Dienstag, 22. August 2017

Deutscher Jugendliteraturpreis 2017 - #djlp17 - Die nominierten Kinderbücher



Seit ich mich erinnern kann, also schon seit meiner frühen Kindheit, gibt es den Deutschen Jugendliteraturpreis. Die nominierten Bücher, und natürlich die Preisträger, rücken jedes Mal stark in den Fokus meines Interesses. Tatsächlich wird der Preis bereits seit 1956 verliehen und jährlich vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gestiftet. Für mich ist es einer der wichtigsten deutschen Buchpreise für Kinder- und Jugendbücher, wenn nicht der wichtigste überhaupt.
Auch in diesem Jahr wurden von der Kritikerjury, der Jugendjury und der Sonderpreisjury wieder diverse Bücher nominiert und bekannt gegeben. Die Preisverleihung mit Nennung der Sieger, findet im Rahmen der Frankfurter Buchmesse, am 13. Oktober 2017, statt. Eine Gruppe von Bücherfreunden, nämlich 7 BloggerInnen und 1 Autorin, hat sich dafür zusammengeschlossen, um den Deutschen Jugendliteraturpreis zu begleiten. Wir möchten die einzelnen Preiskategorien vorstellen und nominierte Bücher lesen und genauer betrachten. Unter dem Hashtag #djlp17 sind alle Vorstellungen und Rezensionen auch in den Sozialen Netzwerken zu finden.

Montag, 21. August 2017

"Vier Farben der Magie" von V. E. Schwab



Das Thema
Es gibt vier Farben der Magie: Im Roten London befindet sie sich im Gleichgewicht mit dem Leben. Im Weißen London wird die Magie versklavt, kontrolliert, unterdrückt. Dem Grauen London ist sie fast abhandengekommen. Und im Schwarzen London hat sie das Leben selbst vertilgt.
Als einer der wenigen Antari springt Kell zwischen den verschiedenen Welten hin und her. Doch er führt ein Doppelleben: Er ist Botschafter der Könige, aber auch ein Schmuggler. Eines Tages wird ihm als Bezahlung für einen außergewöhnlichen Botengang ein schwarzer Stein zugesteckt. Dass es sich um ein mächtiges magisches Artefakt handelt, merkt er erst, als er sich von einem gefährlichen Feind verfolgt sieht, der ihm das gute Stück abjagen möchte und dabei vor keinem Mittel zurückschreckt. Auf der Flucht trifft der Magier die gewitzte Diebin Delilah Bard, die Kell zunächst ausraubt, ihm dann aber hilft. Allerdings erwartet sie eine Gegenleistung von ihm ...

© Klappentext-, Cover- und Zitatrechte: FISCHER Tor


Ihr Kuss war so flüchtig wie ihr Lächeln.
"Was war das denn?", fragte Kell benommen.
"Vielleicht bringt's ja Glück", antwortete sie und drehte sich zur Wand. "Nicht, dass ich's nötig hätte."
Kell starrte sie einen Moment lang an, dann riss er sich zusammen und wandte sich ebenfalls der blutverschmierten Mauer zu. Er packte ihre Finger fester und legte seine andere Hand auf das Zeichen.
"As Travars", befahl er.
Die Wand gab nach, und der Reisende und die Diebin traten hindurch.
- S. 239


Das Leseerlebnis
V. E. (Victoria) Schwabs Bücher sind mir schon im englischen Original aufgefallen, vor allem, weil es immer sehr viele positive Meinungen dazu gab. Umso neugieriger war ich demnach auf "Vier Farben der Magie", dem ersten Band der Weltenwanderer-Trilogie rund um den Magier Kell. Die Geschichte über ein London, das es in mehrfarbigen Ausführungen, also gleich vier Mal gibt, klingt einfach wahnsinnig spannend und faszinierte mich sofort. Und ja, nach ein paar Seiten schon stellte ich fest: Victoria Schwab ist für mich eine neue Meisterin der Fantasy.

Donnerstag, 17. August 2017

Dieses Buch bleibt im Regal #35

Eine Aktion von Damaris liest.
Jeden Monat stehe ich nun vor meinem Buchregal, um ein Buch herauszupicken, dass seinen Platz für immer im Regal behalten wird. Da ich fast nur Bücher behalte, die im Regal bleiben, ist das nicht so leicht. Im Grunde könnte ich zu allen greifen. Dieses Mal habe ich mich für eines meiner Highlights aus meiner Anfangszeit als Bloggerin entschieden. Der Regalplatz ist hier absolut verdient!


