Montag, 26. August 2013

High Five - 5 Sätze/5 Adjektive zu "Die Auslese: Nur die Besten überleben" von Joelle Charbonneau



Penhaligon (August 2013), Band 1,
Hardcover/SU, 416 Seiten,
16,99 € [D]


Sie wurde auserwählt, um zu führen - oder zu sterben.

Nach den verheerenden Fehlern der Vergangenheit war sich die Gesellschaft einig, dass nur noch die Besten politische Macht ausüben dürfen. Von nun an sollten die Psychologen darüber urteilen, in wessen Händen die Zukunft des Landes liegen sollte. So entstand die Auslese.

Cia ist sechzehn und damit eine der Jüngsten, die zu den Prüfungen antreten, die darüber entscheiden, ob man für ein Amt geeignet ist. Zunächst ist sie von Stolz erfüllt – bis die erste Kandidatin stirbt! Jetzt breitet sich Angst aus, und Cia erkennt: Nur die Besten überleben … (Text- und Bildquelle: Penhaligon Verlag)


Es ist Zeit, heimzukehren und meiner Familie zu eröffnen, dass ich morgen früh das Haus verlassen und nie mehr wiederkommen werde. - Cia, S. 36


5 zusammenfassende Sätze/Punkte zum Buch

  1. Auch wenn ich bei einem Buch ab Beginn nicht gerne Vergleiche anstelle, "Die Auslese" erinnerte mich sofort an "Die Auswahl" von Ally Condie. Hier wartet die Protagonistin zwar nicht auf die Bekanntgabe ihres ausgewählten Partners, sondern auf eine Auslese, um zur Uni zugelassen zu werden. Wie hart und grausam diese Auslese dann tatsächlich ist, erfährt die Protagonistin Cia schon bald. Negativ sehe ich das nicht unbedingt, Assoziationen zu anderen Büchern müssen nicht zwangsläufig schlecht sein, solange das Buch eine eigene Charakteristik behält.
  2. Wie viele Bücher spielt "Die Auslese" in einem futuristischen, dystopischen Amerika. Kriege und Naturkatastrophen habe die Welt verändert und teilweise zerstört. Die Machtverhältnisse sind zwar geklärt, die Bestimmungen über die Bürger und deren Lebensumstände jedoch sehr streng und hart. Die Weltengestaltung ist kreativ und wirklich anschaulich gehalten. Aber auch hier hatte ich das Gefühl, das Meiste schon mal in einer ähnlichen Form gelesen zu haben.
  3. Cia, die Hauptprotagonistin der Geschichte, wird wieder Erwarten ausgelesen, um sich mit anderen Kandidaten in diversen Test zu behaupten. Unter denen, die die Prüfungen bestehen (sprich überleben!), wird wiederum ausgewählt, wer einen der begehrten Studienplätze in diesem neuen Zeitalter bekommt. Cia ist ein toughes Mädel, die im Laufe der Handlung über sich hinauswächst. Sie kann nahezu alles, erkennt jede Falle und kommt auf die unglaublichsten Lösungswege. Hier hätte ich mir einen etwas eigenständigeren oder auch mal fehlbaren Charakter gewünscht. Die zwangsläufige Lovestory ist wohl ganz nett, Cias Partner Tomas wirkt aber fast schon beliebig austauschbar.
  4. Die Test, welche die Kandidaten bestehen müssen, haben es dann wirklich in sich. Das Buch ist sehr hart, hat mich aber komischerweise nicht so sehr berührt/geschockt, wie andere Bücher dieses Genre. Anfangs sind die Test eher theoretisch und schriftlich abzulegen (mit äußerst harten oder tödlichen "Bestrafungen" bei falschen Lösungen). Der Hauptteil der Test besteht dann aus einem lebensgefährlichen Praxistext in einer verseuchten, weitläufigen Umgebung, die die Prüflinge durchqueren müssen. Und da ist er schon wieder, der Vergleich mit einer der bekanntesten Dystopien. Gedankenverbindungen zu "Die Tribute von Panem" (vor dem Praxistest auch zu "Die Bestimmung") sind hier aber zwangsläufig und nicht zu vermeiden.
  5. Das Ende des Prüfungsteils ist sehr spannend und entbehrungsreich. Auch einige Handlungen zum Schluss hätte man etwas anders erwartet, bzw. sich für Cia anders gewünscht. Diese Entwicklung konnte mich dann sehr fesseln und hat mir gefallen. "Die Auslese" ist der Beginn einer Trilogie, meiner Meinung nach könnte man das Ende aber auch so gelten lassen. Es ist dann sehr besonders und "offen abgeschlossen". 

