefühle, Ängste, das Leben an sich - und um die Liebe im Allgemeinen. So ist die Lovestory auch nicht offensichtlich und plump, man muss sie teilweise etwas zwischen den Zeilen suchen. Trotzdem ist sie einfach nur schön!
  5. "Erzähl mir von der Liebe" hat einen ganz eigenen Stil. Er ist sehr direkt, manchmal knapp und wie aus dem Leben geschrieben. Optisch verzichtet die Autorin auf die Kennzeichnung der wörtlichen Rede (wie auch schon bei ihrem Buch "Rotkäppchen muss weinen"). Kommunikation erschließt sich aus dem Text, man erkennt immer genau, wer gerade etwas sagt. Geschichte, Stil und Gefühl schnüren "Erzähl mir von der Liebe" zu einem faszinierenden Gesamtpaket.

5 Adjektive, die mir spontan zum Buch einfallen

leise, vielschichtig-gefühlvoll, hart, authentisch und direkt


Zusammengefasst vom Fazitbär:
Ich liebe diesen Stil! "Erzähl mit von der Liebe" war so schön und eindringlich, dass ich es am Stück gelesen habe. Lenis Geschichte nahm mich gefangen und ließ mich bis zum Schluss nicht los. Hier geht vordergründig zwar um Models (und ich bin keines!), hauptsächlich aber um Gefühle - und die brachte mir die Autorin so nahe, dass die Geschichte noch lange nachklingen wird. Eine "zwischen den Zeilen Lovestory" und eine unbedingte Leseempfehlung!


© by Damaris liest.

Mittwoch, 16. Januar 2013

Buchthema im Januar 2013 - Der ewige Kampf gegen den SuB oder "Das Luxusproblem einer Buchbloggerin"

TeilSuB 1 (alle diese Bücher warten darauf, dass ich sie lese)


Liebe Leser, BloggerkollegInnen, Interessierte und Mal-eben-kurz-VorbeischauerInnen,


das ist er, mein aktueller SuB. Für alle, die dieses, in der Literatur- und Buchblogszene etablierte, Wort zum ersten Mal hören:


SuB, der = Stapel ungelesener Bücher 

Hier wird die Menge an Büchern definiert, die ein Leser ungelesen im Regal, auf Stapeln, unter dem Bett, in Kisten, Zimmern, Kellern, usw. hat und die er über kurze oder lange Zeit lesen möchte, aber (aus welchen Gründen auch immer) noch nicht dazu kam. So, dann hätten wir das geklärt. 
Edit: Inoffizielle Bezeichnungen könnten RuB, die (Regale ungelesener Bücher) oder ZuB, das (Zimmer ungelesener Bücher) lauten. Bestätigten Berichten zufolge, kommt das bei fanatischen Lesern durchaus vor. Etabliert hat sich aber der SuB, darum möchte ich in meinen Ausführungen dabei bleiben.

Mein SuB umfasst zum Zeitpunkt dieses Beitrags 48 Bücher. Und bevor hier die Protestschreie von Buchbloggern und Lesern durch die Blogssphären hallen ("Ich habe noch viel mehr!", "Der ist doch nicht groß!", "Meiner ist 3-stellig!", "Warum ist dir das zu viel? Du hast ein Luxusproblem!", ...), ja, ich weiß, es gibt viel größere SuBs. Von 3-stelligen, gar 4-stelligen SuBs lese ich andauernd. Kindle E-Books zähle ich übrigens NICHT zu meinem SuB. Meine ungelesenen E-Books haben meinen realen SuB schon überschritten. Aber die sehe ich nicht, die nehmen mir keinen Platz weg, und deswegen stresse ich mich damit auch nicht.
Für mich persönlich bedeuten 48 ungelesene Bücher zum einen Herzchen in den Augen und ein verzücktes Grinsen im Gesicht, wenn ich täglich mehrmals (!) über die Buchrücken meiner ungelesenen Bücher streiche oder sie einfach nur betrachte. Zum anderen nagen diese ungelesenen Bücher ständig an meinem Gewissen und appellieren an meine Vernunft. Um das zu erklären, muss ich etwas ausholen ...


