Dienstag, 31. Juli 2012

Rezension zu "Das Schicksal ist ein mieser Verräter" von John Green



Verlag: Hanser (Juli 2012)
Originaltitel: The Fault in Our Stars
Übersetzer: Sophie Zeitz
Reihe: - , ab ca. 13-16 J.
Ausführung: Hardcover/SU, 288 S.
ISBN: 978-3446240094
16,90 € [D]

Genre: Jugendbuch


Inhalt/Verlagsinfo
"Krebsbücher sind doof", sagt die 16-jährige Hazel, die selbst Krebs hat. Sie will auf gar keinen Fall bemitleidet werden und kann mit Selbsthilfegruppen nichts anfangen. Bis sie in einer Gruppe auf den intelligenten, gut aussehenden und umwerfend schlagfertigen Gus trifft. Der geht offensiv mit seiner Krankheit um. Hazel und Gus diskutieren Bücher, hören Musik, sehen Filme und verlieben sich ineinander - trotz ihrer Handicaps und Unerfahrenheit. Gus macht Hazels großen Traum wahr: Gemeinsam fliegen sie nach Amsterdam, um dort Peter Van Houten zu treffen, den Autor von Hazels absolutem Lieblingsbuch. Ein tiefgründiges, emotionales und zugleich freches Jugendbuch über Krankheit, Liebe und Tod. (Text- und Bildquelle: Carl Hanser Verlag)

Über den Autor
John Green, 1979 geboren, erlangte bereits mit seinem Debüt "Eine wie Alaska" (2007) Kultstatus unter jugendlichen Lesern. Das Buch wurde vielfach ausgezeichnet, u.a. war es gleich zweifach für den Deutschen Jugendliteraturpreis nominiert. Auch seine Jugendromane "Die erste Liebe - nach 19 vergeblichen Versuchen" (2008) und "Margos Spuren" (2010), ebenfalls nominiert und ausgezeichnet mit der Corine, fanden ein großes Echo beim Publikum und in der Presse. Der Autor wird inzwischen mit Philip Roth und John Updike verglichen. "Das Schicksal ist ein mieser Verräter" war in den USA schon vor dem Erscheinen ein Bestseller. Der Autor lebt mir seiner Frau und seinem kleinen Sohn in Indianapolis.

Rezension

Der erste Satz: Im Winter meines sechzehnten Lebensjahrs kam meine Mutter zu dem Schluss, dass ich Depressionen hatte, wahrscheinlich, weil ich kaum das Haus verließ, viel Zeit im Bett verbrachte, immer wieder dasselbe Buch las, wenig aß und einen großen Teil meiner reichlichen Zeit damit verbrachte, über den Tod nachzudenken.

Hazel Grace Lancaster, 16 Jahre alt, hat Krebs im Stadium Stufe IV. Eine Heilungschance gibt es nicht. Ihre Lunge arbeitet nicht mehr richtig, weswegen ihr ständig über einen Schlauch Sauerstoff zugefügt werden muss. Im Moment hat ein neues Medikament das Wachstum der Metastasen gestoppt. Hazel weiß aber, dass sie nicht alt werden wird und ihr durch dieses Medikament nur etwas mehr Zeit geschenkt wird.
In einer Selbsthilfegruppe lernt sie den charismatischen Augustus Waters kennen. Aus flirtender Freundschaft wird bald mehr. Doch wie geht man damit um, wenn man weiß, dass man - hart gesagt - nur eine Zeitbombe ist? Will man eine Beziehung führen, wenn man den Freund unweigerlich verletzen wird, weil das Schicksal einem keine lange Lebenszeit mehr schenkt?

(Isaac) "Ich glaube an die wahre Liebe, verstehst du? Ich glaube nicht, dass jeder das Recht hat, seine Augen zu behalten oder gesund zu bleiben oder so was, aber jeder sollte die wahre Liebe erleben, und die sollte mindestens so lange dauern wie dein Leben." S. 73

Seine Charaktere kann ein Autor formen wie es ihm beliebt. Einigen gelingt das ganz prima. Wir schließen die (erfundenen) Personen, die der Autor in seiner Geschichte mitspielen lässt, sofort ins Herz. Andere hingegen sind nach dem Lesen auch schnell wieder vergessen. Zu flach erscheint der Charakter, zu unpersönlich, um sich nochmals mit ihm auseinanderzusetzten.
Die (erfundenen!) Charaktere, die John Green in "Das Schicksal ist ein mieser Verräter" auf gerade mal 288 Seiten erschafft, sind bemerkenswert. Hazel und Augustus sind wunderbar! Leser werden sich wohl immer an sie erinnern. Und das nicht nur, weil man das Buch nach dem Lesen hüten wird wie einen Schatz - versprochen!

Hazel Grace, wie Augustus immer so liebevoll betont, ist einzigartig. Die Ich-Erzählerin lässt den Leser sehr persönlich an diesem schwierigen Lebensabschnitt teilhaben. Dabei zeigt sie ganz offen ihre, teils negativen, Gefühle und Ängste. Sie schauspielert dem Leser nichts vor. Bemerkenswert ist, dass sie, bei all dem Leid, einen guten Sinn für (schwarzen) Humor nicht verloren hat. Dieser wirkt aber nie gekünstelt und aufgesetzt, sondern ganz natürlich. Was sie sagt passt immer, ohne zu verletzten. Sie ist ein sehr sorgender, liebevoller Mensch, und das trotz eigener Krebserkrankung. Und so könnte ein Zitat von Augustus' für Hazel nicht passender sein : "Sie ist lustig, ohne je gemein zu sein. Ich liebe sie." (Seite wird nicht verraten).
Augustus und Hazel sind gar nicht so verschieden. Er ist ein sehr cooler Typ und umgarnt Hazel gerne mir charmanten Flirtsprüchen. Seit ihm, ebenfalls wegen einer früheren Krebserkrankung, ein halben Bein entfernt wurde, kann er nicht mehr Basketball spielen. Seine Lebensfreude hat er sich aber erhalten und ist durch seine charismatische Art seinen Freunden und Hazel eine ganz besondere Stütze. Einblick in seine tieferen Gefühle erhält man während der Geschichte. Augustus ist grandios!

Der Plot ist sehr einfach gehalten, man liest die Geschichte darum auch schnell und aufmerksam. Die verwendete Sprache darf stellenweise ruhig als anspruchsvoll bezeichnet werden. Sie erinnert in einigen Szenen durchaus an Hochliteratur. Das wird vor allem dann deutlich, wenn Hazel und Augustus über Lebens- und Sterbensfragen philosophieren oder der Schriftsteller von Hazels Lieblingsbuch zu Wort kommt. Es kann sein, dass man bei einigen Sätzen kurz innehalten muss, um sie auf sich wirken zu lassen. Und sie verfehlen ihre Wirkung nie!
Die Thematik einer Krebserkrankung so darzustellen, wie es Green hier gelungen ist, ist ein Meisterwerk. Einfühlsam und liebevoll, aber ohne beschönigte Tatsachen. Einige Szenen im Buch sind sehr anschaulich und machen das Herz schwer. Und es kommt der Punkt, an dem man hin- und hergerissen ist, zwischen dem Wunsch weiterzulesen und dem Gedanken, ob man das Gelesene noch ertragen kann. Die Seele leidet mit den Protagonisten und es werden definitiv Tränen fließen!

Eine unerwartete Wendung in der Geschichte, lässt einen die Gedanken neu sortieren. Und es ist immer wieder erstaunlich, das man zwischen allem Schmerz und allen Tränen fast in jedem Kapitel schmunzeln und lachen darf. Genau das macht "Das Schicksal ist ein mieser Verräter" so besonders. Es ist ernst und traurig, gleichzeitig aber lustig und hoffnungsvoll, ohne sich aufzudrängen. Jeder sollte es lesen!




Persönliches Fazit
Der Originaltitel des Buches "The Fault in Our Stars" stammt ursprünglich von Shakespeare: "Nicht durch die Schuld der Sterne, lieber Brutus, / Durch eigne Schuld nur sind wir Schwächlinge..." (S. 106). Aber das Schicksal ist ein mieser Verräter, und gerade deshalb waren für mich Hazels und Augustus' Gedanken auch so einzigartig. Ich bin tief beeindruckt und gleichzeitig emotional erschüttert.
Das Buch ist zauberhaft gut! Eine Krebserkrankung ist nicht gut sondern tragisch. Aber so, wie John Green die Thematik in seinem Roman darstellt, ist das Buch trotzdem SCHÖN: Einfühlsam SCHÖN, traurig SCHÖN, humorvoll SCHÖN, hoffnungsvoll SCHÖN, zum Heulen SCHÖN, .... Wie könnte ich hier weniger als 5 Sterne geben?!
Handlung: 5 / 5
Charaktere: 5 / 5
Gefühl: 5 / 5
Preis/Leistung: 5 / 5

© Damaris Metzger, damarisliest.de


Weitere Infos zum Autor, seinen Büchern und dem Verlag:

Zitate aus "Das Schicksal ist ein mieser Verräter" von John Green

Ich wollte meine Eltern glücklich machen. Denn es gibt nur eins auf der Welt, das ätzender ist, als mit sechzehn an Krebs zu sterben, und das ist, ein Kind zu haben, das an Krebs stirbt. S. 13
Manchmal liest man ein Buch, und es erfüllt einen mit diesem seltsamen Missionstrieb, und du bist überzeugt, dass die kaputte Welt nur geheilt werden kann, wenn alle Menschen dieser Erde dieses eine Buch gelesen haben. S. 36
"Manchmal wissen die Leute nicht, was sie versprechen, wenn sie es versprechen", sagte ich. Isaac sah mich an. "Ja, klar. Aber man muss seine Versprechen trotzdem halten. Genau das ist doch Liebe. Liebe ist, das Versprechen trotzdem zu halten. [...]" S. 60
Während er las, verliebte ich mich in ihn, so wie man in den Schlaf gleitet: langsam zuerst und dann rettungslos. S. 117
Ich hatte Angst zu fragen, ob es einen Grund gab, Angst zu haben. S. 194
"[...] Aber, Gus, meine große Liebe, ich kann dir nicht sagen, wie unendlich dankbar ich für unsere kleine Unendlichkeit bin. Ich würde sie um nichts in der Welt hergeben. Du hast mir mit deinen gezählten Tagen eine Ewigkeit geschenkt, und dafür bin ich dankbar." S. 238
Sie ist lustig, ohne je gemein zu sein. Ich liebe sie. Ich habe so ein Glück, sie zu lieben, [...]. S. 284
"Das Leben ist schön, Hazel Grace." S. 217
Man kann sich nicht aussuchen, ob man verletzt wird auf dieser Welt, [...], aber man kann ein bisschen mitbestimmen, vom wem. S. 283

© Zitatrechte Carl Hanser Verlag


Donnerstag, 26. Juli 2012

Rezension zu "Schattenspieler" von Michael Römling



Verlag: Coppenrath (Juni 2012)
Originaltitel: -
Übersetzer: -
Reihe: - , ab ca. 14-17 J.
Ausführung: Hardcover/SU, 352 S.
ISBN: 978-3815753071
14,95 € [D]

Genre: (Jugend-)Roman


Inhalt/Verlagsinfo
April 1945: Berlin liegt in Schutt und Asche, und die Rote Armee steht bereits vor den Toren der Hauptstadt. In den Wirren der letzten Kriegstage kreuzen sich die Wege von Friedrich und dem jüdischen Jungen Leo, der die Kriegszeit in dunklen Kellern überleben konnte. Beide sind auf der Jagd nach einem großen Geheimnis: Irgendwo in Berlin liegt ein unsagbar wertvoller Schatz verborgen, den ein hochrangiger Wehrmachts-Offizier vor Kriegsende noch schnell beiseiteschaffen will. Bald finden die Freunde eine heiße Spur. Doch die Zeit wird knapp, denn Friedrich und Leo sitzt ein mächtiger Gegner im Nacken, der vor nichts zurückschreckt. (Text- und Bildquelle: Coppenrath Verlag)

Über den Autor
Dr. Michael Römling, geboren 1973 in Soest, studierte Geschichte in Göttingen (wo er inzwischen wieder lebt), Besancon und Rom. Nach einem Stipendium am dortigen Deutschen Historischen Institut promovierte er mit einer Arbeit über spanische Soldaten in Italien im 16. Jahrhundert. Er schreibt und verlegt Stadtgeschichten, Bildbände und Stadtführer im von ihm mitgegründeten Tertulla-Verlag. Nach "Signum: Die verratenen Adler" (2009) ist "Schattenspieler" sein zweiter historischer Roman.

Rezension

Der erste Satz: "Er soll uns bleiben, was er uns ist und immer war", scharrte die Stimme aus dem Radio.

Berlin steht kurz vor der Eroberung durch die russische Armee. Täglich werden Fliegerangriffe auf die schon stark zerstörte Stadt geflogen. Leo ist ein jüdischer Junge und lebt in Berlin als "U-Boot", das heißt, er versteckt sich vor der SS und der Gestapo in Kellern und auf Dachböden.
Zur selben Zeit erfährt der etwa gleichaltrige Friedrich, dass sein Vater im Krieg gefallen ist. Friedrich wohnt mit seiner Mutter in einer Berliner Villengegend, die von der Zerstörung weitestgehend verschont wurde. Mit der Todesnachricht seines Vaters entdeckt Friedrich, dass dieser ein Geheimnis hinterlassen hat, welches Friedrich unbedingt aufdecken möchte. Als sich die Wege der beiden Jungen kreuzen, schließen sie schnell Freundschaft und setzten alles daran, das geheime Versteck eines wertvollen Schatzes zu finden.

"Unser Hitler", wiederholte Wilhelm verächtlich. "Dürfte sein letzter Geburtstag gewesen sein. Glückwunsch auch von uns."
"Warum hörst du dir das überhaupt an?" fragte Leo.
"Weil ich neugierig bin, wie groß der Abstand zwischen Wahn und Wirklichkeit noch werden kann."
"Wahn und Wirklichkeit", murmelte Leo.
(Seite 6)

Bücher über den zweiten Weltkrieg und das Dritte Reich, mit all seinen Schrecken, sind nicht der bevorzugte Lesestoff von Jedermann. Vielen gehen die schlimmen Fakten einfach zu nahe, und andere interessieren sich von Haus aus nicht sehr für Geschichte, egal in welcher Zeit sie spielt. Umso interessanter ist dann immer die Frage, wie Autoren dieses schwierige Thema umsetzten. Darum muss man hier betonen, das "Schattenspieler" keine geschichtliche Abhandlung ist. Es ist ein Roman - und zwar ein außerordentlich guter! Eine fiktive und spannende Kriminalgeschichte verknüpft Michael Römling mit hervorragend recherchierten Tatsachen. Man liest einen Roman, bei dem die Recherchearbeit so gut in die Geschichte einfließt, dass er sich einfach "echt" anfühlt. Ob Stadt-, Angriffs-, Personen- oder Tatsachenbeschreibung. Wenn M. Römling von weißen Betttüchern erzählt, die die Bewohner nach der Kapitulation Berlins aus ihren Fenstern gehängt haben, meint man, er wäre dabei gewesen.

Die Geschichte startet spannend, mit einem Fliegerangriff auf das schon stark beschädigte Berlin 1945. Und mittendrin steckt Leo, ein jüdischer Junge, dessen Eltern tot sind und der sich bei einem Freund und in den Kellern der Stadt versteckt. So hofft er, den deutschen "Spürhunden" (SS und Gestapo) zu entgehen und den Krieg irgendwie zu überleben.
Nach einer geglückten Flucht und einem Zusammentreffen mit einem Vorposten der russischen Armee kreuzt sich Leos Weg mit Friedrich, der den Krieg zu Hause mit Mutter und Schwester erlebt und immer Sorge haben muss, dass er, auch als sehr junger Jugendlicher, noch für den Krieg eingezogen wird.
Neben der personalen Erzählperspektive von Leo und Friedrich, wechselt der Autor zwischendurch immer wieder zu einem hochrangigen SS-Offizier, der auf die letzten Kriegstage hin noch etwas zu verbergen hat. Außerdem spielt eine russische Kompanie, und vor allem deren Oberst, eine vordergründige Rolle im Buch. Als Leser verliert man nie den Überblick, ist stets im Geschehen mit dabei. Das Buch liest sich sehr rasch und ohne Leselänge.

"Schattenspieler" ist ein Kriminalroman, die Handlung wechselt zwischen spannenden und sehr persönlichen Szenen der Charaktere ab. Trotz der schlimmen Umstände muss man als Leser manchmal schmunzeln, weil einem die Personen schnell ans Herz wachsen. Aber es gibt in der Geschichte auch viel Schrecken, etwas anderes aufzuzeigen, wäre unehrlich. Erschießungen, Vergewaltigungen, Deportation und knappe Essensrationen sind nunmal Tatsachen, die mit dem Zweiten Weltkrieg Hand in Hand gingen. Michael Römling zeigt in seinem Roman auch, dass zu Zeiten des Dritten Reichs nicht alles Schwarz und Weiß war. Ein Beispiel wäre, dass natürlich sich viele deutsche Frauen vor den Russen in Sicherheit bringen mussten, als diese Berlin übernommen haben. Aber genauso gab es auch unter den Besatzern hilfsbereite und freundliche Personen. Schlimme Szenen werden vom Autor nicht beschönigt, sind aber so gehalten, dass auch jugendliche Leser sich mit ihnen auseinandersetzen können.

Man darf hier noch erwähnen, dass "Schattenspieler" zu einem guten Ende gebracht wird, teils sehr ernsthaft und teils mit einem amüsierten Zwinkern im Auge. Der angesprochene Schatz wird den meisten Lesern ein Begriff sein. Nach dem Roman folgt ein ausführliches Nachwort des Autors, sowie ein Glossar in dem kriegsrelevante Begriffe und Personen (z.B. Gestapo, Goebbels, Hitlerjugend, Flak) kurz erklärt werden. Perfekt!





