Freitag, 28. Dezember 2012

Review zu "Plötzlich Fee: Das Geheimnis von Nimmernie" von Julie Kagawa

In "Plötzlich Fee: Das Geheimnis von Nimmernie" (in Deutschland als Band 5 publiziert) kann der Leser drei verschiedene Kurzgeschichten aus der Welt der Plötzlich Fee-Reihe lesen. Die drei Kurzgeschichten erschienen zuerst nur als E-Book. Hauptdarsteller sind wie immer Meghan, Ash, Puck und der Kater Grimalkin. Die Geschichten spielen an verschiedenen Stellen der Hauptserie, bzw. sind zwischen den Hauptabenteuern einzuordnen. Darum sollten die Geschichten auch im Gesamten, als Band 5, gelesen werden - oder passend nach dem jeweiligen Buch der Plötzlich Fee-Reihe. Liest man die einzelnen Kurzgeschichten früher, wird man böse gespoilert.



Heyne (November 2012), Band 5,
Hardcover mit SU, 352 Seiten,
12,99 € [D]


Meghan Chase, die unerschrockene Feenprinzessin, und Ash, ihr geliebter Winterprinz, dachten eigentlich, dass sie als erprobte Grenzgänger zwischen Nimmernie und der Menschenwelt nichts mehr aus der Fassung bringen könnte. Doch dann muss Meghan schmerzvoll erfahren, dass es nie ratsam ist, einer Fee ein Versprechen zu geben – denn sie wird es nicht vergessen und unter den unmöglichsten Umständen auf seiner Einhaltung beharren. Aber auch auf den stolzen Ash wartet erneut eine Prüfung, die ihm alles abverlangt: In der Stunde der höchsten Not muss er über seinen Schatten springen und sich mit seinem Rivalen Puck verbünden. Wird es Meghan und Ash am Ende gelingen, einer Herausforderung zu trotzen, die alles infrage stellt, was ihnen jemals etwas bedeutete? (Text- und Bildquelle: Heyne fliegt Verlag)

Die englischen E-Books im Einzelnen - zusammen ergeben sie den deutschen Band 5 "Plötzlich Fee: Das Geheimnis von Nimmernie":




Harlequin Teen (Juni 2010), Band 1.5,
Kindle E-Book, ca. 65 Druckseiten,
z.Zt, 2,44 € [D]
www.theironfey.com


After escaping from the clutches of the deadly Iron fey, Meghan must follow through on her promise to return to the equally dangerous Winter Court with her forbidden love, Prince Ash. But first, Meghan has one request: that they visit Puck - Meghan's best friend and servant of her father, King Oberon - who was gravely injured defending Meghan from the Iron Fey.
Yet Meghan and Ash's detour does not go unnoticed. They have caught the attention of an ancient, powerful hunter - a foe that even Ash may not be able to defeat ...
(Text- und Bildquelle: Amazon)



Harlequin Teen (Juli 2011), Band 3.5,
Kindle E-Book, ca. 79 Druckseiten,
z.Zt. 2,44 € [D]
www.theironfey.com


Robin Goodfellow. Puck. Summer Court prankster, King Oberon's right hand, bane of many a faery queen's existence - and secret friend to Prince Ash of the Winter Court. Until one girl's death came between them, and another girl stole both their hearts.
Now Ash has granted one favor too many and someone's come to collect, forcing the prince to a place he cannot go without Puck's help - into the heart of the Summer Court. And Puck faces the ultimate choice - betray Ash and possibly win the girl they both love, or help his former friend turned bitter enemy pull off a deception that no true faery prankster could possibly resist.
(Text- und Bildquelle: Amazon)



Harlequin Teen (September 2012), Band 4.5,
Kindle E-Book, ca. 69 Druckseiten,
z.Zt. 0,77 € [D]
www.theironfey.com


Meghan Chase is finally getting used to being the Iron Queen, ruler of the Iron Fey. Her life may be strange, but with former Winter prince Ash by her side at last, she wouldn't have it any other way.
But when they travel to the Summer and Winter courts' gathering for Elysium, the oracle from Meghan's past returns with a dire prophecy: "What you carry will either unite the courts, or it will destroy them."
Now Meghan faces a devastating choice that may determine the future of all fey—and her and Ash's unborn child … (Text- und Bildquelle: Amazon)


Englisches Sprachniveau: Julie Kagawa schreibt etwas anspruchsvolleres Englisch als viele ihrer YA-Autoren Kollegen. Das liegt zum einen an der Feenwelt, die neben unserer Welt existiert, und viele spezifische Begriffe enthält. Diese wiederholen sich jedoch immer wieder (z.B. Feenpforte), sind also schnell verinnerlicht. Zum anderen verwendet die Autorin zum Teil auch ungewöhnlichere Verben und Adjektive. Diese wiederholen sich auch nicht so oft wie bei einfacheren englischen Jugendbüchern. Die Novellen enthalten zum Teil wenig Kommunikation und viel Erzählung. Wer mit mittelmäßigen Englischkenntnissen jedes Wort verstehen will, wird sicher öfters nachschlagen müssen. Leser mit gutem Schulenglisch werden nur eine kurze Einlesephase benötigen.



Buch 1,5 - "Die Reise zum Winterhof" (engl."Winter's Passage")

Diese Novelle/Kurzgeschichte schildert die Ereignisse zwischen Band 1 "Plötzlich Fee: Sommernacht" ("The Iron King") und Band 2 "Plötzlich Fee: Winternacht" ("The Iron Daughter"). Die Geschichte des ersten Bandes geht lückenlos in die Kurzgeschichte über, nämlich dann, wenn Ash Meghan abholt, um sie an den Winterhof der Dunklen Feen zu bringen. Dies war Teil einer Abmachung zwischen den beiden, und der frostige Eisprinz Ash besteht natürlich auf seinen Teil des Vertrags. So macht sich Meghan gemeinsam mit dem Dunklen Prinzen auf den Weg, da sie von Feen-Königin Mab schon erwartet wird. Die Reise verläuft nicht gefahrlos, es wird aufregend-spannend und sehr süß-romantisch.

Die Handlung wird aus der Ich-Perspektive von Meghan erzählt. Ich habe natürlich die bei uns bereits erschienenen Plötzlich Fee-Teile gelesen, darum fiel mir auch sofort auf, dass Meghan hier die ausführliche Version der Reise zum Dunklen Hof erzählt, die sie am Anfang von "Winternacht" nur kurz wiedergibt. Das war so toll, dass ich mich ständig dabei ertappte, wie ich schnell mal "Winternacht" hervorkramte um Stellen abzugleichen. Jup, passte genau. An einem bestimmten Punkt trifft sich die Geschichte der Novelle mit dem Roman (ich sag nur Höhle!) und endet dann mit der Ankunft bei Königin Mab.

Ash mimt auch hier den kühlen Eis-Bubi (wie er von Puck immer so liebevoll bezeichnet wird). In der Erfüllung seines Auftrags ist er unerbittlich, lässt aber gegenüber Meghan auch durchblicken, dass er keine Wahl hat. Er verteidigt sie gegen alle Gefahren, denen sich beide auf der Reise stellen müssen und ist dabei total herzig um Meghan besorgt. Ashs eisige Schale schmilzt gleich mehrmals während der Geschichte - und mein Herz schmolz jedes Mal mit. Hach, so mag ich YA-Romantik! Die Kurzgeschichte legt großen Wert auf die zwischenmenschliche Beziehung von Meghan und Ash. Ich habe jede Zeile genossen - der perfekte "Lückenfüller" um wieder Julie Kagawas Reich der Feen abzutauchen.


Buch 3,5 - "Sommernachtstraum" (engl. "Summer's Crossing")

Die Kurzgeschichte "Sommernachtstraum" schließt nur indirekt an die Geschichte von Band 3 "Plötzlich Fee: Herbstnacht" ("The Iron Queen") an. Ash hat Puck eingeladen, damit dieser ihm bei der Suche nach einer Lösung, Meghan betreffend, helfen kann. Doch auch der Winterprinz schließt manchen verzwickten Handel mit Feen (sollte man nicht tun!), und als die beiden einen Plan ausarbeiten wollten, taucht unverhofft ein besonderes Feen-Exemplar (mit großem Hang zur Dramatik) auf und fordert eine Schuld von Ash ein. Die Aufgabe, die Ash erfüllen soll, kann er nicht ohne Pucks Hilfe bewältigen. Er muss dafür an den Lichten Hof, den Sommerhof, und somit Feindesland. Damit ist Puck natürlich in einer Zwickmühle. Soll er seinem ehemals besten Freund helfen? Oder soll er ihn verraten und danach versuchen Meghans Herz für sich zu gewinnen?

Puck und Ash - zusammen in einer Handlung? Ich stellte mich auf Lachmuskeltraining ein, und so kam es auch. Wie oft ich laut kichernd auf meinem Leseplatz rumgehoppelt bin, kann ich nicht zählen. Gefühlt auf jeder Seite musste ich unweigerlich vor mich hingrinsen. Puck und Ash schenken sich gar nichts. Bei Oberschlawiner Puck spricht der Schalk aus jedem Satz ("I'm thinking."). Darauf genügt ein eisiger Blick oder ein sarkastischer Kommentar von Ash ("Think faster!") - schon drängt sich das nächste Grinsen an die Oberfläche. Nur selten passt das Wort Lesevergnügen besser!
Und trotz der ganzen Heiterkeit erlebt man auch eine ernste Seite an Ich-Erzähler Puck (von Ash ist man ja nichts anderes gewöhnt). Genau wie sein größter Konkurrent liebt er Meghan. Als sich die Gelegenheit bietet Ash auszuschalten, ist er sehr versucht das Rennen für sich zu entscheiden. Julie Kagawa strickt die Geschichte hier so geschickt, dass man bis zum Schluss nicht richtig weiß, wie sich Puck entscheiden wird. Plötzlich Fee-Leser kann man natürlich nicht hinters Licht führen, schließlich geht die Reihe weiter. Wenn man aber nur diese Geschichte betrachtet ist hier Pucks Verhalten kaum vorhersehbar. Ich fand ihn in dieser Novelle unglaublich ausdrucks- und charakterstark.

"Sommernachtstraum" ist superwitzig und gleichzeitig auch superspannend. Die Handlung ist nicht so sehr mit den Büchern verknüpft, wie die der ersten Novelle. Sie wirkt eher wie ein Zwischenspiel, nachdem man als Leser wieder am Ausgangspunkt anknüpfen kann. Puck erzählt viel über seine Beziehung zu Ash, dass sie ehemalige beste Freunde sind, was dann in etwa vorgefallen ist und wie sehr beide an Meghan hängen. Alles Dinge, die man über die kompletten drei vorangegangenen Plötzlich Fee-Romane erfahren hat.


Buch 4,5 - "Das Eiserne Land" (engl. "Iron's Prophecy")

Die dritte Geschichte "Das Eiserne Land" spielt kurz nach den Ereignissen in Band 4 "Plötzlich Fee: Frühlingsnacht" ("The Iron Knight"). Meghan bereitet sich mit Ash auf das Elysium vor, einem Ereignis, bei dem die drei Feenhöfe aufeinandertreffen. Dabei fühlt sich Meghan körperlich nicht ganz wohl, möchte aber keinesfalls vor den anderen Feenherrschern als schwach gelten.
Beim Elysium taucht dann das alte Orakel auf um Meghan eine Prophezeiung zu überbringen und ihr einen Handel anzubieten. Dazu muss Meghan das Orakel an einem bestimmten Ort aufsuchen. Gemeinsam macht sie sich mit Ash, Puck und Grimalkin auf um sich ihrem Schicksal zu stellen.

