Montag, 9. Dezember 2013

Review zu "Die Jäger der Nacht" von Andrew Fukuda



Ravensburger Buchverlag (Dezember 2012), Band 1,
Hardcover/SU, 416 Seiten,
16,99 € [D]


Gene hat ein tödliches Geheimnis: Er ist ein Mensch.
Alle um ihn herum sind anders. Sie sehen aus wie Menschen, aber sei lachen nie, sie spüren keine Kälte und scheuen das Tageslicht. Und sie töten normale Menschen wie Gene.
Aber dann wird ausgerechnet er erwählt, an der großen Jagd teilzunehmen. Gejagt werden die letzten Menschen, die unter einer Glaskuppel in der Savanne leben. Gene kann jederzeit auffliegen und selbst zum Opfer werden. Seine einzige Hoffnung ist Ashley June. Doch wenn er sich ihr anvertraut, riskiert er erst recht sein Leben. (Cover-, Text- und Zitatquelle: Ravensburger Buchverlag)


Meine Meinung
"Die Jäger der Nacht" war ein Spontankauf. Und das auch noch recht zufällig, beim Onlinestöbern, denn das Buch wurde nicht groß beworben oder bekannt gemacht. Kaufgrund waren die damals ausschließlich positiven Bewertungen (ganze drei Stück!), die düstere Thematik, die mich sofort ansprach und die ursprüngliche Meinung, dass es sich um einen Einzelband handelt (falsch!). Obwohl man, wenn man den Klappentext so liest, sofort seine Schlüsse zieht, sollte man hier nicht zu voreingenommen an die Geschichte rangehen. Denn diese stellt sich anders dar, als erwartet.

Das Buch beginnt mit einem solchen Wow-Start, dass ich die erste Seite gleich eifrig zwei Mal gelesen habe, um das Gelesene sacken zu lassen. Buchstäblich ab Seite 1 hatten mich die Jäger fest in ihren Klauen. Genial! Es folgt ein hochinteressanter Einblick in Genes Leben und Alltag, der als einziger Mensch komplett unter anderen "Leuten" stattfindet. Beim kleinsten Fehler, sei es Verhalten, Mimik, Geruch, ... (bitte hier eine lange Liste ergänzen), droht Gene aufzufliegen und sofort getötet zu werden. Sein Leben ist also höchst gefährlich und nervenaufreibend. Dieses Gefühl spürt man als Leser so deutlich, dass es sich tief in einem festsetzt. Mir selbst erschien Genes Leben, neben der permanenten Gefahr, vor allem als wahnsinnig ANSTRENGEND. Diese Umstände hält doch kein Mensch aus! Und dann verkompliziert sich die Sachen auch noch .... 

Es wäre so leicht. Zu kapitulieren. Sich in der Pause auf das Fußballfeld zu stellen, in den Finger zu stechen und einen Tropfen Blut heraussickern zu lassen. Zu sehen, wie die anderen auf [...] zustürzten. Das Ende wäre brutal, aber schnell. Und der Tod bot ein Entkommen aus der unerträglichen Einsamkeit. - S. 246

Gene erzählt die Geschichte in der Ich-Form (Präsens). Ganz unabhängig davon, dass es immer wieder klasse ist, einen männlichen Erzähler zu haben, bringt Autor Andrew Fukuda dessen Gefühle auch so gut rüber, dass man live mit ihm zittert. Der Schreibstil ist klar umrissen, einfach und prägnant. Nicht selten hat man Gänsehaut.
Bemerkenswert ist, dass man Genes Namen lange Zeit nur vom Klappentext kennt. Er nennt ihn erst recht spät, weil in der Geschichte alle "Leute" Kennungen statt Namen haben. Abhängig ist das zum Beispiel von ihrer Sitzplatznummer in der Schule.
Die Beschreibung und das Verhalten der "Leute" (ja, in der Geschichte heißen sie einfach Leute), bzw. speziellen Wesen, lässt einen sofort an eine bestimmt blutsaugende Spezies denken. Dieser Name fällt aber nie. Hier sollte man völlig unvoreingenommen sein, es kommt sicher anders als vermutet. Auch hier hat der Autor bei der Charakterisierung ganze Arbeit geleistet, das Gebaren der "Leute" ist einfach nur grotesk.

Viele Aspekte der dystopischen Geschichte sind einmalig. Wenn man sucht, werden sich aber auch hier Vergleiche zu anderen Büchern finden. Savanne/Wüste, Kuppel - schon mal gelesen. Und die Trainingsvorbereitung vor der Jagd (hier könnte man auch eine gewisse Arena einfügen) kommt einem ebenso bekannt vor. Die Gewichtungen liegen aber anders. Und ganz ehrlich, mir war das beim Lesen so was von egal und hat mich nicht gestört.
Beim actiongeladenen Ende kommt man kaum zum Luftholen und der Cliffhanger am Schluss ist ertragbar. Ertragbar aber nur darum, weil der zweite Band der Trilogie bereits in den Startlöchern steht. "Die Jäger des Lichts" erscheint im Februar 2014 beim Ravensburger Buchverlag.

Fazit
Uiiii, dieses Buch war ja der Hit! Ich war während des Lesens sehr angespannt, immer ein Indiz dafür, dass mich ein Buch total gefangen hält und mir sehr gut gefällt. "Die Jäger der Nacht" hat mich fasziniert. Die Geschichte ist spannend, hart und haarsträubend. Dabei ist sie weniger ein Fantasy- oder Endzeitroman, sondern eher eine Dystopie. Die Folgebände sind für mich ein Musst-Read 2014/2015. "Die Jäger der Nacht" sollte man sich unbedingt merken und im Auge behalten - oder besser, sofort lesen!

© Damaris Metzger, damarisliest.de



Reiheninfo Die Jäger der Nacht-Trilogie:

Band 1 "Die Jäger der Nacht"
Band 3, ET 2015?

Kommentare:

  1. Waaah, das klingt doch super!!! Dank dir habe ich jetzt richtig Lust auf dieses Buch - wie gut, dass ich es schon hier hab! :D
    LG Jan

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    1. @Jan - gut, dass du das Buch schon hast. Ich denke, du wirst es auch mögen. Ich war gedanklich richtig gefangen in dem Leben, das Gene führen muss. Und im Feb. kommt ja schon Bd. 2 :-)

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  2. Hallo Damaris,

    ja, ja, ja....in allen beschriebenen Punkten absolut "JA" :-) Bin auch so begeistert von der Geschichte! Lange müssen wir zum Glück ja nicht mehr auf die Fortsetzung warten :-)

    LG

    Kay

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  3. @Kay - Ich bin so glücklich, dass wir mit unserer Begeisterung noch andere Leser anstecken konnten. Mir machten auch gewissen Parallelen zu anderen Bücher überhaupt nichts aus, die Story ist einfach so wahhh! Freu mich sehr auf Februar, und hoffe, es geht ebenso gut weiter!

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