Donnerstag, 15. März 2012

High Five - 5 Sätze/5 Adjektive zu "Puppenrache" von Manuela Martini



Arena (Januar 2011),
Klappenbroschur, 264 Seiten,
9,99 € [D]


Sara glaubt sich in Sicherheit – bis sie eines Abends ihn sieht. Hals über Kopf verlässt sie die Stadt. Und tatsächlich: Er ist aus dem Gefängnis geflohen und hat nur ein Ziel: sich an Sara zu rächen. Als Stephen sich auf die Suche nach seiner plötzlich verschwundenen Freundin macht, kommt er Saras Vergangenheit auf die Spur. Und bringt dabei Dinge ans Licht, die besser für immer im Dunkeln geruht hätten. (Text- und Bildquelle: Arena Verlag)

"Puppenrache" gehört zu den bekannten Arena-Thrillern, von denen es mittlerweile über 20 Thriller für ein Publikum ab ca. 12 Jahren gibt. Seit nunmehr 5 Jahren hat mit den Arena Thrillern das Böse seine guten Seiten. Jeder Thriller ist ein Einzelband, sie können also unabhängig voneinander gelesen werden. Eine Gesamtübersicht findet sich auf der Thriller-Homepage von Arena.

[...] unwillkürlich fasste sie sich an den Hals. Manchmal spürte sie dort den Gürtel und die Schnalle, die sich in ihren Hals gedrückt hatten, sie spürte, wie sich das Blut in ihrem Kopf staute und er zu platzen drohte, wie sich ihr Körper aufbäumte, wie ihre Lungen brannten, als hätte man sie angezündet [...] und sie sich nur noch danach sehnte, dass es endlich aufhörte ... dass sie tot wäre ... S. 135


5 zusammenfassende Sätze zum Buch

  1. Der Hauptprotagonistin Sara wurde etwas Schreckliches angetan, ihre seelische Verfassung spricht Bände - auch wenn man nicht sofort weiß was genau ihr passiert ist - und Saras komplettes Leben wird von den Auswirkungen an dieses Vorfalls bestimmt. Mitunter wirkt Sara durch das ganze Buch sehr paranoid (zu sehr?), anderseits hat Frau Martini genau dadurch ihre Verfassung perfekt dargestellt.
  2. "Puppenrache" ist einfach und jugendlich geschrieben, Sara ist zwar die Hauptperson, der am meisten Beachtung geschenkt wird, der personale Erzähler wechselt aber zwischen verschiedenen Personen hin und her, was die Handlung sehr spannend macht - besonders interessant und glaubwürdig, ist, dass der Sprachstil an die jeweilige Person angepasst wurde (z.B. unsicher-traurig bei Sara, lässig-cool bei der Surferclique und beschränkt-umgangssprachlich bei Verfolger Troy).
  3. Einige Szenen im Buch sind etwas härtere Kost und lassen einen mit einem Fragezeichen an die Altersempfehlung, ab 12!, denken - andererseits steht auf dem Buch auch eindeutig "Thriller" und nicht "Gute-Nacht-Geschichte". Der Leser bekommt, was er erwartet - einen spannenden Thriller!
  4. Fiesling Troy ist ein echter Unsympath, bei dem man das Grausen bekommt - sein Handeln ist komplett beschränkt und verdorben, hier wurde auch nichts beschönigt oder abgeschwächt, denn ein Mörder bleibt eben ein Mörder (und verwandelt sich nicht plötzlich in einen reumütigen Typen). Genau das macht die Handlung, trotz gewisser Vorhersehbarkeit, glaubhaft.
  5. Am Ende des Buches findet sich ein großer Showdown, welcher der permanent vorhandenen Spannung noch die Krone aufsetzt - ob der Abschluss einen befriedigt, muss jeder für sich selbst entscheiden (mein Verständnis hatte Sara auf jeden Fall!). Etwas traurig ist am Ende, dass ein sympathischer Nebencharakter nur kurz in der Geschichte auftaucht und Saras Gefühlschaos zwischen ihm und ihrem eigentlichen Freund etwas fraglich ist.