Dass es Meghan körperlich nicht komplett gut geht, liest man in "Das Eiserne Land" ziemlich bald. Und da Meghan inzwischen mit ihrem Winterprinzen Ash verheiratet ist, kann man sich auch sofort ausmalen, was mit ihr nicht stimmt. Und so kommt es dann auch, dass die Prophezeiung keine große Überraschung mehr ist. Macht aber nichts. Denn hier stimmt einfach mal wieder die Chemie zwischen Meghan und Ash. Der sonst so kühle Winterprinz ist fürsorglich wie nie, steht vollkommen hinter den Entscheidungen seiner Königin Meghan und tritt sofort für sie ein, sobald es riskant wird. Herrlich romantisch! Genau so etwas wollen Plötzlich Fee-Fans lesen!
Leser dürfen sich in dieser Kurzgeschichte erneut mit Meghan, Ash, Puck und Grimalkin auf eine kleine Reise begeben - uns zwar zum Treffpunkt mit dem Orakel. Das gestaltet sich dann auch sehr spannend und zum Teil leicht gruselig. Für die Kürze der Geschichte ist der Plot sehr gut gelungen.

"Das Eiserne Land" ist eine wunderbare Kurzgeschichte. Sie hat alles, was man auch von einem umfangreichen Roman erwartet - Drama, Spannung, Romantik und sogar viel Action. Man versinkt so in der Story, dass man meint einen kompletten Roman zu lesen. Außerdem ergänzt sie den vierten Plötzlich Fee-Band "Frühlingsnacht" perfekt!


Gesamtfazit

"Die Reise zum Winterhof" ist kein einfacher Winterspaziergang, sondern sehr gefährlich und sehr romantisch. Fans von Meghan und Ash kommen hier voll auf ihre Kosten, wohliges Seufzen eingeschlossen. Dagegen gleicht "Sommernachtstraum" in vielen Teilen einem Komödienschauspiel, bei dem die Lachtränen fließen werden. Auch hier ergibt die Kombination aus Humor, Spannung und dramaturgischen Höhepunkten eine perfekte Kurzgeschichte. Die dritte Geschichte "Das Eiserne Land" ist sehr spannend-gruselig, aber auch herrlich romantisch. Meghan und Ash wie wir sie lieben!

Empfohlen sind die drei Novellen allen, die bereits die Hauptromane gelesen haben oder die Kurzgeschichten in entsprechender Reihenfolge lesen wollen. Die drei Geschichten gibt es einzeln und komplett als E-Book (auf Englisch) und in dieser deutschen "Plötzlich Fee: Das Geheimnis von Nimmernie"-Gesamtausgabe (mit umfangreichem Bonusmaterial im Anhang!). Ich sage YES! Mrs Kagawa, keep some further novellas coming. PLEASE! - weitere Plötzlich Fee-Kurzgeschichten bitte immer und jederzeit!

© Damaris Metzger, damarisliest.de

Sonntag, 23. Dezember 2012

Frohe Weihnachten! Merry Christmas! Joyeux Noël! Feliz Navidad!


 
Allen meinen Lesern, Mitbloggern, Autoren, Verlagen und Bücherfreunden wünsche ich
 
Fröhliche Weihnachten!!
 
Ich danke euch für euer großes Interesse an Damaris liest. und meinem Geschreibsel rund um das beste Thema der Welt - Bücher!
 
Danke für jedes Kommentar, Lob, Kritik und jede private Nachricht im vergangenen Jahr. Einen herzlichen Dank auch an Autoren und Verlage, die meinen Fähigkeiten vertrauen, ein Buch beurteilen zu können.


Ich wünsche euch allen gesegnete, besinnliche und glitzernde Weihnachtstage.




Kommt gut ins Neue Jahr 2013 - wir lesen uns im Januar in alter Frische wieder!
 
Eure Damaris
 
 

Donnerstag, 20. Dezember 2012

Rezension zu "Serafina: Das Königreich der Drachen" von Rachel Hartman



Verlag: cbj (November 2012)
Originaltitel: Seraphina
Übersetzer: Petra Koob-Pawis
Reihe: 1/3, ab ca. 12 J.
Ausführung: Hardcover/SU, 512 S.
ISBN: 978-3570152690
17,99 € [D]

Genre: High Fantasy

© Cover- und Zitatrechte: cbj Verlag


Das Thema
Serafina Dombegh lebt im Königreich Goredd, das seit einem Friedensvertrag zwischen Goredds Königin und den Drachen, neben den Menschen auch von Drachen bewohnt ist. Diese leben teilweise unter den Menschen, sind Gelehrte oder Abgesandte des Anführers der Drachenwelt. Drachen, die unter Menschen verweilen, müssen die menschliche Gestalt annehmen und sichtbar ein Glöckchen an der Kleidung tragen, welches sie als Drachen kennzeichnet.
Serafina ist am Königshof als Musikmamsell angestellt, sie unterstützt den Hofkomponisten bei seiner Arbeit. Sie selbst wurde von ihrem Lehrer Orma, einem alten Drachen, erzogen, der wegen seines Status' als Gelehrter kein Glöckchen tragen muss. Trotz des vor 40 Jahren geschlossenen Friedensvertrages begegnen sich Menschen und Drachen mit tiefem Misstrauen. Eine religiöse Gruppierung verlangt sogar den erneuten Krieg gegen die Drachen. Was niemand weiß, Serafina hat einen menschlichen Vater und eine Drachenmutter. Ein Skandal und ein Geheimnis, das sie unbedingt bewahren muss. Fast täglich könnte ihr Geheimnis am Königshof entdeckt werden. Und dazu spitzt sich das Verhältnis zwischen Drachen und Menschen immer mehr zu.

Die Rezension

Der Anfang: Ich erinnere mich an meine Geburt.

Drachenfantasy ist in der Literatur immer noch sehr speziell, und nicht jeder Leser ist ist diesen außergewöhnlichen Wesen auch zugetan. Im High Fantasy-Genre ist wohl die Eragon-Reihe der Maßstab für Drachengeschichten, und wenn sich sogar deren Schöpfer, Christopher Paolini, lobend über den Serafina-Reihenauftakt äußert, dann muss "Serafina: Das Königreich der Drachen" wirklich etwas Besonderes sein. Ist das so? Nicht komplett. Das Buch mag gut geschrieben sein und wird sicher den einige Fans finden. An den Charme, die Storyline und die spannende Action von Eragon reicht es aber bei Weitem nicht heran.

Seine Finger bohrten sich in meinen Arm. "Ich kenne Frauen wie dich - in Gewürm vernarrte Weiber. Du hättest sehr leicht eins über den Schädel bekommen können, während du ohnmächtig warst."
Ich konnte schlichtweg nicht fassen, was er soeben gesagt hatte. Hatte ich richtig verstanden? Ich sah ihn an. Sein Blick war eiskalt. - S. 98

Anfangs erfährt der Leser in einem Prolog zusammengefasst Serafinas Geburt, diverse Kuriositäten als Kind, bis zu Serafinas Entscheidung an den Königshof zu gehen, um dort ihre Liebe zur Musik ausleben zu können. Dieser Schnellüberblick reicht nicht aus, um eine Bezug zur Hauptprotagonistin des Buches aufzubauen. Diesen muss man sich auch in den Folgekapiteln erst erarbeiten. Mit der Zeit gelingt das jedoch ganz gut, und Serafina ist durchaus ein Buchcharakter, den man während der Geschichte zu schätzen lernt. Leider kann man das nicht von der Mehrheit der Charaktere behaupten und so bleiben in diesem, doch recht umfangreichen, Serienbeginn wichtige Bezugspersonen, wie der Drache Orma oder das gesamte Königshaus, recht blass.

Spannungspotenzial enthält die Geschichte genügend. So sind der Zwist und das Misstrauen zwischen den Menschen und den Drachen ständig zu spüren. Obwohl der Friedensvertrag nun schon 40 Jahre besteht, mögen die Menschen die Drachen nicht besonders. Diese sind auch sehr eigen, können zum Beispiel Gefühle nicht ausdrücken und ecken darum bei den Menschen ständig an. Anfangs läuft alles auf die Ankunft des Drachenoberhaupts hinaus. Kann dieser den Frieden waren und die Menschen von der freundlichen Gesinnung der Drachen überzeugen? Von diesem Punkt in der Geschichte erhofft man sich viel, erwartet eine beeindruckende "Show", denn Drachen sind nun mal beeindruckende Wesen. Die tatsächliche Ankunft des Drachenfürsten könnte dann unscheinbarer nicht sein, und der Fürst selbst gleicht eher einer Witzfigur. Allgemein trifft man die Drachen im Buch viel zu oft in linkischer Menschengestalt an, satt in der majestätischen Erscheinung eines feuerspeienden Drachen. Schade.
Stattdessen wird eine starke Gewichtung auf Serafinas musische Qualitäten, und so manche Kostprobe davon, gelegt. Altertümliche Instrumente, wie Flöte, Cemballo oder Laute passen ins mittelalterliche High Fantasy-Setting, könnten aber für Leser, die sich in diesem Thema nicht sehr gut auskennen, eher langweilig sein.

"Serafina: Das Königreich der Drachen" lebt von der verwendeten Sprache. Das Buch ist gut übersetzt und die gewählte Erzählform passt, trotz einer modernen Ich-Erzählerin, sehr gut zum Genre. Mit der Zeit entwickelt sich aus den politischen Spannungen ein Kriminalfall, bzw. ein Komplott, welches Serafina zusammen mit ihrem Lehrmeister Orma und dem Hauptmann der königlichen Garde aufzudecken versucht. Hier entwickelt sich auch die zarte Liebesgeschichte, die die Handlung gut unterstreicht und von leidenschaftlichen und kitschigen Ergüssen weit entfernt ist. Die Liebesgeschichte steht in diesem ersten Band definitiv noch ganz am Anfang und muss sich in den Folgebänden dann entwickeln.
Im hinteren Buchviertel steigt die Spannung dann an, man ist tatsächlich gefesselt. Hier erlebt man die Drachen dann endlich auch einmal kurz in ihrer Urform. Das Buch endet nicht mit einem Cliffhanger, aber es tut sich ein neuer Abschnitt auf, der dann im Folgeband das Hauptthema sein wird.

Das persönliche Fazit
"Serafina: Das Königreich der Drachen" ist unbestritten ein gut geschriebenes High Fantasy-Buch. Der Beginn war mir persönlich zu zäh und die Handlung insgesamt viel zu politisch. Einigermaßen versöhnt wurde ich dann gegen Ende, doch für die vielen mäßig interessanten Stellen im Buch entschädigte mich das nicht. Dieser erste Teil ist eher ein Königreich der Menschen als der Drachen, eine Gewichtung auf die Urform der Drachen, als majestätische, feuerspeiende Wesen, hätte der Geschichte gut getan. In der menschlichen Form waren sie mir nicht aussagekräftig genug. Trotz der sprachlichen Qualitäten bleibt "Das Königreich der Drachen", gemessen an anderen Drachenbüchern des High Fantasy-Genres, nur Mittelmaß. 3 Sterne!

Handlung: 3 / 5
Charaktere: 3 / 5
Lesespaß: 2,5 / 5
Preis/Leistung: 3 / 5

© Damaris Metzger, damarisliest.de



Mittwoch, 19. Dezember 2012

"Der Mann, der den Regen träumt" von Ali Shaw - NEU ab Januar 2013 bei script5

 
"Der Mann, der den Regen träumt" (2013)
"Das Mädchen mit den gläsernen Füßen" (2012)
 
 
Im Januar 2013 erscheint Ali Shaws neues Buch "Der Mann, der den Regen träumt" beim script5 Verlag. Mit dem ersten Buch des Autors "Das Mädchen mit den gläsernen Füßen" hat die Story nichts zu tun. Beide Bücher sind Einzelbände und können unabhängig voneinander gelesen werden.
Ich selbst bin wahnsinnig gespannt auf das neue Buch. "Das Mädchen mit den gläsernen Füßen" war anspruchsvolle, aber auch sehr zauberhafte Literatur, bei der nicht alles erklärbar war. Fast wie ein Märchen und gerade darum sehr wertvoll. Von "Der Mann, der den Regen träumt" erwarte ich in etwa dasselbe Lesefeeling. Das bestätigt sich, wenn man sich die Leseprobe auf der Seite des Verlags anschaut. Man erkennt sofort Ali Shaws Schreibstil (übersetzt vom Duo Sandra Knuffinke und Jessika Komina).