Persönliches Fazit
Ich selbst gehöre zu den Lesern, die sich mit Büchern, die zur Zeit des Dritten Reichs spielen, eher schwer tun. Meist wirken diese Geschichten auf mich sehr belastend. So war "Schattenspieler" ein Lesewagnis, bei dem ich von so manchem Schatten auf meinem Gemüt ausgehen musste. Doch es kam anders. "Schattenspieler" hat mir richtig gut getan! Ich kann keinen Kritikpunkt finden. Es ist ein herrlich geschriebener Roman, der mit brillant recherchierten Fakten verrührt wird. Eine absolute Leseempfehlung für Jung und Alt, egal ob man mit der Thematik etwas anfangen kann oder ihr eher kritisch gegenüber steht. 5 Sterne!
Handlung: 4,5 / 5
Charaktere: 4,5 / 5
Lesespaß: 5 / 5
Preis/Leistung: 5 / 5

© Damaris Metzger, damarisliest.de

Kann uns das Schicksal so richtig mies verraten?

Der Titel von John Greens neuem Buch "Das Schicksal ist ein mieser Verräter" (OT: The Fault in Our Stars) stellt diese Frage automatisch. Nach seiner letzten Kooperation mit Autor David Levithan in "Will & Will" ist es jetzt das zweite Buch, dass ich von John Green lese. Die Lobeshymnen für die englische Ausgabe von "Das Schicksal ist ein mieser Verräter" überschlagen sich. Blogger, die das Buch bereits im Original gelesen haben, haben nur die besten Rezensionen dazu geschrieben. "Tage wie diese" liegt noch auf meinem SuB, und Bloggerin Sonne ist von "Eine wie Alaska" hellauf begeistert.
Was macht die Bücher dieses Autors nur so besonders? Ich kann nur soviel sagen, das WAS ich bisher von John Green gelesen habe, war absolut genial. Bei seinem neuesten Werk lasse ich mich von der Flut positiver Pressestimmen also gerne ködern! Ich freu mich und denke, es wird sehr emotional.

"Das Schicksal ist ein mieser Verräter" von John Green, OT: The Fault in Our Stars, 288 Seiten, 16,90 € [D]


"Krebsbücher sind doof", sagt die 16-jährige Hazel, die selbst Krebs hat. Sie will auf gar keinen Fall bemitleidet werden und kann mit Selbsthilfegruppen nichts anfangen. Bis sie in einer Gruppe auf den intelligenten, gut aussehenden und umwerfend schlagfertigen Gus trifft. Der geht offensiv mit seiner Krankheit um. Hazel und Gus diskutieren Bücher, hören Musik, sehen Filme und verlieben sich ineinander - trotz ihrer Handicaps und Unerfahrenheit. Gus macht Hazels großen Traum wahr: Gemeinsam fliegen sie nach Amsterdam, um dort Peter Van Houten zu treffen, den Autor von Hazels absolutem Lieblingsbuch. Ein tiefgründiges, emotionales und zugleich freches Jugendbuch über Krankheit, Liebe und Tod. (Text- und Bildquelle: Carl Hanser Verlag)



"Dieses Buch ist nahe an der Genialität."
Time Magazine, Lev Grossman

"John Green ist für Teenager das, was Philip Roth für Männer und John Updike für Ehepaare ist - er liest die Welt aus ihnen ab."
Frankfurter Allegemeine Sonntagszeitung, Tobias Rüther

"So ehrlich und intensiv wie nichts sonst, was ich in letzter Zeit gelesen habe, weder in Jugendbüchern noch in anderen."
Time Magazine, Lev Grossman





Infos zum Autor und seinen Büchern auf Facebook:

Montag, 23. Juli 2012

Autorenlesung - Isabel Abedi liest in HH aus Whisper



Für alle Hamburger (und Umgebung) Leseratten gibt es eine tolle Info. Isabel Abedi liest am 1. August aus ihrem Jugendroman "Whisper". Begleitet wird sie von Autorin Sabine Ludwig und deren Roman "Painting Malene". Musikalisch wird die Lesung von Eduardo Macedo begleitet.

"Whisper" ist ein atmosphärisch dichter Jugendroman. Mich hat das Buch komplett gefesselt - es war mein Einstieg die die Jugendromane von Isabel Abedi. Alle, die die Möglichkeit haben diese Lesung zu besuchen, sollten sich das nicht entgehen lassen!


Moderierte Lesung mit Isabel Abedi und Sabine Ludwig, musikalische Begleitung Eduardo Macedo

Zeit:
August 2012 18:00 Uhr

Ort:
Internationales Maritimes Museum Hamburg
Kaispeicher B
Koreastrasse 1
20457 Hamburg

Kartenvorverkauf:
Kulturring der Jugend/Jugendinformationszentrum
Dammtorwall 1, 20354 Hamburg
Telefon: 040-428 23 01

Karten 3 Euro (Jugendliche) 5 Euro (EW)

Oder bei den Heymann -Buchhandlungen.
Tickets auch an der Abendkasse.

Am letzten Tag der Hamburger Sommerferien, am Mittwoch, den 1. August, lädt das Maritime Museum Hamburg im Rahmen der Lesereihe "Abenteuer entstehen im Kopf" junge Jugendliche und Erwachsene zu einem Auftritt mit den bekannten Kinder- und Jugendbuchautorinnen Isabel Abedi und Sabine Ludwig und dem Musiker Eduardo Macedo ein.

Schein und Wirklichkeit
Szenische Lesung und moderiertes Gespräch zweier Bestsellerautorinnen.
Was verbindet die Protagonistinnen Noa aus dem Roman "Whisper" von Isabel Abedi und die junge Marlene aus dem Roman "Painting Marlene"? Konfliktreiche Mütter-Töchter-Verhältnisse, die erste große Liebe und rätselhafte Vorkommnisse, die zunehmend bedrohlicher werden, sind äußerlich betrachtet verbindende Elemente. Wie die beiden Schriftstellerinnen diese Themen in ihren Thrillern umsetzen, ist jedoch sehr unterschiedlich. In einer szenischen Lesung und einem moderiertes Gespräch kommen Isabel Abedi und Sabine Ludwig diesen Unterschieden auf die Spur.




Kurzbiographie zur Autorin
Isabel Abedi wurde 1967 in München geboren und ist in Düsseldorf aufgewachsen. Nach dem Abitur verbrachte sie Jahr in Los Angeloes als Aupairmädchen und Praktikantin einer Fimproduktion und ließ sich anschließen in Hamburg als Werbetexterin ausbilden. In diesem Beruf hat sich 13 Jahre lang gearbeitet. Inzwischen ist sie eine der erfolgreichsten Kinder- und Jugendbuchautorinnen Deutschlands, ihre Bücher sind in verschiedenen Verlagen vertreten. Sie wurden in viele Sprachen übersetzt und mit Preisen ausgezeichnet. "Whisper" wurde für den deutschen Jugendliteraturpreis nominiert. Isabel Abedi lebt mit ihrem Mann Eduardo Macedo und ihren zwei Töchtern in Hamburg.
Weiter Infos zur Autorin auch unter www.isabel-abedi.de

Donnerstag, 19. Juli 2012

"Schattenspieler" von Michael Römling - für mich ein Wagnis!

Michael Römlings neues Buch "Schattenspieler" ist zuerst einmal eine Augenweide. Alleine Türkis (meine Lieblingsfarbe) hätte mir ja schon gereicht. Doch hier hat sich der Coppenrath Verlag, der sowieso für seine besondere Buchgestaltung bekannt ist, wieder etwas ganz Besonderes einfallen lassen. Das Buch ist mir einem Berliner Stadtplan aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs (ca. um 1945) eingebunden. Der Schutzumschlag des Buches ist wie Butterbrotpapier, leicht durchsichtig, sodass der Stadtplan durchschimmert. Dazu die schwarze Scherenschnittoptik, türkise Einfassung und Schnörkel. Super!


April 1945: Berlin liegt in Schutt und Asche, und die Rote Armee steht bereits vor den Toren der Hauptstadt. In den Wirren der letzten Kriegstage kreuzen sich die Wege von Friedrich und dem jüdischen Jungen Leo, der die Kriegszeit in dunklen Kellern überleben konnte. Beide sind auf der Jagd nach einem großen Geheimnis: Irgendwo in Berlin liegt ein unsagbar wertvoller Schatz verborgen, den ein hochrangiger Wehrmachts-Offizier vor Kriegsende noch schnell beiseiteschaffen will. Bald finden die Freunde eine heiße Spur. Doch die Zeit wird knapp, denn Friedrich und Leo sitzt ein mächtiger Gegner im Nacken, der vor nichts zurückschreckt. (Text- und Bildquelle: Coppenrath Verlag)




Und jetzt zum Wagnis. Mir persönlich fällt es schwer, Bücher aus dem Dritten Reich zu lesen. Nicht, weil es mich nicht interessiert, daran kommt man aufgrund der schrecklichen Ereignisse dieser Zeit gar nicht vorbei. Ich möchte jetzt hier auch keine Grundsatzdiskussion über die deutsche Geschichte vom Zaun brechen, aber das Schicksal von Millionen von Juden, Kriegsgegnern, bzw. nicht ins Weltbild von Hitler passenden Menschen, geht mir sehr nahe. Und es ärgert mich unglaublich, dass wir Deutschen ständig diesen üblen Nachruf mit uns rumschleppen müssen, nur weil ein größenwahnsinniger Vollidiot mit seinen Wahnvorstellungen nicht hinterm Berg halten konnte (und das ist jetzt noch sehr harmlos ausgedrückt!).
Ich bin sehr neugierig, wie Michael Römling die Geschichte in seinem Buch, um 1945, recherchiert und erzählt hat. Für mich ein Wagnis - aber ein gutes!