TeilSuB 2: (Stapel für eine Young-Adult-Challenge und ein paar Neuerscheinungen)


Als ich vor ziemlich genau zwei Jahren mit dem Buchbloggen anfing, lagen 9 ungelesene Bücher in meinem Regal (von einem Wort "SuB" hatte ich zu diesem Zeitpunkt noch nie etwas gehört!). Mittlerweile habe ich das Gefühl in meinen ungelesenen Büchern baden zu können. Ich besitze immer mehr davon, als ich in ein bis zwei Monaten lesen könnte. Gut, irgendwie ist das auch ganz logisch. Mode- und Beautyblogger schwimmen in Klamotten und Schminki, Filmblogger in DVDs und Blu-rays und Buchblogger eben in Büchern. Warum ist das so? Wir sind einfach zu gut informiert! Schließlich ist das Bloggen zwar aufwändig, aber eben doch unser liebstes Hobby. Neben dem Lesen und Rezensieren bekomme ich täglich haufenweise Informationen über Neuerscheinungen, empfehlenswerte Bücher und Must-Reads von Verlagshomepages, Facebook und anderen Buchbloggern. Diesem "Druck" erliege ich, ganz klar. Ich stehe auf Bücher! Ich liebe sie einfach und kann meine "Gier" nach einem bestimmen Buch kaum zügeln, sobald ich eine Must-Read-Empfehlung dazu gelesen habe. Dazu kommt auch noch, dass man angefangene Buchserien beenden möchte (und das sind viele!), monatlich aber immer auch viele Neuerscheinungen rauskommen - ein ewiger Kreis, der nie ein Ende haben wird.

Zum Thema Tauschen: Seit ich vor eineinhalb Jahren das Büchertauschen für mich entdeckt habe, ist es noch einfacher, an viele, viele Bücher zu kommen. Bei über 130 gelesenen Büchern pro Jahr kann ich keinesfalls alle behalten, da müsste ich anbauen. Ich bin mittlerweile soweit, dass ich mir nach dem Lesen ganz genau überlege, ob ich das Buch jemals noch mal lesen würde oder nicht. Wenn nicht, dann tausche ich auf einer Büchertauschplattform gegen virtuelle Tickets. Dafür kann ich mir wieder neue Bücher ertauschen/anfordern - also alles nach dem Prinzip "Geben und Nehmen". Sonst funktioniert es nicht. Und glaubt mir, hier versiegt der Büchersegen nie! Im Gegenteil, es läuft sogar so gut, dass es zu einer Art Sucht ausarten kann. Der Beweis: 80% meines SuBs sind ertauschte Bücher! (davon sind ca. 60% fremdgetauscht und 40% mit befreundeten Bloggerinnen getauschte Bücher)

Hier werden sich jetzt viele fragen, warum ich mir solch einen Stress mache, 48 ungelesene Bücher sind doch schließlich eine feine Sache. Stimmt schon, und hier geht auch jeder Blogger/Vielleser, der einen SuB besitzt, anders mit dem Thema um. Manchen kann der SuB gar nicht hoch genug sein und sie machen sich auch keine Gedanken darüber oder sehen ungelesene Bücher als Sammlung. Von mir gibt es hier (ehrlichen!) Respekt, diese mentale Ausdauer habe ich nicht. Und ich weiß auch, dass ich mit der andauernden Sorge über den SuB nicht alleine bin. Von vielen Buchbloggern hört man von einem ewigen Kampf gegen denselben. Buchkaufverbote, SuB-Abbau-Challenges, "Schlechte-Gewissen-Posts", etc. bestätigen dies. 