Der Buchtrailer ist dramatisch schön und das Cover steht seinem Vorgänger (Platz 1. beim Lovelybooks Leserpreis für das "Beste Cover") in nichts nach. Und auch der Inhalt klingt wieder sehr magisch:
 
"Wie Kreide, vom Regen zu einem weißen Schleier verwaschen, begannen seine Umrisse zu verschwimmen und seine Konturen schwanden, beinahe unmerklich. Im einen Moment sah Elsa einen Mann vor sich und im nächsten nur noch eine graue Silhouette. Seine Haut wurde zu Nebel. Die Sonne hinter ihm ließ ihn erstrahlen und umrahmte ihn mit ihrem goldenen Schein, bis er nichts mehr von einem Mann an sich hatte, sondern immer mehr einer Wolke glich, die durch Zufall die Form eines Menschen angenommen hatte."

Finn ist kein gewöhnlicher Mann, ihn umgibt ein Geheimnis. Es ist der Grund für sein Einsiedlerleben und der Grund, warum die Einwohner von Thunderstown ihm nicht wohlgesinnt sind. Doch trotz aller Gerüchte und Anfeindungen hält Elsa zu Finn. Gemeinsam versuchen sie, ihre Liebe gegen all die Widerstände zu behaupten.
(Text- und Bildquelle: script5 Verlag)
 
 
Ali Shaw
Der Mann, der den Regen träumt

übersetzt von Sandra Knuffinke, Jessika Komina

erscheint am 16. Januar 2013
Hardcover mit Schutzumschlag, 336 Seiten,
ISBN 978-3-8390-0146-2
Hardcover
18,95 € [D]


Alle Infos zum Buch bei www.sript5.de


Dienstag, 18. Dezember 2012

Bald auf Deutsch! "Beautiful Disaster" von Jamie McGuire - NEU ab Juli 2013

Im Mai/Juni 2012 bekam ich von den beiden Mädels von Bücherraschung, Reni & Sandi, die Aufgabe SOFORT "Beautiful Disaster" von Jamie McGuire zu lesen. Die damals noch selbstverlegende Autorin hatte ihr Buch bei Amazon veröffentlicht, und es entwickelte sich schnell zum brandheißen (wörtlich!) Geheimtipp für englischsprachige Young Adult E-Books. Ich beugte mich also der wohlgemeinten Übermacht, in Form von immer wiederkehrenden Erinnerungen durch meine Bloggerfreundinnen. Die Folge war, dass mir von nun an der Kindle vor dem Gesicht klebte. "Beautiful Disaster" rockte, und das auf ganzer Linie! Es war einfach nur fucking great, äh, verdammt genial. Meine Review zum Buch gibt es HIER.
Eine Nachfrage bei der Autorin ergab, dass sich im Juni 2012 noch kein deutscher Verlag für die Übersetzungslizens gemeldet hätte. Das hat sich inzwischen geändert. Ab Juli 2013 erscheint "Beautiful Disaster" als Taschenbuch bei Piper auf Deutsch!
 
 

(li) Original "Beautiful Disaster" (Juli 2012), (re) dt. TB "Beautiful Disaster" (Juli 2013)
 
 
Als sie Travis zum ersten Mal in die Augen blickt, ist nichts mehr wie zuvor. Abby fühlt sich unwiderstehlich von ihm angezogen, obwohl er alles ist, was sie nicht will: ein stadtbekannter Womanizer, arrogant, unverschämt – aber leider auch unverschämt sexy. Doch dann lässt Abby sich auf eine verhängnisvolle Wette mit ihm ein und gerät in ein gefährliches Spiel voller Hingabe und Leidenschaft, das sie bis an ihre Grenzen treibt … (Text- und Bildquelle: Piper Verlag)
 
 
Ein großes Lob, dass das Cover, und sogar das Schriftbild, weitestgehend vom Original übernommen wurden. Auch dass der englische Titel bleibt, ist sehr lobenswert. Ich befürchtete schon eine Eindeutschung des Titels, zum Beispiel "Schönes Desaster" *brrrr* oder so etwas Ähnliches.
 
Wenn einem ein Buch so gut gefallen hat, freut man sich natürlich, wenn auch die deutsche Leserschaft bald in den Genuss desselben kommt. Andererseits bin ich mittlerweile auch etwas kritisch. Die Geschichte ist eine Bad Boy-Lovestory, und ich hoffe nicht, dass "Beautiful Disaster" zu den Büchern gehört, die auf Englisch sehr cool, auf Deutsch dann aber kitschig und ausgelutscht wirken. Die Übersetzung wird's zeigen. Ich bin jetzt schon gespannt, wie die vielen F-Wörter, oder nennen wir es mal die "lockere Umgangssprache", übersetzt wird. Man sehen ob das Buch im Deutschen ebenso fucking great and damn hot wird wie im Englischen.
 
 
Noch ein paar Abschlussinfos:
  • "Beautiful Disaster" kann als Einzelband gelesen werden. Die Autorin möchte noch mehrere Bücher über je einen der Maddox-Brüder schreiben (ähnlich wie bei der Du oder ...-Reihe von Simone Elkeles). Die Bücher stehen dann aber jedes für sich.
  • Nachdem Jamie McGuire ihr Buch selbst verlegt hatte, stieg es bald bis auf die vorderen Plätze im US Amazon-Ranking. Dass sich hier ein Verlag interessiert zeigt, war nur eine Frage der Zeit. Atria Books verlegt das Buch (+ Folgebände) nun für den Kindle und als diverse Buchausgaben. Seit Atria Books die Vermarktungsrechte besitzt stieg der deutsche E-Book Preis für den Kindle von damals etwa 2,50 € auf fast 8 €!
  • Laut Onlinequellen wurden inzwischen die Filmrechte für "Beautiful Disaster" an Warner Bos. Pictures verkauft (Quelle). Im Moment wird das Drehbuch zum Film geschrieben (Quelle). Bei IMDb.com ist der Filmtitel schon angelegt.

Dienstag, 11. Dezember 2012

Review und Weihnachtsbuchtipp zu "Santa's Baby" von Kira Gembri



Amazon/Kira Gembri (November 2012),
Kindle E-Book/Taschenbuch, ca. 200 Druckseiten,
z. Zt. 2,99 € (E-Book)/7,99 € (TB)


Lara ist alleinerziehende Mutter, Angestellte in einer Buchhandlung und darüber hinaus vor allen Dingen eins: ein riesengroßer Weihnachtsmuffel. Ausgerechnet sie lernt im Supermarkt einen Weihnachtsmann kennen, der ihre Gefühle bald Achterbahn fahren lässt. Unter dem falschen Bart und der roten Mütze steckt nämlich Finn, Besitzer des absolut unverschämtesten Grinsens und ein Weihnachtsfan durch und durch. Lara hat aus ihrer letzten gescheiterten Beziehung gelernt, in ihr Schlafzimmer und erst recht in ihr Herz keinen Mann mehr zu lassen – aber gilt das auch für einen Weihnachtsmann mit blaugrünen Augen …? (Bild-, Textquelle und Kaufoption bei Amazon)


Meine Meinung
Bei diesem E-Book hat er mich wieder gepackt, der "Ich muss hier unbedingt etwas dazu schreiben und allen über dieses Buch berichten" - Eifer. Als Vielrezensentin gibt es nichts Schöneres, als ein Buch mal nur für sich alleine zu lesen, sich keine Gedanken um eine Bewertung zu machen. Ja, so dachte ich mir das auch bei "Santa's Baby". Dann war mir aber schon nach zwei Kapiteln klar, dass das hier nicht geht - ich hatte einfach zu viel Spaß beim Lesen.

Lara, eine Weihnachtshasserin durch und durch, dazu noch alleinerziehend, trifft im Supermarkt auf den als Weihnachtsmann verkleideten Finn ... und plötzlich singen die Engel, bzw. klingeln die Glöckchen. Klingt nach typischer Chick-Lit Literatur (lt. Wikipedia heißt das übrigens wörtlich "Tussi-Literatur"), und ich gebe ganz offen zu, dass dieses Genre nicht zu meinen bevorzugten gehört. Aber für zwischendurch passt das schon. Bei "Santa's Baby" hatte ich nach der ersten Seite ein zartes Grinsen auf dem Gesicht, nach der vierten Seite steigerte sich das zu einem Glucksen, wurde dann zu einem Lachen und immer wieder zu einem Rumgehopse auf meinem Leseplatz. Oh, Du Fröhliche!! Als mir dann vom Dauergrinsen anfingen die Gesichtsmuskeln wehzutun, wusste ich, darüber musst du schreiben!

Kira Gembri schreibt wahnsinnig humorvoll, man lacht wirklich ständig. Wortwitz, Situationskomik und Wortspiele (meist auf ein Weihnachtsthema bezogen) wechseln sich ab. Dabei ist der Witz aber immer treffend und überhaupt nicht nervig. Neben der humorvollen Seite ist das Buch einfach nur als liebevoll zu bezeichnen. Viele Situationen zwischen Lara und ihrer Tochter Nele sind total herzig. Ich riss des Öfteren erstaunt die Augen auf, weil mir einiges als Mutter sehr bekannt vorkam.
Neben dem Humor gibt es auch einige ruhigere, ernsthaftere Szenen und etwas forcierte Dramatik am Ende. Außerdem vermittelt das Buch ein ganz tolles weihnachtliches Flair, was bei Weihnachtshasserin Lara zuerst völlig unmöglich erscheint.

"Santa's Baby" ist eine humorvolle Liebesgeschichte in der Weihnachtszeit und glitzert zudem mit einigen romantisch-erotischen Stellen. Zwischen Finn und Lara geht es schnell zur Sache. Hier heißt es dann nicht Stille Nacht, Heilige Nacht sondern ganz klar Jingle Bell Rock. Was mich bei Jugendbüchern oft stört und erzwungen wirkt, ist hier, bei Erwachsenen, durchaus im Bereich des Möglichen. Und mal ehrlich, soll bei einem 122 Seiten-Buch zwei Drittel für die Kennenlernphase verwendet werden? Bitte nicht. Zwischen Finn und Lara passt es einfach, es wird sexy und kribbelig-romantisch.

Fazit
Ganz nach dem Motto Lasst Uns Froh Und Munter Sein, haben sich meine Gesichtsmuskeln inzwischen wieder entspannt. Doch denke in an bestimmte Szenen im Buch, ist es damit ganz schnell wieder vorbei. "Santa's Baby" ist eine kleine Perle unter den weihnachtlichen Buchtipps, und das beste Beispiel für eine humorvolle, kribbelige und liebevolle Weihnachtslovestory. Hier kann man zugreifen, ohne sich Frostbeulen zu holen. So, Have Yourself A Merry Little Christmas, zündet euch eine Kerze an und genießt dieses amüsant romantische Buch. Ho, Ho, Ho! (-> wer's gelesen hat, der muss jetzt lachen!)

© Damaris Metzger, www.damarisliest.de

Freitag, 7. Dezember 2012

Review zu "Wenn auch nur für einen Tag" von Annette Moser



Loewe (Oktober 2012),
Taschenbuch, 416 Seiten,
7,95 € [D]


Lukas steht vor dem Nichts. Unter Zeugenschutz muss er alles verleugnen: seine Herkunft, seine Familie, sogar seinen richtigen Namen. Erst als er Jana kennen lernt, kann er sein neues Leben langsam akzeptieren.
Jana trauert um ihren Bruder Florian. Um den Schmerz zu lindern, verdrängt sie seinen Tod und verstrickt sich dadurch immer mehr in ein Gewirr aus Lügen.
Keiner von beiden ahnt, dass ihre Schicksale ausgerechnet durch Florians Tod verknüpft sind. Die Lügen drohen ihre Liebe zu zerstören. Dennoch wünschen sich Lukas und Jana nichts sehnlicher, als einmal ungetrübt glücklich sein zu dürfen – wenn auch nur für einen Tag.
(Text- Cover- und Zitatequelle: Loewe Verlag)


Meine Meinung
In "Wenn auch nur für einen Tag" treffen Lukas (der eigentlich gar nicht Lukas heißt) und Jana in Hamburg aufeinander. Lukas musste seine Heimatstadt Rom verlassen, weil er wegen der dortigen Vorkommnisse unter Zeugenschutz steht. Jetzt trifft er in Hamburg auf ein Mädchen, welches eigentlich so gar nicht seinem Typ entspricht. Beide haben ihre Geheimnisse, Lukas sein zurückgelassenes Leben in Italien und Jana trauert um ihren toten Bruder, tut aber vor Lukas so, als sei dieser noch am Leben. Die Beziehung der beiden ist so von Anfang an auf wackeligem Untergrund gebaut.