Mittwoch, 18. Juli 2012

Rezension zu "Shadow Falls Camp: Geboren um Mitternacht" von C.C. Hunter



Verlag: Fischer FJB (Juni 2012)
Originaltitel: Born at Midnight
Übersetzer: Tanja Hamer
Reihe: Band 1/5, ab ca. 14 J.
Ausführung: Klappenbroschur, 512 S.
ISBN: 978-3841421272
14,99 € [D] Buch bestellen?

Genre: Urban-Fantasy


Inhalt/Verlagsinfo
Im Shadow Falls Sommercamp lernen Werwölfe, Vampire, Hexen, Feen und Gestaltwandler mit ihren übernatürlichen Kräften umzugehen.
In Kylies Leben geht alles schief: Ihre Eltern lassen sich scheiden, ihr Freund hat Schluss gemacht, und ihre Mutter schickt sie auch noch in ein Sommercamp. Doch Shadow Falls ist anders: Hierher kommt nur, wer übernatürliche Kräfte hat – Feen, Hexen, Vampire, Gestaltwandler und Werwölfe. Auch Kylie soll besondere Fähigkeiten haben – wenn sie nur wüsste, welche …
Doch plötzlich wird das Camp bedroht. Nur, wenn sie alle ihre besonderen Kräfte gemeinsam einsetzen, werden sie die übermächtigen Feinde besiegen können. (Text- und Bildquelle: Fischer FJB Verlag)

Über die Autorin
C.C. Hunter lebt in Springs, Texas in den USA, wo sie zurzeit weitere Bände der Shadow Falls Camp-Serie, schreibt. Band 2, "Erwacht im Morgengrauen", erscheint demnächst in Deutschland.

Rezension

Der erste Satz: "Das ist nicht lustig!", hörte sie ihren Vater brüllen.

Kylie muss zusehen, wie ihr Vater von zu Hause auszieht. Das Wort Scheidung steht im Raum. Ihre Mutter ist Kylie gegenüber sehr gefühlskalt und so hofft sie, nach der Scheidung bei ihrem Vater wohnen zu dürfen. Zum Stress mit ihren Eltern kommen noch schlimme Albräume, Visionen und nächtliche Panikattacken, wegen denen Kylie wöchentlich zu einer Psychologin gehen muss. Und jetzt schiebt sie ihre Mutter auch noch einfach in ein freakiges Sommercamp, das "Shadow Falls Camp", ab. Eigentlich möchte Kylie so schnell wie möglich wieder fort von dort. Doch dann findet sie neue Freunde, knüpft zarte Liebesbande und erfährt Dinge über sich selbst, die sie kaum glauben mag.

Sommercamp - ein spannendes Thema für ein Buch! Und dann auch noch eines, das nur von übernatürlichen Wesen besucht wird. Klasse! Was assoziieren wir mit einem Zelt- oder Sommerlager? Lagerfeuer, Spiele, Nachtwanderungen, Baden, Tuscheln, Wegschleichen, Intrigen, usw... Natürlich auch Flirten, Küssen und Händchenhalten (oder vielleicht mehr?). Hier kommt "Geboren um Mitternacht" doch etwas eintöniger daher. Gefühlt geht es hier nur um Kylies Probleme mit den Eltern und dann natürlich vordergründig um Jungs. Da werden gleich drei verschiedene der männlichen Prachtexemplare geküsst, und Kylies Gefühlswelt spielt verrückt. "Shadow Falls Camp" oder doch eher Finde-dein-Herzblatt-Camp?

Kylie selbst ist ein süßes und auch recht sympathisches Mädchen. Hält sie sich gegenüber anderen Campbewohnern anfangs noch etwas zurück, kann sie auch ganz schön austeilen und ihre Meinung vertreten. Dadurch wirkt sie überzeugend. Außerdem ist ihre familiäre Situation sehr gut nachzuvollziehen. Eine Trennung der Eltern ist für keinen Teenager einfach. Deswegen verzeiht man auch den Umstand, dass bei Kylie oft die Tränen fließen. In jedem zweiten, der kurzen Kapitel, muss Kylie weinen, mit den Tränen kämpfen oder den Klos im Hals runterschlucken. Dabei verliert sie meistens und die Tränen laufen über. Diesem Umstand hätte etwas Zurückhaltung nicht geschadet, aber wie gesagt, da Kylies Situation einleuchtend erklärt ist, kann man das so stehenlassen.

Die Hauptgewichtung des Buches liegt auf Kandidat 1, 2 oder 3. Jaja, Kylie und die Jungs. Da wäre erstmal ihr Exfreund Trey, an dem sie immer noch hängt, der sie plötzlich vermisst und dann auch im Camp besucht (logisch!). Dann lernt sie beim Eintreffen im Camp Derek kennen, der zufällig die totale Ähnlichkeit mit dem Exfreund hat und deswegen sofort auf der Kandidatenliste landet (seufz!). Und zuletzt der düstere und gefährliche Lucas, den Kylie als Kind noch kennt und der ihr eigentlich Angst macht, aber doch anziehend wirkt (ja, klar!).
Eines haben die drei Jungs aber alle gemeinsam - sie sehen einfach klasse aus! Jeder mit etwas anderen Leckerattributen: Muskulöse Arme, breite Schultern, toller Oberkörper, süßer Bauchnabel, sexy Grinsen. Alles Originalton und mit häufigen Wiederholungen.
So weiß man als Leser auch schnell, was angesagt ist, wenn es im Camp zur täglichen "Kennenlernstunde", in trauter Zweisamkeit, läutet. Kussalarm! Bis zum Ende des Buches entscheidet sich nicht, wer denn nun Kylies Herzblatt sein darf. Exfreund Trey hat augenscheinlich erstmal das Nachsehen, bleiben aber immernoch Grün- und Blauauge. Und festlegen wird sich Kylie sicher noch lange nicht.

Wer Geschichten dieser pubertären Art gerne liest, für den ist "Geboren um Mitternacht" ein sehr ansprechendes Buch. Es ist gut und jugendlich flott geschrieben, bzw. übersetzt. Auch wenn es in diesem ersten Teil noch etwas an konstanter Spannung fehlt, lässt sich die Geschichte ohne große Längen lesen. Ein Camp voller paranormaler Wesen bietet viel Potenzial für eine umfangreiche Serie. Welches übernatürliche Wesen Kylie ist, wird sicher Band 2 "Erwacht im Morgengrauen" zeigen. In Band 1 wird dieses Geheimnis bis zum Schluss gut gehütet.


Die optisch sehr ansprechende "Shadow Falls"-Reihe auf Englisch.
Band 5 "Chosen at Nightfall" erscheint im Original ca. April 2013.


Persönliches Fazit
"Shadow Falls Camp: Geboren um Mitternacht" warf einige Schatten auf mein sonniges Lesegemüt. Fühle ich mich sonst im Young Adult-Genre pudelwohl, war ich für diese Buch schlichtweg zu alt! Leser die eine spannende und übernatürliche Geschichte erwarten, könnten durch das offensichtliche Flirt- und Kuss-Camp etwas irritiert sein. Das gewünschte Thema der verschiedenen paranormalen Wesen wird zwar behandelt, steht aber zu sehr hinten an. Allgemein dürften sich jüngere Leser mit diesem Buch am wohlsten fühlen. Für mich war es zu oberflächlich. Kylies familiäre Probleme sind hier definitiv am glaubwürdigsten. Darum reicht es hier auch nur für umnachtete 3 Sterne.
Handlung: 3 / 5
Charaktere: 3,5 / 5
Lesespaß: 3 / 5
Preis/Leistung: 3,5 / 5

© Damaris Metzger, damarisliest.de



Dienstag, 17. Juli 2012

Nina Blazon liest aus "Zweilicht" - ein Lesungsbericht aus dem Stuttgarter Literaturhaus



Es fing 2010 an, als mir eine Freundin "Totenbraut" in die Hand drückte, mit den einfachen Worten: "Das ist ein Vampirbuch und echt super!" Gut, dachte ich mir, Vampire lesen sich meist bissig und außerdem ist das Cover toll. Das lese ich. "Totenbraut" wurde für mich zum Pageturner, obwohl das Vampirbuch gar nicht der aktuellen Vampirliteratur entsprach. Es ist nämlich historisch, Vampirismus wird hier von einer ganz anderen Seite betrachtet. Zusätzlich zum wunderbaren Schreibstil enthält das Buch einen originellen Hauch düstere und spannende Fantasy. Absolut lesenswert!
Es folgten bald "Faunblut" (hach, schön!), "Zweilicht" (grandios!), "Wolfszeit" (bestialisch!) und zuletzt "Ascheherz" (einzigartig!). Heute gehört Nina Blazon für mich zur deutschen Autorenelite. Ihr Stil ist eindrucksvoll, und ich warte ungeduldig auf jedes ihrer Jugend- bzw. Young-Adult Bücher. Und noch eine Besonderheit finde ich sehr erwähnenswert, weil es im Lesezeitalter der Serien und Reihen immer seltener wird: Alle von mir genannten Romane sind Einzelbände.