5 Adjektive, die mir spontan zu diesem Buch einfallen

mörderisch, folgenschwer, schaurig, glaubhaft und solide


Zusammengefasst vom Fazitbär:
"Puppenrache" eignet sich für neue Thrillerleser genauso, wie für Thrillerfans. Ich schmökerte es weg wie nix und fühlte mich dabei spannend, teils auch etwas härter, unterhalten. Für die Kürze des Buches ist die Geschichte rund und abgeschlossen. Es gibt sie also, Jugendthiller ohne komplizierten Tathergang, bei denen die Würze, im wahrsten Sinne des Wortes, in der Kürze liegt.


© by Damaris liest.

Kommentare:

  1. Der Schrecken in einem Buch wirkt wohl nicht so intensiv wie der im Film. Ich denke, weil wir beim Lesen unsere eigenen Bilder verwenden, während es im Film eindeutig die anderer sind.

    Viel Vergnügen in Leipzig!

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  2. @RoM, also ich kann mich in einem Buch auch ganz schon erschrecken. Aber im Film wir mir das eben vorgegeben, darum wirkt es manchmal noch intensiver.
    Juhu, diese Woche startet Panem!! Bin so gespannt!!
    Leipzig war toll, aber auch sehr anstrengend. War schön, befeundete Bloggerinnen zu treffen. Die für uns interessanten Buchneuheiten kannten wir meist schon. Prinzipiell ist die Frankfurter Buchmesse zu bevorzugen ;-)

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  3. Im SF-Fandom wird ein wenig geunkt, weil 'Panem' eine FSK 12 erhalten hat. Es laufen Befürchtungen, daß die Adaption auf "harmlos" getrimmt wurde. Die Pesimisten befürchten gar ein neues Twilight.
    Nur gut, daß ich Optimist bin :-)
    Persönlich habe ich Leipzig im Radio mitverfolgt. U.a. auch eine Gesprächsrunde über Jugendbuchverlage.

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  4. Sehr schön! Ich finde deinen H5 sogar besser als meinen - mir fiel es doch etwas schwer. Schon harte Kost, wie man während der Lesung in Leipzig nochmal feststellen durfte. Cindy hat sich da wohl schon ganz schön gegruselt ... und das war ja noch nix. Das mit Chris war wirklich SCHADE, ich mochte ihn sehr. Mein Verständnis hatte Sara am Ende auch ... jedoch nicht ganz. Das war wie in einem Horrorfilm, wenn man denkt: "bitte nehme die Beine in die Hand und laufe NICHT die Treppen hinauf". So ähnlich ging es mir hier, weil ich ihr handeln einfach unüberlegt fand. Sara Wandlung an sich ging mir dann leider auch etwas zu flott, was aber nicht heißen soll, dass das Buch dadurch weniger lesenswert ist ... zumindest für Leser die den Thrill brauchen. Ich bin sehr gespannt wie das Interview sich auf Papier gestaltet. :)

    Liebe Grüße
    Reni

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  5. @Reni, danke, aber "besser" ist immer relativ, fand unsere Gedanken hier wieder sehr ähnlich. Hatte Cindy Puppenrache gelesen? Es stimmt schon, dass Saras Umschwung vom Opfer zur "harten Rächerin" etwas schenll ging. Verstanden habe ich sie troztdem. SPOILER: Von mir aus hätte sie Troy auch abknallen können! Hart, aber so isses einfach. Er war wirklich ein echter Kotzbrocken. Aber gut gemacht. So sollte man beim Lesen ja mit den Personen fühlen.
    Aufs Interview freue ich mich auch. Fange am WE mal mit dem Abschreiben an :-)

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  6. Nein, Cindy hat es nicht gelesen, aber bei der Lesung war sie ja dabei und da fand sie die vorgelesen Szenen schon nicht ohne. Also Troy hätte Sara von mir aus auch gerne in den Hintern treten können, aber ... SPOILER AN: mir gefiel es nicht, dass sie ihn in ein Haus locken wollte, wo ein potentielles Opfer mit einem Baby wohnte. An sich weiß man ja nicht, ob sie die beiden noch weggeschickt hätte ... aber das ging ja wohl ordentlich in die Hose und war für mich auch ein kleiner Aufreger/unüberlegt. Den gewünschten Effekt hat es aber auf jeden Fall gebracht. Und ich freu mich! Danke, dass du das übernehmen willst. Wie gesagt, wir hätten es auch aufteilen können. :)

    Bussi, Reni

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