Dabei sehne ich mich so sehr danach, endlich einmal wieder unbeschwert und rundherum glücklich zu sein. So als gäbe es meine Vergangenheit nicht. Und wenn auch nur für einen Tag. Für die Wahrheit bleibt Zeit genug. Sie soll sich noch gedulden. - Jana, S. 249

Zuerst einmal ist diese Art von (Jugend-) Lovestorys nicht neu. Bad Boy verliebt sich in ein Mädchen, das er unter normalen Umständen nicht ein zweites Mal angeschaut hätte, und die Beziehung gipfelt dann in einem mehr oder weniger großen Drama. Hier ist es aber nicht so, dass Jana aus reichem Elternhaus und Lukas in eher ärmlichen Verhältnissen aufgewachsen ist. Lukas gehörte in Rom zu den verwöhnten Celebrity-Kids, bewegte sich nur in besten Kreisen, bevor er sich in dubiose Geschäfte verstrickte. Janas Familie in Hamburg ist ziemlich zerrüttet. Die Mutter ist mit einem anderen Mann abgehauen und der Vater hat sich seit dem Tod des Sohnes komplett zurückgezogen. Darum lebt Jana auch in einer WG mit ihrer besten Freundin.

Lukas ist als Bad Boy gar nicht so schrecklich bad wie manch anderer seiner Genre-Kollegen. Er kommt sehr lässig und arrogant rüber und sucht sich in Hamburg natürlich auch als erstes die It-Clique als Freunde aus. Trotzdem hat er eine sehr liebe Art und ein versteckt nettes Wesen. Ich mochte ihn als Charakter ab Beginn.
Jana ist kein Mädchen von der Stange. Sie macht sich viele Gedanken, und gerade diese Tiefsinnigkeit sprach mich auch bei ihr sehr an. Nicht ganz klar war mir, warum genau sie vor Lukas den Tod ihres Bruders verheimlicht und sich hier in Lügen verstrickt. Dagegen ist Lukas' Heimlichtuerei nur verständlich, sobald man seine Vergangenheit in Italien kennt. Er steht ja unter Zeugenschutz und darf seine wahre Identität unter keinen Umständen offenlegen. Für den von Annette Moser gewählten Plot, sowie die Schlusshandlungen, sind beide Verhaltensmuster aber notwendig.

Aufmerksamen Lesern wird schon bald klar sein, was für ein dramatisches Finale auf einen zukommt. Man kann denken, wie genau Lukas' und Janas Schicksale verknüpft sind. Eine Gegebenheit am Ende wirkte auf mich etwas zu gewollt, um den Spannungsbogen explosiv in die Höhe zu treiben. Hier werden sich die Lesegeister scheiden, gestört hat es mich aber nicht. Trotzdem macht das Lesen großen Spaß. Manche Szenen zwischen den beiden Hauptprotagonisten sind so witzig, dass ich laut auflachen musste. Andere sind herrlich romantisch oder überraschend tiefsinnig. Den verwendeten Stil, Präsens mit abwechselnden Sichtweisen von Lukas und Jana, mochte ich total. "Wenn auch nur für einen Tag" ist ein abgeschlossener Jugendroman.

Fazit
"Contemporary Lovestorys" ist der englische Begriff für die Kategorie in die "Wenn auch nur für einen Tag" fällt. Bücher aus diesem Genre (zeitgenössische Liebesgeschichten ohne Fantasy) lese ich unheimlich gerne. Annette Moser schreibt hier eine Bad Boy-Lovestory, bei der der Bad Boy gar nicht so bad ist. Außerdem spielt die Geschichte nicht im Ausland, sondern hier in Deutschland, in Hamburg. Schon alleine das hat mir sehr gut gefallen. Trotz des nicht ganz neuen Themas empfand ich die Geschichte als frisch und sehr schön zu lesen. Im Grunde bekam ich genau, was ich mir erhofft und erwartet habe - eine süße, abgeschlossene Lovestory (ohne Kitsch!) mit einiger Dramatik. Ich hatte längenfreie Lesestunden. Wer dieses Genre mag, der kann beherzt zugreifen!

© Damaris Metzger, damarisliest.de

Mittwoch, 5. Dezember 2012

The Contemporary Young Adult Challenge - ich wurde gerufen ...

... und bin gefolgt! Mein Gefühl dabei ist einfach nur Zufriedenheit und Vorfreunde, und genau so sollte eine Challenge auch aussehen. Aber erst mal von vorne ...

Challenges haben sich in der Buchblogszene etabliert und wer selbst bloggt, wird unweigerlich einmal über diesen Begriff stolpern. Der Kreativität sind hier keine Grenzen gesetzt. Ziel ist die erfolgreiche Teilnahme an einer Challenge = Herausforderung zu einem bestimmten Thema. Die Challenge enthält immer bestimmten Regeln (teils einfach, teils richtig schwer!). Der Preis bei einer Teilnahme ist oft einfach der Spaß und die Motivation, die solch eine Herrausforderung mit sich bringt. Manchmal gibt es am Ende auch für alle Teilnehmer eine Verlosung, das bestimmt der Challengegründer.

Mich haben Challenges schon seit ich selbst blogge fasziniert, aber ich habe mich bisher dezent bei Challenges (außer meiner eigenen Bücherbeschaffungsverbot-Challenge) zurückgehalten. Der Grund: Mir waren viele einfach zu schwer. Buchbloggen ist oft sehr viel Arbeit und dann möchte ich mich nicht zusätzlich damit aufhalten, meine Bücher z.B. nach Farben oder Anfangsbuchstaben des Alphabets zu lesen. Als Ende letzter Woche eine geschätzte Bücherfreundin über folgende Challenge berichtete, war ich sofort begeistert und bin ihrem Ruf GERNE gefolgt.


© by Paper Trail & Notizen der Bücherdiebin


Paper Trail und Bücherdiebin sind sie Gründerinnen der Contemporary Young Adult Challenge. Vielen Dank dafür, eure Idee finde ich großartig! Die Regeln sind gut zu schaffen, ohne die Motivation auszubremsen, und machen vor allem viel Spaß.


Die Regeln - Um was geht es, bzw. was ist zu tun (ich übernehme wortgetreu von den beiden):



The Contemporary Young Adult Challenge!

Wir wollen zusammen mit euch lesen, und zwar back to the roots: Es geht um Jugendbücher und Bücher für Junge Erwachsene, die im Hier und Jetzt spielen, komplett ohne Fantasy auskommen und über die ganz normalen (und verrückten) Probleme des Lebens berichten - Contemporary Young Adult eben .

Zeitraum: 01. Dezember 2012 bis 31. Mai 2013

In dieser Zeit sollen 8 Bücher aus dem Genre "Contemporary Young Adult" (zeitgenössische Literatur für junge- oder jung gebliebene Erwachsene) gelesen und rezensiert werden.

Die Teilnahme ist zu jedem Zeitpunkt noch möglich, allerdings zählen nur Bücher, die ihr ab dem Termin eurer Anmeldung gelesen habt und deren Rezension bis zum 31. Mai veröffentlicht wird! Re-reads sind erlaubt, sofern eine Rezension geschrieben wird.

Am Ende der Challenge gibt es natürlich auch etwas zu gewinnen! Was genau das sein wird, werden wir später bekannt geben - doch es sollte für jeden Bücherwurm etwas dabei sein :-)


Bücher, die ich für die Challenge lesen und rezensieren (oder auch High Five-en werde):


Eine Motivation für diese Challenge war, dass ich mich komplett von meinem SuB bedienen konnte. Alle, der acht ausgewählten Bücher habe ich schon hier. Das tut meinem Stapel ungelesener Bücher gut und ich greife endlich zu diesen Titeln. Zwei Fliegen mit einer Klappe ... Dass da übrigens so viele FJB-, bzw. cbt/cbj-Titel dabei sind ist reiner Zufall :-)



Das Lied der Träumerin (Tanja Stewner), Erzähl mir von der Liebe (Beate Teresa Hanika), Die Mitte der Welt (Andreas Steinhöfel), Über mir der Himmel (Jandy Nelson), Nick & Norah: Soundtrack einer Nacht (R. Cohn/D. Levithan), Herzklopfen auf Französisch (Stephanie Perkins), Ich gegen dich (Jenny Downham) und Eine wie Alaska (John Green)

Es kann aber auch gut sein, dass in der Zwischenzeit noch andere Bücher auf meinem SuB landen, die ich dann für die Challenge lesen und rezensieren werden. Geplant sind die vorgestellten, aber ich halte mir das natürlich offen. 


Challenge-Ziel (Gelesene und rezensierte Bücher):



Anmelden könnt ihr euch jederzeit bei den Challenge-Gründerinnen (01.12.12 - 31.05.13), wenn ihr meint, dass ihr das Challengeziel in diesem Zeitrahmen erreichen könnt. Danke an Paper Trail und Notizen der Bücherdiebin für das Ausrichten der Challenge und die tollen Banner, die wir dafür verwenden dürfen. Allen Teilnehmern - VIEL SPASS UND ERFOLG!

Montag, 3. Dezember 2012

Buchzugänge vs. Buchabgänge im November 2012

Jahresendspurt!! Und es verlangt in mir immer mal wieder nach Veränderung. Im Moment frage ich mich, ob ich im neuen Jahr diese Statistik so weiterführen werde wie bisher. Ich bin ein Fan von Listen und Statistiken. Als ich vor ca. 2 Jahren mit dem Bloggen anfing, gab es hier noch viel mehr davon. Jedes gelesene, hinzugekommene oder aussortierte Buch habe ich in irgendwelchen Buchlisten festgehalten, zusätzlich zur SuB-Auflistung, Monatsstatistik und den Rezensionsübersichten. Klingt schlimm, oder? Das habe ich nicht so sehr für meine Blogleser gemacht, sondern eher für mich, als persönliche Dokumentation meiner Bücher. Aber eines war mir schnell klar, dieses Listenverwalten (und ich war da ganz gewissenhaft!) war viel mehr Arbeit, als dass es mir irgendwie genützt hätte.

So habe ich in diesem Jahr fast meine kompletten Listen und unnötige "Lückenfüllerposts" abgeschafft, ich habe mich also von meinem "Ballast" befreit. Mein SuB wurde visuell in die Sidebar integriert, eine Liste meiner bisher gelesenen Bücher, also ALLE, an die ich mich erinnere, wurde aufgegeben und gelöscht. Ich schreibe nicht mehr für jedes Buch diese "Ich lese"-Posts (Ausnahmen gibt es hier sicher mal), kommuniziere solche Kurzeinträge lieber auf der Damaris liest. Facebook-Seite. Die einzige Liste/Statistik, die es jetzt noch gibt ist diese Monatsstatistik hier - eine Gegenüberstellung, welche Bücher kamen rein, welche gingen ab/wurden gelesen. Immer am Ende mit der SuB alt - SuB neu Visualisierung.
 
Diesmal und für den Dezember bleibt alles wie bisher. Ich bin mir aber fast schon sicher, dass ich das im neuen Jahr nicht mehr so machen werden. Eine Monatsstatistik "Buchzugänge vs. Buchabgänge" gibt es weiterhin. Es ist für mich auch bei anderen Blogs interessant zu sehen, was an neuen Büchern dazukam und was gelesen wurde. Meinen SuB halte ich dann aber künftig hier raus, den sieht man ja in der Sidebar. Außerden hab ich bei jedem dieser Post das Gefühl, ich würde gegen meinen SuB ankämpfen. Blöd!
Jetzt habe ich mich schon wieder total verquasselt :-). Dabei wollte ich diesen Post nur "mal eben" runterschreiben. Jaja, dieses "mal schnell noch einen Beitrag schreiben" funktioniert eigentlich nie ...
 
