Sonntag, 6. März 2011

Rezension zu "Red Riding Hood" - Unter dem Wolfsmond von Sarah Blakley-Cartwright



Verlag: cbt (Februar 2011)
Seiten: 296
Buchreihe: nein
Ausführung: broschiert
Bestellung: Amazon 12,99 €

Genre: Märchen/Fantasy


Kurzbeschreibung:
Was, wenn der Werwolf, der dein Dorf in Angst und Schrecken versetzt, kommt und deine Schwester holt?
Was, wenn er das nur wegen dir tut?
Was, wenn er dich liebt?

Zehn Jahre ist es her, dass Valeries Kindheitsfreund Peter verschwand und Valerie beim nächsten Vollmond einem Werwolf gegenüberstand – und von diesem verschont wurde. Nun ist Peter wieder da, und als sie ihn wiedersieht, packt die jetzt siebzehnjährige Valerie dieselbe wilde Leidenschaft wie dereinst. Zwar ist sie dem wohlhabenden Henry Lazar versprochen, aber Valerie würde alles dafür tun, um Peter nicht wieder zu verlieren. Doch dann wird am Tag nach Vollmond der leblose Körper eines jungen Mädchens gefunden. Kratzspuren und Bisse sprechen eine eindeutige Sprache: Der Werwolf ist zurück, und er hat sich ausgerechnet Valeries Schwester Lucie geholt. Alles deutet darauf hin, dass der Wolf allein wegen Valerie gekommen ist und nicht ruhen wird, bis er auch sie in seiner Gewalt hat…

Meine Bewertung:

Der erste Satz: Von der schwindelnden Höhe des Baumes aus konnte das kleine Mädchen alles sehen.

Was habe ich mich auf dieses Buch gefreut! Eine neue, düstere Adaption von Rotkäppchen, einfach super! Durch den super Trailer zum neuen Film "Red Riding Hood", von Regisseurin Catherine Hardwicke, habe ich mich bei Amazon auf die Suche nach einem gleichnamigen Buch gemacht und wurde fündig. Das Buch wurde gleich vorbestellt und war pünktlich zum Erscheinungstermin bei mir zu Hause.

Meine Erwartung war, wie schon bei den Biss Büchern, dass der Film auf dem Buch basiert. Aus dem Vorwort der Regisseurin geht aber hervor, dass das Buch eine Romanausführung des Drehbuches darstellt. So ungefähr (jetzt von mir etwas überspitzt): Beim drehen dachten sie sich, dass es doch toll wäre, ein Buch zum Film rauszubringen. Da hat die liebe Catherine mal schnell ihre Freundin Sarah angerufen, die zufällig auch einen Abschluss in Kreativem Schreiben hat. Die hat sich gleich mit Feuereifer ans Werk gemacht und aus dem Drehbuch einen Roman gefertigt. Ob ihr das gelungen ist???

Ich sag mal so: JEIN. So ganz vorurteilfrei konnte ich Red Riding Hood nun nicht mehr betrachten. Das Buch ist okay, keine Frage. Es ist spannend, hat keine Leselängen, ist einfach geschrieben, mit einer guten Portion Liebe und Romantik. Und doch ... Ich habe für dieses 296 seitige Buch relativ lange gebraucht, bis ich es zu Ende gelesen hatte.

Die Autorin versucht mit einer bildhaften Schreibweise, den Leser alles miterleben zu lassen: "Sie erreichten das Ufer, wo der Boden unter dem Schnee so weich war, dass sie das Gefühl hatten, auf Asche zu laufen". Oder "Das Stück Metall, das er (beim schmieden) herauszog, glühte weiß wie ein heruntergefallenes Stück Mond". Solche Umschreibungen mag ich persönlich sehr, da sie mir ein Gefühl dessen vermitteln, was die Person im Roman gerade fühlt.
Trotzdem hatte ich, vor allem am Anfang des Romans, teilweise das Gefühl ein Drehbuch zu lesen. Das lag daran, das die Autorin oft innerhalb eines Absatzes zwischen den Personen hin- und herspringt. Meist beschreibt sie was die Hauptperson Valerie gerade erlebt, doch dann schwenkt die Sichtweise zu einer anderen (manchmal auch unwichtigen) Person, die z.B. Valerie beobachtet. Dieser Stil macht es einem schwer, einen Lesefluss zu finden.
Nach der Hälfte des Buches ist mir das Ganze nicht mehr so aufgefallen, wahrscheinlich hatte ich mich da bereits daran gewöhnt.