Neben den Vorteilen einen SuB zu besitzen (ich kann theoretisch lesen, vorauf ich Lust habe, habe immer die volle Auswahl, ...) habe ich mir, für mich ganz persönlich, Gedanken darüber gemacht, warum ich ständig mit meinem Gewissen gegen meinen SuB ankämpfe:

  • Ich habe die Entdeckung gemacht, dass ich viele Bücher unbedingt haben muss. Sobald sie auf dem SuB sind, bleiben sie oft - nicht immer - erst mal liegen (vor dem Bloggen hätte ich sie wahrscheinlich sofort gelesen).
  • Stattdessen lese ich viele Neuerscheinungen. Liegengebliebene SuB-Bücher rutschen so immer weiter nach unten/hinten (ich habe ja immer mehr als ich lesen kann!). So manche Neuerscheinung wird somit "alt".
  • Auch habe ich teilweise die Erfahrung gemacht, dass ich dann irgendwann keine rechte Lust mehr auf die "alten" SuB-Bücher habe. Was man vor Monaten unbedingt sofort haben musste, wird uninteressant. Das merke ich sofort an meiner Lesemotivation, sobald ich dann danach greife. Das ist einfach nur schade! Diese Erfahrung würde man mit einem kleinen oder keinem SuB wahrscheinlich nicht machen, da alle Bücher ja zeitnah gelesen werden. Natürlich ist das nicht immer so, aber es kommt vor.
  • Bücherkauf und Büchertausch sind eine Art Sucht. Sobald ich ein neues Buch habe, lacht mein Herz und stahlen meine Augen, mein Körper produziert Glückshormone. Das ist wie Weihnachten als Kind. Bücherfans werden das verstehen. Stelle ich das Buch dann aber zu den anderen ungelesenen ins Regal, lässt die Freude ganz schnell nach. Ein kleines, schlechtes Gewissen meldet sich, weil da ja noch so viele andere Bücher rumstehen und man weiß, dass man gar nicht so viel Zeit aufbringen kann, um alle bald zu lesen.
  • Ich fühle mich zeitweise von meinem SuB erschlagen. Und obwohl das Lesen mein liebstes Hobby ist, bin ich mich manchmal regelrecht "buchübersättigt". Dieses Gefühl kenne ich von früher, als ich noch beschwingt durch die Buchhandlungen stöberte und jedes erstandene Buch zeitnah gelesen habe, nicht.
  • Ich möchte ALLE Bücher auf meinen SuB nicht nur ungelesen im Regal stehen haben, sondern sie auch wirklich lesen! Weil oft mehr Bücher pro Monat dazukommen als ich auch lesen kann, schaffe ich das nicht zeitnah. Das frustriert mich. Oft lese ich ein aktuelles Buch mit der Aussicht auf das nächste ungelesene in meinem Regal. Das ist nicht gerade konzentrations- und motivationsfördernd (ich kann mich nicht richtig ins Buch fallen lassen).
  • Pro Monat lese ich etwa 10-14 Bücher. Bei meinem SuB von 48 Büchern hätte ich somit Lesestoff für etwa 5 Monate, ohne einen einzigen Buchzugang. Wenn ich mir ausrechne, wie lange ich an einem SuB von 100 oder 200 lesen würde, ohne dass ein neues Buch dazu käme, wird mir ganz anderes.
  • Hätte ich keinen (oder nur einen kleinen) SuB, könnte ich alle Neuerscheinungen, Fortsetzungen oder Haben-Muss-Bücher fast sofort lesen. Dieses lange Liegenbleiben würde komplett entfallen.

Das soll erst mal genügen und ist Erklärung genug, warum ich mental einen ewigen Kampf gegen meinen SuB führe. Ein Luxusproblem, werden jetzt viele denken. Aber ich weiß auch, dass mir einige Blogger und Vielleser bei meinen Gedanken zustimmen, dieselben "Sorgen" haben oder sich mit ähnlichen Gedankenspielen bzgl. ihres SuBs beschäftigen.
Ich bin wieder einmal an dem Punkt (wie schon vor ca. einem Jahr) an dem ich meine Konsequenzen für mich und meinen SuB ziehen möchte. Ohne Abbau-Challenge, ohne Masterplan und ohne Geheimrezept. Darum führe ich das auch hier nicht weiter aus, sondern regle das mit mir alleine. Aber ohne Verzicht und eisernen Willen wird es nicht gehen. Soviel weiß ich schon jetzt.
Ganz ohne SuB will ich nicht sein. Mein Traum wäre ein SuB von 10-15 Büchern. Für mich wäre das genug Auswahl, wäre aber nicht mit den Stressgedanken über meinen SuB verbunden, da ich alle Bücher zeitnah, etwa innerhalb eines Monats, lesen könnte.