 
 
 
 
Zugänge November 2012 - 8 Bücher
 
01. McDonald, Abby - Mein perfekter Sommer
02. Howells, Amanda - Der Sommer der silbernen Wellen (Ein Geschenk! Danke Reni!)
03. Oliver, Lauren - Pandemonium (Anka, herzlichen Dank für das tolle Buchgeschenk!)
04. Koschka, Anna - Naschmarkt
05. Hertz, Anne & Friends - Junger Mann zum Mitreisen gesucht
06. Ward, J.R. - Black Dagger 05: Mondspur
07. Ward, J.R. - Black Dagger 06: Dunkles Erwachen
08. Michaelis, Antonia - Solange die Nachtigall singt (Ein Überraschungsgeschenk von Steffi, bin immer noch ganz baff. Danke!)
 
 
Abgänge November 2012 - 10 Bücher/Kurzgeschichten
 
02. Bardugo, Leigh - Grischa: Die Hexe von Duwa (Kindle, Kurzgeschichte)
09. Raven, Michelle - Verhängnisvolles Verlangen (Kindle, Kurzgeschichte)
10. Hille, Franziska (Susanne Gerdom) - Toskanische Verführung (Kindle, Betaleseprojekt)
 
alter Bücherstapel November: 42
aktueller Bücherstapel Dezember: 44
 

Donnerstag, 29. November 2012

Rezension zu "Libellenfänger" von Katja Brandis



Verlag: ivi (Oktober 2012)
Originaltitel: -
Übersetzer: -
Reihe: - , ab ca. 14-17 J.
Ausführung: Klappenbroschur, 368 S.
ISBN: 978-3492702768
14,99 € [D]

Genre: Jugendthriller

© Cover- und Zitatrechte: ivi Verlag


Das Thema
Ricky wächst bei ihren Großeltern auf, und das hat einen ganz bestimmten Grund. Ricky wurde im Mutter-Kind-Trakt eines Gefängnisses geboren und kam als kleines Kind zu ihren Großeltern, während ihre Mutter noch die restliche Haftstrafe absitzen musste. Zu ihrer Mutter hat sie regelmäßigen, aber nicht besonders guten, Kontakt. Ricky hütet dieses Geheimnis gut, sie schämt sich für ihre Vergangenheit, und darum weiß auch niemand ihrer Schulfreunde über ihre Familiensituation Bescheid. Als bei einem Discobesuch eine Schulfreundin von Ricky stirbt, glaubt diese nicht an einen natürlichen Tod. Das Verhalten von Antonia, kurz vor ihrem Tod, spricht dagegen. Und was bedeuten die Libellenflügel, die im Zusammenhang mit Antonias Tod an verschiedenen Orten auftauchen? Ricky möchte Licht ins Dunkel bringen, doch umso intensiver sie dabei mit ihren Freunden zusammenarbeite, umso wahrscheinlicher ist es, dass diese hinter Rickys eigenes Geheimnis kommen.

Die Rezension

Der Anfang: Sie war ein herrliches Geschöpf, ein Stück des Himmels.

Thriller gehören zum beliebtesten Buchgenre. Gerade darum sind Thriller oder Krimis für Jugendliche ein echter Trend und werden gerne gelesen. Mit "Libellenfänger" kam jetzt ein besonders ansprechendes Exemplar auf den Markt. Mit dem gelb-pinken Äußeren und der großen schwarzen Libelle ist das Buch ein echter Eyecatcher und schreit förmlich danach, sofort gelesen zu werden. Auch an einen Jugendthriller hat man bestimmte Erwartungen, was die Spannung anbelangt. Diese muss keinesfalls mit haufenweise Leichen oder viel Blut erzeugt werden, aber eine spannende, gruselige Atmosphäre muss vorhanden sein. Hier kann "Libellenfänger" nicht komplett punkten. Der Roman ist gut durchdacht und schlüssig, die Spannung bleibt über einen langen Mittelteil teilweise auf der Strecke. Dafür rücken persönliche Probleme und Beziehungsgeschichten der Hauptprotagonistin in der Vordergrund.

Es war so unerwartet. Im ersten Moment wusste ich gar nicht, wovon er sprach. Dann traf es mich wie ein Schlag in den Magen.
"Das geht dich nichts an", sagte ich, stellte die volle Kaffeetasse auf seinen Schreibtisch und ging hinaus, durch den Flur, aus der Wohnung, aus dem Haus. - S. 61

Ricky ist nach außen hin sehr tough und oft um keine bissige Antwort oder Gedanken verlegen. Sie lässt sich nicht schnell von ihrem gewählten Weg abbringen und geht auch den kleinsten Hinweisen nach. Das macht sie zu einer Hauptprotagonistin, die man gerne liest. Zudem hat sie auch eine sehr gefühlvolle, verletzbare Seite. Diese zeigt sie nach außen hin aber nicht, weil sie immer in Sorge lebt, dass ihre Freunde hinter ihr Familiengeheimnis kommen könnten. Darum wirkt sie sie auf ihre Freunde und Bekannten auch oft verstockt und bockig. Durch ihrer Gefängnisvergangenheit hat sie einige sehr ungewöhnlich, fast schon skurrile, Bekanntschaften. Diese geben der Geschichte aber einen reizvollen Pep.
Kriss, Rickys beste Freundin, nimmt eine Nebenrolle in der Geschichte ein. Man lernt sie nicht gut genug kennen, um sich ein vollständiges Bild von ihr zu machen oder sie für die Geschichte sehr wichtig zu nehmen.
Die zweite Hauptperson ist Marek, ein sehr cooler Junge, der seine Haare, in leuchtenden Farben färbt. Mal Azurblau, Grün oder Orange. Das entscheidet er je nach Situation oder Stimmung. Er wirkt sehr lässig und cool, kann aber auch ernsthaft und hilfsbereit sein. Mareks Person gefällt sehr gut. Während ihren Ermittlungen kommen Ricky und Marek sich näher. Die Lovestory verläuft aber nicht ohne Komplikationen. Ob diese für die Geschichte nötig gewesen wären? Wahrscheinlich nicht.

"Libellenfänger" startet mit einem echten Gänsehautprolog, der dem Namen des Buches alle Ehre macht. Sehr gruselig, sehr spannend, sehr dicht. Auch während der gesamten Story wird man immer wieder gekonnt in die Irre geführt. So ist man sich nie sicher, ob Personen auch wirklich das darstellen, was sie vorgeben. Nach dem Todesfall zu Beginn nimmt die Spannung leider ab. Das liegt vor allem an Rickys Ermittlungen, oft im Alleingang und nicht immer auf Tatsachen gestützt. Manchmal ermittelt sie rein nach Vermutung oder nach einer Einschätzung, die sie von unbeteiligten Personen erhalten hat. Die Auflösung gegen Ende ist dann eine kleine Überraschung und hier steigt die Spannung auch wieder an. Am Schluss ist man dann sehr zufrieden, weil wirklich alle aufgekommenen, Fragen geklärt sind.

Das persönliche Fazit
Meine Augen fing "Libellenfänger" sofort ein, das auffällige Cover spricht einfach für sich. Insgesamt war die Geschichte für mich etwas zu unspannend. Obwohl Ricky verbissen ein Verbrechen aufklären will und fleißig ermittelt, war mir der Mittelteil zu gewollt auf Ermittlungsarbeit getrimmt. Auch habe ich mich manchmal gefragt, ob alle vorkommenden Personen für die Handlung nötig gewesen wären. Richtiges Thrillerfeeling bekommt man dann im letzten Buchdrittel. Für junge Krimifans ist "Libellenfänger" schon wegen der toller Idee und der wirkungsvollen Sprache mehr als einen ersten Blick wert. 3 Sterne gibt es von mir.


Aufmachung: 4 / 5
Handlung: 3 / 5
Charaktere: 3,5 / 5
Lesespaß: 3 / 5
Preis/Leistung: 3,5 / 5

© Damaris Metzger, damarisliest.de

Montag, 19. November 2012

High Five - 5 Sätze/5 Adjektive zu "Der Märchenerzähler" von Antonia Michaelis



Oetinger (Februar 2011),
Hardcover/SU, 448 Seiten,
16,95 € [D]


Abel Tannatek ist ein Außenseiter, ein Schulschwänzer und Drogendealer. Wider besseres Wissen verliebt Anna sich rettungslos in ihn. Denn es gibt noch einen anderen Abel: den sanften, traurigen Jungen, der für seine Schwester sorgt und der ein Märchen erzählt, das Anna tief berührt. Doch die Grenzen zwischen Realität und Fantasie verschwimmen. Was, wenn das Märchen gar kein Märchen ist, sondern grausame Wirklichkeit? Was, wenn Annas schlimmste Befürchtungen wahr werden? (Text- und Bildquelle: Oetinger Verlag)


Zwei Dinge in eigener Sache, weil ich bei diesem High Five wahrscheinlich nicht objektiv-neutral, sondern eher subjektiv-emotional schreiben werde:
Erstens: Das war ja so klar! Da will ich mal EIN Buch, ein einziges Buch, für mich lesen. Nur für mich. Ohne etwas darüber zu schreiben. Dann geht mir gerade dieses Buch so nah, dass das nicht geht. Jetzt, nach Beendigung habe ich das Gefühl ich brauche eine Therapie - eine Schreibtherapie.
Zweitens: Manchmal meint es das Schicksal gut mit uns und stellt uns (rein zufällig!) für ein Buch "Lesegesellschaft", in Form eine Mini-Leserunde, zur Verfügung. Asaviel und ich hatten uns entschieden "Der Märchenerzähler" gemeinsam zu lesen, einfach weil wir das Buch beide auf dem SuB hatten und weil wir schon zwei Bände der Splitterherz-Trilogie gemeinsam gelesen hatten (ein emotionales Auf und Ab). Dass uns beide "Der Märchenerzähler" dermaßen mitnimmt, konnten wir nicht ahnen, und wir waren froh, das Gelesene nicht alleine verarbeiten zu müssen. Zum Glück!


"Ich springe über tausend Schatten", sagte er. "Es ist nicht so leicht, weißt du." - S. 354