Als mich dann Bloggnachbarin und (Bücher)Freundin Anka auf eine Lesung der Autorin in Stuttgart hinwies, war der Termin ruckizucki ein fester Eintrag im Kalender. Und dass das Buch der Lesung "Zweilicht" sein sollte, ein ganz besonderer Bonus.

An einem strahlenden Sonnensonntag im Juli 2012 machten ich mich auf den Weg ins ca. 100 Kilometer entfernte Stuttgart, wo ich mich mich Anka direkt am Lesungsort, dem Literaturhaus Stuttgart/Stadtmitte treffen würde. Die Fahrt verlief staufrei, das Auto stand bald im kühlen Parkhaus und wir hatten noch eine Stunde Zeit um bei Milchkaffee und Saftschorle die neuesten Blog- und Booknews auszutauschen. Anka und ich kennen uns von mehreren Lesungen, Messebesuchen und der Kommunikation auf den Blogs auch privat, und es ist jedes Mal schön wie wohl wir uns miteinander fühlen. Gerade weil wir uns ja nicht monatlich über den Weg laufen.


Um Punkt 15 Uhr ging's los, und wir steuerten zielstrebig unsere bevorzugen Plätze an - ganz vorne, in der ersten Reihe. Merkt euch, wenn möglich, bei einer Autorenlesung euch immer ganz nach vorne zu setzten. Erstens beißt kein Autor (anderweitige Erfahrung dürfen mir gerne mitgeteilt werden *g*) und zweitens sieht und hört man einfach am besten. Letzteres ist ist besonders wichtig, wenn die Lesung ohne Mikrofon stattfindet.

Nina Blazon traf zusammen mit Constantin Schnell ein. Herr Schnell führte als Gesprächspartner durch die Lesung und stellte vorab und zwischendurch einige interessant Fragen. So habe wir erfahren, dass Nina Blazon schon als Kind auf phantastische Geschichten wie "Momo" und "Die Unendliche Geschichte" geprägt wurde. Auch "Der Herr der Ringe" gehört für sie zur ganz großen Literatur.
Privat liest Frau Blazon sehr gerne Fach- und Sachliteratur, aus der sie sich auch Anregungen für ihre eigenen Projekte holen kann. "Die Welt ohne uns: Reise über eine unbevölkerte Erde" von Alan Weisman hatte zum Beispiel großen Einfluss auf ihr Lesungsbuch "Zweilicht".
Anfangs schrieb Frau Blazon neben ihrem eigentlichen Beruf (Journalistin), aber bald nahmen die Recherchen, vor allem für ihre historischen Romane, so viel Raum ein, dass das Schreiben bald den Hauptberuf überlagerte. Mittlerweile ist sie vollberuflich Autorin für Kinder - und Jugendbücher. Dabei ist es meist so, dass sie abwechselnd einen historischen und einen phantastischen Roman schreibt, weil historische Romane einfach mehr Recherchezeit benötigen. Für die Zukunft könnte sie sich vorstellen, auch mal einen Krimi für erwachsene Leser zu schreiben.




Aus "Zweilicht" las Nina Blazon dann drei spannende Abschnitte, nach denen ich das Buch am liebsten gleich nochmal gelesen hätte. Ohne Übertreibung gehört "Zweilicht" für mich zu den YA-Büchern mit einem der am besten ausgearbeiteten Plots, die ich kenne. So überrascht wurde ich von einer Story selten. Auf Nachfrage teilte mir die Autorin auch mit, dass solch ein Plot schon von Anfang an feststeht, er entwickelt sich also nicht beim Schreiben. Sie musste hier die Storyline genau planen, Irrwege und Verwicklungen einbauen, damit man als Leser so überrascht wird, wie es bei mir der Fall war.
Frau Blazon erzählte auch, dass "Zweilicht" ein kleinen Wagnis, bzw. ein Experiment war. Das Buch wird unter dem Genre Fantasy verkauft, beinhaltet aber auch dystopische Elemente und eine Lovestory, die sich aber dann ganz anders entwickelt, als der Leser es erwartet. Das kam bei vielen sehr gut an *Hand heb*. Einige Leser, die eine "normale" Jugendfantasy-Lovestory erwartet hatten, wurde aber auch etwas enttäuscht oder haben die Geschichte nicht komplett verstanden.

Nach der Lesung konnten noch einige Fragen von den Zuhörern gestellt werden, die Nina Blazon sehr herzlich und sympathisch beantwortet hat. Viel zu schnell war diese schöne Stunde vorbei, wir hätten noch ewig zuhören können. Im Anschluss hat sich Anka blitzschnell "Zweilicht" vom Verkaufstisch geschnappt, und Frau Blazon hat uns unsere Bücher dann sehr gerne signiert. Ich selbst hatte natürlich das Lesungsbuch sowie meinen ersten Roman der Autorin "Totenbraut" mitgebracht.
Danach haben Anka und ich den Nachmittag nochmals in einem Café ausklingen lassen. Ankas tollen Bericht zur Lesung gibt es übrigens HIER.

Schön war's! Bis zur nächsten Lesung von Nina Blazon!




Jugend- und Young Adult-Bücher der Autorin (in Erscheinungsreihenfolge):



"Faunblut" von 2008, mittlerweile mit neuem Cover - Sehr spannend und romantisch, ein absoluter Favorit! (HIER geht's zur Review)
"Totenbraut" von 2009 - Mein erstes Buch der Autorin. Düster, historisch und einfach lesenswert. Die Verknüpfung von Historie und Fantasy ist super!




"Ascheherz" von 2011 - Habe ich ganz aktuell gelesen. Eine filmreife Story mit dem einzigartigen Setting der Welt aus "Faunblut" (die Geschichten sind voneinander unabhängig). Wunderschön!
"Zweilicht" von 2011 - Ich habe selten ein überraschenderes Buch gelesen, bei dem fast nichts so ist, wie es auf den ersten Blick scheint. Nach Beendigung wollte ich es sofort nochmals lesen. Ein perfekter Plot und einfach grandios! (HIER geht's zur Rezension)



"Wolfszeit" von 2012 - Ein historischer Roman mit einer hohen Grundspannung. Nie war die Geschichte über die Bestie von Gévaudan lesenswerter. (HIER geht's zur Rezension)
"Laqua: Der Fluch der schwarzen Gondel" erscheint im August 2012 - Eine spannende Geschichte mit Phantastikelementen und düsteren Rätseln in den Gassen Venedigs. Für junge Leser ab ca. 10-12 Jahren.

Montag, 16. Juli 2012

High Five - 5 Sätze/5 Adjektive zu "Wired" von Robin Wasserman



script5 (September 2011), Band 3,
Hardcover mit SU, 384 Seiten,
16,90 [D]


Vor einem Jahr starb Lia Kahn.
Nur wenige Tage später wachte sie auf.
In einem neuen, künstlichen Körper.
Sie hatte eine neue Familie: Mechs wie sie. Und ein neues Leben – eines, das für immer währen sollte.
Das dachte sie zumindest ...
Doch nun stellt sich alles, was man ihr erzählt hat, als Lüge heraus. Jemand beginnt, die Mechs zu zerstören, sie einen nach dem anderen auszulöschen. Lia geht jedes Risiko ein, um sich selbst und die zu schützen, ohne die sie nicht sein kann. Aber sie muss sich der Wahrheit stellen: Alle kann sie nicht retten.
(Text- und Bildquelle: script5 Verlag)


Ich hatte mir nie viele Gedanken darüber gemacht, wie man plötzlich, auf wundersame Weise, die Grenzen künstlicher Intelligenz durchbrochen hatte. Denn es hatte nichts mit mir zu tun. Ich war künstlich, ich war intelligent, ich war eine Maschine, klar. Aber ich war anders. Ich war ein Überbleibsel von etwas Menschlichem; ich hatte mein Leben als etwas anderes begonnen. - S. 170


