Donnerstag, 21. Juli 2016

Ich lese aktuell ... mein Arena-Lesestoff für Juli 2016

Leselisten mag ich ziemlich gerne, habe aber schon lange Zeit keine mehr aktiv geplant. Manchmal plane ich aber auch einfach für mich die nächsten ein, zwei Bücher, die ich lesen möchte. Rein zufällig habe ich zu drei Büchern aus dem Arena Verlag gegriffen. Alle drei sind aus völlig unterschiedlichen Genres, sie teilen sich einzig diverse Grüntöne bei der optischen Gestaltung.



Ich lese aktuell ist nicht ganz korrekt. Eigentlich muss es heißen: Ich las, lese und werde lesen. Denn das nagelneue Evolution: Die Stadt der Überlebenden von Thomas Thiemeyer habe ich gestern beendet. Man kann das Buch ruhig der Science Fiction zuordnen. Hier geht es aber nicht um die grenzenlosen Weiten des Alls, sondern um ein zukünftiges Leben auf einer verlassenen Erde. Einiges verrät auch schon der Buchtitel. Die Cover-Gestaltung ist der Wahnsinn, die Geschichte ein absoluter Pageturner. Band 2 und 3 erscheinen im Halbjahresabstand.
Aktuell lese ich Woodwalkers: Carags Verwandlung. Das Buch ist der Start einer neuen Kinderbuch-Trilogie von Katja Brandis und ist Urban Fantasy ab etwa zehn Jahren (meines Empfindens kann man die Altersempfehlung etwas anheben). Der 13-jährige Carag ist als Berglöwe aufgewachsen, kann sich aber als Mensch verwandeln. Er entscheidet sich gegen ein Leben bei seiner Pumafamilie, weil er unter Menschen leben möchte. Doch sein neues Leben ist voller Gefahren.
Als letztes Buch diese Arena-Schmökerrunde werde ich Die Rache der Insel von Manuela Martini lesen. Der erste Teil "Die Insel" war ziemlich abgefahren und gefiel mir gut. Im zweiten Band konnten Hannah und Kanoa den Ereignissen auf der Insel entfliehen, und wollen nun ein Leben in New York führen. Doch die Schatten der Vergangenheit holen sie ein. Ich bin sehr gespannt auf den Dilogie-Abschluss.




Wer genaue Infos zu Büchern und Inhalt nachlesen will ...

Die Rache der Insel - Arena Verlag

Mittwoch, 20. Juli 2016

Review zu "In einer Sommernacht wie dieser" von Tanja Heitmann



Oetinger Verlag (Juli 2016),
Hardcover/SU, 368 Seiten,
16,99 € [D]


Als die 17-jährige Leo auf den undurchschaubaren Alexei trifft, gibt der ihr nicht nur Rätsel auf, sondern bringt auch ihre Gefühle ganz schön durcheinander. Doch dann passiert ein Mord, und Leo muss sich fragen, ob Alexei etwas damit zu tun hat. Dass sie trotzdem weiterhin an ihn glaubt, bringt sie am Ende sogar in Lebensgefahr. Aber es macht Leo auch stärker. Kann sie ihrer Liebe wirklich trauen? (Text-, Cover- und Zitatrechte: Verlag Friedrich Oetinger)


Als würde ihr ganzes Lebensglück davon abhängen, Alexei zu treffen. Was es tatsächlich auch tat, wenn sie ehrlich zu sich war. Der Gedanke an ihn hatte sie durch den Tag begleitet, als habe sich die Sehnsucht nach ihm verselbstständigt und würde ihr nun unablässig seinen Namen zuflüstern. Seit sie ihn getroffen hatte, gab es einen neuen Raum in ihrem Inneren, der ihm gehörte [...]. - S. 179


Meine Meinung
"In einer Sommernacht wie dieser" startet mit einer Gänsehautszene im Wald. Ich wusste sofort, hier ist etwas ganz Schreckliches geschehen. Was, das konnte ich zu diesem Zeitpunkt natürlich noch nicht erahnen. Alleine diese erste Seite nimmt komplett gefangen, und auch der Übergang zur Geschichte ist vorbildlich gelöst. Das Buch verspricht ein Pageturner zu werden. Denn ein mysteriöser Thriller, gepaart mit einer knisternden Lovestory, ist im Bereich Jugendbuch immer eine gute Idee.