Delirium


"Delirium" von Lauren Oliver - 18,90 € (HC) - Carlsen Verlag

Sonntag, 13. August 2017

"Das Glück hat vier Farben" von Lisa Moore



Das Thema
Seit sie denken kann, ist die sechzehnjährige Flannery in Tyrone verliebt. Aber wann genau ist aus ihrem Sandkastenfreund ein Rebell und der coolste Junge der Schule geworden? Flannery, die sich oft in den Erinnerungen daran verliert, wie einfach früher alles war, beobachtet mit Erstaunen, wie die Welt um sie herum immer schneller kreist. Doch dann kommt ihr für ein Schulprojekt eine folgenreiche Geschäftsidee: Sie fertigt Liebestränke für die Mitschüler an - und ein regelrechter Hype wird ausgelöst. Plötzlich geht das Gerücht um, dass die bunten Mixturen tatsächlich wirken ...

© Klappentext-, Cover- und Zitatrechte: FISCHER Sauerländer


Und vielleicht schaust du noch weiter in den Spiegel und beginnst dich zu fragen, mit jedem Atom deines Wesens, ob irgendjemand auf dieser verdammten verrückten Welt dich je lieben wird.
Und plötzlich stellst du dir dann vor, jung zu sterben.
Das ist so ein sensibler Moment.
- S. 74


Das Leseerlebnis
Bei "Das Glück hat vier Farben" hat mich zu allererst die süße Idee angesprochen (oder besser, die Idee, die ich hinter der Geschichte erwartet habe). Flannery fertigt für ein Schulprojekt Liebestränke an und plötzlich entsteht daraus ein Hype unter den Mitschülern. Wirken die Mixturen, die im Grunde nur aus gefärbtem Wasser bestehen, wirklich? Das klingt witzig und verrückt, sogar ein bisschen nach einer phantastisch angehauchten Story. Und ja, diese Aktion ist tatsächlich Teil der Geschichte. Aber eben nur ein Teil. Flannerys Geschichte ist viel mehr und weitaus ernster und auch tiefsinniger als ich vermutet hätte.

Freitag, 11. August 2017

"Der Prinz der Elfen" von Holly Black



Das Thema
Die Geschwister Hazel und Ben leben in dem Ort Fairfold, der an das magische Elfenreich grenzt. Seit Jahrzehnten steht dort, mitten im Wald von Fairfold, ein gläserner Sarg, in dem ein Elfenprinz schläft - von Touristen begafft und von der Bevölkerung argwöhnisch beäugt, auch wenn Hazel und Ben die alten Geschichten nicht glauben. Seit Kindertagen fühlen sie sich zu dem schlafenden Jungen magisch hingezogen, ihm vertrauen sie alle ihre Geheimnisse an. Inzwischen ist Hazel 16 und küsst immer neue Jungs, um die Leere in ihrem Herzen zu füllen. Doch als eines Tages der Sarg leer ist und der Prinz erwacht, werden die Geschwister in einen Machtkampf der Elfen gezogen. Hazel muss die Rolle annehmen, in die sie sich als Kind immer geträumt hat: als Ritter gegen ein dunkles Monster kämpfen ...

© Klappentext-, Cover- und Zitatrecht: cbt Verlag


Wechselbälger sind wie Fische, die man zurückwerfen soll. Kuckuckseier, die von Spatzen ausgebrütet werden. Sie passen nirgends richtig hin.
Jack wuchs in dem Wissen auf, dass er anders war, doch er wusste zunächst nicht, warum. [...] Auch wenn er die bernsteinfarbenen Augen und das Kinn seines Vaters geerbt hatte, erwischte er in häufig dabei, wie er Jack besorgt und nervös ansah. Dieser Blick sagte ihm: Du bist nicht, was du scheinst.
- S. 173


Das Leseerlebnis
Elfengeschichten finde ich schon immer sehr anziehend. Besonders natürlich innerhalb epischer High Fantasy und nicht verkitscht. Aber auch im Jugendbuch, bzw. bei Urban-Fantasy-Geschichten, bekommen diese Wesen gerne meine Aufmerksamkeit, weil mich eine moderne Umsetzung reizt. Vor allem muss die Geschichte fesseln. Das ist "Der Prinz der Elfen" auch gut gelungen. Ich hatte mir die Geschichte sehr typisch für dieses Genre, sogar eher gewöhnlich, vorgestellt. Hier konnte mich das Buch sogar positiv überraschen.