5 zusammenfassende Sätze/Punkte zum Buch

  1. Lia ist wieder am Ausgangspunkt ihrer Geschichte angelangt, nämlich zu Hause, bei ihrer menschlichen Familie. Aber nicht, weil Lia das selbst möchte, sondern weil ihr Vater es von ihr verlangt, nachdem er ihr einen großen Wunsch erfüllt hat. Hier konnte ich als Leserin Lia wieder vollkommen zustimmen, ihre Familie und sie haben sich entfremdet. Der Vater ist neutral, ihre Mutter redet nur gekünstelt mit ihr und Zoie, ihre Schwester, hat die Kommunikation fast vollständig eingestellt und geht ihre eigenen Wege. Auch hier ist aber nicht alles, wie es scheint. Man sollte sich auf einige Überraschungen gefasst machen.
  2. Der persönliche Spießrutenlauf gegen Lias neue, künstliche Lebensform ist in "Wired" kein Thema mehr, vielmehr hat die Gesellschaft deutliche Grenzen zwischen Mensch und Mech gezogen. Mechs werden immer mehr geächtet. Lia versucht sogar, dem entgegenzuwirken, indem sie mit ihrer Schöpferfirma BioMax zusammenarbeitet. Sie will darauf aufmerksam machen, dass Mechs fühlende "Personen" sind, mit denen eine normale Interaktion möglich ist. Genauso weiß Lia auch, dass eine völlige Angleichung der Lebensformen unmöglich ist.
  3. "Wired" ist anspruchsvoll und keine Entspannungsliteratur. Neben einem sehr eindringlichen Schreibstil enthält das Buch (ebenso seine Vorgänger) viele komplexe Gedankengänge und Gefühle der Hauptprotagonistin. Es regt zum Nachdenken an und wirft immer wieder die Frage auf, wie Lia als künstlich geschaffene Person leben kann. Man sollte meinen, nach den zwei Vorgängerbänden "Skinned" und "Crashed" hat man es so langsam intus. Aber nein, auch "Wired" schlug mir wieder sehr aufs Gemüt (positiv!).
  4. Oberflächlich betrachtet, und durch den sehr gefühlsbetonten Schreibstil, wirkt die Handlung eher ruhig. Es wird viel erzählt, die Geschichte wirkt wieder unterschwellig. Tatsächlich wird man aber mit allerhand Spannung und einigen unerwarteten Ereignissen konfrontiert. Einige davon sind wirklich hart und traurig. Ich habe festgestellt, dass es für mich kaum möglich ist, die Gedankengänge der Mechs nicht als menschlich einzustufen. Man vergisst das regelrecht, wird aber durch verschiedene (körperliche und technische) Interaktionen immer wieder daran erinnert, dass sie eben keine Menschen mehr sind. Ich habe mich während der ganzen Trilogie nicht daran gewöhnt. Ein Computergehirn ist und bleibt einfach eine gruselige Vorstellung.
  5. Bei einem solchen Leseerlebnis, wie man es mit der Skinned-Trilogie hat, macht man sich natürlich schon lange vor Schluss Gedanken, wie die die Autorin die Geschichte zu Ende bringen wird. Dass sie hier nicht den einfachen Weg wählt (überzogenes Beispiel: Lia wird wieder normal, bzw. ein Mensch), war mir von Anfang an klar. Einige Fäden sind tatsächlich noch nicht vollständig aufgewickelt, der Leser darf sich hier seine eigenen Gedanken machen. Für mich war das völlig okay. Das Ende traf mich dann aber wie ein Vorschlaghammer - mit aller Wucht und so unerwartet wie es nur sein kann. Die schriftliche Umsetzung/Beschreibung ist ein Kunstwerk, die Möglichkeiten, die sich aus dem Ende ergeben fast nicht zu begreifen. Mein menschliches Gehirn kam an seine Belastungsgrenze, weil ich den Schluss immer wieder gedanklich durchgespielt habe. War das jetzt gut? Wow, definitiv JA!

5 Adjektive, die mir spontan zu diesem Buch einfallen

anspruchsvoll, nachdenklich, traurig, stark und gewaltig


Zusammengefasst vom Fazitbär:
"Wired" wird nicht jeden Nerv treffen, für mich war das Buch aber der perfekte Abschluss einer kontrastreichen Geschichte. Es ist erstaunlich wie tiefgründig eine Science Fiction-Story sein kann. Wäre mein Gehirn ein Computer, hätte ich nach DIESEM Ende dringend das Bedürfnis für eine Neustart gehabt. Die Abschlussinfo will erst mal zugeordnet und verdaut werden. "Wired" verdrahtet genau die richtigen Gefühlssteckplätze.
Meine Synapsen erkennen diese Reihe als hochwertige, krasse und ausdrucksstarke Trilogie. Jeder der gerne 'etwas anderes' liest, sollte sich "Skinned", "Crashed" und "Wired" nicht entgehen lassen!


© by Damaris liest.



Band 1 "Skinned"
Band 2 "Crashed"
Band 3 "Wired"

Samstag, 14. Juli 2012

Ich lese im Juli (unter anderem) folgende Bücher ...

Bei einigen Buch-Bloggern hab ich schon gesehen, dass sie sich einen monatlichen Leseplan machen. Manchmal gezielt zum SuB-Abbau, und manchen planen einfach gerne (so wie ich!).
Da ich für ein Buch keine bestimmte Stimmung brauche, ich kann mir praktisch jedes von meinem Stapel greifen und habe auch Lust darauf, kommt mir diese Methode gerade recht. Wenn ich mich für ca. 5-6 Bücher pro Monat von meinem SuB entscheide, bleibt noch genug Luft für alles, was so dazwischengeschoben wird.
Für der Juli habe ich mich für Bücher entschieden, die zum Teil schon lange auf meinem SuB liegen. Da der Monat schon halb rum ist, plane ich für den restlichen Juli 4 Bücher fest ein.


Shadow Falls Camp: Geboren um Mitternacht

Teil 1 der neuen Serie von C.C. Hunter habe ich von Blogg dein Buch bekommen. Um es rechtzeitig zu besprechen ist es für Juli auch noch feste eingeplant.

Im Shadow Falls Sommercamp lernen Werwölfe, Vampire, Hexen, Feen und Gestaltwandler mit ihren übernatürlichen Kräften umzugehen.
In Kylies Leben geht alles schief: Ihre Eltern lassen sich scheiden, ihr Freund hat Schluss gemacht, und ihre Mutter schickt sie auch noch in ein Sommercamp. Doch Shadow Falls ist anders: Hierher kommt nur, wer übernatürliche Kräfte hat – Feen, Hexen, Vampire, Gestaltwandler und Werwölfe. Auch Kylie soll besondere Fähigkeiten haben – wenn sie nur wüsste, welche …
Doch plötzlich wird das Camp bedroht. Nur, wenn sie alle ihre besonderen Kräfte gemeinsam einsetzen, werden sie die übermächtigen Feinde besiegen können. (Text- und Bildquelle: Fischer FJB Verlag)


Blutbraut

Seit der Dämonen-Trilogie und "Der Kuss des Kjer" bin ich ein großer Lynn Raven Fan. Blutbraut habe ich mir von der Frankfurter Buchmesse 2011 mitgebracht. Höchste Zeit, dass das Buch von meinem SuB kommt!

Seit sie denken kann, ist Lucinda Moreira auf der Flucht vor Joaquín de Alvaro, denn sie ist eine Blutbraut, und nur sie kann den mächtigen Magier davor bewahren, zum Nosferatu zu werden. Dazu aber müsste sie ihm ihr Blut geben und sich auf ewig an den Mann binden, der für sie die Verkörperung alles Bösen scheint.
Doch dann tritt genau das ein, wovor sie sich fürchtet: Gerade als Lucinda sich erstmals verliebt hat, und zwar in den charmanten Cris, wird sie entführt und auf das Anwesen Joaquíns gebracht. Lucinda ist in eine Falle gelaufen, denn Cris ist kein anderer als Joaquín de Alvaros Bruder, und auch er sucht eine Blutbraut …
Doch die beiden Brüder sind nicht die einzigen. Auch andere Mitglieder ihres Konsortiums begehren Lucindas Blut. Als Lucinda in die Gewalt eines von ihnen gerät und Joaquín sie unter Einsatz seines Lebens befreit, beginnt Lucinda sich zu fragen, welches die wahren Motive für sein Handeln sind … (Text- und Bildquelle: cbt Verlag)


Drei Meter über dem Himmel & Ich steh auf dich

Diese zwei Bücher sind meine geplante Serie, in diesem Fall eine Dilogie, für den Monat Juli. Dann habe ich keine vollständige Serie mehr auf meinem SuB, weil ich alle in den letzten Monaten "abgearbeitet" habe. Die beiden Liebesromane von Federico Moccia liegen schon eine ganze Weile auf meinem Stapel.

Step liebt Babi. Babi liebt Step. Doch bevor sie ein Paar werden, geschehen die unglaublichsten Dinge. Und als sie endlich ein Paar sind, geht es nicht weniger unglaublich weiter ...


Step hat die letzten zwei Jahre in New York verbracht und kehrt jetzt wieder nach Rom zurück. Er bekommt einen Job beim Fernsehen und lernt die junge Studentin Ginevra kennen. Allmählich verliebt er sich sogar in sie. Doch dann steht plötzlich Babi vor ihm – seine erste große Liebe. Total verwirrt, weiß Step weder ein noch aus. Gibt es sie, die zweite Chance? Oder sollte man die funkelnden Sterne der ersten Liebe nicht ein zweites Mal vom Himmel holen?

(Text- und Bildquellen: Ullstein Verlage)



Das wären meine fest eingeplanten Bücher für den Juli. Kennt ihr eines davon oder vielleicht mehrere? Wäre der Plan, pro Monat ein paar feste Bücher einzuplanen, auch etwas für euch?