Mich interessiert eure Meinung zum Thema. Egal ob ihr Bücherblogger, Vielleser oder komplett Außenstehender seid. Gerne könnt ihr mir eure Meinung schreiben, bzw. hier kommentieren. Habt ihr einen SuB? Seht ihr das ähnlich wie ich oder total überzogen? Macht ihr euch Gedanken über die Höhe eures SuBs oder ist euch das komplett egal?

Mein "Buchthema des Monats" ist keine Anleitung, keine Kritik an anderen Personen und kein Richtig oder Falsch. Es ist meine persönliche Meinung zu Themen die mich beschäftigen und interessieren, rund um mein Lieblingsthema - Bücher! (und vieles, das damit einhergeht)

Montag, 14. Januar 2013

Review zu "Eve & Caleb: Wo Licht war" von Anna Carey



Loewe (Januar 2013), Band 1,
Taschenbuch, 304 Seiten,
8,95 € [D]


Wie überlebst du, wenn du vor allem fliehen musst, was du kennst? Seit ihre Mutter während der Großen Seuche vor 16 Jahren gestorben ist, lebt Eve in einem Mädcheninternat. Hier wird sie zu einem wertvollen Mitglied der neuen Gesellschaft ausgebildet – glaubt sie zumindest. Als Eve erkennt, wie sehr sie und die anderen Mädchen ausgebeutet werden sollen, flieht sie. Doch auf ein Überleben in der Wildnis und auf die Flucht vor den Soldaten des Neuen Amerikas ist Eve nicht vorbereitet. Unerwartet hilft ihr Caleb, ein junger Rebell. Kann Eve ihm trauen? Sie weiß, die Soldaten werden die Suche nicht aufgeben, und Caleb ist ihre einzige Möglichkeit zu überleben. Sie muss ihr Leben in die Hände eines Fremden legen. (Text- und Bildquelle: Loewe Verlag)


Meine Meinung
"Wo Licht war" hat einen entscheidenden Vorteil gegenüber manchen seiner Dystopie-Genrekollegen: Es beginnt sauspannend! Eve lebt in einem Mädcheninternat, zusammen mit vielen anderen Mädchen des Neuen Amerika. Alle sind Waisen und haben bei der Großen Seuche ihre Eltern verloren. Eves Leben ist komplett vorgefertigt. Nach der Schule wird sie eine Ausbildung machen und ihre Talente im Neuen Amerika bestmöglich einsetzten. Ihr Leben gerät komplett aus den Fugen, als sie eines Nachts eine grausige Entdeckung macht. Es wird nicht zu viel verraten, wenn man hier den Klappentext aufgreift; Eve flieht. Daraufhin beginnt ein Abenteuer, das sich durch das ganze Buch zieht.

Das alles passiert in den ersten drei (relativ kurzen) Kapiteln. Hier können sich Leser, die gerne von Anfang an informiert sein wollen, nicht beschweren. Der Einstieg fällt einem leicht, man muss sich nicht, wie so oft, in einer fremden, dystopischen Welt zurechtfinden. Ich wusste zu diesem Zeitpunkt also schon, was mit der Welt geschehen war, wie sie regiert wird und wie die Zukunftsvorstellungen der Regierung, in diesem Fall eine Monarchie, sein werden. Im Laufe der Handlung wird natürlich noch einiges vertieft und man gewinnt neue Erkenntnisse.

Mit Eve wird vielleicht der eine oder andere Leser etwas warm werden müssen. Ich empfand sie zwar nicht als schwierig oder zickig, dagegen ist sie bei aller Gefahr teilweise doch recht leichtsinnig. Wenn man bedenkt, welche Entdeckung sie machen musste und dass sie vor dieser Gefahr geflohen ist, ist das nicht leicht zu verstehen. Dadurch bringt sie sich und andere oft in unnötige Gefahr und das kann teilweise etwas nerven. Sehr gerne mochte ich das Mädchen Arden, eine Nebenrolle der Geschichte. Sie ist ein sehr kantiger Charakter und passt damit hervorragend zur Geschichte. 
Caleb ist ein ruhiger und sehr verlässlicher männlicher Hauptcharakter. Ich hätte ihn mir etwas aussagekräftiger gewünscht, mochte ihn aber trotzdem sehr gerne. Er ist auf jeden Fall ein Ruhepol gegenüber Eves unbedarfter Art. Das ergänzt sich sehr gut.