5 zusammenfassende Sätze/Punkte zum Buch

  1. Ich wusste über "Der Märchenerzähler" praktisch nichts, nur das, was im Klappentext steht und dass es "ein ganz tolles, emotionales Buch" sein soll. Orientiert man sich am Klappentext, könnte man eine Art Highschool-Lovestory, bei der ein Mädchen sich in einen Bad Boy verliebt, erwarten. Vielleicht noch mit einigen Thrillerelementen. Doch die Geschichte ist viel mehr als das. Sie geht mir immer noch nahe. Es war gut, dass ich nicht mehr darüber wusste.
  2. Die Handlung ist unterteilt in einen realen Verlauf und Märchenparts, bestehend aus einer zusammenhängenden Geschichte, die Abel seiner Schwester Micha und Freundin Anna erzählt. Der Sinn dahinter geht tief und erschließt sich einem bald. Zuerst war ich etwas irritiert, wenn wieder eine Märchenerzählung folgte (ich gebe zu, ich wäre dann lieber bei der "richtigen" Story geblieben). Mit der Zeit verfolgt man die Märchenteile aber genau so interessiert. Die Zusammenhänge zwischen Alltag und Märchen sind genial und großartig ausgearbeitet!
  3. Antonia Michaelis hat einen ganz speziellen Stil. Sie schreibt in diesem Buch sowohl im Präsens, als auch im Präteritum, meistens aus der Sicht eines personalen Erzählers, wechselt aber auch mal in die auktoriale Erzählform. Dazu verwendet sie viele kurze Sätze und hält die Kommunikation und Gedanken der Protas sehr pur, so wie sich Jugendliche im realen Leben auch unterhalten würden. Obwohl ich diesen Stil ganz großartig finde, brauchte ich etwas, bis ich mich eingelesen hatte. Ich bin anfangs oft über Sätze gestolpert oder mit den Augen zurückgesprungen, vielleicht um genau zu erfassen, was da steht. Dieser Stil gehört zum Buch wie Märchen zu den Gebrüdern Grimm (könnte man meinen). Irgendwann hat man sich daran gewöhnt und kommt nicht mehr von den Seiten los!
  4. Anna ist eher normal (mit großem Herz!) und Abel ist überhaupt nicht normal (aber ebenfalls mit großem Herz!). Er hat offensichtliche Probleme und auch solche, die man nicht auf den ersten Blick erkennt, die aber die Vorstellungskraft von vielen Lesern überschreiten werden. Asaviel und ich haben fleißig zwischen den Zeilen gelesen - und wir hatten recht, und wir waren sehr ergriffen, und teilweise echt geschockt, und auch etwas fassungslos, ... Ich dachte oft "bitte lass es nicht so sein wie ich vermute". Manche Dinge in der Geschichte möchte man nicht akzeptieren, muss aber. Abel gehört zu den Buchcharakteren, die einem immer in zwiegespaltener Erinnerung bleiben werden. Er hat nicht nur einiges zu verbergen, manche "Aktionen" von ihm gehen gar nicht! Man ist regelrecht entsetzt! Trotzdem hatte er meine volle Loyalität (oder sollte ich besser Mitgefühl sagen?)  - immer! Gerade, weil ... , ach, das muss man selbst lesen, um hinter die Fassade blicken zu können.
  5. Die Autorin beschreibt Gefühle von Personen auf eine sehr bildliche Art, benützt dazu viele Vergleiche und Metaphern. In einigen Situationen schreibt sie aber sehr hart und schonungslos - einfach sehr real. Ich erinnere mich an eine Wendung, nach der wir so geschockt waren, dass wir erst mal Redebedarf hatten. Zum Glück gibt's Telefon!
  6. Ups, waren wir schon bei 5.? Egal ...
  7. Das Grundgerüst der Handlung ist ein spannender, blutiger und sehr dramatischer (Jugend-)Thriller. Es gibt ruhige Parts, in denen man sich seine eigenen Gedanken machen kann, Teile, wo man auch mal auf die falsche Fährte gelockt wird und Stellen, die so spannend sind, dass man das Buch nicht aus der Hand legen kann. Außerdem ist diese Geschichte das beste Beispiel dafür, dass man kleine Schwäche in der Handlung GERNE verzeiht. Ich wüsste nicht, ob ich an einem entscheidenden Punkt wie Anna reagiert hätte, das ging mir etwas schnell. Auch ein Lösung gegen Ende wäre wohl in der Realität nicht so einfach gewesen. Schwamm drüber!
  8. Ich muss zugeben, dass ich am Anfang kurzzeitig die Befürchtung hatte, dass mich das Buch nicht so packt, wie von allen Seiten zugetragen. Weit gefehlt! Es bleibt in meinem Regal. "Der Märchenerzähler" ist meiner Meinung nach kein Buch für junge Jugendliche. Eine gewisse Grundreife ist Pflicht! Das Thema an sich sich ist schon schlimm genug und am Ende an Tragik nicht zu übertreffen. Mutig, dass Autorin und Verlag die gewählte "Lösung" veröffentlicht haben. Ich war nach dem Lesen fix und fertig und konnte nicht einschlafen. Das passiert mir nicht oft. Mannomann! Und bei aller Härte hatte ich sogar Verständnis für diesen Lösungsweg. Aber ich musste ganz doll schlucken und feste die Tränen wegblinzeln!

5 Adjektive, die mir spontan zum Buch einfallen

..... , ..... , ..... , ..... und  .....



Zusammengefasst von mir: (der Fazitbär hat heute Pause, weil er
zu diesem Buch nicht die passende Mimik auf Lager hat)
"Der Märchenerzähler" ist wahrlich harte Kost! Und bei mir klopfen leise die Gedanken an, ob die Geschichte, samt Schlusslösung, richtig jugendbuchgeeignet ist. Schon das Drumherum der Geschichte ist schlimm, die Hauptthematik will man nicht wahrhaben. Trotz allem ist die Geschichte einfach wunderschön und an Eindringlichkeit nicht zu übertreffen. Ich kann sie jedem empfehlen, der sie sich zutraut. Diese Buch vergisst man nie!

Und plötzlich wusste sie, was sie wollte. Ganz genau. Sie wollte zu ihm. Wenn sie heil aus diesem Schneesturm herauskäme, würde sie zu ihm gehen, fahren, sich wehen lassen, kriechen ... egal. - S. 341

© Damaris liest.

"Rette mich" (Engel der Nacht 3) von Becca Fitzpatrick - NEU ab März 2013 bei Page & Turner

Ohhh, was mussten meine müden Morgenäuglein da gerade erblicken?! Ab März 2013 erscheint bei Page & Turner der dritte Band der Engel der Nacht-Tetralogie "Rette mich" (engl. "Silence"). YESYES!!




(li) deutsche Ausgabe "Rette mich" (März 2013), (re) US-Version "Silence" (Oktober 2011)


Endlich ist hier ein Termin in Sicht. Von Band 1 "Engel der Nacht" war ich einfach nur fasziniert. Düster, kribbelig und humorvoll - einfach perfekt! Auch heute noch gehören Nora und Patch für mich zu DEN Romanpärchen (die Hauptschuld trägt hier eindeutig der gefallene Engel Patch!). Von Band 2 waren dann einige etwas weniger angetan. Ich nicht! Und so habe ich mir im Dezember 2012 aus NYC auch den englischen Band 3 "Silence" mitgebracht. Dieser Band durfte mittlerweile von meinem SuB ausziehen und ist jetzt das einzige Buch, welches in meinem Regal nur zur Deko stehen darf (schließlich gibt man ein New York Souvenir auch nicht so einfach weg). Lesen werde ich den dritten Band dann also im März auf Deutsch.
 
Einen deutschen Klappentext gibt es noch nicht, die englische Version kann man HIER nachlesen.
"Rette mich" wird ca. 480 Seiten umfassen und wahrscheinlich 16,99 € kosten. Nähere und noch folgende Infos findet ihr bei Random House auf der Buchinfo-Seite von Page & Turner.
 
 
Reiheninfo zur Engel der Nacht-Tetralogie:
 
 
Band 1 "Engel der Nacht", August 2010, engl. Hush, Hush
Band 2 "Bis das Feuer die Nacht erhellt", Nov. 2011, engl. Crescendo
Band 3 "Rette mich", März 2013, engl. Silence
Band 4 ??, engl. Finale, Oktober 2012
 

Sonntag, 18. November 2012

Rezension zu "Rot wie das Meer" von Maggie Stiefvater



Verlag: scipt5 (November 2012)
Originaltitel: The Scorpio Races
Übersetzer: Sandra Knuffinke u. Jessika Komina
Reihe: - , ab ca. 16 J.
Ausführung: Hardcover/SU, 432 S.
ISBN: 978-3839001479
18,95 € [D]

Genre: Urban-Fantasy

© Cover- und Zitatrechte: script5 Verlag


Das Thema
Im Meer, rund um die Insel Thisby, und nur dort, leben Wasserpferde - die Capaill Uisce. Es sind keine gewöhnlichen Pferde, sondern gefährliche Raubtiere. Jedes Jahr, kurz vor November, zieht es diese Wesen aus der See an Land, wobei es viele Unfälle gibt und schon mancher Inselbewohner getötet wurde. Es sind wilde Geschöpfe, kaum zu zähmen. Trotzdem habe die Menschen auf der Insel eine besondere Beziehung zu diesen ungewöhnlichen Pferden. Manche fangen sie ein, um sie für das große Scorpio-Rennen, das jedes Jahr im November stattfindet, zu trainieren. In den Trainingswochen und dem abschließenden Rennen sind der Strand und das Meer rot vom vielen Blut.
Sean und Puck sind Inselbewohner. Während Sean bei einem reichen Gestütsbesitzer als Rennpferde- und Wasserpferdetrainer angestellt ist, hat Puck ihre Eltern an die Capaill Uisce verloren. Beide wollen in diesem Jahr am Scorpio-Rennen teilnehmen. Sean, um die Chance zu bekommen, das Capall Uisce und Rennpferd Corr zu kaufen und selbstständig zu leben. Puck, um mit dem Preisgeld für ihre Brüder zu sorgen und das Haus zu retten. Dann lernen die beiden sich kennen und die Motivation das Rennen zu gewinnen wird kompliziert ...

Die Rezension

Der Anfang: Heute ist der erste November und das bedeutet, heute wird jemand sterben.

Maggie Stiefvater hat eine grandiose Begabung. Sie schreibt Fantasybücher, bei denen man nicht das Gefühl hat eine Fantasygeschichte zu lesen. In der Urban-Fantasy ist es normal eine reale Welt als Grundschauplatz zu nehmen und dieser eine paranormale Spezies zuzuordnen, meist in Form eines übernatürlichen Jungen oder Mädchen. Maggie Stiefvater kreierte hier einen erfundenen Schauplatz, die Insel Thisby, und kombinierte diesen mit ihren eigenen Ideen der irisch-schottischen Legende der mythischen Wasserpferde. Heraus kam "Rot wie das Meer", eine sehr real anmutende Geschichte über die Gefühle und Sorgen zweier Inselbewohner und den Capaill Uisce, Wasserpferden die so gefährlich sind, dass sie genauso gut Haie sein könnten.

Sean ist jedem Inselbewohner gut bekannt. Erstens hat er das Scorpio-Rennen schon viermal gewonnen, gilt hier also als Favorit, zweitens kann er so gut mit Pferden und Wasserpferden umgehen, dass er als Pferdeflüsterer zu jedem Problem gerufen wird. Er ist ein sehr sensibler, ruhiger Typ, mit dem viele Leute nicht so recht warm werden.
Puck wirkt nach außen hin sehr frech, zynisch und hart. Diese Schutzmechanismen hat sie sich nach dem Tod ihrer Eltern zugelegt, seitdem sind sie und ihre zwei Brüder auf sich alleine gestellt. Vor Wasserpferden hat sie große Angst, da diese für den Tod ihrer Eltern verantwortlich sind.
Beiden Hauptcharakteren nimmt man ihrer Stimmungen, Ängste und Sorgen sofort ab. Der Leser wird ab Buchbeginn mitten in der Welt von Sean und Puck abgesetzt und fühlt mit ihnen, als würde er ihren kompletten Lebenslauf kennen. Beide sind nicht einfach, aber ihre Charaktereigenschaften plausibel und echt, im Gesamtbild sehr gefühlvoll. Die wechselnde Ich-Erzählform aus der Sicht von Sean und Puck halten das Interesse an beiden Personen konstant hoch.

"Und was hält dich hier?"
"Der Himmel und der Sand und die See und Corr."
- S. 228

Das Buch ist ungewöhnlich. Die Personen sind speziell und das Thema sowieso. Auch eine in die Handlung eingeflochtene, zarte Lovestory ist auf ihre Weise nicht mehr alltäglich in Büchern. Sehr beeindruckend ist auch die Umsetzung der Charaktereigenschaften der Capaill Uisce (sprich KAPpl ISCHke), die sich von normalen Pferden nur durch ihre hohe Aggressivität und minimale äußerliche Veränderungen unterscheiden. Man merkt hier, dass die Autorin etwas von Pferden allgemein versteht. Jedes Aufstampfen mit dem Huf, Zucken der Ohren oder Neigung des Kopfes sind "wie in echt". Pferdebesitzer und -freunde werden das sofort erkennen und honorieren. Im Grunde ist "Rot wie das Meer" ein Pferdebuch, das sich liest wie ein außergewöhnlicher Belletristikroman. Leser, die selbst etwas von Pferden verstehen, werden sich mit dem Roman aber besonders wohl fühlen.

Dieser Einzelband kombiniert einen rauen, wunderschönen Schauplatz mit gefühlvollen Haupt- und Nebenprotagonisten und ungewöhnlich-faszinierenden Pferdewesen. Das Ende ist hier gar nicht so vorhersehbar. Das Scorpio-Rennen ist gefährlich und Opfer sind zu erwarten. Es kann durchaus sein, dass man am Schluss einen kleinen (oder größeren) Klos im Hals hat - er passt aber ausgezeichnet!