Hauptprotagonistin Leo will den Sommer mit ihrem Vater verbringen. Seine luxuriöse Villa am Potsdamer See ist zwar noch in der Fertigstellung, trotzdem soll es ein Sommer werden, indem Vater und Tochter viel Zeit füreinander haben. Schon auf den ersten Seiten passiert allerhand. Leo muss erkennen, dass das idyllische Leben am See doch nicht so beschaulich ist, wie gedacht. Denn hier läuft manches schief, und die Arbeiten an der Villa des Vaters werden nicht ganz legal durchgeführt. Gleich zu Beginn trifft Leo auf den verschlossenen und undurchsichtigen Alexei. Sein Rätsel zu lösen, bzw. die Lovestory, nimmt ab hier den größten Raum in der Geschichte ein.

Du kennst ihn doch gar nicht, wandte die erste Stimme ein.
Doch, ich kenne ihn. Auch wenn ich es nicht erklären kann.
- S. 154

Die meiste Zeit über erzählt Leo die Geschichte in der Ich-Form. So war auch sie die Person, zu der ich die stärkste Verbindung beim Lesen hatte. In unregelmäßigen Abständen lässt die Autorin auch andere Charaktere zu Wort kommen. Das erhört die Spannung, denn der Roman liest sich ruhig. Obwohl einiges passiert, fühlt man sie nie gehetzt. Das Setting ist beschaulich und etwas mysteriös, dadurch hat die Geschichte eine schöne Wirkung. Unterbrochen wird die Handlung durch spannende, manchmal hart-gruselige Waldszenen, die erst gegen Ende zu einer Auflösung führen.

Der Knackpunkt ist die Lovestory, denn sie läuft dem Thriller ganz schön den Rang ab. Fast wird dieser zur Nebensache erklärt, weil Leo jede Kleinigkeit an Alexei registriert und interpretiert. Sie denkt immerzu an ihn, trifft ihn oft und muss ihm aus der Patsche helfen. Sehr schnell ist sie verliebt, sehr schnell fühlt sie sich ihm schon immer verbunden, möchte nicht mehr ohne ihn sein. Diese Floskeln sind stereotyp und wirken beliebig. Irgendwann wurde mir sogar der wunderschöne Name Alexei zu viel. Eine echte Chemie eine knisternde Anziehung kam für mich zwischen Leo und ihm nicht auf. Das ist schade, denn Alexeis Hintergründe sind durchaus interessant.
Wer bei Geschichten den Fokus auf einer Lovestory bevorzugt, und dem damit verbundenen Hin und Her, für den wird "In einer Sommernacht wie dieser" etwas schnell, aber befriedigend abgeschlossen. Allen anderen kommt die Thrillerhandlung wahrscheinlich zu kurz.

Fazit
"In einer Sommernacht wie dieser" ist ein atmosphärischer Jugendthriller, der mit einem Paukenschlag startet, und somit zum sofortigen Weiterlesen animiert. Das Buch besitzt eine ruhige Spannung und eine Auflösung, die realistisch und erschreckend zugleich ist. Leider wirkt die Lovestory schematisch und obligatorisch schnell. Sie nimmt von Anfang an den Hauptteil der Geschichte ein, und degradiert die spannende Handlung, den Thriller, auf Platz 2. Dafür gibt es von mir 3,5 von 5 Punkte.

© Damaris Metzger, damarisliest.de

Freitag, 15. Juli 2016

Dieses Buch bleibt im Regal #22

© Eine Aktion von Damaris liest.
Bei manchen Büchern weiß ich schon während des Lesens, dass diese für immer im Regal bleiben werden. Entweder gefällt die Geschichte so gut, dass ich sie auf jeden Fall nochmals lesen würde oder ich verbinde mit dem Leseerlebnis etwas Emotionales, etwas, an dem mein Herz hängt. Eines dieser Bücher stelle ich hier monatlich genauer vor.