Anna Carey beschreibt Eves Reise sehr bildlich. Man kann sich wirklich vorstellen, wie sich die Natur nach der Seuche die Straßen und Städte zurückerobert (Film-/Bildvergleich: "I Am Legend" - mit Will Smith). Manchmal haben ihre Beschreibungen fast schon Dokumentationscharakter. Mich hat es nicht gestört, ich fühlte mich beim Lesen sehr wohl. Einige von Careys Ideen, zum Beispiel, dass Amerika von einem König regiert wird und eine diktatorische Monarchie darstellt, wirken frisch und unverbraucht.
Ich bezeichne "Wo Licht war" als klassische Abenteuerdystopie. Die Handlung wechselt relativ konstant zwischen Gefahr - Flucht - Hilfe, ist aber, auch wenn man das meinen könnte, überhaupt nicht vorhersehbar. Der Umstand des Abenteuers, dass es hier zu überstehen gilt, hat eindeutig mehr Gewichtung als die zarte Lovestory - welche mir im Übrigen sehr gut gefiel. Hier haben Eves Erfahrungen, die Schlüsse, die sie daraus zieht und ihr Handeln dann wirklich Hand und Fuß. Die Lovestory ist passend, nicht übertrieben und kitschfrei.

Das Ende war für mich dann unerwartet und überraschend. Und ... ich hatte einen dicken Klos im Hals! Trotz etwas Kritik an den Charakteren sind mir Eve und Caleb sehr ans Herz gewachsen. Einen direkten Cliffhanger gibt es zwar nicht, aber nach diesem Ende MUSS man einfach wissen, wie es mit diesem Abenteuer weitergeht. "Wo Licht war" ist der Beginn der Eve & Caleb-Trilogie. Die Folgebände "In der gelobten Stadt" (Bd. 2) und "Kein Garten Eden" (Bd. 3) erscheinen in kurzer Veröffentlichungsreihenfolge im Herbst 2013 und Frühjahr 2014.

Fazit
"Wo Licht war" ist genau das richtige Buch für alle, die Abenteuerdystopien mögen und den Fokus gerne auf eine spannende Handlung legen. Ich fühlte mich beim Lesen teilweise wie in einem Film. Die Lovestory gehört zur Handlung, drängt sich aber nicht auf. Mir gefielen die einfachen, aber nicht oberflächlichen, Strukturen und die gut verständliche Ist-Situation der dystopischen Welt von Anna Carey. Am Ende war ich dann sowohl überrascht, als auch sehr berührt. Für mich geht es mit Eve & Caleb definitiv weiter!

© Damaris Metzger, damarisliest.de

Montag, 7. Januar 2013

Rezension zu "BETA" von Rachel Cohn



Verlag: cbt (Februar 2013)
Originaltitel: ANANDA Series 1: Beta
Übersetzer: Bernadette Ott
Reihe: 1/4, ab ca. 13 J.
Ausführung: Hardcover/SU, 416 S.
ISBN: 978-3570161647
17,99 € [D]

Genre: Science-Fiction

© Cover- und Zitatrechte: cbt Verlag


Das Thema
Elysia ist ein weiblicher Klon, genauer, ein Teenager-Beta-Klon in der Testphase. Sie wurde geschaffen, um reichen Celebritys auf der paradiesischen Insel Demesne zu dienen. Den Dienstbereich legen die Besitzer durch ein Tattoo auf der Schläfe des Klons fest, nachdem sie ihn gekauft haben. Klone unterscheiden sich von den Menschen durch ihr Äußeres, z.B. haben sie alle fuchsiafarbene Augen, und dadurch, das sie keine Seelen und die damit verbundenen Gefühle haben (sollten). Sie dienen ohne zu hinterfragen, bei allem, was man von ihnen verlangt. Doch Elysia merkt schnell, dass das Verhalten der Menschen gegenüber den Klonen nicht richtig ist, das sie die Klone in jeder Hinsicht ausbeuten. In ihr regt sich Widerstand. Doch wenn sie diesen offen legt bedeutet das, dass sie nicht perfekt ist. Dass sie einen Defekt hat - und auf Demesne hat dies für einen Klon den Tod zur Folge.