Das persönliche Fazit
Über meine Meinung zu Maggie Stiefvaters hoher Schreibkunst und die perfekte Übersetzung müssen wir hier nicht diskutieren. Ob gefühlvolle Charakterzeichnung, eindrucksvolle Umgebungsbeschreibung oder gekonnt eingesetzte Wortwiederholungen - alles so wie ich es mag! Und auch, wenn die Geschichte sehr "anders" ist, hat sie komplett (m)einen Nerv getroffen. Angefangen bei den Wasserpferden bis hin zur ausdrucksvollen Gesamtstimmung, ich hatte oft Gänsehaut. Jeder verlangt doch immer nach ungewöhnlichen und neuartigen Büchern - mit "Rot wie das Meer" wird man genau damit bedient. 5 Sterne!
Handlung: 4,5 / 5
Charaktere: 4 / 5
Lesespaß: 5 / 5
Preis/Leistung: 5 / 5

© Damaris Metzger, damarisliest.de


Mittwoch, 14. November 2012

Eine Begegnung der besonderen Art - Marie Lu im Interview (FBM 2012, deutsche Übersetzung)

© Paul Gregory
Frankfurter Buchmesse 2012 - ein Ort für Bücher, viele Menschen und Begegnungen.

Eine nette Begegnung der besonderen Art hatten Anka von Ankas Geblubber und ich, tief im Inneren des wunderschönen Messestands des Loewe Verlags. Um den Wortwitz noch mal aufzugreifen, eine LEGENDÄRE Begegnung mit der Debütautorin Marie Lu. Marie - das schreibt man nicht nur so wie unsere deutsche Version, man spricht es auch so aus (mit einem englischen "r").

Die sympathische "Legend"-Autorin stand uns Rede und Antwort, sehr lustig, sehr souverän und sehr ernsthaft. Eine tiny little Autorin ganz groß! ("Klein" ist hier natürlich nur in Bezug auf die Körpergröße zu sehen.)
 
 
Anka & Damaris
 
 
D+A: Hi Marie! Danke, dass du uns für ein Interview zur Verfügung stehst. Wir sind uns sicher, dass dich in Deutschland jeder Leser von Büchern für junge Erwachsene kennt. Würdest du dich bitte trotzdem kurz vorstellen?
 
Marie: Na klar! Mein Name ist Marie Lu und ich bin die Autorin von "Legend. Fallender Himmel", dem ersten Band einer dystopischen Trilogie für junge Erwachsene. Dies ist mein Debütroman, ich habe aber schon vorher viele Geschichten geschrieben, die aber nie veröffentlicht wurden.
 
 
D+A: Bei Facebook hast du deine Fans nach ihren Lieblingscharakteren in "Legend" gefragt. Welcher ist denn deiner? (Und bitte keine Spoiler, Marie ;-))
 
Marie: Das ist so schwierig! All meine Figuren sind wie meine Kinder, ich liebe sie alle! Aber Day liegt mir besonders am Herzen, da sein Charakter schon seit der Schulzeit in meinem Kopf herumspukt. Ich habe nach der passenden Geschichte für ihn gesucht und sie nun mit "Legend" gefunden. Da er eben schon so lang in meinen Gedanken ist und es sich schon so anfühlt, als wäre er ein alter Freund, liegt er mir sehr am Herzen.
 
Außerdem habe ich Kaede sehr gern, das Mädchen, auf das June in den Straßenkämpfen trifft. Es hat mir sehr viel Spaß gemacht, sie zu schreiben, deshalb wird sie auch im zweiten Band wieder mit dabei sein.
 
 
D+A: Wie bist du auf die Namen für Day und June gekommen? Beide sind nicht gerade gewöhnlich. Wolltest du mit der Wahl ihrer Namen etwas ausdrücken?
 
Marie: Ja, mit Day schon. Sein richtiger Name ist Daniel, aber auf der Straße nennt er sich Day. Ich dachte, das würde seine positive Lebenseinstellung und seinen Glaube daran, dass nichts unmöglich ist, zum Ausdruck bringen. Außerdem spiegelt es ein bisschen seine Philosophie wieder, der Sonne niemals den Rücken zuzukehren und jeden Tag als neue 24-Stunden-Chance zu sehen. Im Zusammenhang mit dem Buch meine ich, dass er, in einer auf Lügen basierenden Welt, stets auf der Suche nach der Wahrheit und dem richtigen Weg ist. Dies sind in etwa die Gedanken, die ich mir bei seiner Namensfindung gemacht habe.
 
Und bei June dachte ich mir immer, dass ihre Charaktereigenschaften zu den typischen Eigenschaften des Sternzeichens Zwillings zählen. So habe ich sie mit dem Monat Juni in Verbindung gebracht, wobei ihr Geburtstag ironischerweise in den Juli fällt, da ich ihr meinen Geburtstag geben wollte.
 
 
D+A: Du hast "Legend" abwechselnd aus der Sicht von Day und June geschrieben. Hattest du es von Anfang an so geplant und welcher der beiden Charaktere hat dir beim Schreiben mehr Kopfzerbrechen bereitet?
 
Marie: Ja, ich habe mich auf jeden Fall bewusst dazu entschieden, abwechselnd aus beiden Perspektiven zu schreiben. Als ich zu Highschool-Zeiten geschrieben habe, erfand ich eine Fantasy Geschichte, in der Day ebenfalls eine Rolle spielte. Diese Geschichte war in derselben Art geschrieben, spielte jedoch in einer anderen Welt und handelte von anderen Charakteren. Also habe ich Days Geschichte schon immer aus dieser Perspektive gesehen, mit zwei abwechselnden Betrachtungswinkeln. Ich fühle mich wohler, wenn ich in der ersten Person Singular (Ich-Perspektive) schreibe, da es für mich auf diese Art und Weise einfacher ist, mich in die Figuren hineinzudenken und ihre Gefühle auszudrücken. Außerdem wollte ich die gegensätzlichen Seiten der Gesellschaft darstellen. Also dachte ich, es wäre interessant, beide Figuren aus der Ich-Perspektive erzählen zu lassen.
 
June war für mich definitiv viel schwieriger zu schreiben. Sie ist kein einfacher Charakter. Dagegen hatte ich es mit Day viel leichter, weil ich es schon so lange gewöhnt war, ihn in meinem Kopf zu haben (wahrscheinlich klingt das jetzt sehr verrückt *lacht*). June ist überhaupt nicht wie ich. Sie ist wahrscheinlich der einzige Charakter in "Legend" der mit mir absolut nichts gemeinsam hat. So war es für mich manchmal schwierig, mich in sie hineinzuversetzen und in dieser logischen, politischen Form zu denken. So bin ich einfach nicht. June ist zum Beispiel sehr praktisch und athletisch – ich nicht! Wenn ein Charakter sich so sehr von mir unterscheidet muss ich manchmal innehalten und mich dann sehr anstrengen, um ein paar Sätze zu schreiben, die zu June passen. June hat viel mehr Schreibzeit benötigt.
 
 
D+A: Warum hast du dich bei deinen Protagonisten für ein so junges Alter entschieden? Day und June sind mit ihren 15 Jahren sehr jung, meinst du nicht? Trotzdem scheinen sie sehr reif zu sein.
 
Marie: Ich weiß. In den meisten Young-Adult Büchern sind die Protagonisten um die 17, 18 Jahre alt. Ich wollte Day und June ein bisschen jünger machen, um zu zeigen, dass beide Wunderkinder sind. Beide sind etwas ungewöhnlich, also habe ich sie jünger werden lassen. Außerdem bin ich der Meinung, dass Kinder in der Welt von "Legend" viel schneller erwachsen werden. Ihre Welt ist so dunkel, besonders Days, da er auf der Straße lebt. Ich denke, die Jugendlichen, mit denen er sich umgibt, sind bereits mit 12 oder 13 sehr reif. Er lebt seit Jahren auf der Straße und ist deshalb sehr schnell erwachsen geworden. Deshalb wirkt er sicherlich viel reifer, als andere Jungs mit 15 Jahren.
 
Und June, …, nun, weil ihre Denkweise für eine 15-jährige schon sehr außergewöhnlich ist, verhält sie sich auch nicht ganz wie eine typische Protagonistin in diesem Alter. Außerdem kommt noch hinzu, dass sie keine Eltern mehr hat. Sie ist nur mit ihrem Bruder als Beschützer aufgewachsen, und das hat ihr Verhalten sicherlich auch sehr beeinflusst.
 
 
D+A: In vielen Szenen deines Buches können wir Menschen dabei beobachten, wie sie zu gefühls- und emotionslosen Bestien mutieren. Sie führen Befehle aus, ohne an deren Bedeutung oder Konsequenzen zu denken. Siehst du Ähnlichkeiten zur heutigen Weltsituation? Und wie war es für dich, diese Szenen über Mord und Folter zu schreiben?
 
Marie: Es kann schon ein bisschen beunruhigend sein, solche Szenen zu schreiben und die Denkweise eines Soldaten anzunehmen, der wirklich, wirklich daran glaubt, dass Gehorsam das einzige Ziel dessen ist, was er tut. Ich habe mich ein bisschen von meiner Kindheit in China inspirieren lassen. Im Jahre 1989, als ich gerade fünf Jahre alt war, lebte ich in Beijing nur ein paar Straßen vom Tian’anmen Square entfernt (weitere Infos zum Tian'anmen Massaker 1989 HIER). Ich erinnere mich, dass wir am selben Tag, als die Schießereien stattfanden, noch draußen auf dem Platz waren. Für mich war es faszinierend, diese geschichtlichen Ereignisse mit meinen Gedanken zu "Legend" in Verbindung zu bringen. Ich habe versucht, mich in solch einen Soldaten hineinzuversetzen und mir dann vorgestellt, was er wohl dabei denken und fühlen würde, wenn ihm die Regierung aufträgt, das Feuer auf unbewaffnete Menschen zu eröffnen. Wie würde er reagieren? Im Grunde dachte ich mir, man muss nur seinen menschlichen Verstand ausschalten und zu einer Maschine werden. So habe ich es getan, als ich über einige Charaktere in meinem Buch geschrieben habe.
Eine weitere Inspirationsquelle war für mich das Nordkorea-Regime, über das ich mich während meinen Recherchearbeiten informiert habe.
 
 
D+A: In der Geschichte von "Legend" spielt Gewalt eine offensichtliche Rolle. Dies ist immer ein wichtiger Punkt in der Diskussion über ein Buch im Young Adult Bereich, insbesondere nach Büchern wie "Die Tribute von Panem", "Die Bestimmung", oder auch "Ashes: Brennendes Herz" und dessen Fortsetzung "Ashes: Tödliche Schatten". Wie stehst du zu diesem Thema? Dürfen wir von Lesern dieses Genres erwarten, dass sie mit den Beschreibungen von Gewaltszenen in Büchern umgehen können?
 
Marie: Wenn die Gewalt nicht verherrlicht, sondern als wichtiger Punkt in der Story angesehen wird, dann ja. Ich bin der Meinung, dass junge Leser in der Lage sind und in der Lage sein sollten, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen, wenn Gewalt das wahre Gesicht eines Menschen zum Vorschein bringt und wichtig zum Verständnis des steinigen Weges der Protagonisten ist. Außerdem leben schließlich eine ganze Menge Jugendliche in einer dunklen Welt. Ich bin mir sicher, dass einige von ihnen bereits ihre eigenen Erfahrungen mit dem Thema Gewalt machen mussten. Ich denke nicht, dass es wirklich hilfreich ist, vieles zu beschönigen.
Trotzdem bin ich der Meinung, dass verherrlichte Gewalt oder Gewalt als Mittel zur Unterhaltung in Büchern falsch ist. Genau das hat mir bei den "Tributen von Panem" so gut gefallen. Suzanne Collins hat Gewalt in ihren Büchern eingesetzt, um ein Zeichen zu setzen. Um zu zeigen, dass Gewalt als Unterhaltung sehr verdorben sein kann. Junge Leser werden damit umgehen können, wenn es einen Grund für die dargestellte Gewalt gibt.
 
 
D+A: Wenn du die Möglichkeit hättest, einen deiner Charaktere im richtigen Leben zu treffen, für wen würdest du dich entscheiden und was würdet ihr zusammen unternehmen?
 