Das Blubbern von Glück


"Das Blubbern von Glück" von Barry Jonsberg, 14,99 € (HC) - cbt Verlag

Bei "Das Blubbern von Glück" denke ich zu allererst immer an meine geschätzte Bücherfreundin Anka und ihren Blog Ankas Geblubber. Das bringt schon der Titelname mit sich, und mich jedes Mal zum Lächeln, wenn ich das Buch im Regal sehe. Ganz unabhängig davon hat "Das Blubbern von Glück" eine wunderschöne, berührende Geschichte - nicht zum Weinen, sondern komplett zum Schmunzeln und Wohlfühlen. Meinen High Five dazu gibt es HIER.

Candice, die 12-jährige Hauptprotagonistin der Geschichte, ist anders als andere Mädchen ihres Alters. Sie hat ausgeprägte Vorlieben, fast Zwänge, und ist zu jedermann sehr ehrlich und direkt. Damit stößt sie viele Mitmenschen vor den Kopf, nicht jeder kommt mit ihrer Art klar. Es ist bemerkenswert, dass Candice an jedem Menschen etwas Gutes findet, und wenn dieser noch so gemein zu ihr ist. Ihre Familie hält zu Candice und hat eine bewundernswerte Art mit dem besonderen Mädchen umzugehen. Und weil früher das Glück bei ihnen zu Hause war (und jetzt nicht mehr), ist es Candice Wille, ihre Familie unbedingt wieder glücklich zu machen.
Das Buch ist sehr herzlich, sehr humorvoll, aber auch speziell und eigen. Manche Dinge kommen einem beim Lesen vielleicht sogar komische vor. Das macht aber nichts, denn dadurch wird die Geschichte zu einem echten Original. Candice gehört für mich zu den liebenswertesten Charakteren überhaupt. Dieses Buch muss man einfach lesen, es wird ganz sicher ein Favorit werden!






Liebe Blogger, dies ist eine Mitmachaktion von Damaris liest. Du möchtest ebenfalls ein besonderes Buch, das niemals aus deinem Regal auszieht, auf deinem Blog vorstellen und es damit deinen Lesern empfehlen? Dann ...

SEI DABEI!
(die Aktion findet jeweils am 15. des Monats statt)

  • Verwende das Dieses Buch bleibt im Regal-Banner, und verweise damit auf den Ursprungsblog, damit die Aktion Wiedererkennungswert hat.
  • Wenn du magst, hinterlasse mir hier deinen Beitragslink als Kommentar, dann können interessierte Leser und ich zum Stöbern kommen.
  • Mach mit oder auch mal nicht. Am Aktionstag oder später (du hast immer einen ganzen Monat Zeit, bevor die nächste Runde startet) - ganz egal. Die Aktion ist jedes Mal freiwillig. Sie soll gemeinsam Spaß machen und ggf. den Austausch anregen.

Donnerstag, 14. Juli 2016

Review zu "Zum Glück braucht mich niemand" von Liv Marit Weberg



FISCHER Sauerländer (Juni 2016), Band 2,
Hardcover, 208 Seiten,
übersetzt von Nora Pröfrock,
13,99 € [D]


Anne Lise ist eigentlich zu schüchtern für eine Beziehung, aber so verliebt, dass es kaum auszuhalten ist. Deshalb zieht sie Hals über Kopf mit ihrem frischgebackenen Freund Stian zusammen. Die beiden schmeißen ihr Studium in Oslo, um mitten in der Pampa eine Tierhandlung zu übernehmen. Doch Stian kümmert sich mehr um die Tiere als um Anne Lise. Die ist natürlich stinksauer - wozu will er eigentlich überhaupt eine Freundin? Doch wie soll man sich streiten, wenn man eigentlich schon zum Küssen zu schüchtern ist? Und soll das jetzt etwa die große Liebe sein? Um herauszufinden, was man vom Leben eigentlich will, ist abhauen immer noch die beste Lösung - zumindest, wenn es nach Anne Lise geht ... (Text-, Cover- und Zitatrechte: FISCHER Sauerländer)