Zitate aus "Ascheherz" von Nina Blazon

Der Schreck rieselte ihr glutheiß bis auf die Knochen, als bestünde ihr Fleisch aus Schnee. S. 63
"Du und ich. Wir." S. 110
"... ich habe dich zu lange geliebt und zu lange gehasst, um dich noch ein einziges Mal zu verlieren!" S. 529

© Zitatrechte cbt Verlag

Montag, 9. Juli 2012

"In deinen Augen" - eine Trilogie geht zu Ende

erscheint August 2012,
496 Seiten,
ISBN 978-3-8390-0126-4,
Hardcover mit Schutzumschlag,
ca. 18,90 € [D] o. Gewähr!


Der Frühling kehrt zurück nach Mercy Falls und mit dem Winter streifen die Wölfe ihre Pelze ab. Sam, nun fest in seiner menschlichen Haut verankert, hat die vergangenen Monate nur auf diesen Moment gewartet: Grace‘ Rückkehr aus dem Wald.

Doch ihr Glück währt kurz. Als man ein Mädchen findet, das von Wölfen getötet wurde, verfällt Mercy Falls in Hysterie. Auf einer Treibjagd sollen die Wölfe ein für alle Mal ausgerottet werden. Nun ist es an Sam, sein Rudel – seine Familie – zu retten.

Zusammen mit Grace, Cole und Isabel fasst er einen verzweifelten Plan: Sie wollen die Wölfe umsiedeln, in ein Waldgebiet weit entfernt von menschlichen Siedlungen. Sam weiß, dass er dafür einen hohen Preis zahlen wird. Denn damit das Rudel ihm folgt, muss er seine menschliche Gestalt aufgeben.


Die Wölfe von Mercy Falls-Trilogie gehört zu meinen Lieblingen im Regal. Okay, den Trilogieabschluss kenne ich natürlich noch nicht. Ich spreche jetzt einfach mal von Band 1 und 2 "Nach dem Sommer" und "Ruht das Licht". Nicht nur optisch sind die Bücher ein Augenschmaus, auch inhaltlich gehören beide für mich zu den schönsten Geschichten, die ich bis dato gelesen habe. Und über den genialen, fortlaufenden Satz der einzelnen Buchtitel (Nach dem Sommer ruht das Licht in deinen Augen) müssen wir nicht mehr reden - ein wunderbares Konzept!!

Im August 2012 erscheint nun der finale Band 3 "In deinen Augen". Passend dazu hat der script5 Verlag den brandneuen Buchtrailer veröffentlicht.





Wunderschön, oder?! Ich muss ja zugeben, dass ich wieder alleine beim Trailer heftig schlucken muss. Diese Buchreihe ist für mich einfach nur emotional. Wenn ich da an mein jüngstes Leseerlebnis mit "Ruht das Licht" zurückdenke - uiuiui!! Taschentuchpflicht!
Dann habe ich natürlich versucht, was Band 3 betrifft, mich so wenig wir möglich über das englische Buch zu informieren. Es ist mir auch ganz gut geglückt, obwohl man ja schon das ein oder andere aufgeschnappt hat. Und ich bin mir auch nicht sicher, ob wir uns bei "In deinen Augen" auf ein klassisches Happy-End freuen dürfen. Ich nehme an, eher nicht.
So sehe ich "In deinen Augen" mit einem fröhlichen und gleichzeitig traurigen Gefühl entgegen. Fröhlich, weil ich das Buch seit Band 2 kaum erwarten kann. Traurig, weil die Trilogie dann zu Ende ist und regelrecht Angst vor dem Ausgang der Geschichte habe.


 Die komplette Wölfe von Mercy Falls-Trilogie:


Band 1 "Nach dem Sommer"
Band 2 "Ruht das Licht"
Band 3 "In deinen Augen" (August 2012)

Freitag, 6. Juli 2012

"Ascheherz" von Nina Blazon lag viel zu lange auf meinem SuB!

Beim Blick auf meine SuB-Bücher, in der linken Sidebar, kam mir die Idee, in diesem Monat mal meinen SuB von hinten aufzurollen. Er ist chronologisch dargestellt, d.h. die letzten Bücher sind auch schon am längsten in meinem Besitz. Und "Ascheherz" ist das zweitälteste Buch auf meinem SuB. Warum weiß ich ich nicht, denn ich bin ein großer Fan von Nina Blazons YA-Büchern. Mir haben sie ALLE gefallen, ganz besonders "Faunblut" und "Zweilicht". Außerdem hat Isabel im vergangen Monat "Ascheherz" gelesen und mich damit an diesen Schatz erinnert (ich setzte jetzt einfach mal voraus, dass es ein Schatz ist!).

Nina Blazon liest übrigens am Sonntag, den 8.7. um 15 Uhr, im Literaturhaus Stuttgart (Bosch-Areal) aus "Zweilicht". Yes!! Und ich mache mich, gemeinsam mit Anka, natürlich auf den Weg. Die kompletten Infos dazu gibt es unter www.dragon-days.de.


"Ascheherz" von Nina Blazon, Hardcover mit SU, 544 Seiten, 18,99 € [D]


Seit einem Unfall ist Summers Gedächtnis wie ausgelöscht. Sie weiß nur eines: Der Blutmann, der sie in ihren Albträumen verfolgt, ist nun in ihr Leben getreten und will sie töten. Und er scheint nicht der Einzige zu sein, der sie verfolgt. Der geheimnisvolle, engelhaft schöne Anzej rettet ihr das Leben. Auf ihrer gemeinsamen Flucht in das ferne Nordland muss Summer erkennen, welchen Verrat sie vor Jahrhunderten begangen hat: Einst gehörte sie zu den Zorya, deren Kuss den Sterblichen den Tod bringt. Doch einem Mann mit sanften Augen, der in ihren Armen sterben sollte, schenkte sie die Ewigkeit. Nun fordert Lady Mars, die Herrin des Todes, das Leben zurück, um das sie betrogen wurde. Kann Summer den Tod ein weiteres Mal überlisten oder muss sie ihre Liebe opfern, um selbst Lady Mars tödlichem Kuss zu entgehen? (Text- und Bildquelle: cbt Verlag)


Gleichzeitig habe ich noch meinen kleinen Kindle-SuB (den ich nicht zu meinem "richtigen" SuB zähle) durchforstet und bin auf zwei Kurzgeschichten gestoßen, die ich noch nebenher lese.


Am Anfang war alles.
Und dann war ich ...
In Eden.
Nur ich und Adam. Glücklich bis in alle Ewigkeit. Und die kann wirklich lang werden - langweilig.
Und dann auch noch diese Engel ... Ich würde alles darum geben, um hier fort zu gelangen. Wirklich alles ...

Als erste Frau der Schöpfung von Jahve erschaffen, versucht sich Lilith mit ihrem Gefährten Adam zu arrangieren.
Doch ihre Suche nach Antworten und ihr Neid auf die Engel lassen ihr keine Ruhe - bis sie sich verliebt.
(Text- und Bildquelle: Amazon)


Wie alles begann … In dem Moment, in dem Sam Fairchild und Zach Angelino sich zum ersten Mal gegenüberstehen, wissen sie, dass sie füreinander bestimmt sind. Doch hat ihre Liebe eine Chance? Diese romantische Kurzgeschichte bietet einen Vorgeschmack auf Roxanne St. Claires Guardian-Angelino-Serie, die ab Juni 2012 bei LYX erscheint. (Text- und Bildquelle: Amazon)

Donnerstag, 5. Juli 2012

Buchzugänge vs. Buchabgänge im Juni 2012

Etwas verspätet meine Monatsstatistik für Juni. Ich wollte erst alle Rezensionen, Reviews oder "High Five" veröffentlichen, bevor ich die Statistik schreibe.
Gelesen habe ich relativ viel, aber mein SuB ist nicht sehr gesunken, da auch einiges für den Kindle dabei war, welches ich nicht zum realen SuB zähle und somit auch nicht abziehen kann. Zwei meiner Zugänge konnte ich nicht mehr fotografieren, weil ich sie schon an andere Leser weitergereicht habe. Darum habe ich einfach mal die Cover ins Foto eingefügt.
Im Juni habe ich bei Tauschticket nur einmal zugeschlagen, zwei Bücher waren ein Geschenk, ich hatte Glück bei Blogg dein Buch, und dann durfte ich noch überraschend "Wir beide, irgendwann" vor dem Erscheinungstermin lesen.