Marie: Ich würde ..., hm, also, die Charaktere, die ich gern treffen würde, würden mich sicherlich nicht sehen wollen, da sie bestimmt sauer auf mich sind, weil ich ihnen so viel angetan habe *lacht*. Aber ..., ich würde gerne Day treffen. Er war schon so lange in meinem Kopf, ich würde mich gerne mit ihm zusammensetzen, ihm Fragen stellen und einfach sehen, wie er denkt. Aber wenn es darum geht einen schönen Tag miteinander zu verbringen, dann würde ich mich für Tess entscheiden. Sie scheint ein süßes, nettes Mädchen zu sein. Ich würde gern auf sie aufpassen, mich um sie kümmern, ihr Spielzeug schenken, …
 
 
D+A: Die deutsche Übersetzung von "Legend. Fallender Himmel" ist perfekt! Wir sind der Meinung, dass die Übersetzerinnen S. Knuffinke und J. Komina zu den Besten in Deutschland zählen. Machst du dir manchmal Gedanken über die Übersetzungen deines Buches und die Frage, ob die Übersetzung eventuell das Gefühl, das du übermitteln möchtest, abschwächt und nicht so wiedergeben kann, wie du es in deiner Sprache getan hast?
 
Marie: Darüber habe ich mir bisher noch gar keine Gedanken gemacht. Ich habe immer großes Vertrauen in die Übersetzer und mir ist zu Ohren gekommen, dass die Übersetzung von "Legend" unglaublich gut geworden ist. Ich bin sehr froh, das zu hören. Ich selbst habe auch schon einige Bücher gelesen, die von der Originalsprache ins Englische übersetzt wurden und ich fand sie immer recht gut. Deshalb mache ich mir keine Sorgen, meine Verleger sind wunderbar und ich habe tolle Rückmeldungen von meinen Lesern in Europa bekommen. Ein kleines bisschen Angst ist immer da, vermute ich. Angst davor, dass kleine Aussagen vielleicht nicht ganz so rübergebracht werden, wie ich es mir vorgestellt hatte, aber ich vertraue meinen Verlegern sehr und bin überzeugt davon, dass sie alle einen guten Job machen!
 
 
D+A: Bist du selbstkritisch? Hast du dir schon mal gewünscht, im Nachhinein noch dieses oder jedes an deinem bereits veröffentlichten Buch ändern zu können?
 
Marie: Ja! Ich bin ständig am Überarbeiten, und mein Lektor in Amerika muss mir fast schon das Buch aus dem Kopf reißen, weil ich immer noch einen kleinen Satz ändern oder ein besseres Wort einfügen möchte. Mein Lektor sagt dann immer "Nein! Wir Müssen jetzt fertig sein!" Also, ja! Ich meine, ich habe "Legend" nach der Veröffentlichung noch mal gelesen und es gibt definitiv Absätze, die ich gern ändern würde. Am liebsten würde ich meine Texte ständig überarbeiten und meistens muss ich mich dann dazu zwingen, aufzuhören.
 
 
D+A: Der zweite Band der Legend-Trilogie "Prodigy" erscheint in den USA im Januar oder Februar 2013, oder? Hast du bereits begonnen, den dritten Teil zu schreiben? Und gibt es schon einen Namen für das Trilogiefinale? (Du musst ihn uns nicht verraten, wenn er noch streng geheim ist.)
 
Marie: "Prodigy" erscheint am 24. Januar 2013. Meine Verleger haben einige Titelvorschläge für Band 3 gesammelt, aber eine definitive Entscheidung wurde noch nicht getroffen. Ich bin mit dem ersten Entwurf des dritten Bandes fertig, und wir sind nun in der ersten Phase der Überarbeitung. Also befindet sich das Skript bisher noch in einem recht groben Zustand. Hoffentlich wird es niemand zu sehen bekommen!
 
 
D+A: Weißt du schon, wie es nach "Legend" bei dir weiter geht? Schmiedest du schon neue Pläne, oder hält dich die Legend-Welt noch ein Stück weit gefangen?
 
Marie: Ich habe ich begonnen, an ein paar neuen Ideen zu basteln, nachdem ich mit "Legend" fertig sein werde. Wann immer ich also ein bisschen Abstand von Legend Band 3 brauchte, habe ich angefangen, an etwas anderem zu arbeiten. Ich glaube, ich kehre zurück zur Fantasy, da ich das Genre seit meiner Kindheit liebe. Also wird meine nächste Geschichte wohl in einer High-Fantasy Welt spielen.
 
 
Leserfragen
 
 
Nanni: In der Autorenbeschreibung vom Loewe Verlag habe ich gelesen, dass du gerne fröhliche Menschen magst. Wie kommt es dann dazu, dass du so etwas Düsteres wie eine Dystopie geschrieben hast? Und kannst du dir nach Abschluss der Legend Bücher vorstellen in ein ganz anderes Genre (z.B. Chick-Lit, das ist ja eher fröhlich) zu wechseln?
 
Marie: Das stimmt. Ich mag fröhliche Menschen sehr. Wenn es aber ums Schreiben geht, habe ich schon immer die düsteren Geschichten und Charaktere bevorzugt, keine Ahnung warum. Für mich ist es einfach sehr interessant, über Konflikte und Probleme zu schreiben. Außerdem lese ich selbst sehr viele Dystopien. Es ist nicht so, dass ich diese düstere Stimmung wirklich mag, aber mich fasziniert es, düstere Orte zu erkunden. Speziell auf "Legend" bezogen war es besonders interessant, denn viele Elemente stammen aus der Realität. So haben mich meine Vergangenheit in China und das Regime in Nordkorea beim Schreiben sehr beeinflusst. Es kommt drauf an, wo auf der Welt du lebst. Etwas, das für uns seltsam und abgedreht erscheint, kann für andere Menschen zum Alltag gehören.
 
 
Emma: Hast du schon mal von deinen eigenen Figuren geträumt?
 
Marie: Das ist lustig. Ich glaube, ich habe bisher noch nicht von meinen Figuren geträumt, obwohl ich das manchmal gern würde. Viele Autoren entwickeln aus ihren Träumen großartige Ideen. Also habe ich mich angestrengt und wirklich versucht, von meinen Figuren zu träumen, aber es hat leider nie geklappt. Das ist eigentlich ziemlich merkwürdig.
 
 
Diana: Wenn du in solch einer veränderten Welt wie in "Legend" leben würdest, wie wäre das wohl für dich? Wärst du eher die Kämpferin oder würdest du dich unterdrücken lassen?
 
Marie: Obwohl ich mich überhaupt nicht mit June identifizieren kann und wir komplett verschieden sind, muss ich sagen, dass es wohl leichter und bequemer wäre, auf der Seite der Republik zu stehen, sonst müsste ich ja auf der Straße leben. Ich vermute, dass ich es vorziehen würde, in Junes Welt zu leben, jedoch als Spionin der Rebellen, vielleicht so ähnlich wie Junes Bruder. Wobei, … er musste sterben … Nicht wirklich die beste Möglichkeit, aber dennoch besser, als auf der Straße zu leben.
 
 
Reni: Was denkst du über die Buchverfilmung zu "Legend"? Hast du dabei überhaupt ein kleines Wörtchen mitzureden? Und wie fühlt es sich an, zu wissen, dass die eigens erschaffene Welt + Charaktere bald auf der großen Kinoleinwand zu sehen sind? Ist das nur ein pures Glücksgefühl oder gibt es da auch kleine Zweifel?
 
Marie: Es ist sehr spannend! Natürlich ist die Vorstellung, dass andere Leute die Geschichte aus meinem Kopf nehmen und ein öffentliches Format daraus machen, ein bisschen nervenaufreibend. Für mich ist es eine große Ehre und unglaublich aufregend. Vor kurzem ist das Drehbuch für den Film fertig geworden. Ich hatte die Chance, es mir kurz anzuschauen und ich finde es richtig gut. Ich wurde ständig auf dem Laufenden gehalten und nach Details aus der Legend-Welt gefragt, sodass meine Figuren möglichst authentisch rüberkommen.
 
 
Robert: Würdest du für die Verfilmung von "Legend" eine unabhängigere oder eine "Big-Budget"-Produktion bevorzugen?
 
Marie: Ich denke, dass ich die Möglichkeit bevorzugen würde, die am besten zu dem Film passt. Was auch immer die Filmemacher für richtig halten, es wird das Beste für den finalen Film sein.
 
 
Josi: Wenn du die Schauspieler für deine Hauptcharaktere Day & June wählen könntest, wen würdest du dann gerne in diesen Rollen sehen? Hast du darüber schon nachgedacht?
 
Marie: Ich habe eine Weile darüber nachgedacht und es ist ziemlich schwierig für mich die passende Besetzung für Day zu finden, da er halb asiatisch, halb russisch ist, ein ungewöhnlicher Mix für die meisten Schauspieler. Wenn ich jemanden auswählen müsste, würde ich mich für den jungen Leonardo DiCaprio (in seiner Romeo und Julia-Zeit) entscheiden. Jetzt ist er natürlich zu alt, um Day zu spielen. Damals hatte er aber diesen östlich-europäischen Look.
Und für June schwebt mir jemand wie Hailee Steinfeld vor. Vielleicht nicht direkt sie, aber ihr Aussehen kommt Junes sehr nahe.
 
 
Kerstin: Wo und wann würdest du am liebsten schreiben? Stell dir vor, du hast eine Zeitmaschine und kannst dort anhalten, wo du willst.
 
Marie: Ich liebe es, morgens zu schreiben. Ich bin ein absoluter Morgenmensch, deshalb versuche ich, mein gesamtes Schreibpensum vor 13:00 Uhr zu erledigen. Ich liebe es zu schreiben, wenn es draußen regnet. Also würde ich am liebsten in einem total gemütlichen Café oder einem Balkon sitzen und schreiben, irgendwo, wo es leicht regnet. Ja, das wäre die perfekte Schreibatmosphäre für mich.
 
 
Beende die folgenden Sätze
 
 
"Legend" ist ein Science-Fiction Thriller mit Wunderkindern.
 
 
Das Schöne an meinem Job als Autor ist … zuhause im Schlafanzug zu schreiben.
 
 
Mein perfekter Tag beginnt mit Süßigkeiten … geht weiter mit etwas Leckerem zum Mittagessen … und endet mit Schokolade.
 
 
Ich wusste, dass ich Autorin werden wollte, als ich noch in der Schule war und einen Zeitungsartikel über ein15-jähriges Mädchen gelesen habe, das ein Buch veröffentlich hat. Da wusste ich es!
 
 
Ein besonderes Erlebnis in meinem Leben als Autorin all meine Leser kennen zu lernen! Es ist immer wieder überwältigend, meine Leser in Person vor mir zu sehen. In solchen Momenten überkommt es mich dann immer wieder. Diese Menschen haben MEIN Buch gelesen! Das ist so aufregend!
 
 
Mein nächstes Projekt ist eine High-Fantasy Geschichte, die in das Italien der Renaissance zurückkehrt, bzw. dort spielt.
 
 
Meine Buchempfehlung "Code Name Verity" von Elisabeth Wein, ist super! Das ist das Buch, das ich zuletzt gelesen habe. Es ist absolut genial!
 
 
 
Damaris - Marie Lu - Anka, © Anka
 
 
Ankas deutsche Interview-Veröffentlichung könnt ihr HIER finden. Alle, die das Interview gerne im Original, auf Englisch, lesen möchten können hier unsere erste Veröffentlichung anschauen.
 
 
Marie Lu
Marie Lu wurde 1984 in Shanghai geboren und lebte für einige Zeit in Texas, bevor sie an der University of South California studierte. Das kalifornische Wetter hat sie überzeugt dortzubleiben und nun wohnt Marie Lu mit ihrem Freund und drei Hunden in Pasadena, einem Vorort von Los Angeles. Vor ihrem Erfolg als Autorin arbeitete sie als künstlerische Leiterin bei einem Unternehmen, das Videospiele produziert. Marie Lu mag Cupcakes, fröhliche Menschen, Kampfjets, Regen und natürlich Bücher.
 
Hier geht es zur englischsprachigen Website von Marie Lu, und meine Rezension zu Marie Lus Debüt "Legend: Fallender Himmel" gibt es HIER.
 
 
 
 
© Kurzbiografie, Cover und Autorenfoto - Loewe Verlag