Warum zum Teufel werde ich nicht überfahren?
Ich bekomme mehrmals pro Tag das Leben neu geschenkt und bin kein bisschen dankbar.
Und währenddessen steht Brille auf der Arbeit an der Kasse und pfeift oder liegt neben mir und schnarcht oder geht neben mir her und hält meine Hand.
Er ist da, die ganze Zeit. Und nichts hat sich verbessert.
- S. 14


Meine Meinung
Ich gebe zu, ich war überrascht. Liv Marit Webergs Debüt "Zum Glück bemerkt mich niemand ... dachte ich" war ein herausfordernder Roman, dessen ironische Leichtigkeit erst auf den zweiten Blick zu finden war. Das lag einzig und alleine an Hauptprotagonistin Anne Lise. Einen Charakter wie sie hatte ich in Büchern zuvor noch nie kennengelernt. Der Roman war abgeschlossen. Doch jetzt erschien ein zweiter Teil, "Zum Glück braucht mich niemand", bei dem ich vorwegnehmen kann, dass man ihn komplett als Einzeltitel lesen kann. Vorkenntnisse benötigt man nicht. Doch schadet es nicht, wenn man weiß, auf was man sich beim Lesen einlässt.

Anne Lise, das gehemmte, megaschüchterne Mädchen mit der Persönlichkeitsstörung (einzig so war ihr Verhalten für mich zu erklären) scheint einen guten Weg gefunden zu haben, ihr Leben anzunehmen und bewältigen zu können. Sie mag ihren Freund Stian/Brille und sie mag Tiere. Und das Schicksal meinte es gut, denn Anne Lise und Stian bekamen die Möglichkeit, eine Tierhandlung zu übernehmen. Glücklich ist Anne Lise jedoch bei weitem nicht. Sie haut ab.

Ich will überhaupt nichts lernen, ich will einfach nur, dass die Tage vergehen
und mein Leben irgendwann vorbei ist.
- S. 38

"Zum Glück bemerkt mich niemand" ist schon ein ganz eigenes Kaliber. Bei der kindlich-naiven Sprache, gepaart mit dem Verhalten von Anne Lise, dachte ich erneut an Autismus, doch dafür ist Anne Lise nicht strukturiert genug. Zu ihrer allgemeinen Gehemmtheit/Schüchternheit Menschen gegenüber, kommt hier noch eine Depression. Anne Lise beschäftigt sich fortlaufend mit den Gedanken, dass andere sie und ihre verschrobene Art ertragen müssen, dass sie von niemandem gebraucht wird, und dass sie ihr Leben überhaupt nicht als lebenswert empfindet. An einigen Stellen habe ich mich richtig erschrocken.

Erfreulicherweise findet Anne Lise Freunde, bzw. knüpft Kontakte, von denen sie profitieren kann. Zwar animiert ihr Verhalten oft zum Kopfschütteln, doch Anne Lise hat eine unnahbar-amüsante Art, bei der man gerne schmunzelt. Dafür muss man sie aber annehmen, wie sie ist. Sehr besonders ist auch, dass man den Namen Anne Lise im Buch kein einziges Mal liest. Man kennt ihn nur vom Klappentext (und evtl. aus dem ersten Roman).
Am Ende entlässt die Autorin ihre schüchterne Protagonistin auf eine gute Art und Weise. Der Schluss kam relativ schnell, und hat mich sehr gerührt.

Fazit
Ein Buch wie "Zum Glück braucht mich niemand" zu veröffentlichen, erfordert eine große Portion Mut. Die Geschichte ist einfach und stilistisch einfach-klasse. Das kombiniert die Autorin mit einer schwierigen Protagonistin, deren Verhalten und Gedankengänge nicht jedem Leser zuträglich sein dürften. Meinen Respekt und mein Wohlwollen hat sich Anne Lise verdient, die sich hier, trotz starker persönlicher Defizite, mit einer selbstkritischen Ironie, durch die Geschichte kämpft. Es lohnt sich, sich mit diesem Buch auseinanderzusetzen. 4 von 5 Punkte von mir.

© Damaris Metzger, damarisliest.de



Reiheninfo (beide Romane als Einzeltitel lesbar):

Band 2 - Zum Glück braucht mich niemand

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