Die Rezension

Der Anfang: Sie will mich kaufen.

Rachel Cohn ist den meisten Lesern ein Begriff. Man kennt die Autorin hierzulande vor allem durch ihre Kooperationsprojekte mit Kollege David Levithan ("Nick & Norah - Soundtrack einer Nacht", "Dash & Lilys Winterwunder). Jetzt hat die Autorin einen eigenen Science-Fiction Roman, der Start einer neuen Serie für Jugendliche geschrieben. Und das ist ihr sehr gut gelungen!

Die Umgebung, in der "BETA" spielt kann nur als paradiesisch-künstlich beschrieben werden. Die Insel Demesne wurde für die Superreichen geschaffen. Es ist ein Privileg dort zu leben. Alles ist optimiert, vieles nicht natürlich: Die Luft wird künstlich verbessert, das Wasser violett und weich gemacht, sogar die Wellenhöhe kann gesteuert werden. Klone stehen den reichen Bewohnern rund um die Uhr für jeden Wunsch zur Verfügung und Dienstklone halten die Insel schön und sauber - hier ist alles optisch tadellos, perfekt. Und genau so "perfekt" verhalten sich die versnobbten Inselbewohner. Sie sind anspruchsvoll, ständig am jammern, hamoniesüchtig und wollen sich gegenseitig mit Prestige übertrumpfen.

Wir klettern hoch, was nicht ganz einfach ist. Oben angekommen entdecke ich, dass sich auf der anderen Seite eine versteckte Bucht mit tiefblauviolettem Wasser befindet, dessen Wellen mit goldenem Schaum an einem rosenquarzfarbenen Strand auslaufen. Das ist der Hidden Beach. - BETA, S. 81

Das Lesegefühl, das die Autorin hier vermittelt gleicht dem ersten Eindruck, den man sich nach einigen Kapiteln von der Insel und ihren Bewohnen macht. Die Geschichte wirkt sehr ruhig, künstlich beherrscht und irgendwie Lila. Dabei ist sie aber sehr einprägsam mit einer kühlen, klaren Schreibweise. Sehr passend. Filmkenner werden sofort eine Assoziation zu "Die Insel" (ET 2005 mit Ewan McGregor, Scarlett Johansson) herstellen. Natürlich ist die Handlung nicht dieselbe, aber das Setting und Verhalten der Menschen und Klone weißt einige Ähnlichkeiten auf. Auch wenn die Grundthematik ("unterdrückte Minderheit gewinnt an Stärke und plant den Aufstand") nicht neu ist, so ist es gerade der eindringliche Handlungsverlauf der Geschichte, der einen an die Seiten fesselt.

Komplett überzeugend ist die Darstellung von Teenagerklon Elysia, vor allem von der Gefühlswelt, die sie hat. Und diese sollte ja bei ihr nicht vorhanden sein. Der Spagat zwischen ihrem anfänglichen Verhalten und ihrer Denkweise später ist enorm und großartig ausgeführt. Dabei wirkt das Buch bis auf das letzten Viertel nicht gehetzt, alles entwickelt sich fast "wie in Echtzeit" und hat eine authentische Wirkung auf den Leser.
Etwas fragwürdig bleibt die starke Thematisierung von Sex und Drogen in diesem Jugendbuch. Während ersterer jugendgerecht umschrieben wird und (bis auf handlungsrelevante Ausnahmen) ein unterschwelliger Begleiter der Story bleibt, rück das Thema Drogen in einen fast schon verherrlichenden Vordergrund. Dass Jugendliche bei der heutigen Jugendliteratur und ihren Brennpunktthemen einen eher gefestigten Charakter haben sollten, zeigt sich stellenweise auch bei "BETA".