Was man als potenzieller Leser noch wissen sollte ist, dass das Buch offen endet! Da der Film wohl ein Geheimnis enthält, welches nicht vor Erscheinungstermin bekannt werden soll, ist das letzte Kapitel nicht im Buch enthalten und der Leser wird mit einem Cliffhanger zurückgelassen. Nach US-Kinostart kann man das letzte Kapitel auf http://www.redridinghoodbook.com/ auf englisch lesen. Laut Recherche im Internet, ist sich der deutsche Verlag noch nicht sicher, ob er das letzte Kapitel auch auf deutsch veröffentlicht. Alle Leser, die der englischen Sprache also nicht ausreichend mächtig sind, könnten in die Röhre schauen. Im deutschen Buch ist am Ende noch nicht einmal ein Verweis auf diese englische Homepage. Ich war doch sehr am Stirnrunzeln. So nicht!

Ob ich es nochmals lesen würde kann ich nicht mit Sicherheit sagen. Dafür freue ich mich umso mehr auf den Film, der bei uns im April 2011 in die Kinos kommt. Den super Trailer dazu findet ihr gleich im Anschluss.

Fazit:
Das Buch ist okay, mehr nicht. Für zwischendurch sicher relativ kurzweilig und spannend zu lesen. 3 Sterne!


© Damaris Metzger, damarisliest.de



Kommentare:

  1. Hm, schade, nun bin ich mir doch nicht mehr ganz so sicher, ob ich es lesen sollte. :/
    Aber die Zitate waren auf jeden Fall sehr schön.
    Schade nur, dass sie erst den Film gedreht und dann das Buch dazu geschrieben haben. Das wirkt ein bisschen abschreckend auf mich.
    Aber eine wirklich gelungene Rezi ^^

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  2. Genau! Als ich im Vorwort gelesen habe, dass das Buch nach dem Film geschrieben wurde, war ich schon abgeschreckt. Hoffe, ich hab dir das Lesen jetzt nicht madig gemacht :-) Viele sind auch sehr begeistert.
    Danke für das Rezi-Kompliment *küsschen*, hab noch einen Nachtrag bzgl. dem offenen Ende zugefügt. Nicht schön :-(

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  3. Oh, na das haben sie ja ausgeklügelt gemacht. Damit wollen die Filmemacher sicherlich erreichen, dass alle voller Spannung ins Kino rennen und sich das Ergebnis selbst anschauen. Trotzdem finde ich das wirklich unangebracht und dann auch noch die deutschen Leser so im Dunkeln zu lassen ist ebenfalls fies.

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  4. Ich fand das Buch klasse. Wenn man es schafft, dieses "Die haben das Buch nur aus Marketing-Gründen geschrieben, um mehr Werbung für den Film zu machen"-Gefühl während des Lesens aus dem Kopf zu kriegen (Zugegeben, das ist echt schwierig!) kann man sich komplett in die Geschichte reinfühlen. Das mit dem letzten Kapitel ist natürlich absoluter Mist, aber das momentane Ende mag ich trotzdem, obwohl ich es so offen eigentlich nicht gerne hab. Es gibt so viele Anspielungen und Hinweise während des Lesens, die einem beim ersten Mal gar nicht auffallen. Mir hat das Rätseln, wer sich hinter dem Werwolf versteckt, richtig Spaß gemacht. Ich für meinen Teil habe meine Lösung, und ich weiß noch nicht, ob ich die Auflösung lesen werde. Manchmal ist es ganz schön, sich sein eigenes Ende zu erschaffen :)

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  5. Hmmm, also ich fand's ja nicht schlecht und gerätselt hab ich auch gerne *grins*. Kann es trotz Spannung und guter Story für mich aber nur in die mittlere Bewertungskategorie einordnen. Dafür bin ich dann eine der Ersten, die in's Kino geht :-) *freu*

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  6. Hey danke für's Kompliment :) Deine Rezi is auch echt gelungen ;) Das mit dem weggelassenen Kapitel find ich voll die Frechheit. Ich will doch jetzt wissen, wer der Wolf ist und nicht in einem oder zwei Monaten :/
    Grüßle Caro
    Ps:Blog wird auch gleich mal abonniert :D

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  7. @Caro, genau! Ich will es auch JETZT wissen *mitdemfussaufstampf*. Naja, im Kino erfahren wir es dann ja :-) oder im englischen Schlusskapitel. Bei der Bewertung waren wir ja genau einer Meinung *grins*. Danke für's abonnieren, jeder neue Leser zaubert mir ein Lächeln in's Gesicht :-)

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