Zugänge Juni 2012 - 7 Bücher

01. White, Kiersten - Dreams'n'Whispers
02. John, Annette - Deadline 24
03. Steinhöfel, Andreas - Die Mitte der Welt
04. Hunter, C.C. - Shadow Falls Camp: Geboren um Mitternacht
05. Chick, Bryan - Der geheime Zoo: Gefährliche Schatten
06. Rundell, Katherine - Zu Hause redet das Gras
07. Asher Jay und Mackler, Carolyn - Wir beide, irgendwann


Abgänge Juni 2012 - 13 Bücher (10 davon gehen vom SuB runter)

01. Oliver Lauren - Hana (Kurzgeschichte, Kindle)
02. White, Kiersten - Dreams'n'Whispers
03. Cillian, Beth - Kriegerinnen der Fiannah 01: Geliebte der Ewigkeit
04. Mischke, Susanne - Zickenjagd
05. Rundell, Katherine - Zu Hause redet das Gras
06. Elkeles, Simone - Du oder die große Liebe
07. Wasserman, Robin - Skinned
08. Kagawa, Julie - Winter's Passage 1,5 (engl. Iron Fey-Novelle, Kindle)
09. Kagawa, Julie - Summer's Crossing 3,5 (engl. Iron Fey-Novelle, Kindle)
10. Stierling, Joss - Finding Sky
11. Wasserman, Robin - Crashed
12. Chick, Bryan - Der geheime Zoo: Gefährliche Schatten
13. Asher, Jay und Mackler, Carolyn - Wir beide, irgendwann


Sonstige gelesene, erwähnenswerte Lektüre:

- Bonuskapitel aus der Sicht von Four, "Die Bestimmung" von Veronika Roth
- Ashs Letter to Meghan, ein Iron Fey-Special von Julie Kagawa, zu lesen nach Buch 3 "The Iron Queen", bzw. "Plötzlich Fee: Herbstnacht", sonst wird man böse gespoilert.

alter Bücherstapel Juni: 39
neuer Bücherstapel Juli aktuell: 36

Montag, 2. Juli 2012

Rezension zu "Wir beide, irgendwann" von Jay Asher und Carolyn Mackler



Verlag: cbt (August 2012)
Originaltitel: The Future of Us
Übersetzer: Knut Krüger
Reihe: -, ab ca. 12-15 J.
Ausführung: Hardcover/SU, 400 S.
ISBN: 978-3570161517
17,99 € [D]

Genre: Jugendroman


Inhalt/Verlagsinfo
Im Mai 1996 bekommt die 16-jährige Emma ihren ersten Computer geschenkt. Mithilfe ihres besten Freunds Josh loggt sie sich ein und gelangt zufällig auf ihre eigene Facebook-Seite – 15 Jahre später. Geschockt stellt sie fest, dass sie mit 31 Jahren arbeitslos und unglücklich verheiratet sein wird. Josh hingegen, bislang alles andere als ein Frauenheld (der erst kürzlich von Emma einen Korb bekommen hat), wird das hübscheste Mädchen der ganzen Schule heiraten und zudem seinen Traumjob ergattern. Emma ist jedoch nicht gewillt, sehenden Auges in ihr Unglück zu laufen. Um das Zusammentreffen mit dem Jungen zu verhindern, der sie später mal unglücklich machen wird, beginnt sie, bewusste Änderungen in der Gegenwart herbeizuführen. Doch der Versuch, in ihr Schicksal einzugreifen und dadurch ihr künftiges Facebook-Profil zu verändern, setzt eine fatale Kettenreaktion in Gang ... (Text- und Bildquelle: cbt Verlag)

Über die Autoren
Jay Asher ist der Autor des weltweiten Bestsellers "Tote Mädchen lügen nicht", der in über 30 Länder verkauft und u.a. für den Deutschen Jugendliteraturpreis nominiert wurde.

Carolyn Mackler wurde 1973 in New York City geboren, wo sie auch heute noch mit ihrem Mann und ihrem Sohn lebt. Sie schreibt Kurzgeschichten, Essays und Jugendbücher, für die sie in Amerika mehrfach ausgezeichnet wurde.

"Wir beide, irgendwann" ist der erste Roman, den die beiden gemeinsam verfasst haben. Nähere Infos unter www.wir-beide-irgendwann.de.

Rezension

Der erste Satz: Ich kann heute nicht mit Graham Schluss machen, obwohl ich meinen Freunden angekündigt habe, dass ich es bei nächster Gelegenheit tun würde.

Emma und Josh sind die besten Freunde. Oder besser gesagt, sie waren die besten Freunde, bis Josh in einem Anflug von Mut Emma gestand, dass er mehr als nur Freundschaft für sie empfindet. Seitdem hat Emma sich zurückgezogen und ihre Freundschaft gleicht eher einem Ausweichmanöver. Für Emma ist Josh einfach nur ... Josh!
Doch dann haben die beiden wieder etwas, das sie verbindet. Als Emma 1996 einen Computer geschenkt bekommt und Josh ihr dafür eine AOL-Installations-CD schenkt, entdecken sie etwas, das es noch gar nicht geben dürfte. Facebook. Und damit Dinge über sich selbst, die 15 Jahre in der Zukunft liegen. Während Josh mit seinem zukünftigen Leben überaus zufrieden ist, ist Emma frustriert darüber, was sie in ihrem späteren Leben erwarten wird. Sie beginnt in ihrem Schicksal herumzupfuschen, sehr zu Joshs Unmut, mit unausweichlichen Folgen - für beide.

An alle, die Interesse an diesem Roman haben: "Wir beide, irgendwann" ist vorhersehbar. Das sollte niemanden überraschen, sagt doch schon alleine der Titel, was Sache ist. Trotzdem überzeugt der Roman mit einer Geschichte, die Spaß macht, rührend und so gut durchdacht ist, dass man das Buch immer und immer wieder lesen könnte.

Emma fehlt mir. Selbst wenn wir kein Wort miteinander sprechen würden, selbst wenn sie schliefe, würde ich in diesem Moment am liebsten neben ihr auf dem Sofa sitzen. - S. 305

Das Autorenduo Asher und Mackler erzählt die Geschichte abwechselnd aus der Sicht von Emma und Josh. Dass die Handlung in der Ich-Form und Präsens (Gegenwart) wiedergegeben wird, macht es dem Leser einfach, sich so zu fühlen, als wäre er dabei. Man würde erwarten, dass jeder der Autoren die Kapitel von einem der beiden Hauptcharaktere geschrieben hat, richtig deutlich wird das nicht, da Sprache und Stil von Emma und Josh sich ungefähr gleichen. Anders war das z.B. bei "Will & Will", ebenfalls von einem Autorenduo, wo man schon anhand des Schreibstils erkennen konnte, dass jeder Autor eine Hauptperson geschrieben hat. Doch gerade der verwendete Stil passt wunderbar zu Emmas und Joshs Jugendgeschichte, hervorgehobene Facebook-Kommunikation hält das Interesse konstant aufrecht. Das Buch liest sich unglaublich flott und längenlos.

Ohne lange Vorrede steigt man direkt in die Geschichte ein, als Emma ihren Computer geschenkt bekommt, AOL installiert und Facebook entdeckt. Schon anfangs werden einige Leser, die das Jugendalter hinter sich gelassen haben, viel zu Schmunzeln haben. Wer kennst ihn nicht, den Internetzugang mit 56k Modem (dass sich laut piepend und knackend einwählt), bei dem man sich zwischen Telefonie und Internet entscheiden musste. Oder die erste E-Mail Adresse bei AOL (ich hatte eine!), wofür man eine Installations-CD brauchte und Internetverbindungen noch minütlich abgerechnet wurden. DSL und Flatrates? Fremdwörter, bzw. noch nicht erfunden.
Alles, was der Leser zu Emmas  und Joshs Vorgeschichte wissen muss, ist angenehm in die Geschichte integriert. Es gibt keine ellenlangen Rückblenden oder langwierige Überlegungen. So bleibt man dauerhaft im Geschehen und die Seiten fliegen dahin.

Emma und Josh sind zwei tolle Charaktere. Emma neigt dazu, manchmal etwas bockig zu sein und Josh wirkt manchmal phlegmatisch und verweilt nach Tiefschlägen gerne in Resignation. Hier kommt Facebook als Hallo-Wach-Tablette ins Spiel, die Action in das Leben der beiden bringt. Josh entwickelt sich während der Geschichte zum Favoriten aller Charaktere. Er ist so überlegt bemüht und dabei jugendlich unschuldig. Sehr süß!
Obwohl Facebook ein Hauptthema der Geschichte ist, wird es nicht überthematisiert oder beginnt den Leser zu langweilen. Man könnte es für Josh und Emma als Schubs in die richtige Richtung verstehen.

Das Ende dieses abgeschlossenen Jugendbuches ist angenehm undramatisch und orientiert sich daran, wie es auch im wirklichen Leben sein könnte. Es gibt keinen großen Knall und keine überschäumende Leidenschaft oder Gefühle, ist aber einfach nur schön. Das passt musterhaft zur Geschichte von Emma & Josh. Alles andere würde übertrieben und fehl am Platz wirken.

Persönliches Fazit
Zum Glück habe ich "Wir beide, irgendwann" schon jetzt gelesen und nicht erst irgendwann. Bei diesem Buch ist Vorhersehbarkeit kein Manko, sondern ein Wunsch, der erfüllt wird. Jugendliche Leser, sowie Erwachsene werden das Buch inhalieren, weil man viele Situationen kennt oder sich gerne daran erinnert. Ich war überrascht, wie konzentriert ich Seite um Seite an dieser erfreulichen Liebesgeschichte klebte, bei der ich gleichermaßen schmunzeln und mitfiebern konnte. Viel zu schnell war das Buch zu Ende! Darum gibt es für eine oberherzige Geschichte, die das Trendthema Facebook völlig unaufdringlich und unerwartet aufgreift, auch herzliche 5 Sterne!


Aufmachung: 4 / 5
Handlung: 4,5 / 5
Charaktere: 4,5 / 5
Lesespaß: 5 / 5
Preis/Leistung: 4,5 / 5

© Damaris Metzger, damarisliest.de