Auch in "BETA" gibt es die obligatorische Lovestory. Hier wieder in einer sehr positiven Umsetzung. Sie wirkt nicht, wie bei vielen Bücher, vorprogrammiert. Das Wer-mit-wem ist nicht von vornherein klar und kommt dann auch noch anders, als man es vielleicht vermutet. Man fragt sich sogar teilweise ob und wann denn da lovestorytechnisch noch etwas kommt soll. Es soll und gefällt! Und das auf eine etwas andere, aber sehr gefühlvolle Art.
Die letzten 100 Seiten werden sehr rasant und, nach der anfänglichen paradiesischen Ruhe und lila Einfarbigkeit, schon fast zu bunt. Da wird noch einmal richtig dick aufgetragen und so manches Klischee in die letzten Seiten gequetscht. Mitreißend ist es trotzdem ... bis dann wieder ein mal ein gemeiner Cliffhanger für große Augen und frustriertes Aufstöhnen sorgt. Wann, bitte, kommt Band 2?

Das persönliche Fazit
"Huch", dachte ich am Ende. "Das war jetzt aber ganz schön krass!" Ich mochte dieses Buch sehr gerne. Da ich den Film "Die Insel" mag und sich für mich ein ungefährer Vergleich mit "BETA" förmlich aufdrängte, entsprach die Geschichte meinem Sci-Fi-Geschmack. Rachel Cohns nüchterner und unterschwellig-gefühlvoller Stil ist super. Und obwohl nicht alles in der Geschichte neu ist, gibt es einige Szenen und Wendungen, die es ganz schön in sich haben. Außerdem gefiel mir eine nicht vorprogrammierte Lovestory. Den Part mit den Drogen sehe ich etwas kritisch, aber auch passend. Hier bin ich etwas zwiegespalten. Rückblickend empfand ich das Buch als eindringlich und eben ... Lila. Wobei es am Ende wohl in allen Regenbogenfarben schillern dürfte. Ob einem das zu viel, bzw. zu bunt wird, wird der individuelle Geschmack eines jeden Lesers entscheiden. Der fiese Cliffhanger am Ende schreit förmlich nach den Folgeband. Es wird spannend! 4 paradiesisch-lila Sterne.
Handlung: 4 / 5
Charaktere: 4 / 5
Lesespaß: 4,5 / 5
Preis/Leistung: 4 / 5

© Damaris Metzger, damarisliest.de


Special zum Buch:

Freitag, 4. Januar 2013

Buchzugänge vs. Buchabgänge im Dezember 2012 + kurzer Jahresrückblick

2012 ist vorbei - 2013 ist da! Es ist gar nicht leicht ein Resümee, bzgl. Damaris liest., für das vergangene Jahr zu ziehen. Das Bloggen und Rezensieren hat Spaß gemacht, doch vor allem im alten Jahr wurde mir bewusst, dass Bloggen auch sehr viel Arbeit und Stress bedeuten kann. Schließlich hat man auch noch ein (intensives) Leben neben dem Blog. Macht man sich beim Hobby selbst zu viel Stress, dann leidet der Spaß!
Darum gab es auch einige Änderungen, die vor allem die vielen Buchlisten, Statistiken und "Ich lese"-Posts auf Damaris liest. betreffen. Mit den Bloggerjahren findet man seinen Stil. Ich bin ein Ordnungs-, Planungs und Listenfreak, kurz - eine Perfektionistin. Das ist einerseits gut, andererseits stehe ich mir damit oft selbst im Weg, bzw. nehme vieles zu ernst. Das Buchbloggen hat mir im vergangenen Jahr gezeigt, dass man in diesem Bereich nicht alles zu verbissen sehen sollte. Es geht auch ohne Listen, tägliche Updates und "Ich lese"-Posts zu jedem Buch. Bloggen soll mir an erster Stelle Spaß machen. Einen gewissen Anspruch habe ich nach wie vor an meine Buchbesprechungen (Rezensionen, Reviews und High Fives). Dieser Baustein bedeutet zwar die meiste Arbeit, ist aber auch das Fundament eines Buchblogs - und daran wird nicht gerüttelt.