5 Adjektive, die mir spontan zu Buch einfallen

bekannt, lösungsorientiert, brenzlig, unterhaltsam, befriedigend


Zusammengefasst vom Fazitbär:
Es ist nicht von der Hand zu weisen, "Die Auslese" erinnerte mich (zu) stark an andere, sehr bekannte, Dystopien. Einzelne Gesichtspunkte waren mir zu vertraut, die Hauprotagonistin Cia zu überragend im Vergleich zu ihren Mitstreitern. Darum für mich auch eine Mittelmaßdystopie. Leser, die viel in diesem Genre lesen, werden an Ableitungen zu anderen Büchern nicht vorbeikommen. Für Genreeinsteiger ist "Die Auslese" ein packendes, mitunter verstörendes, und gut geschriebenes Buch, das unter die Haut gehen dürfte.


© Damaris liest. 

Kommentare:

  1. Nachdem man in letzter Zeit ja wahre Begeisterungsstürme zu diesem Buch lesen konnte, ist es auch mal ganz angenehm, eine kritische Stimme zu hören bzw. zu lesen. Ich denke, ich werde das Buch trotzdem demnächst mal lesen, aber es hat für mich nun auch nicht allerhöchste Priorität.

    LG Michaela

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. @Michaela - Es kann durchaus sein, dass du das Buch genauso super findest wie (fast) alle Leser. Ein paar kritischere Stimmen habe ich noch auf Amazon gesehen. Ich empfand es überhaupt nicht als schlecht, sehe es so im 3 Sterne-Bereicht. Gut zu lesen, aber für mich einfach zu bekannt :-)

      Löschen
  2. Liebe Damaris,

    da kann ich Michaela nur zustimmen. Bei den vielen Begeisterungsstürmen hört es sich ja zu gut an, um wahr zu sein. Besonders die Tatsache, dass es viele Ähnlichkeiten geben soll, hab ich von einer Mitbloggerin schon einmal gehört. Die meisten scheint das dann nicht soo zu stören. Nichtdestotrotz bin ich ziemlich neugierig auf das Buch und werds wohl selbst herausfinden. Deine Meinung hört sich aber schon eher danach an, als wenn es mir ähnlich gehen wird. Denn Dystopien habe ich ja auch schon unzählige gelesen^^

    Vielen Dank für deinen Eindruck und liebe Grüße!

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. @Tina - Also, so wie ich dich kenne, wirst du vielleicht ähnlich empfinden wie ich. Vor allem, weil du ja auch schon viele Dystopien kennst und somit für dich nichts aus "Die Auslese" neu oder nur ungewöhnlich sein wird. Für mich muss nicht mal alles neu sein, aber das Buch wird mir wahrscheinlich nicht mal unter "Serien-die-ich-unbedingt-weiterlesen-muss" landen. Es war okay, lässt sich ohne Längen lesen, aber die Überdystopie war es für mich nicht. Bin auf deine Meinung gespann, wenn du etwas dazu schreibst.

      Löschen
  3. Vor der "Ähnlichkeit" insbesondere zu Panem war ich schon von den englischen Rezis vorgewarnt. Mich hat das in diesem Fall aber absolut nicht gestört.
    Die Auslese war in den letzten Monaten das EINZIGE Buch, dass mich bis 2 Uhr nachts wachhalten konnte :-)

    Schade, dass es dir nicht so ging :'(

    lg
    Steffi

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. @Steffi -Ich habe vorher gar keine englischen Rezis gelesen, nur deutsche und da haben auch einige von gewissen Ähnlichkeiten geschrieben. Das ist im Prinzip auch gar nicht schlimm, nur kam es für mich einfach überhaupt nicht an Panem ran :-) Und dann Cia, die in allem so toll ist, jede Falle/Hinterhalt sofort wittert, und alle Theorieaufgaben (und seinen sie noch so fies) meisterlich löst. Mir kam irgendwie alles bekannt vor. Das Thema an sich (Die Auswahl, Panem und Die Bestimmung), die Prüfungen, die Welt, sogar die Gleiterfahrt zum Austragungsort. Ich hab es ganz gerne gelesen, aber hätte gerne, wie du, etwas mehr Begeisterung verspürt ...

      Löschen
  4. Halli hallo

    Bin schon gespannt wie es mir ergehen wird beim lesen, denn die genannten Dystopien ( ausser " die Bestimmung" ja, Schande über mein Haupt)kenne ich ja auch schon!

    Ich finde eh, dass es heutzutage sehr schwierig ist bei dieser Bücherflut noch etwas nie dagewesenes zu erschaffen.

    Bei mir "muss" es einfach zwischen mir und den Hauptcharakteren funken, dann spielt es mir meistens auch keine Rolle mehr, ob sich die Geschichten ähneln oder nicht.

    Fand es nun sehr interessant auch mal noch eine andere Meinung zu "hören" zwischen all den Begeisterungsstürmen!

