Dienstag, 20. August 2013

Review zu "Herz über Bord" von Gabriele Diechler



Coppenrath (Juli 2004),
Hardcover, 252 Seiten,
12,95 € [D]


Katja schmilzt nahezu dahin, als sie den gut aussehenden Tanzlehrer Brian zum ersten Mal trifft. Und zu ihrem großen Glück leitet er auch noch den Tanzworkshop, an dem Katja während ihrer dreiwöchigen Karibik-Kreuzfahrt teilnimmt. Kann ein Urlaub noch genialer werden? Katja genießt die Zeit an Bord in vollen Zügen und verdient sich als Aushilfe im Restaurant sogar noch etwas dazu. Doch nach einem romantischen Strandausflug, inklusive erstem Kuss, geht Brian plötzlich auf Abstand. Katja ist völlig verstört: Steht Brian vielleicht doch mehr auf seine extrem selbstbewusste Tanzpartnerin Natou? Und was ist eigentlich mit ihrer Mutter und dem Kapitän des Kreuzfahrtschiffs los? Das Gefühlschaos ist perfekt! (Text- und Bildquelle: Coppenrath Verlag)


So spannend Miami auch war, ich konnte es kaum erwarten, an Bord der MSC Harmony zu gehen. Ferien auf einem Fünf-Sterne-Kreuzfahrtschiff, das waren einfach grandiose Aussichten! - Katja, S. 16


Meine Meinung
Katja bekommt die Möglichkeit ein paar Tage auf einem Kreuzfahrtschiff zu verbringen. Das Beste daran, ist, dass sie zur Hälfte in der Bordgastronomie arbeiten, die restliche Zeit dann einen tollen Urlaub als Passagier verbringen kann. Wie turbulent der Urlaub dann wirklich verläuft und in welches Gefühlschaos Katja hilflos strudeln muss, damit hätte sie nun wirklich nicht gerechnet.

Die Geschichte nimmt sehr schnell "Fahrt" auf, was sicher auch an dem Umfang des Buches liegt. Dieser ist mit rund 250 Seiten bestens an jugendliche Leser angepasst. Man weiß sofort, was Katja vor hat und was das Grundthema des Buches ist - eine Kreuzfahrt. Anfangs sind die Gefühlswellen auf der MSC Harmony noch niedrig, später hat Katja dann mit allerlei Turbulenzen zu kämpfen.

Den Sprachstil empfand ich als einfach und flüssig. Er ist recht jugendlich gehalten. Dadurch kann man das Buch flott lesen und versinkt nicht in komplizierten Satzkonstruktionen. Wunderschön sind die Orte, die die MSC Harmony ansteuert. Hier hat die Autorin perfekt recherchiert und lässt das sehr gut in die Geschichte einfließen. Auch Fachwissen und Bezeichnungen, das Kreuzfahrtschiff betreffend, werden wunderbar wiedergegeben.

Sobald Katja dann dem charismatischen Tanzlehrer Brian über den Weg läuft, ist es um sie geschehen. Da hat der Klappentext schon recht, sie schmilzt wie Eis in der Sonne, hat kaum noch einen Gedanken für etwas anderes übrig. Außerdem muss sich der Leser mit einer geballten Ladung an Schwärmereien befassen, bzw. diese über sich ergehen lassen. Brians sexy Äußeres, vom Waschbrettbauch über seinen wunderschön geformten Hintern, nichts wird ausgelassen. Zu viel? Ja, für mich schon! Versierte Lovestoryleser setzen eher auf unterschwellige Beschreibungen, statt der offensichtlichen Schwärmerei für Äußerlichkeiten. Dem Zielpublikum, jungen Leserinnen im Teeniealter, könnte dieser Umstand allerdings gefallen. Brian hat Katja ganz schön den Kopf verdreht und das teilt sie den Lesern auch haarklein mit.
Sehr positiv an dem Buch ist ein natürlicher Umgang mit Sexualität. Hier werden die Dinge beim Namen genannt und es bleibt nicht bei Spekulationen seitens der Leser.

Im Laufe der Fahrt schlagen die Wellen des Gefühlschaos dann regelrecht über Katja zusammen. Nicht nur die "Liebelei" mit Brian beschäftigt sie, sie muss auch einiges über ihre Familie in Erfahrung bringen, das sie ganz schön aus der Bahn wirft. Außerdem hat sie zusätzlich mit Eifersuchtsszenen einer verschmähten Liebhaberin zu kämpfen. Am Ende meistert Katja diesen Trubel gut und man hat nicht das Gefühl, dass sie im Regen stehen gelassen wird.

Fazit
"Herz über Bord" ist ein turbulentes, mitunter lustiges, Lesevergnügen für die angestrebte Zielgruppe. Um eine komplexe, realistisch-natürliche Lovestory wiederzugeben, dafür ist das Buch zu kurz. Für den gewählten Umfang ist die Geschichte gut gelungen, obwohl mir persönlich die andauernden Schwärmereien von Katja sehr schnell zu viel wurden. Jugendliche Leserinnen weiß das Buch sicherlich zu unterhalten.

© Damaris Metzger, damarisliest.de

Kommentare:

  1. Eigentlich mag ich ja hin und wieder solch locker leichte Lovestories für die jungen Mädels, denke ich da nur an "New York Love Story" (ebenfalls von Coppenrath). Aber was du hier über die etwas überschwänglichen Schwärmereien und Gefühlsachterbahnen beschreibst, wäre bestimmt auch weniger meines. Dafür sind wir dann wahrscheinlich wirklich schon zu "alt". Aber jüngere Leserinnen wird es bestimmt trotzdem gefallen. So zumindest meine Erfahrung mit "Jolande. Der Sommer meines Lebens". Ich fand es okay und schön zu lesen, viele Mädchen hingegen liebten es. Schöne Review!

    Liebe Grüße
    Reni

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    1. @Reni - Ich mag locker leichte Lovestorys auch sehr, gerne auch für jüngere Jugendliche. Aber hier behaupte ich einfach mal, dass wir beide über diese schwärmerischen Storys mittlerweile weit hinausgewachsen sind. Ich betrachte solche Bücher dann rein auf die Zielgruppe bezogen, und der könnte "Herz über Bord" Spaß machen :-)

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  2. Salut, Damaris.
    Aha - die Brettbauch- & Schön-Po-Kombo also! :-)
    Wohl dann die handfest rustikalere Ausführung der jungen Mädelsschwärmerei von Prinz Edel zu Roß.

    Ja, die Einsichten des Erwachsenseins - obschon der kleine Hauch Teen-Romantik wirbeln kann. Zumindest die Erinnerung daran tut wohl gut.

    bonté

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    1. Hi, Damaris.
      Ich darf Dir gratulieren! Schließlich liegt Dein SuB weit unter 40. :-)
      Tja und heute ist mein letzter Tag Urlaub - hab' ihn genossen.

      bonté

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    2. @RoM - Ich selbst komme mit dieser schwärmerischen Art in Büchern nicht so gut klar. Vor allem, wenn das Mädel aufgrund dem Objekt seiner Begierde, alles um sich herum vergisst. Und nur noch mit Herzchen vor jeder Entscheidung denkt :-) Mir geht das nicht tief genug. ABER, wie schon gesagt, mögen junge Leserinnen diese Art von Lovestorys sicher genre.
      Und jaaa, so langsam sinkt mein SuB - und Damaris freut sich. Mein Traum wäre unter 20 :-)

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