Meine Buchzugänge vom Dezember 2012 - 8 Bücher:





Danke an Reni, die mit mir Asche und Phönix getauscht hat. Amy on the Summer Road war eine Geburtstagsüberraschung von Asaviel - vielen Dank auch an dich! Dann war ich in unserer kleinen Stadtbuchhandlung stöbern, auf der Suche nach weihnachtlichem Lesestoff und die Fortsetzung der Ewiglich-Trilogie musste natürlich auch sein! Besonders gespannt bin ich auch auf die zwei Loewe-, bzw. script5-Neuerscheinungen Im Herzen die Rache und Der Mann, der den Regen träumt.


Buchabgänge - Gelesen habe ich im Dezember 13 Bücher:





Rezensionen und Reviews gibt es zu

Santa's Baby und Ewiglich die Hoffnung waren im Dezember meine Highlights! Kuss des Tigers war eine absolut positive Überraschung, trotz Kitsch- und Schmachtfaktor unbedingt zu empfehlen.


Kurzer Jahresrückblick 2012:


Gelesen: 136 Bücher (HC, TB, Broschur und Kindle)
davon englische Bücher: 2
Gehört: 2


Highlights 2012:


ein Klick auf die Trilogie führt zu den Rezensionen

Die komplette Splitterherz-Trilogie! Ich habe alle Bücher 2012 gelesen und jedes einzelne ist für mich ein Meisterwerk. Diese Trilogie sprach alle meine Sinne an, wie selten eine Buchreihe zuvor. Am Ende war ich emotional so ergriffen, dass ich froh war die Bücher mit einer Bloggerin gemeinsam gelesen zu haben und wir darüber reden konnten. Ich bin begeistert!


  
ein Klick auf die Buchcover führt zu den Rezensionen

Dark Canopy gehört für mich zu den besten Dystopien auf dem dt. Buchmarkt. Story und Charaktere sind Weltklasse! Das Buch hat bei mir Lieblingsbuchstatus - verdient! Beautiful Disaster habe ich auf Englisch gelesen und verschlungen. Es ist sexy, witzig und für mich die perfekte Bad Boy-Lovestory. Das Schicksal ist ein mieser Verräter gehört zu den emotionalsten Büchern 2012. Wenn ich bestimmt Szenen im Buch nachschlage oder Zitate lese, schießen mir noch heute die Tränen in die Augen. Keiner kann ein Schicksalsbuch so berührend, authentisch und gleichzeitig humorvoll schreiben wie John Green. Ein Lesemuss!


Enttäuschung/Abgebrochen 2012:


  
ein Klick auf das Cover führt ggf. zur Besprechung

Stange Angels: Verflucht war verflucht strange und rotzig derb. Mich hat das Buch komplett kalt gelassen, auch wenn sprichwörtlich die Zombiefetzen flogen. Mein High Five zum Buch sagt alles. Neee! Sixteen Moons: Eine unsterbliche Liebe war nicht unbedingt schlecht, kam bei mir aber überhaupt nicht in Fahrt. Es war mir schlicht zu langweilig. Nach 200 Seiten war dann für mich Schluss. Halo hatte tatsächlich einen Heiligenschein. Ab Beginn trieften die Seiten vor wunderschönen Menschen/Engeln, Kitsch und Schmalz. Dazu muss man sagen, dass ich beim Trendgenre Romantasy sehr anfällig für Kitsch geworden bin und sehr schnell genug von einem Buch habe, bei dem dieser Faktor überhand nimmt. Ich habe es versucht, ehrlich! Über 150 Seiten kam ich beim Buch nicht hinaus, dann zog es auch sofort auf meinem Regal aus.


Das war's auch schon mit meinem Jahresrückblick. Länger soll er nicht werden und sich aufs Wesentliche beschränken. Erstaunlich waren bei den 136 gelesenen Büchern 2012 viele Highlights (mir viel es schwer mich hier festzulegen) und wenige Enttäuschungen dabei. Ich freue mich auf mein Lesejahr 2013 - es wird bestimmt spannend!