    Liebe Grüsse Bea

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. @Bea - In Büchern etwas Neues zu schaffen ist heute fast nicht mehr möglich. Wenn das einem Autor gelingt, dann freu ich mir nen Ast :-) Ansonsten muss es gar nichts Neues sein, aber seinen eigenen Charakter haben und der hat mir bei Die Auslese etwas gefehlt. Aber das macht gar nichts. Es war ja kein schlechtes Buch :-)

      Löschen
    2. Halli hallo

      So jetzt habe ich " die Auslese" gelesen und weiss jetzt was du meinst.
      Als es in die Wildnis ging gab es echt sehr viele Situationen, die genau so wie in Panem waren. Irgendwie wollte dieses vergleichen fast nicht mehr aus meinem Kopf verschwinden, was mir das Buch recht "maddig" machte!!!

      Gott sei Dank konnte die Autorin das Ruder für mich aber bei den letzten ca. 150 Seiten noch herumreissen und Panem war vergessen.
      Ich denke was mir dann vor allem noch gefallen hat war dieses "wem kann ich noch vertrauen?" das liebe ich ja!!

      Liebe Grüsse Bea

      Löschen
    3. @Bea - Ah, schön, dass du dir jetzt selbst ein Bild machen konntest. Der Schluss hat mir tatsächlich dann auch recht gut gefallen. Auch das Ende fand ich so gut, dass es bei mir sogar ein Ende für einem Einzelband sein könnte. Ich muss mal überlegen, ob ich hier weiterlese :-)

      Löschen
  5. Deine Einwände kann ich gut nachvollziehen. Ich bin selbst überrascht gewesen, wie wenig mich die Parallelen störten.
    Cia gefiel mir einfach unglaublich gut. Sie spielte eine tragende Rolle für mich bei der Bewertung.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. @Sandy - Vielleicht bin ich bei Die Auslese auch einfach mal wieder ein Zu-hohe-Erwartungen-Opfer. Ich war während des Lesens wirklich sehr kritisch und die vielen Parallelen zu anderen Dystopien habe mich sehr gestört. Auch Cias Darstellung als kleine Wonderwoman. Sie roch ja immer direkt jede Fall, kam auf jede Lösung. Auch die Lovestory war nicht so meine. Egal, das Lesen an sich war okay. Für mich eben ein Vergnügen im mittleren Bereich :-)

      Löschen
    2. Es kann halt nicht immer der Funke überspringen. Und wie gesagt: verstehen kann ich dich auch sehr gut. Hätte mir auch genauso gehen können. ;)

      Löschen
  6. Mich juckts in den Finger dieses Buch sofort zu lesen.. Ich würde gern wissen, ob es mir gefällt :D .. Und ob ich es auch so sehe wie du, oder ob es mich vollkommen packt und begeistert.. Hmm ich werds mir mal genauer anschauen! Danke für deine 5 High Fives(:

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. @Steffi - Das Buch ist definitiv gut. Es kommt einfach darauf an, ob du auch so viele Vergleiche zu anderen Storys ziehst und wie gut dir Cia gefällt. Ich hatte beim Lesen einfach das Gefühl, alles schon mal gelesen zu haben. Es ist aber durchaus ein Buch, das gut unterhält und einen an die Seiten fesselt.

      Löschen
  7. Was bin ich froh, endlich mal eine negative Meinung zu hören :D Die Mainstream-Blogger und -Leser waren ja absolut und total begeistert - da habe ich schon geahnt, dass es mich bestimmt nicht in solche Begeisterungsstürme versetzen wird, und nach deinem [wie immer sehr unterhaltsamen!] High 5 bin ich mir nun ziemlich sicher. Ich lese es ja auch grade [bin auf Seite 100] und bisher ist mir auch vor allem eines aufgefallen: Dass Cia einfach unfassbar toll ist. So toll, das gibt's gar nicht. *augen roll*
    Ich bin mal gespannt auf den Fortgang und ob sich unsere Meinungen dann weiterhin so ähneln ;)

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. @Sonne - Ich sehe mich komplett als Mainstream-Bloggerin :-) insgesamt sogar als sehr wohlwollende Rezensentin, da sind viele Blogger vielleicht sogar kritischer. Schlecht fand ich Die Auslese nicht. Es hat mich aber auch nicht komplett vom Hocker gehauen oder die Nacht durchlesen lassen. Ich bekam schon einen Dämpfer, als es wie Die Auswahl anfing, die ersten Prüfungen waren dann sehr interessant, aber als es ins Freie ging dachte ich wieder komplett an Panem (und Katniss gefiel mir viieeel besser als Cia!). Ich weiß noch nicht, ob ich die Reihe weiter verfolge. Kann mit dem Schluss auch gut leben ;-)

      Löschen

Du möchtest mir etwas zu diesem Beitrag mitteilen? Dann los ... ich freue mich.